Wie sieht es denn mit Atheisten aus? Christen können laut Scharia diskriminiert leben. Atheisten & Polytheisten müssen konvertieren oder werden ermordet/versklavt.
& selbst die diskriminierte Stellung von Christen ist natürlich nicht akzeptabel.
Syrien: Neuer Machthaber macht Christen Zusicherungen
02.01.2025 12:40
Syrien: Neuer Machthaber macht Christen Zusicherungen
02.01.2025 12:40
Syrien: Neuer Machthaber macht Christen Zusicherungen
Der de-facto-Herrscher in Damaskus, Abu Mohammed al-Golani, hat sich am Silvestertag mit christlichen Kirchenführern getroffen.
Dabei sicherte der frühere Islamist, der sich jetzt lieber mit seinem bürgerlichen Namen Ahmad al-Sharaa vorstellt, den Christen in Syrien zu, sie könnten unbehelligt im Land bleiben und ihre Religion frei ausüben.
„Das ist ein Ereignis, das in der Geschichte Syriens bis vor drei Wochen unvorstellbar war“, sagt uns der päpstliche Nuntius in Damaskus, Kardinal Mario Zenari, in einem Interview vom Neujahrstag. Der aus Italien stammende Vatikandiplomat hat trotz des Bürgerkriegs in Syrien ausgeharrt und sich über das Treffen al-Golanis mit Kirchenführern Bericht erstatten lassen.
Bild:
Früher in Militärkluft, jetzt mit Anzug und Krawatte: al-Golani
„Eine gewisse Hoffnung für die Zukunft Syriens“
„Die anwesenden Bischöfe und Priester haben eine gewisse Hoffnung für die Zukunft Syriens geäußert. al-Golani versprach, dass es ein Syrien für alle sein wird, ein Syrien ohne Ausgrenzung, und zum Schluss wünschte er ein frohes Weihnachtsfest und ein Jahr des Friedens. Ich muss noch dazusagen, dass er bei der Begegnung extra auf die religiösen Autoritäten aus Aleppo warten wollte, die sich etwas verspätet hatten; es ging erst los, als alle anwesend waren. Das ist etwas Besonderes, das hoffentlich Gutes verheißt.“
Der neue starke Mann in Damaskus, der vor kurzem mit seiner Rebellengruppe überraschend die jahrzehntelange Herrschaft des Assad-Clans beendete, ist erst 42 Jahre alt. Von seinen Anfängen bei der Terrororganisation al-Qaida hat er sich losgesagt, doch die USA stufen ihn immer noch als Terroristen ein. Zenari ist vorsichtig optimistisch, was die Zukunft der Christen in Syrien betrifft. Beim Treffen mit al-Golani war er nicht dabei, aber auch er hatte schon Kontakte zur neuen Führung.
Damaskus, Ende Dezember
Weiterhin große Ängste bei Christen
„Ich hatte vor einer Woche die Gelegenheit, den neuen Außenminister zu treffen; ich bin auch Dekan des Diplomatischen Korps, und er wollte mich sehen. Auf der Chef-Ebene sind wir uns, das muss ich sagen, über bestimmte Prinzipien und Grundwerte einig; aber natürlich wollen wir dann Taten sehen, von Worten zu Taten übergehen. Auf jeden Fall haben alle Bischöfe beim Treffen am Silvestertag und bei vorhergehenden Treffen unter anderem in Aleppo einen gewissen Optimismus an den Tag gelegt. Dabei hegen nicht wenige Christen noch große Ängste; viele wollten Syrien so schnell wie möglich verlassen.“
Ein Exodus der christlichen Minderheit, der schon seit langem in Gang ist – und den Zenari irgendwie aufzuhalten hofft. „Ich habe den Christen sofort gesagt: Habt keine Angst, bleibt! Jetzt ist nicht die Zeit, Syrien zu verlassen, sondern es ist die Zeit, auch für Christen außerhalb des Landes, zurückzukehren. Denn wir müssen gut sichtbar bleiben, und man gibt uns zumindest in Worten ja auch die Möglichkeit dazu. Wir müssen beim Wiederaufbau des neuen Syrien dabei sein, indem wir die Werte der Wahrung der Menschenrechte, der Freiheit und des Respekts für alle voranbringen. Wehe uns, wenn wir dabei fehlen!“
Syrer feiern Mitte Dezember das Ende des Assad-Regimes
Syrer feiern Mitte Dezember das Ende des Assad-Regimes
„Christen müssen jetzt beim Wiederaufbau dabei sein“
Vor dem Beginn des Bürgerkriegs machten Christen in Syrien ungefähr zehn Prozent der Bevölkerung aus; dem Regime der Familie Assad standen sie mehr oder weniger nahe. Heute ist ihre Zahl auf unter zwei Prozent abgerutscht – wegen starker Bedrängnis durch islamische Terroristen und wegen der Folgen des Bürgerkriegs. 2011 lebten anderthalb Millionen Christen im Land, mittlerweile spricht man von nur noch 300.000. Davon sind etwa 192.000 katholisch –das entspricht einem Prozent der Gesamtbevölkerung.
„Jeder ist frei zu tun, was er will, aber als Nuntius bitte ich um Engagement der Christen, ich bitte besonders die Menschen darum, die imstande wären, einen besonderen Beitrag zu leisten. Bald wird die Ausarbeitung der neuen Verfassung beginnen: Ich appelliere daher an diejenigen, die einen gewissen Hintergrund im Verfassungsrecht haben, sowie an Ärzte und an Ingenieure. Es ist an der Zeit, die Ärmel hochzukrempeln! Ich sage dies allen Syrern, aber vor allem den Christen. Wenn sie uns eines Tages nicht mehr wollen, was ich nicht hoffe, dann werden wir uns verabschieden. Aber wir müssen jetzt dabei sein!“
„Vor wenigen Wochen noch tot und begraben“
Weihnachten sei dieses Jahr „in einer Atmosphäre der Freude und der Hoffnung“ gefeiert worden, sagt Zenari – und setzt hinzu: „Aber in bestimmten Gemeinschaften auch mit einer gewissen Angst.“ Er habe sich im Fernsehen die Öffnung der Heiligen Pforte des Petersdoms durch Papst Franziskus angesehen; dabei sei ihm der Gedanke gekommen, dass Syrien doch vor wenigen Wochen noch „tot und begraben“ gewesen sei.
„Und ich habe vor Beginn des Heiligen Jahres immer wieder festgestellt, dass es in den Herzen vieler Menschen in Syrien keine Vision von einer Zukunft gibt. Plötzlich, ganz unerwartet, ist diese verschüttete Hoffnung wieder aufgetaucht, ist eine Bresche geschlagen worden. Eine große Tür der Hoffnung, wie die des Petersdoms, hat sich geöffnet – nur einen Spalt, aber doch geöffnet. Das ist schon etwas…“
HTS-Kämpfer in Damaskus
HTS-Kämpfer in Damaskus
Die Gräuel in den Gefängnissen
Geöffnet haben sich im neuen Syrien in den letzten Wochen auch die Türen der Gefängnisse. Dadurch kamen unvorstellbare Gräuel ans Tageslicht. Kardinal Zenari spricht von „großer Traurigkeit“ und „tiefer Bewegung“: „Wir haben“, so sagt er, „Weihnachten auch über Massengräbern gefeiert“.
„Diese Türen des Grauens, die sich jetzt geöffnet haben, stellen auch eine Gewissensprüfung für jeden von uns, für die internationale Gemeinschaft dar: Man hätte mehr tun können, um all dieses Leid zu verhindern. Aber es gibt in Syrien weiterhin eine gewisse Angst. Ich sehe die große Gefahr, in eine Spirale der Rache und der Hinrichtungen im Schnellverfahren zu geraten. Wehe, wenn man in diese Spirale gerät! Es gibt Grund zum Nachdenken, auch auf Seiten der internationalen Gemeinschaft. Der Gerechtigkeit sollte auf reguläre, abgewogene Weise Genüge getan werden.“
Angehörige von Syrern, die unter dem Assad-Regime verschwunden sind, demonstrieren Ende Dezember in Paris
Angehörige von Syrern, die unter dem Assad-Regime verschwunden sind, demonstrieren Ende Dezember in Paris
Eine jahrelange Übergangsphase
Er habe in den sechzehn Jahren, die er in Syrien inmitten eines blutigen Konflikts verbrachte, „viele barmherzige Samariter kennengelernt, gläubige Menschen aller Konfessionen“, so Franziskus‘ Mann in Damaskus. „Auch Personen, die von einer sehr tiefen Auffassung von der Würde des Menschen beseelt sind. Viele von ihnen haben ihr Leben verloren, sind getötet worden, als sie anderen zu Hilfe eilten. Wir müssen ihrer gedenken, wir haben eine große Verpflichtung zur Dankbarkeit.“
al-Golani, der neue starke Mann in der syrischen Hauptstadt, hat vor ein paar Tagen einen Zeitplan für die nähere Zukunft des Landes vorgelegt. Seine HTS-Miliz soll aufgelöst und in die nationalen Streitkräfte integriert werden; bis zu Wahlen könnte es vier Jahre dauern, für die Ausarbeitung einer neuen Verfassung veranschlagt al-Golani einen Zeitraum von drei Jahren. Der päpstliche Nuntius setzt sich dafür ein, dass in der Verfassung die Rechte von Frauen deutlich benannt und gesichert werden.
Am Weihnachtstag in einer Kirche in der syrischen Hauptstadt
Am Weihnachtstag in einer Kirche in der syrischen Hauptstadt
Jetzt die Sanktionen aufheben
„Ich weiß, dass zu den Punkten, die Christen (aber nicht nur Christen) in der neuen Verfassung schützen wollen, auch dieser Punkt gehört; daran müssen wir arbeiten. Aber ich möchte vor allem einen weiteren Appell aussprechen. Die internationale Gemeinschaft reagiert auf die schönen Versprechungen aus Syrien abwartend; aber wenn das heißt, dass man mit Unterstützung und einer Aufhebung der Sanktionen noch abwarten will, dann sage ich Nein dazu! Ich habe eine große Aufforderung an die internationale Gemeinschaft: Macht euch an die Arbeit in Syrien! Dies ist ein sehr, sehr zerbrechlicher Frieden für Syrien, ein sehr heikler Moment.“
Der Vatikandiplomat erinnert an ein Zitat des heiligen Papstes Paul VI.‘, der einst geäußert hatte, der neue Name für Frieden sei Entwicklung.
