D: Trauer um Philosoph Jürgen Habermas
15.03.2026 11:04
D: Trauer um Philosoph Jürgen Habermas
15.03.2026 11:04
D: Trauer um Philosoph Jürgen Habermas
Der Philosoph Jürgen Habermas ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Er galt als einer der bedeutendsten Philosophen der Gegenwart und war ein einflussreicher Intellektueller. Die Deutsche Bischofskonferenz kondolierte.
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Geboren wurde Habermas am 18. Juni 1929 in Düsseldorf. Er studierte Philosophie, Geschichte, Psychologie, Deutsche Literatur sowie Ökonomie in Göttingen, Zürich und Bonn. Dort erlangte er 1954 die Doktorwürde. Auf Einladung von Theodor W. Adorno begann er in den 1950er Jahren als Assistent am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main. Habermas war einer der bekanntesten Vertreter der Kritischen Theorie der Gesellschaft, die aus der „Frankfurter Schule" hervorgangen war.
Im Zuge der Studentenbewegung
Als Universitätsprofessor für Philosophie beziehungsweise Soziologie lehrte Habermas in den 1960er und 1970er Jahren erst in Heidelberg und dann in Frankfurt am Main. Als Wissenschaftler wurde er im Zuge der Studentenbewegung einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.
Von 1971 bis 1983 war er Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg. 1983 kehrte er wieder als Philosophieprofessor an die Frankfurter Universität zurück.
Neben zahlreichen Auszeichnungen - darunter der Heine-Preis - und Ehrendoktorwürden im In- und Ausland erhielt Habermas 2001 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Die Jury würdigte ihn als den prägendsten deutschen Philosophen der Gegenwart, der zu den meistübersetzten Autoren des Deutschen gehöre.
(kna – gs)
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Im Zuge der Studentenbewegung
Als Universitätsprofessor für Philosophie beziehungsweise Soziologie lehrte Habermas in den 1960er und 1970er Jahren erst in Heidelberg und dann in Frankfurt am Main. Als Wissenschaftler wurde er im Zuge der Studentenbewegung einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.
Von 1971 bis 1983 war er Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg. 1983 kehrte er wieder als Philosophieprofessor an die Frankfurter Universität zurück.
Neben zahlreichen Auszeichnungen - darunter der Heine-Preis - und Ehrendoktorwürden im In- und Ausland erhielt Habermas 2001 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Die Jury würdigte ihn als den prägendsten deutschen Philosophen der Gegenwart, der zu den meistübersetzten Autoren des Deutschen gehöre.
(kna – gs)
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Kommentare
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Klavierspielerin2 15.03.2026 11:05
Religiös unmusikalisch“ ist eine von Max Weber geprägte Metapher für Menschen, die keinen Zugang zu religiösem Glauben oder Erleben finden, auch wenn sie sich intellektuell damit auseinandersetzen. Bekannt wurde der Begriff durch Jürgen Habermas, der sich so als Agnostiker beschrieb, der dennoch Respekt vor Religion zeigt.
(Nutzer gelöscht) 15.03.2026 11:18
Passend zum Thema und Habermas :
Lg Cherub
Lg Cherub
hansfeuerstein 15.03.2026 13:47
Er hatte sich zeitlebens für "demokratischen Sozialismus" engagiert, und einer der Hauptvertreter der zweiten Generation der Frankfurtscher Schule. Gesellschaftlicher Umbau,
welcher aus deren Sicht noch immer nicht ganz vollzogen ist. Er gehörte mit zu den eher "zersetztenden Kräften" deren Ziel die Zerstörung bisherhiger gesellschaftlicher Strukturen war, bzw. der Marsch durch die Institutionen. Man sieht, dass diese Leute soweit den Sieg davongetragen haben, da sie, zeitlebens umstritten, inzwischen den Ton angeben.
welcher aus deren Sicht noch immer nicht ganz vollzogen ist. Er gehörte mit zu den eher "zersetztenden Kräften" deren Ziel die Zerstörung bisherhiger gesellschaftlicher Strukturen war, bzw. der Marsch durch die Institutionen. Man sieht, dass diese Leute soweit den Sieg davongetragen haben, da sie, zeitlebens umstritten, inzwischen den Ton angeben.
hansfeuerstein 15.03.2026 13:54
Die Aussage, dass Theologie eine "Wissenschaftsform" sein muss, ist inzwischen als fragwürdig erkannt. Warum? Weil es im Glauben um Offenbarung geht, die wir mit wissenschaftlichen Methoden bislang gar nicht greifen können. Was wir wissenschaftlich greifen können, sind Randerscheinungen, zum Kern dringt sie methodisch gar nicht vor. Die sog. historisch-kritische Methode bedient sich Instrumentarien, die in vielen Belangen schlicht ungeeignet sind, und mit einen Beitrag für den Niedergang des Glaubens geleistet haben. Man tut so, als wüsste man um vieles, weiss in Wahrheit aber nur um weniges. Zum Kern des Glaubens dringen diese Leute gar nicht vor.
Engelslhaar 15.03.2026 14:04
Wenn jemand gestorben ist, denke ich an das, was wir oft in der Messe hören: Möge Gott jeden kleinen Funken des Glaubens, den es vielleicht mal gab, anrechnen.
hansfeuerstein 15.03.2026 14:09
Persönliche Erinnerung ist in Ordnung.