Christmette 2024 in Damaskus
Christmette 2024 in Damaskus
„Wenn wir Frieden in Syrien wollen, müssen wir für Entwicklung sorgen“
„Ein Syrien, das zerstört ist, mit einer zusammenbrechenden Wirtschaft, mit beschädigter Infrastruktur, mit der Hälfte der Krankenhäuser, die nicht funktionieren, mit zerstörten Schulen, mit Menschen, die hungern, die keinen Strom haben... Wenn wir Frieden in Syrien wollen, müssen wir für Entwicklung sorgen! Der neue Name für Frieden ist Entwicklung, um Syrien zu helfen, auf eigenen Füßen zu stehen und zu gehen.“
Mario Zenari steht seit 1980 im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls. Benedikt XVI. schickte ihn Ende 2008 als Nuntius nach Damaskus. 2016 nahm ihn Franziskus ins Kardinalskollegium auf –eine ungewöhnliche Ehre für einen Papstbotschafter.
Mit Kardinal Zenari sprach Antonella Palermo von Vatican News.
(vatican news – sk)
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Dabei sicherte der frühere Islamist, der sich jetzt lieber mit seinem bürgerlichen Namen Ahmad al-Sharaa vorstellt, den Christen in Syrien zu, sie könnten unbehelligt im Land bleiben und ihre Religion frei ausüben.
„Das ist ein Ereignis, das in der Geschichte Syriens bis vor drei Wochen unvorstellbar war“, sagt uns der päpstliche Nuntius in Damaskus, Kardinal Mario Zenari, in einem Interview vom Neujahrstag. Der aus Italien stammende Vatikandiplomat hat trotz des Bürgerkriegs in Syrien ausgeharrt und sich über das Treffen al-Golanis mit Kirchenführern Bericht erstatten lassen.
Bild:
Früher in Militärkluft, jetzt mit Anzug und Krawatte: al-Golani
„Eine gewisse Hoffnung für die Zukunft Syriens“
„Die anwesenden Bischöfe und Priester haben eine gewisse Hoffnung für die Zukunft Syriens geäußert. al-Golani versprach, dass es ein Syrien für alle sein wird, ein Syrien ohne Ausgrenzung, und zum Schluss wünschte er ein frohes Weihnachtsfest und ein Jahr des Friedens. Ich muss noch dazusagen, dass er bei der Begegnung extra auf die religiösen Autoritäten aus Aleppo warten wollte, die sich etwas verspätet hatten; es ging erst los, als alle anwesend waren. Das ist etwas Besonderes, das hoffentlich Gutes verheißt.“
Der neue starke Mann in Damaskus, der vor kurzem mit seiner Rebellengruppe überraschend die jahrzehntelange Herrschaft des Assad-Clans beendete, ist erst 42 Jahre alt. Von seinen Anfängen bei der Terrororganisation al-Qaida hat er sich losgesagt, doch die USA stufen ihn immer noch als Terroristen ein. Zenari ist vorsichtig optimistisch, was die Zukunft der Christen in Syrien betrifft. Beim Treffen mit al-Golani war er nicht dabei, aber auch er hatte schon Kontakte zur neuen Führung.
Damaskus, Ende Dezember
Weiterhin große Ängste bei Christen
„Ich hatte vor einer Woche die Gelegenheit, den neuen Außenminister zu treffen; ich bin auch Dekan des Diplomatischen Korps, und er wollte mich sehen. Auf der Chef-Ebene sind wir uns, das muss ich sagen, über bestimmte Prinzipien und Grundwerte einig; aber natürlich wollen wir dann Taten sehen, von Worten zu Taten übergehen. Auf jeden Fall haben alle Bischöfe beim Treffen am Silvestertag und bei vorhergehenden Treffen unter anderem in Aleppo einen gewissen Optimismus an den Tag gelegt. Dabei hegen nicht wenige Christen noch große Ängste; viele wollten Syrien so schnell wie möglich verlassen.“
Ein Exodus der christlichen Minderheit, der schon seit langem in Gang ist – und den Zenari irgendwie aufzuhalten hofft. „Ich habe den Christen sofort gesagt: Habt keine Angst, bleibt! Jetzt ist nicht die Zeit, Syrien zu verlassen, sondern es ist die Zeit, auch für Christen außerhalb des Landes, zurückzukehren. Denn wir müssen gut sichtbar bleiben, und man gibt uns zumindest in Worten ja auch die Möglichkeit dazu. Wir müssen beim Wiederaufbau des neuen Syrien dabei sein, indem wir die Werte der Wahrung der Menschenrechte, der Freiheit und des Respekts für alle voranbringen. Wehe uns, wenn wir dabei fehlen!“
Syrer feiern Mitte Dezember das Ende des Assad-Regimes
Syrer feiern Mitte Dezember das Ende des Assad-Regimes
„Christen müssen jetzt beim Wiederaufbau dabei sein“
Vor dem Beginn des Bürgerkriegs machten Christen in Syrien ungefähr zehn Prozent der Bevölkerung aus; dem Regime der Familie Assad standen sie mehr oder weniger nahe. Heute ist ihre Zahl auf unter zwei Prozent abgerutscht – wegen starker Bedrängnis durch islamische Terroristen und wegen der Folgen des Bürgerkriegs. 2011 lebten anderthalb Millionen Christen im Land, mittlerweile spricht man von nur noch 300.000. Davon sind etwa 192.000 katholisch –das entspricht einem Prozent der Gesamtbevölkerung.
„Jeder ist frei zu tun, was er will, aber als Nuntius bitte ich um Engagement der Christen, ich bitte besonders die Menschen darum, die imstande wären, einen besonderen Beitrag zu leisten. Bald wird die Ausarbeitung der neuen Verfassung beginnen: Ich appelliere daher an diejenigen, die einen gewissen Hintergrund im Verfassungsrecht haben, sowie an Ärzte und an Ingenieure. Es ist an der Zeit, die Ärmel hochzukrempeln! Ich sage dies allen Syrern, aber vor allem den Christen. Wenn sie uns eines Tages nicht mehr wollen, was ich nicht hoffe, dann werden wir uns verabschieden. Aber wir müssen jetzt dabei sein!“
„Vor wenigen Wochen noch tot und begraben“
Weihnachten sei dieses Jahr „in einer Atmosphäre der Freude und der Hoffnung“ gefeiert worden, sagt Zenari – und setzt hinzu: „Aber in bestimmten Gemeinschaften auch mit einer gewissen Angst.“ Er habe sich im Fernsehen die Öffnung der Heiligen Pforte des Petersdoms durch Papst Franziskus angesehen; dabei sei ihm der Gedanke gekommen, dass Syrien doch vor wenigen Wochen noch „tot und begraben“ gewesen sei.
„Und ich habe vor Beginn des Heiligen Jahres immer wieder festgestellt, dass es in den Herzen vieler Menschen in Syrien keine Vision von einer Zukunft gibt. Plötzlich, ganz unerwartet, ist diese verschüttete Hoffnung wieder aufgetaucht, ist eine Bresche geschlagen worden. Eine große Tür der Hoffnung, wie die des Petersdoms, hat sich geöffnet – nur einen Spalt, aber doch geöffnet. Das ist schon etwas…“
HTS-Kämpfer in Damaskus
HTS-Kämpfer in Damaskus
Die Gräuel in den Gefängnissen
Geöffnet haben sich im neuen Syrien in den letzten Wochen auch die Türen der Gefängnisse. Dadurch kamen unvorstellbare Gräuel ans Tageslicht. Kardinal Zenari spricht von „großer Traurigkeit“ und „tiefer Bewegung“: „Wir haben“, so sagt er, „Weihnachten auch über Massengräbern gefeiert“.
„Diese Türen des Grauens, die sich jetzt geöffnet haben, stellen auch eine Gewissensprüfung für jeden von uns, für die internationale Gemeinschaft dar: Man hätte mehr tun können, um all dieses Leid zu verhindern. Aber es gibt in Syrien weiterhin eine gewisse Angst. Ich sehe die große Gefahr, in eine Spirale der Rache und der Hinrichtungen im Schnellverfahren zu geraten. Wehe, wenn man in diese Spirale gerät! Es gibt Grund zum Nachdenken, auch auf Seiten der internationalen Gemeinschaft. Der Gerechtigkeit sollte auf reguläre, abgewogene Weise Genüge getan werden.“
Angehörige von Syrern, die unter dem Assad-Regime verschwunden sind, demonstrieren Ende Dezember in Paris
Angehörige von Syrern, die unter dem Assad-Regime verschwunden sind, demonstrieren Ende Dezember in Paris
Eine jahrelange Übergangsphase
Er habe in den sechzehn Jahren, die er in Syrien inmitten eines blutigen Konflikts verbrachte, „viele barmherzige Samariter kennengelernt, gläubige Menschen aller Konfessionen“, so Franziskus‘ Mann in Damaskus. „Auch Personen, die von einer sehr tiefen Auffassung von der Würde des Menschen beseelt sind. Viele von ihnen haben ihr Leben verloren, sind getötet worden, als sie anderen zu Hilfe eilten. Wir müssen ihrer gedenken, wir haben eine große Verpflichtung zur Dankbarkeit.“
al-Golani, der neue starke Mann in der syrischen Hauptstadt, hat vor ein paar Tagen einen Zeitplan für die nähere Zukunft des Landes vorgelegt. Seine HTS-Miliz soll aufgelöst und in die nationalen Streitkräfte integriert werden; bis zu Wahlen könnte es vier Jahre dauern, für die Ausarbeitung einer neuen Verfassung veranschlagt al-Golani einen Zeitraum von drei Jahren. Der päpstliche Nuntius setzt sich dafür ein, dass in der Verfassung die Rechte von Frauen deutlich benannt und gesichert werden.
Am Weihnachtstag in einer Kirche in der syrischen Hauptstadt
Am Weihnachtstag in einer Kirche in der syrischen Hauptstadt
Jetzt die Sanktionen aufheben
„Ich weiß, dass zu den Punkten, die Christen (aber nicht nur Christen) in der neuen Verfassung schützen wollen, auch dieser Punkt gehört; daran müssen wir arbeiten. Aber ich möchte vor allem einen weiteren Appell aussprechen. Die internationale Gemeinschaft reagiert auf die schönen Versprechungen aus Syrien abwartend; aber wenn das heißt, dass man mit Unterstützung und einer Aufhebung der Sanktionen noch abwarten will, dann sage ich Nein dazu! Ich habe eine große Aufforderung an die internationale Gemeinschaft: Macht euch an die Arbeit in Syrien! Dies ist ein sehr, sehr zerbrechlicher Frieden für Syrien, ein sehr heikler Moment.“
Der Vatikandiplomat erinnert an ein Zitat des heiligen Papstes Paul VI.‘, der einst geäußert hatte, der neue Name für Frieden sei Entwicklung.
Christmette 2024 in Damaskus
Christmette 2024 in Damaskus
„Wenn wir Frieden in Syrien wollen, müssen wir für Entwicklung sorgen“
„Ein Syrien, das zerstört ist, mit einer zusammenbrechenden Wirtschaft, mit beschädigter Infrastruktur, mit der Hälfte der Krankenhäuser, die nicht funktionieren, mit zerstörten Schulen, mit Menschen, die hungern, die keinen Strom haben... Wenn wir Frieden in Syrien wollen, müssen wir für Entwicklung sorgen! Der neue Name für Frieden ist Entwicklung, um Syrien zu helfen, auf eigenen Füßen zu stehen und zu gehen.“
Mario Zenari steht seit 1980 im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls. Benedikt XVI. schickte ihn Ende 2008 als Nuntius nach Damaskus. 2016 nahm ihn Franziskus ins Kardinalskollegium auf –eine ungewöhnliche Ehre für einen Papstbotschafter.
Mit Kardinal Zenari sprach Antonella Palermo von Vatican News.
(vatican news – sk)
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Kommentare
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Klavierspielerin2 02.01.2025 13:05
" Christentum in Syrien und dem Irak vor dem Aus?"
https://www.christ-sucht-christ.de/christliches-forum/read/55744/
https://www.christ-sucht-christ.de/christliches-forum/read/55744/
hansfeuerstein 02.01.2025 13:11
Der Westen macht sich gewisse Hoffnungen bei Islamisten😅 Oh, Mann. Wie naiv kann man sein?
Klavierspielerin2 02.01.2025 13:12
" Papst im Irak 5. - 8.3.2021"
https://www.christ-sucht-christ.de/christliches-forum/read/75024/
https://www.christ-sucht-christ.de/christliches-forum/read/75024/
hansfeuerstein 02.01.2025 13:13
Was die von "Frauenrechten" verstehen, stammt aus dem 6. Jahrhundert.
Klavierspielerin2 02.01.2025 13:21
Erdbeben: Christen in Syrien
https://www.christ-sucht-christ.de/christliches-forum/read/110144/
https://www.christ-sucht-christ.de/christliches-forum/read/110144/
Klavierspielerin2 02.01.2025 13:22
Menschen in Aleppo vom Westen tief enttäuscht
https://www.christ-sucht-christ.de/christliches-forum/read/111872/
https://www.christ-sucht-christ.de/christliches-forum/read/111872/
firefly 02.01.2025 14:17
@hansfeuerstein
Aus der Inquisition gingen irgendwann auch versöhnlichere Töne hervor.
Sonst gäbe es heute noch ein Abschlachten Andersdenkender im Namen Jesu.
Ich bin was Syrien angeht auch skeptisch, aber ein bisschen Hoffnung auf Versöhnung und mehr Toleranz die nachkommen könnte habe ich doch.
Aus der Inquisition gingen irgendwann auch versöhnlichere Töne hervor.
Sonst gäbe es heute noch ein Abschlachten Andersdenkender im Namen Jesu.
Ich bin was Syrien angeht auch skeptisch, aber ein bisschen Hoffnung auf Versöhnung und mehr Toleranz die nachkommen könnte habe ich doch.
Klavierspielerin2 02.01.2025 14:21
@firefly, bitte, dieser Blog dreht sich doch nicht um die Inquisition!
( Vorläufer des Staatsanwalt)
( Vorläufer des Staatsanwalt)
sigrid61 02.01.2025 14:28
Israel ist sehr vorsichtig mit den neuen Machthabern und wir sollten es auch.
Assad und seine Frau konnten lange den Schein wahren und es endete Grausam.
Natürlich kann es jetzt total anders aussehen!
Dennoch :"Vorsicht, ist die Mutter der Porzelankiste!"
Assad und seine Frau konnten lange den Schein wahren und es endete Grausam.
Natürlich kann es jetzt total anders aussehen!
Dennoch :"Vorsicht, ist die Mutter der Porzelankiste!"
firefly 02.01.2025 17:29
@Klavierspielerin
Wollte nur zum Ausdruck bringen dass sich Toleranz entwickeln kann.
Und man aus Fehlern lernen kann.
So wie man selbst behandelt werden will könnte man dem andern auch begegnen.
Vlt hat die neue syrische Regierung ja diesen Willen zur Toleranz!?
Und die Kraft alles radikal - militante in den eigenen Reihen, zu verurteilen.
Wollte nur zum Ausdruck bringen dass sich Toleranz entwickeln kann.
Und man aus Fehlern lernen kann.
So wie man selbst behandelt werden will könnte man dem andern auch begegnen.
Vlt hat die neue syrische Regierung ja diesen Willen zur Toleranz!?
Und die Kraft alles radikal - militante in den eigenen Reihen, zu verurteilen.
jutta64 02.01.2025 21:33
Ich würde es den Menschen wünschen das es Frieden und Toleranz jetzt in Syrien gibt. Das sie neu anfangen und in Frieden und Toleranz leben.
Hab aber irgendwie ziemlich bedenken.. wenn man Bibel liest.. aber hoffentlich irre ich mich zu Gunsten der Menschen.
Hab aber irgendwie ziemlich bedenken.. wenn man Bibel liest.. aber hoffentlich irre ich mich zu Gunsten der Menschen.
Klavierspielerin2 02.01.2025 22:26
Weltkirche aktuell am 22.12.2024
Weihnachten in Syrien/ ein Jahr in der Hand von Dschihadisten u a.
~33 Minuten
Die Themen:
Syrien: Neue Machthaber erlauben Weihnachtsfeiern
Mali: Ein Jahr in der Hand von Islamisten
Weihnachtsgrüße von Patriarch Pierbattista Kardinal Pizzaballa
Erstausstrahlung: 22. Dezember 2024.
Die Lage der Christen in Syrien bleibt nach dem Sturz Assads und dem jüngsten Machtwechsel von Unsicherheit geprägt. Während es erste Anzeichen einer Stabilisierung gibt, überwiegen bei vielen Christen dennoch Skepsis und Sorge. Wie frei kann die Kirche heute arbeiten? Welche Zukunft erwarten die Christen unter der neuen Regierung? Diese Fragen kläre ich jetzt mit Tobias Lehner aus der Presseabteilung von KIRCHE IN NOT hier in München.
Was für die meisten Menschen ein Albtraum wäre, war für Pater „Ha-Jo“ Lohre ein „Sabbatjahr“. Ein Jahr lang wurde der deutsche Geistliche von Islamisten in der Wüste Malis gefangen gehalten. Über seine Zeit in Gefangenschaft und seinen Blick auf den Islamismus in Afrika erzählt der Pater in diesem Interview.
Weihnachten in Syrien/ ein Jahr in der Hand von Dschihadisten u a.
~33 Minuten
Die Themen:
Syrien: Neue Machthaber erlauben Weihnachtsfeiern
Mali: Ein Jahr in der Hand von Islamisten
Weihnachtsgrüße von Patriarch Pierbattista Kardinal Pizzaballa
Erstausstrahlung: 22. Dezember 2024.
Die Lage der Christen in Syrien bleibt nach dem Sturz Assads und dem jüngsten Machtwechsel von Unsicherheit geprägt. Während es erste Anzeichen einer Stabilisierung gibt, überwiegen bei vielen Christen dennoch Skepsis und Sorge. Wie frei kann die Kirche heute arbeiten? Welche Zukunft erwarten die Christen unter der neuen Regierung? Diese Fragen kläre ich jetzt mit Tobias Lehner aus der Presseabteilung von KIRCHE IN NOT hier in München.
Was für die meisten Menschen ein Albtraum wäre, war für Pater „Ha-Jo“ Lohre ein „Sabbatjahr“. Ein Jahr lang wurde der deutsche Geistliche von Islamisten in der Wüste Malis gefangen gehalten. Über seine Zeit in Gefangenschaft und seinen Blick auf den Islamismus in Afrika erzählt der Pater in diesem Interview.
hansfeuerstein 02.01.2025 22:58
Es gibt hoffentlich niemanden, der so naiv ist und meint man könne in solchen Ländern unsere Maßstäbe anlegen. Dort rivalisieren schwer bewaffnete, radikalste islmaistische Gruppierungen miteinander, und das schon seit Assads Zeiten. Mit einer zivilisierten Gesellschafte nicht einmal im Ansatz zu vergelichen, und wird es auch nie.
Klavierspielerin2 02.01.2025 23:43
Vielleicht wird's besser als in Afghanistan, oder Pakistan. Wie sollen sich syrische Christen in Ausland verhalten...wenn sie nicht wagen in ihre Heimat zurück zu kehren, können sie nicht die neue Verfassung mitgestalten. Das ist jetzt eine wichtige Phase.
Klavierspielerin2 03.01.2025 20:26
Meldung vom 3.1.25
Syrien: Patriarch Yohanna X. ruft zur Zusammenarbeit auf.