Die heiligsprechung des Werkes, die bei ihm damit einher geht aber abzulehnen. Man sollte sich mit Adorno, Habermas, Horheimer beschäftigen, um die heutige Zeit mitsamt ihrer Fehlentwicklungen zu verstehen. Es sind diese Leute, die den ideologischen Unterbau für das lieferten, was wir heute erleben. Das Ganze ist verbunden mit dem insgeheimen Traum vom idealen Sozialismus, der nur noch nie verwirklicht worden sei, und dessen "Idee" das Denken des Westens erheblich bestimmt. Der Osten hat daveon ein für alle mal genug.
Die heiligsprechung des Werkes, die bei ihm damit einher geht aber abzulehnen. Man sollte sich mit Adorno, Habermas, Horheimer beschäftigen, um die heutige Zeit mitsamt ihrer Fehlentwicklungen zu verstehen. Es sind diese Leute, die den ideologischen Unterbau für das lieferten, was wir heute erleben. Das Ganze ist verbunden mit dem insgeheimen Traum vom idealen Sozialismus, der nur noch nie verwirklicht worden sei, und dessen "Idee" das Denken des Westens erheblich bestimmt. Der Osten hat daveon ein für alle mal genug.
Engelslhaar 15.03.2026 14:17
Wenn ein Mensch gerade erst verstorben ist, muss ich nicht in diesem Moment mit Kritik anfangen. Das sollte erst mal ruhen.
hansfeuerstein 15.03.2026 14:22
Es ist der richtige Zeitpunkt, in sich zu gehen und die Irrtümer der Großen Idole der Zeit zu bekennen. Dies Irae.
hansfeuerstein 15.03.2026 19:07
Das Dies irae war über Jahrhunderte ein fester Bestandteil der römisch-katholischen Totenmesse (Requiem) und somit bei Beerdigungen üblich. Es zeigt eine völlig andere Haltung als die Menschen und die Öffentlichkeit heutzutage, und üblicherweise, einnehmen....
paloma 16.03.2026 22:40
Seine Beschäftigung mit Kommunikation,die er als wichtiges Mittel für eine funktionierende Demokratie hielt,finde ich doch einen wichtigen u hilfreichen Ansatz.
Wir verabschieden uns so nach u nach von den Vordenkern der Frankfurter Schule.
Wir verabschieden uns so nach u nach von den Vordenkern der Frankfurter Schule.
Klavierspielerin2 17.03.2026 08:24
An dieser Stelle finde ich es angebracht, Auf Arnold Angenendts Werk, Kirchenhistoriker,
' Toleranz und Gewalt: Das Christentum zwischen Bibel und Schwert'
hinzuweisen, da Habermas, der nicht im Verdacht ist, der Kirche nahe zu stehen, der Angenendts Fakten und Zahlen als realistisch einschätzt.
" Überblick über das Buch
Der international renommierte Kirchenhistoriker Arnold Angenendt behandelt in seinem neuen Buch die heute gängigen Anklagen gegen das Christentum. Die Liste der aufgerechneten »Todsünden« ist lang: Leib- und Geschlechterfeindlichkeit, Erzeugung falscher Schuldgefühle, Anspruch auf alleinseligmachende Wahrheit und damit Intoleranz, Absegnung der Kreuzritter als Beihilfe am Tod unschuldiger Moslems, die Inquisition mit Folterung und Verbrennung der Ketzer wie der Hexen, die Mission als Kolonialkrieg bei Ausrottung ganzer Volksstämme, Antijudaismus als Wegbereiter des Holocaust. Eine »Blutspur« von neun Millionen Opfern habe das Christentum in der Geschichte hinterlassen. In Summe sei es eine altgewordene Weltreligion, die am besten abdanke. Auf breiter Faktenlage fußend legt Angenendt souverän dar, was die religions-, kultur- und allgemeingeschichtlichen Forschungen zu diesen Anklagen in den letzten zwanzig Jahren erbracht haben. Die Ergebnisse sind frappierend.
' Toleranz und Gewalt: Das Christentum zwischen Bibel und Schwert'
hinzuweisen, da Habermas, der nicht im Verdacht ist, der Kirche nahe zu stehen, der Angenendts Fakten und Zahlen als realistisch einschätzt.
" Überblick über das Buch
Der international renommierte Kirchenhistoriker Arnold Angenendt behandelt in seinem neuen Buch die heute gängigen Anklagen gegen das Christentum. Die Liste der aufgerechneten »Todsünden« ist lang: Leib- und Geschlechterfeindlichkeit, Erzeugung falscher Schuldgefühle, Anspruch auf alleinseligmachende Wahrheit und damit Intoleranz, Absegnung der Kreuzritter als Beihilfe am Tod unschuldiger Moslems, die Inquisition mit Folterung und Verbrennung der Ketzer wie der Hexen, die Mission als Kolonialkrieg bei Ausrottung ganzer Volksstämme, Antijudaismus als Wegbereiter des Holocaust. Eine »Blutspur« von neun Millionen Opfern habe das Christentum in der Geschichte hinterlassen. In Summe sei es eine altgewordene Weltreligion, die am besten abdanke. Auf breiter Faktenlage fußend legt Angenendt souverän dar, was die religions-, kultur- und allgemeingeschichtlichen Forschungen zu diesen Anklagen in den letzten zwanzig Jahren erbracht haben. Die Ergebnisse sind frappierend.

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