Patriarch Yohanna X. hat während seiner Neujahrspredigt am 1. Januar in der griechisch-orthodoxen Kathedrale von Damaskus zur Zusammenarbeit zwischen Christen und Muslimen im „neuen Syrien“ aufgerufen. Seine Worte richteten sich auch direkt an den neuen Regierungschef Ahmed al-Sharaa.
In einer eindringlichen Predigt anlässlich des Neujahrsgottesdienstes am Dienstag, dem 1. Januar, rief der griechisch-orthodoxe Patriarch von Antiochien, Yohanna X., zu einer Zusammenarbeit im neu entstehenden Syrien auf. „Wir haben unsere Hand ausgestreckt, um mit euch beim Aufbau des neuen Syriens zusammenzuarbeiten, und wir erwarten, dass Herr al-Sharaa und seine neue Regierung ihrerseits die Hand zu uns ausstrecken“, erklärte der Patriarch in seiner Ansprache. Seine Worte waren ein deutliches Signal an Ahmed al-Sharaa, bekannt als Abu Mohammad al-Jolani, den Führer von Hayat Tahrir al Sham (HTS), der die Offensive anführte, die das Regime von Bashar al-Assad stürzte.
Al-Sharaa gilt international zunehmend als der „starke Mann“ des neuen politischen Systems in Syrien. Vor diesem Hintergrund betonte Patriarch Yohanna X. die historischen Wurzeln der christlichen Gemeinden im Land: „Zeitalter und Zeitalter sind vergangen. Königreiche und Reiche folgten einander. Die Wurzel unseres Lebens in diesem Land war immer der Glaube, den wir aus dem Munde der Apostel gehört haben.“
Geschwisterliche Zusammenarbeit
Der Patriarch unterstrich die Bedeutung eines nationalen Zusammenhalts, der auf geschwisterliche Zusammenarbeit zwischen Christen und Muslimen basiere, frei von äußeren Einmischungen. Er erinnerte an Patriarch Elias IV., der als „Patriarch der Araber“ einst auf dem islamischen Gipfel in Lahore für die Einheit von Muslimen und Christen sprach. Diese historische Verbindung sei auch in der aktuellen Phase von entscheidender Bedeutung.
Yohanna X. betonte, dass Syrien nun eine „moderne Verfassung“ benötige, die die Teilhabe aller fördere und sektiererische Spaltungen überwinde. „Unser Kreuz“, erklärte der Patriarch, „wird weiterhin den Halbmond der Toleranz in diesem Land umarmen.“
Solidarität mit Palästina und Libanon
Seine Worte richteten sich auch an die umliegenden Krisengebiete: Der Patriarch rief zur Solidarität mit dem „gekreuzigten Palästina“ und dem politisch gelähmten Libanon auf, wo er eine rasche Wahl eines Staatspräsidenten forderte. Ein besonders bewegender Moment war sein Gebet für die beiden Metropoliten von Aleppo, Mar Gregorios Yohanna Ibrahim und Boulos Yazigi, die 2013 entführt wurden und bis heute vermisst sind.
Zeitgleich bestätigte das neue „Syrische Generalkommando“, dass Ahmed al-Sharaa am selben Tag Vertreter der christlichen Gemeinschaften getroffen habe. Dieser Dialog könnte ein erster Schritt zu der von Patriarch Yohanna X. angestrebten Kooperation sein – eine Hoffnung für ein Syrien, das neue Wege beschreiten will.
(fides - mg)
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.
Syrien: Patriarch Yohanna X. ruft zur Zusammenarbeit auf.
Patriarch Yohanna X. hat während seiner Neujahrspredigt am 1. Januar in der griechisch-orthodoxen Kathedrale von Damaskus zur Zusammenarbeit zwischen Christen und Muslimen im „neuen Syrien“ aufgerufen. Seine Worte richteten sich auch direkt an den neuen Regierungschef Ahmed al-Sharaa.
In einer eindringlichen Predigt anlässlich des Neujahrsgottesdienstes am Dienstag, dem 1. Januar, rief der griechisch-orthodoxe Patriarch von Antiochien, Yohanna X., zu einer Zusammenarbeit im neu entstehenden Syrien auf. „Wir haben unsere Hand ausgestreckt, um mit euch beim Aufbau des neuen Syriens zusammenzuarbeiten, und wir erwarten, dass Herr al-Sharaa und seine neue Regierung ihrerseits die Hand zu uns ausstrecken“, erklärte der Patriarch in seiner Ansprache. Seine Worte waren ein deutliches Signal an Ahmed al-Sharaa, bekannt als Abu Mohammad al-Jolani, den Führer von Hayat Tahrir al Sham (HTS), der die Offensive anführte, die das Regime von Bashar al-Assad stürzte.
Al-Sharaa gilt international zunehmend als der „starke Mann“ des neuen politischen Systems in Syrien. Vor diesem Hintergrund betonte Patriarch Yohanna X. die historischen Wurzeln der christlichen Gemeinden im Land: „Zeitalter und Zeitalter sind vergangen. Königreiche und Reiche folgten einander. Die Wurzel unseres Lebens in diesem Land war immer der Glaube, den wir aus dem Munde der Apostel gehört haben.“
Geschwisterliche Zusammenarbeit
Der Patriarch unterstrich die Bedeutung eines nationalen Zusammenhalts, der auf geschwisterliche Zusammenarbeit zwischen Christen und Muslimen basiere, frei von äußeren Einmischungen. Er erinnerte an Patriarch Elias IV., der als „Patriarch der Araber“ einst auf dem islamischen Gipfel in Lahore für die Einheit von Muslimen und Christen sprach. Diese historische Verbindung sei auch in der aktuellen Phase von entscheidender Bedeutung.
Yohanna X. betonte, dass Syrien nun eine „moderne Verfassung“ benötige, die die Teilhabe aller fördere und sektiererische Spaltungen überwinde. „Unser Kreuz“, erklärte der Patriarch, „wird weiterhin den Halbmond der Toleranz in diesem Land umarmen.“
Solidarität mit Palästina und Libanon
Seine Worte richteten sich auch an die umliegenden Krisengebiete: Der Patriarch rief zur Solidarität mit dem „gekreuzigten Palästina“ und dem politisch gelähmten Libanon auf, wo er eine rasche Wahl eines Staatspräsidenten forderte. Ein besonders bewegender Moment war sein Gebet für die beiden Metropoliten von Aleppo, Mar Gregorios Yohanna Ibrahim und Boulos Yazigi, die 2013 entführt wurden und bis heute vermisst sind.
Zeitgleich bestätigte das neue „Syrische Generalkommando“, dass Ahmed al-Sharaa am selben Tag Vertreter der christlichen Gemeinschaften getroffen habe. Dieser Dialog könnte ein erster Schritt zu der von Patriarch Yohanna X. angestrebten Kooperation sein – eine Hoffnung für ein Syrien, das neue Wege beschreiten will.
(fides - mg)
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Klavierspielerin2 06.01.2025 10:08
04.01.2025
Syriens Übergangsleiter äußert Hochachtung für Papst Franziskus
Der Leiter der syrischen Übergangsregierung Mohammed al-Golani hat Papst Franziskus bei der Silvesterbegegnung mit christlichen Religionsführern als „wahren Mann des Friedens“ bezeichnet. Das schreibt der Vikar der Kustodie des Heiligen Landes Ibrahim Faltas in einem langen Artikel in der Vatikanzeitung L'Osservatore Romano an diesem Samstag.
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02/01/2025
Syrien: Neuer Machthaber macht Christen Zusicherungen
„Seine Aufrufe und Taten zugunsten des Friedens und der notleidenden Völker haben mich tief beeindruckt“, brachte al-Golani, der sich heute lieber mit seinem bürgerlichen Namen Ahmad al-Sharaa vorstellt, seine Wertschätzung für Papst Franziskus zum Ausdruck, wie Faltas schreibt. Die Gespräche zwischen al-Golani und den Vertretern der christlichen Kirchen, darunter Faltas, fanden im Präsidentschaftspalast von Damaskus statt, aus dem der langjährige Machthaber Baschar al-Assad am 8. Dezember geflohen war.
Al-Sharaa alias al-Golani ist ein früherer Islamist, der seit seinem Antritt als Leiter der Übergangsregierung Signale der Entspannung an Minderheiten und an die Weltgemeinschaft sendet. Bei dem Treffen mit den christlichen Würdenträgern betonte er die wichtige Rolle der Christen beim Wiederaufbau des Landes. „Die syrischen Christen sind eine bedeutende und integrale Komponente der Geschichte unseres Volkes,“ so al-Golani.
„Die syrischen Christen sind eine bedeutende und integrale Komponente der Geschichte unseres Volkes“
Insgesamt wolle man die Rückkehr syrischer Flüchtlinge ermutigen. Die neue Regierung sei entschlossen, demokratische Strukturen aufzubauen und die Rechte aller Bevölkerungsgruppen zu achten. „Wir arbeiten für Einheit und Frieden. Es wird Zeit brauchen, aber ich bin zuversichtlich, dass wir politische und soziale Stabilität erreichen werden,“ zitierte Faltas den Leiter der syrischen Übergangsregierung.
Gastgeschenk: Medaille der Damaskus-Märtyrer
Der Vikar der Franziskaner-Kustodie des Heiligen Landes unterstrich gegenüber dem neuen Machthaber Syriens die Bereitschaft der franziskanischen Gemeinschaft, an Versöhnungsinitiativen zugunsten der syrischen Bevölkerung mitzuwirken und die Rechte aller religiösen Minderheiten zu schützen. Er überreichte al-Sharaa eine schriftliche Bitte der Kustodie, in Syrien „den Prozess der Einheit eines Volkes zu stärken, das ein Erbe der Geschichte und der alten Zivilisationen ist“ und „die friedensstiftende Präsenz der syrischen Christen zuzusichern“. Franz von Assisi selbst sei im Zeichen der Versöhnung vor 800 Jahren, mitten in den Kreuzzügen, auf verschlungenen Wegen nach Ägypten gereist, um Frieden zu suchen.
Als Gastgeschenk für al-Golani/al-Sharaa überreichte Pater Faltas dem Leiter der syrischen Übergangsregierung die Gedenkmedaille der im Oktober heiliggesprochenen Franziskanermärtyrer von Damaskus, „in der Überzeugung, dass ihre Fürsprache dazu beigetragen hat, den Weg zum Frieden in Syrien zu öffnen“, wie Faltas schreibt.
Ein Zeichen des Neuanfangs
Der Besuch in Syrien begann für Pater Faltas und seine franziskanischen Mitbrüder am 29. Dezember 2024, dem Tag der Eröffnung des Heiligen Jahres der Hoffnung in den Bistümern der Weltkirche. Als „Pilger der Hoffnung“ reisten sie von Jordanien über den Libanon nach Syrien, um in den schwer geprüften Gemeinden Solidarität und Unterstützung zu zeigen. In Damaskus feierten sie eine Heilige Messe am Altar der Franziskanermärtyrer von Damaskus, unter ihnen der Tiroler Engelbert Kolland. „Dank ihrer Fürsprache beginnt das syrische Volk, wieder in Würde und Frieden zu leben,“ sagte Faltas in seiner Predigt.
Engagement der Franziskaner
Die franziskanische Gemeinschaft hat sich während der gesamten Krise in Syrien für die Unterstützung der Menschen vor Ort eingesetzt. Pater Loai Bsharat, Pater Hanna Jallouf und weitere Franziskaner leisten seit Jahren in den Gebieten von Idlib, Aleppo und anderen Regionen unermüdliche Arbeit, um die vom Krieg geprägten Gemeinschaften zu unterstützen. Besonders in Idlib, einer Region mit großer Armut und Unsicherheit, setzen sie sich für die christliche Präsenz und den interreligiösen Dialog ein.
Besuch bei al-Golani: Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock und ihr französischer Amtskollege Jean-Noël Barrot
Besuch bei al-Golani: Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock und ihr französischer Amtskollege Jean-Noël Barrot
Kein Handshake mit der deutschen Außenministerin
Am Freitag, den 3. Januar, besuchten als erste westliche Politiker Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock und ihr französischer Amtskollege Jean-Noël Barrot al-Golani/al-Sharaa zu Gesprächen, die ebenfalls im Präsidentschaftspalast stattfanden. In einer vielbeachteten Geste vermied es der frühere Islamistenführer, der deutschen Politikerin die Hand zu reichen, begrüßte aber Barrot mit Handschlag. Baerbock unterstrich in Damaskus, alle müssten am verfassungsgebenden Prozess und an einer künftigen syrischen Regierung beteiligt werden. Die Europäische Union wolle mithelfen, dass dieses künftige Kapitel Syriens ein friedliches und freies werde.
(vatican news – gs)
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Syriens Übergangsleiter äußert Hochachtung für Papst Franziskus
Der Leiter der syrischen Übergangsregierung Mohammed al-Golani hat Papst Franziskus bei der Silvesterbegegnung mit christlichen Religionsführern als „wahren Mann des Friedens“ bezeichnet. Das schreibt der Vikar der Kustodie des Heiligen Landes Ibrahim Faltas in einem langen Artikel in der Vatikanzeitung L'Osservatore Romano an diesem Samstag.
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Syrien: Neuer Machthaber macht Christen Zusicherungen
02/01/2025
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„Seine Aufrufe und Taten zugunsten des Friedens und der notleidenden Völker haben mich tief beeindruckt“, brachte al-Golani, der sich heute lieber mit seinem bürgerlichen Namen Ahmad al-Sharaa vorstellt, seine Wertschätzung für Papst Franziskus zum Ausdruck, wie Faltas schreibt. Die Gespräche zwischen al-Golani und den Vertretern der christlichen Kirchen, darunter Faltas, fanden im Präsidentschaftspalast von Damaskus statt, aus dem der langjährige Machthaber Baschar al-Assad am 8. Dezember geflohen war.
Al-Sharaa alias al-Golani ist ein früherer Islamist, der seit seinem Antritt als Leiter der Übergangsregierung Signale der Entspannung an Minderheiten und an die Weltgemeinschaft sendet. Bei dem Treffen mit den christlichen Würdenträgern betonte er die wichtige Rolle der Christen beim Wiederaufbau des Landes. „Die syrischen Christen sind eine bedeutende und integrale Komponente der Geschichte unseres Volkes,“ so al-Golani.
„Die syrischen Christen sind eine bedeutende und integrale Komponente der Geschichte unseres Volkes“
Insgesamt wolle man die Rückkehr syrischer Flüchtlinge ermutigen. Die neue Regierung sei entschlossen, demokratische Strukturen aufzubauen und die Rechte aller Bevölkerungsgruppen zu achten. „Wir arbeiten für Einheit und Frieden. Es wird Zeit brauchen, aber ich bin zuversichtlich, dass wir politische und soziale Stabilität erreichen werden,“ zitierte Faltas den Leiter der syrischen Übergangsregierung.
Gastgeschenk: Medaille der Damaskus-Märtyrer
Der Vikar der Franziskaner-Kustodie des Heiligen Landes unterstrich gegenüber dem neuen Machthaber Syriens die Bereitschaft der franziskanischen Gemeinschaft, an Versöhnungsinitiativen zugunsten der syrischen Bevölkerung mitzuwirken und die Rechte aller religiösen Minderheiten zu schützen. Er überreichte al-Sharaa eine schriftliche Bitte der Kustodie, in Syrien „den Prozess der Einheit eines Volkes zu stärken, das ein Erbe der Geschichte und der alten Zivilisationen ist“ und „die friedensstiftende Präsenz der syrischen Christen zuzusichern“. Franz von Assisi selbst sei im Zeichen der Versöhnung vor 800 Jahren, mitten in den Kreuzzügen, auf verschlungenen Wegen nach Ägypten gereist, um Frieden zu suchen.
Als Gastgeschenk für al-Golani/al-Sharaa überreichte Pater Faltas dem Leiter der syrischen Übergangsregierung die Gedenkmedaille der im Oktober heiliggesprochenen Franziskanermärtyrer von Damaskus, „in der Überzeugung, dass ihre Fürsprache dazu beigetragen hat, den Weg zum Frieden in Syrien zu öffnen“, wie Faltas schreibt.
Ein Zeichen des Neuanfangs
Der Besuch in Syrien begann für Pater Faltas und seine franziskanischen Mitbrüder am 29. Dezember 2024, dem Tag der Eröffnung des Heiligen Jahres der Hoffnung in den Bistümern der Weltkirche. Als „Pilger der Hoffnung“ reisten sie von Jordanien über den Libanon nach Syrien, um in den schwer geprüften Gemeinden Solidarität und Unterstützung zu zeigen. In Damaskus feierten sie eine Heilige Messe am Altar der Franziskanermärtyrer von Damaskus, unter ihnen der Tiroler Engelbert Kolland. „Dank ihrer Fürsprache beginnt das syrische Volk, wieder in Würde und Frieden zu leben,“ sagte Faltas in seiner Predigt.
Engagement der Franziskaner
Die franziskanische Gemeinschaft hat sich während der gesamten Krise in Syrien für die Unterstützung der Menschen vor Ort eingesetzt. Pater Loai Bsharat, Pater Hanna Jallouf und weitere Franziskaner leisten seit Jahren in den Gebieten von Idlib, Aleppo und anderen Regionen unermüdliche Arbeit, um die vom Krieg geprägten Gemeinschaften zu unterstützen. Besonders in Idlib, einer Region mit großer Armut und Unsicherheit, setzen sie sich für die christliche Präsenz und den interreligiösen Dialog ein.
Besuch bei al-Golani: Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock und ihr französischer Amtskollege Jean-Noël Barrot
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Kein Handshake mit der deutschen Außenministerin
Am Freitag, den 3. Januar, besuchten als erste westliche Politiker Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock und ihr französischer Amtskollege Jean-Noël Barrot al-Golani/al-Sharaa zu Gesprächen, die ebenfalls im Präsidentschaftspalast stattfanden. In einer vielbeachteten Geste vermied es der frühere Islamistenführer, der deutschen Politikerin die Hand zu reichen, begrüßte aber Barrot mit Handschlag. Baerbock unterstrich in Damaskus, alle müssten am verfassungsgebenden Prozess und an einer künftigen syrischen Regierung beteiligt werden. Die Europäische Union wolle mithelfen, dass dieses künftige Kapitel Syriens ein friedliches und freies werde.
(vatican news – gs)
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Arne 06.01.2025 11:15
Die Islamisten werden von der Türkei gesteuert & hinter den moderaten Aussagen dürfte Erdogan stehen.
Erdogans Hauptfeind sind die Kurden in Syrien & der Türkei. Die Türkei wird Syrien indirekt steuern und hier und da auch konkret militärisch eingreifen.
Die Aussagen werden dazu dienen, möglichst viel Geld aus Europa abzugreifen. Eventuell sogar, um einen Angriff auf Israel zu begründen.
Erdogans Hauptfeind sind die Kurden in Syrien & der Türkei. Die Türkei wird Syrien indirekt steuern und hier und da auch konkret militärisch eingreifen.
Die Aussagen werden dazu dienen, möglichst viel Geld aus Europa abzugreifen. Eventuell sogar, um einen Angriff auf Israel zu begründen.
Arne 06.01.2025 11:18
Interessanter Artikel zum Thema:
https://www.achgut.com/artikel/Wie_die_Tuerkei_Syrien_regieren_will
https://www.achgut.com/artikel/Wie_die_Tuerkei_Syrien_regieren_will
Klavierspielerin2 06.01.2025 14:47
Danke @ Arne für deine Kommentare.
Ich habe bewusst in diesem Blog nur kirchliche Quellen gepostet, denn die sind direkt vor Ort, müssen ihre Berichte nicht an den höchstbietenden Medien Konzern verkaufen und oft erfährt - vermutlich interessiert es die eh nicht - man in säkularen Kreisen, keine kirchliche Meldungen.
Ich erinnere an den Kriegsbeginn zw. Rus und der Ukraine, am selben Tag noch berichtete der Vatikan davon, dass der Papst in seinem 500er Fiat sofort und ohne Begleitung zu den Botschaftern beider Länder eilte und um Einhalt bat.
Soweit ich weiß, wurde davon nirgends berichtet - Von Grausamkeiten zu berichten bringt halt höhere Einschaltquoten...
Ich habe bewusst in diesem Blog nur kirchliche Quellen gepostet, denn die sind direkt vor Ort, müssen ihre Berichte nicht an den höchstbietenden Medien Konzern verkaufen und oft erfährt - vermutlich interessiert es die eh nicht - man in säkularen Kreisen, keine kirchliche Meldungen.
Ich erinnere an den Kriegsbeginn zw. Rus und der Ukraine, am selben Tag noch berichtete der Vatikan davon, dass der Papst in seinem 500er Fiat sofort und ohne Begleitung zu den Botschaftern beider Länder eilte und um Einhalt bat.
Soweit ich weiß, wurde davon nirgends berichtet - Von Grausamkeiten zu berichten bringt halt höhere Einschaltquoten...
Klavierspielerin2 17.01.2025 07:51
Syrien: Schleichende Islamisierung?
Nach Einschätzung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verschlechtert sich in Syrien aktuell die Lage von Frauen und insbesondere der christlichen Minderheit.
„Die Islamisierung des Landes schreitet weiter voran“, erklärte die Menschenrechtsorganisation laut deutscher Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) am Donnerstag in Frankfurt. Derzeit würden täglich rund 2.000 Christen und andere Minderheiten im Norden Syriens aus Angst vor islamistisch motivierten Übergriffen in von Kurden dominierte Gebiete fliehen, hieß es. Es gebe Kirchen, die „zugemauert oder verwüstet“ würden.
„Die internationale Gemeinschaft darf sich von der neuen Regierung in Syrien nicht täuschen lassen.“
Das Schulsystem sei bereits auf die strikte Befolgung islamistischer Regeln umgestellt worden, berichtet die Gesellschaft für Menschenrechte. Mädchen, auch Angehörige nicht-islamischer Minderheiten, müssten nun in der Schule ein Kopftuch tragen. „Die internationale Gemeinschaft darf sich von der neuen Regierung in Syrien nicht täuschen lassen. Zwar zeigt sie nach außen noch ein friedliches Gesicht, aber man darf nicht vergessen, dass sie aus bewaffneten islamistisch-dschihadistischen Rebellen hervorgegangen ist, die für ihre Beziehungen zu Al-Qaida und ihre barbarischen Aktionen bekannt sind“, erklärte der IGFM-Vorsitzende Edgar Lamm.
„Schleichender Prozess“
Er gehe zwar nicht davon aus, dass es Massaker gebe. „Aber ich befürchte, dass es einen schleichenden Prozess geben wird, in dem radikale Islamisten syrische Minderheiten verfolgen und ermorden“, so Lamm. Bei ihren Besuchen müssten deutsche Regierungsmitglieder auf die Achtung der Menschenrechte - und besonders auf die der Frauen - hinweisen, betonte er anlässlich des Besuchs von Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) in Damaskus.
Dass der aktuelle Machthaber Ahmed al-Scharaa dem französischen Außenminister Jean-Noël Barrot beim Besuch in Syrien die Hand reichte, nicht aber der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock, sei nicht nur ein politischer Affront. „Es ist klares Indiz dafür, dass die neuen Machthaber nicht bereit sind, ihre islamistische Sicht in Bezug auf die Frau hinter sich zu lassen“, so Lamm.
(kna - pr)
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Nach Einschätzung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verschlechtert sich in Syrien aktuell die Lage von Frauen und insbesondere der christlichen Minderheit.
„Die Islamisierung des Landes schreitet weiter voran“, erklärte die Menschenrechtsorganisation laut deutscher Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) am Donnerstag in Frankfurt. Derzeit würden täglich rund 2.000 Christen und andere Minderheiten im Norden Syriens aus Angst vor islamistisch motivierten Übergriffen in von Kurden dominierte Gebiete fliehen, hieß es. Es gebe Kirchen, die „zugemauert oder verwüstet“ würden.
„Die internationale Gemeinschaft darf sich von der neuen Regierung in Syrien nicht täuschen lassen.“
Das Schulsystem sei bereits auf die strikte Befolgung islamistischer Regeln umgestellt worden, berichtet die Gesellschaft für Menschenrechte. Mädchen, auch Angehörige nicht-islamischer Minderheiten, müssten nun in der Schule ein Kopftuch tragen. „Die internationale Gemeinschaft darf sich von der neuen Regierung in Syrien nicht täuschen lassen. Zwar zeigt sie nach außen noch ein friedliches Gesicht, aber man darf nicht vergessen, dass sie aus bewaffneten islamistisch-dschihadistischen Rebellen hervorgegangen ist, die für ihre Beziehungen zu Al-Qaida und ihre barbarischen Aktionen bekannt sind“, erklärte der IGFM-Vorsitzende Edgar Lamm.
„Schleichender Prozess“
Er gehe zwar nicht davon aus, dass es Massaker gebe. „Aber ich befürchte, dass es einen schleichenden Prozess geben wird, in dem radikale Islamisten syrische Minderheiten verfolgen und ermorden“, so Lamm. Bei ihren Besuchen müssten deutsche Regierungsmitglieder auf die Achtung der Menschenrechte - und besonders auf die der Frauen - hinweisen, betonte er anlässlich des Besuchs von Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) in Damaskus.
Dass der aktuelle Machthaber Ahmed al-Scharaa dem französischen Außenminister Jean-Noël Barrot beim Besuch in Syrien die Hand reichte, nicht aber der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock, sei nicht nur ein politischer Affront. „Es ist klares Indiz dafür, dass die neuen Machthaber nicht bereit sind, ihre islamistische Sicht in Bezug auf die Frau hinter sich zu lassen“, so Lamm.
(kna - pr)
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pieter49 17.01.2025 10:50
Oh, Mann.
Wie naiv kann man sein?
Fragte Hans Feuerstein, am 02.01.2025 um 13:11 Uhr
Jetzt lesen wir im Beitrag um 07:51 Uhr, von unsere Bloginhaberin, wo es lang geht...
Traurig!
Lasset uns für die Christen in Syrien beten !
Wie naiv kann man sein?
Fragte Hans Feuerstein, am 02.01.2025 um 13:11 Uhr
Jetzt lesen wir im Beitrag um 07:51 Uhr, von unsere Bloginhaberin, wo es lang geht...
Traurig!
Lasset uns für die Christen in Syrien beten !
Klavierspielerin2 23.01.2025 20:25
Kardinal besucht im Auftrag des Papstes Syrien
Der Präfekt des Ostkirchendikasteriums, Kardinal Claudio Gugerotti, soll im Auftrag des Papstes nach Syrien reisen. Das gab das Dikasterium an diesem Mittwoch bekannt. Dort solle der Kardinal den Katholiken des Landes „seine Umarmung und seinen Segen“ überbringen.
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16/01/2025
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„Der Heilige Vater will, dass sie in der derzeitigen Situation in Syrien die Zuneigung und Unterstützung der gesamten katholischen Kirche und insbesondere des Bischofs von Rom spüren, der nie aufhört, für sie zu beten“, heißt es in dem Statement.
Der Papst hoffe, „dass die Beschränkungen, die die Syrer ins Elend geführt und zu einer dramatischen Auswanderung ermutigt haben, endlich beseitigt werden“, und rufe „zum Wiederaufbau eines friedlichen Landes auf, dessen Wohlstand von allen seinen Bestandteilen unter Achtung der Freiheit, der Würde der menschlichen Person und der Vielfalt gewährleistet wird, beginnend mit der Ausarbeitung einer neuen Verfassung“, so die Erklärung weiter.
Abstecher nach Damaskus, Aleppo, Homs
Die Reise des Präfekten soll vom 24. bis zum 29. Januar dauern; begleitet wird Kardinal Gugerotti vom Sekretär des Dikasteriums, Erzbischof Michel Jalakh, und von seinem persönlichen Sekretär, Pater Emanuel Sabadakh. In Begleitung des Apostolischen Nuntius, Kardinal Mario Zenari, wird er die Städte Damaskus, Aleppo und Homs besuchen und Vertreter der verschiedenen mit Rom unierten katholischen Ostkirchen treffen sowie an der Vollversammlung der katholischen Bischöfe des Landes im Homs teilnehmen. In Damaskus und Aleppo ist auch ein Besuch der karitativen Einrichtungen der Ortskirchen vorgesehen.
Auch mit den Patriarchen der orthodoxen Kirchen will Kardinal Gugerotti sich während seiner Reise austauschen: mit Mor Ignatius Afram II., dem Patriarchen der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien und dem ganzen Osten, Johannes X., dem Griechisch-Orthodoxen Patriarch von Antiochien und dem ganzen Osten, und anderen Bischöfen der orthodoxen Kirchen, einschließlich der Bischöfe der Armenischen Apostolischen Kirche. Der Gast aus Rom will ihnen die Grüße von Papst Franziskus überbringen und ihnen versichern, dass dieser die Einheit der Christen in der gegenwärtigen Situation als „zwingendes Gebot“ betrachte und dass die katholische Kirche „zu jedweder Zusammenarbeit bereit“ sei. Die Christen, so heißt es in dem Statement aus dem Vatikan, hätten seit jeher „einen grundlegenden Beitrag zur Entwicklung der Kultur und der Gesellschaft geleistet“, zu dem sie auch weiter bereit seien.
Besondere Feiern
Ein besonderer Moment ist für den 25. Januar, das Fest der Bekehrung des heiligen Paulus und letzter Tag der Gebetsoktav für die Einheit der Christen, vorgesehen. Demnach wird Kardinal Gugerotti der Eucharistie in der Gedenkstätte vorstehen, die an dem Ort errichtet wurde, an dem Paulus der Überlieferung zufolge sein Bekehrungserlebnis hatte. Außerdem werde er die Reliquien der Märtyrer von Damaskus in der lateinischen Kirche und der maronitischen Kathedrale in Bab Touma verehren, hieß es in dem Statement weiter. Ankunft und Abreise sind über den Libanon geplant, wo er den Angaben zufolge jeweils die erste und letzte Nacht in der örtlichen Apostolischen Nuntiatur in Beirut verbringen wird.
(vatican news - cs)
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Der Präfekt des Ostkirchendikasteriums, Kardinal Claudio Gugerotti, soll im Auftrag des Papstes nach Syrien reisen. Das gab das Dikasterium an diesem Mittwoch bekannt. Dort solle der Kardinal den Katholiken des Landes „seine Umarmung und seinen Segen“ überbringen.
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„Der Heilige Vater will, dass sie in der derzeitigen Situation in Syrien die Zuneigung und Unterstützung der gesamten katholischen Kirche und insbesondere des Bischofs von Rom spüren, der nie aufhört, für sie zu beten“, heißt es in dem Statement.
Der Papst hoffe, „dass die Beschränkungen, die die Syrer ins Elend geführt und zu einer dramatischen Auswanderung ermutigt haben, endlich beseitigt werden“, und rufe „zum Wiederaufbau eines friedlichen Landes auf, dessen Wohlstand von allen seinen Bestandteilen unter Achtung der Freiheit, der Würde der menschlichen Person und der Vielfalt gewährleistet wird, beginnend mit der Ausarbeitung einer neuen Verfassung“, so die Erklärung weiter.
Abstecher nach Damaskus, Aleppo, Homs
Die Reise des Präfekten soll vom 24. bis zum 29. Januar dauern; begleitet wird Kardinal Gugerotti vom Sekretär des Dikasteriums, Erzbischof Michel Jalakh, und von seinem persönlichen Sekretär, Pater Emanuel Sabadakh. In Begleitung des Apostolischen Nuntius, Kardinal Mario Zenari, wird er die Städte Damaskus, Aleppo und Homs besuchen und Vertreter der verschiedenen mit Rom unierten katholischen Ostkirchen treffen sowie an der Vollversammlung der katholischen Bischöfe des Landes im Homs teilnehmen. In Damaskus und Aleppo ist auch ein Besuch der karitativen Einrichtungen der Ortskirchen vorgesehen.
Auch mit den Patriarchen der orthodoxen Kirchen will Kardinal Gugerotti sich während seiner Reise austauschen: mit Mor Ignatius Afram II., dem Patriarchen der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien und dem ganzen Osten, Johannes X., dem Griechisch-Orthodoxen Patriarch von Antiochien und dem ganzen Osten, und anderen Bischöfen der orthodoxen Kirchen, einschließlich der Bischöfe der Armenischen Apostolischen Kirche. Der Gast aus Rom will ihnen die Grüße von Papst Franziskus überbringen und ihnen versichern, dass dieser die Einheit der Christen in der gegenwärtigen Situation als „zwingendes Gebot“ betrachte und dass die katholische Kirche „zu jedweder Zusammenarbeit bereit“ sei. Die Christen, so heißt es in dem Statement aus dem Vatikan, hätten seit jeher „einen grundlegenden Beitrag zur Entwicklung der Kultur und der Gesellschaft geleistet“, zu dem sie auch weiter bereit seien.
Besondere Feiern
Ein besonderer Moment ist für den 25. Januar, das Fest der Bekehrung des heiligen Paulus und letzter Tag der Gebetsoktav für die Einheit der Christen, vorgesehen. Demnach wird Kardinal Gugerotti der Eucharistie in der Gedenkstätte vorstehen, die an dem Ort errichtet wurde, an dem Paulus der Überlieferung zufolge sein Bekehrungserlebnis hatte. Außerdem werde er die Reliquien der Märtyrer von Damaskus in der lateinischen Kirche und der maronitischen Kathedrale in Bab Touma verehren, hieß es in dem Statement weiter. Ankunft und Abreise sind über den Libanon geplant, wo er den Angaben zufolge jeweils die erste und letzte Nacht in der örtlichen Apostolischen Nuntiatur in Beirut verbringen wird.
(vatican news - cs)
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Klavierspielerin2 25.03.2025 17:29
Christen im Irak: „Dezimiert, aber immer noch präsent“.
Der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, ist auch ein guter Kenner des Nahen Ostens, speziell des Irak. Und er zeigt sich einigermaßen optimistisch über die Zukunft des Christentums an Euphrat und Tigris.
Kopp, der zuletzt vor ein paar Wochen mit dem Paderborner Erzbischof Markus Bentz den Irak bereist hat, stellte an diesem Dienstag in Rom ein 800-Seiten-Buch über Iraks christliches Erbe vor.
Interview
Man hört im Moment sehr viel von Syrien und von den dortigen Vorgängen – und im Irak hat man sich derweil irgendwie damit zufriedengegeben, dass der „Islamische Staat ja jetzt besiegt ist und dass der Wiederaufbau läuft…
„Die Situation im Irak ist deutlich besser als vor sechs, sieben Jahren; es wird aufgebaut, es gibt auch so was wie eine österliche Auferstehung des Christentums dort. Aber die große Angst der Christen im Nordirak ist, dass alte IS-Kämpfer, die jetzt womöglich aus syrischen Gefängnissen freigelassen werden, ins Land zurückkommen könnten, um es zu infiltrieren. Das ist die größte Angst, die größte Gefahr. Und hier, glaube ich, muss die Europäische Union, auch Amerika, das neue Regime in Damaskus dazu anhalten, die Gefängnisse so zu sichern, dass all diese IS-Terroristen nicht plötzlich wieder im Irak auftauchen.“
„Aber ein großer Teil der Diaspora in den USA und Europa wird nicht mehr zurückkommen“
Das irakische Christentum ist zahlenmäßig stark dezimiert, und man hört immer wieder, dass die, die im Ausland sind, jetzt auch nicht mehr zurückkommen. Ist das wirklich so?
„Das ist so, das sagen mir alle Gesprächspartner, die ich vor ein paar Wochen im Irak mit Erzbischof Bentz getroffen habe. Wer nach Europa gegangen ist oder in die USA, kommt nicht zurück; wer in einem Lager in der Türkei ist oder im Libanon, der wird zurückkommen. Aber ein großer Teil der Diaspora in den USA und Europa wird nicht mehr zurückkommen. Das war die Sorge des (chaldäischen) Patriarchen Sako (von Bagdad), dass viele Priester einfach gegangen sind, weil es natürlich angenehmer ist, in den USA oder Europa zu leben, und deshalb hat er sehr strikt – das verstehe ich – diesen Priestern gesagt: ‚Ihr kommt zurück, oder seid nicht mehr im Patriarchat inkarniert‘. Das sind die Spannungen innerhalb der Kirche, die notwendig sind, damit die Kirche im Irak überleben kann.“
Matthias Kopp
Matthias Kopp
Christen im Irak - ein Radio-Vatikan-Interview mit Matthias Kopp
Nun gibt es aber weiterhin sehr viele Binnenflüchtlinge – über eine Million im Irak! Und vor allen Dingen die Jesiden sind in einer sehr schwierigen Lage…
„Wir haben über eine Million ‚Displaced Persons‘, das heißt Binnenflüchtlinge – das sind Christen und Jesiden, das sind auch Muslime, die von Falludscha in den Süden geflüchtet sind oder umgekehrt. Das ist das eine Problem, das nicht gelöst ist im Irak. Das zweite große Problem sind die Flüchtlingslager der Jesiden. 109.000 Jesiden leben noch in Flüchtlingslagern – eine Riesenzahl. Das sind über 14 Flüchtlingslager im Nordirak. Ich habe zusammen mit Erzbischof Bentz eines der Lager besucht; das Elend ist da schon groß. Man hat sich da auch eingerichtet, in Wellblechhütten, teilweise auch in kleinen, gemauerten Häuschen, weil diese Flüchtlinge sagen: ‚Wir können nicht mehr in unsere angestammte Heimat in das Sindschar-Gebirge zurück, weil das, was wir dort an Grund und Boden hatten, von Islamisten übernommen worden ist. Und wie soll ich heute‘ – sagen mir die Jesiden – ‚Tür an Tür mit denen wohnen, die uns damals massakriert haben?“
Papst Franziskus zu Besuch bei al-Sistani in Nadschaf
Papst Franziskus zu Besuch bei al-Sistani in Nadschaf
„Die entscheidende Frage ist: Wird der neue Großayatollah von Nadschaf jemand sein, die vielen unterschiedlichen schiitischen Gruppierungen im Irak einen kann?“
Der christlich-islamische Dialog im Irak funktioniert einigermaßen gut, und das liegt auch am (schiitischen) Großayatollah (Ali) al-Sistani in Nadschaf. Der Mann ist aber auch schon alt – was passiert, wenn er stirbt?
„Franziskus und al-Sistani haben ja bei ihrer Begegnung 2021 zueinander gesagt: ‚Wir sind beide schon sehr alt, aber wir machen noch weiter!‘ Im Moment gibt es in der irakischen Presse Debatten darüber, wer Nachfolger von al-Sistani werden kann und wie viel Einfluss aus dem Iran bei der Benennung dieses Großayatollah-Postens mitspielen wird. Iran wird dort eine Rolle spielen, und man muss also sagen, dass er über all die Jahre ein Mann des Dialogs war – und einer der wenigen schiitischen Führer, die eine Fatwa gegen den Islamischen Staat ausgesprochen haben! Das wird viel zu wenig beachtet, und deshalb wird es schwer sein, eine Person wie al-Sistani zu ersetzen. Die entscheidende Frage ist: Wird der neue Großayatollah von Nadschaf jemand sein, die vielen unterschiedlichen schiitischen Gruppierungen im Irak einen kann?“
Patriarch Sako mit dem Papst
Patriarch Sako mit dem Papst (Vatican Media)
Patriarch Sako wirkt von außen wie das Zentralgestirn des Katholizismus im Irak, ist aber intern bei weitem nicht unangefochten. Da gab es unter anderem einen seltsamen Streit mit einer Miliz. Was steckt dahinter?
„Patriarch Sako hat sich mit der Miliz von Rayan al-Kildani angelegt, der die sogenannten christlichen ‚Babylon-Brigaden‘ gegründet hat. Von dieser Miliz muss man wissen, dass sie eine der vielen Milizen ist, die den ‚Islamischen Staat‘ bekämpft haben; das ist positiv zu sagen. Aber nachdem der ‚Islamische Staat‘ bekämpft war, haben sich diese Milizen, vor allem die Babylon-Brigaden, als sehr eigenständige Gewächse entwickelt, die versuchen, große Teile des Landes zu kontrollieren. Ob al-Kildani wirklich Christ ist, wird bezweifelt; der Punkt ist jedenfalls, dass nur wenige Christen sich dieser Brigade angeschlossen haben. Sie steht, obwohl sie ‚christlich‘ konnotiert ist, extrem unter iranischem Einfluss. Das heißt, schiitische Kämpfer aus dem Iran unterstützen diese Brigade von al-Kildani. Das hat dazu geführt, dass al-Kildani sich mit Patriarch Sako angelegt hat; es ging dabei u.a. um Grundstücksfragen. Und al-Kildani hat es geschafft, dass der Staatspräsident des Irak Sako für fast ein Dreivierteljahr ins Exil nach Erbil gezwungen hat; von dort hatte Sako, unter anderem dank einer Intervention des Heiligen Stuhls (die Diplomatie funktioniert!) im vergangenen April - also fast vor einem Jahr - ein Comeback, als der neue Staatspräsident dieses Dekret zurückgenommen hat. Dieser Konflikt ist noch immer nicht ausgestanden…“
„Was dort noch an katholischen Schulen vorhanden ist, an Altenheimen, an Waisenhäusern, ist großartig“
Kann das irakische Christentum in der Gesellschaft überhaupt noch die Rolle spielen, die es früher mal hatte, mit seinen vielen Schulen und Krankenhäusern usw., wenn es so dezimiert ist?
„Dezimiert, aber immer noch präsent! Ich habe die Krankenhäuser der Dominikanerinnen in Bagdad und in Erbil besucht – großartige Ordensfrauen. Was dort noch an katholischen Schulen vorhanden ist, an Altenheimen, an Waisenhäusern, ist großartig. Und vor allem sehe ich, wie stark sich gerade junge Dominikanerinnen in Karakosch und an anderen Orten engagieren, wie sie sich an der Theologischen Fakultät im Norden ausbilden lassen (wir haben eine Katholische Universität dort), um auch wissenschaftlich ihren Beitrag für dieses Land zu leisten. Also: dezimiert, aber noch immer präsent!“
Matthias Kopp (geb. 1968) ist Theologe, Archäologe und Journalist. In den neunziger Jahren arbeitete er als Redakteur bei Radio Vatikan in Rom. Derzeit ist er Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz und Konsultor des vatikanischen Kommunikations-Dikasteriums. Sein Buch „Iraks christliches Erbe – Vom Überleben im Zweistromland“ erschien 2025 im Herder-Verlag, Preis ca. 78 Euro. Das Interview mit ihm führte Stefan Kempis.
(vatican news – sk)
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Dein Beitrag zu einer großen Mission: Unterstütze uns dabei, das Wort des Papstes in jedes Haus zu tragen
Dein Beitrag zu einer großen Mission: Unterstütze uns dabei, das Wort des Papstes in
Der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, ist auch ein guter Kenner des Nahen Ostens, speziell des Irak. Und er zeigt sich einigermaßen optimistisch über die Zukunft des Christentums an Euphrat und Tigris.
Kopp, der zuletzt vor ein paar Wochen mit dem Paderborner Erzbischof Markus Bentz den Irak bereist hat, stellte an diesem Dienstag in Rom ein 800-Seiten-Buch über Iraks christliches Erbe vor.
Interview
Man hört im Moment sehr viel von Syrien und von den dortigen Vorgängen – und im Irak hat man sich derweil irgendwie damit zufriedengegeben, dass der „Islamische Staat ja jetzt besiegt ist und dass der Wiederaufbau läuft…
„Die Situation im Irak ist deutlich besser als vor sechs, sieben Jahren; es wird aufgebaut, es gibt auch so was wie eine österliche Auferstehung des Christentums dort. Aber die große Angst der Christen im Nordirak ist, dass alte IS-Kämpfer, die jetzt womöglich aus syrischen Gefängnissen freigelassen werden, ins Land zurückkommen könnten, um es zu infiltrieren. Das ist die größte Angst, die größte Gefahr. Und hier, glaube ich, muss die Europäische Union, auch Amerika, das neue Regime in Damaskus dazu anhalten, die Gefängnisse so zu sichern, dass all diese IS-Terroristen nicht plötzlich wieder im Irak auftauchen.“
„Aber ein großer Teil der Diaspora in den USA und Europa wird nicht mehr zurückkommen“
Das irakische Christentum ist zahlenmäßig stark dezimiert, und man hört immer wieder, dass die, die im Ausland sind, jetzt auch nicht mehr zurückkommen. Ist das wirklich so?
„Das ist so, das sagen mir alle Gesprächspartner, die ich vor ein paar Wochen im Irak mit Erzbischof Bentz getroffen habe. Wer nach Europa gegangen ist oder in die USA, kommt nicht zurück; wer in einem Lager in der Türkei ist oder im Libanon, der wird zurückkommen. Aber ein großer Teil der Diaspora in den USA und Europa wird nicht mehr zurückkommen. Das war die Sorge des (chaldäischen) Patriarchen Sako (von Bagdad), dass viele Priester einfach gegangen sind, weil es natürlich angenehmer ist, in den USA oder Europa zu leben, und deshalb hat er sehr strikt – das verstehe ich – diesen Priestern gesagt: ‚Ihr kommt zurück, oder seid nicht mehr im Patriarchat inkarniert‘. Das sind die Spannungen innerhalb der Kirche, die notwendig sind, damit die Kirche im Irak überleben kann.“
Matthias Kopp
Matthias Kopp
Christen im Irak - ein Radio-Vatikan-Interview mit Matthias Kopp
Nun gibt es aber weiterhin sehr viele Binnenflüchtlinge – über eine Million im Irak! Und vor allen Dingen die Jesiden sind in einer sehr schwierigen Lage…
„Wir haben über eine Million ‚Displaced Persons‘, das heißt Binnenflüchtlinge – das sind Christen und Jesiden, das sind auch Muslime, die von Falludscha in den Süden geflüchtet sind oder umgekehrt. Das ist das eine Problem, das nicht gelöst ist im Irak. Das zweite große Problem sind die Flüchtlingslager der Jesiden. 109.000 Jesiden leben noch in Flüchtlingslagern – eine Riesenzahl. Das sind über 14 Flüchtlingslager im Nordirak. Ich habe zusammen mit Erzbischof Bentz eines der Lager besucht; das Elend ist da schon groß. Man hat sich da auch eingerichtet, in Wellblechhütten, teilweise auch in kleinen, gemauerten Häuschen, weil diese Flüchtlinge sagen: ‚Wir können nicht mehr in unsere angestammte Heimat in das Sindschar-Gebirge zurück, weil das, was wir dort an Grund und Boden hatten, von Islamisten übernommen worden ist. Und wie soll ich heute‘ – sagen mir die Jesiden – ‚Tür an Tür mit denen wohnen, die uns damals massakriert haben?“
Papst Franziskus zu Besuch bei al-Sistani in Nadschaf
Papst Franziskus zu Besuch bei al-Sistani in Nadschaf
„Die entscheidende Frage ist: Wird der neue Großayatollah von Nadschaf jemand sein, die vielen unterschiedlichen schiitischen Gruppierungen im Irak einen kann?“
Der christlich-islamische Dialog im Irak funktioniert einigermaßen gut, und das liegt auch am (schiitischen) Großayatollah (Ali) al-Sistani in Nadschaf. Der Mann ist aber auch schon alt – was passiert, wenn er stirbt?
„Franziskus und al-Sistani haben ja bei ihrer Begegnung 2021 zueinander gesagt: ‚Wir sind beide schon sehr alt, aber wir machen noch weiter!‘ Im Moment gibt es in der irakischen Presse Debatten darüber, wer Nachfolger von al-Sistani werden kann und wie viel Einfluss aus dem Iran bei der Benennung dieses Großayatollah-Postens mitspielen wird. Iran wird dort eine Rolle spielen, und man muss also sagen, dass er über all die Jahre ein Mann des Dialogs war – und einer der wenigen schiitischen Führer, die eine Fatwa gegen den Islamischen Staat ausgesprochen haben! Das wird viel zu wenig beachtet, und deshalb wird es schwer sein, eine Person wie al-Sistani zu ersetzen. Die entscheidende Frage ist: Wird der neue Großayatollah von Nadschaf jemand sein, die vielen unterschiedlichen schiitischen Gruppierungen im Irak einen kann?“
Patriarch Sako mit dem Papst
Patriarch Sako mit dem Papst (Vatican Media)
Patriarch Sako wirkt von außen wie das Zentralgestirn des Katholizismus im Irak, ist aber intern bei weitem nicht unangefochten. Da gab es unter anderem einen seltsamen Streit mit einer Miliz. Was steckt dahinter?
„Patriarch Sako hat sich mit der Miliz von Rayan al-Kildani angelegt, der die sogenannten christlichen ‚Babylon-Brigaden‘ gegründet hat. Von dieser Miliz muss man wissen, dass sie eine der vielen Milizen ist, die den ‚Islamischen Staat‘ bekämpft haben; das ist positiv zu sagen. Aber nachdem der ‚Islamische Staat‘ bekämpft war, haben sich diese Milizen, vor allem die Babylon-Brigaden, als sehr eigenständige Gewächse entwickelt, die versuchen, große Teile des Landes zu kontrollieren. Ob al-Kildani wirklich Christ ist, wird bezweifelt; der Punkt ist jedenfalls, dass nur wenige Christen sich dieser Brigade angeschlossen haben. Sie steht, obwohl sie ‚christlich‘ konnotiert ist, extrem unter iranischem Einfluss. Das heißt, schiitische Kämpfer aus dem Iran unterstützen diese Brigade von al-Kildani. Das hat dazu geführt, dass al-Kildani sich mit Patriarch Sako angelegt hat; es ging dabei u.a. um Grundstücksfragen. Und al-Kildani hat es geschafft, dass der Staatspräsident des Irak Sako für fast ein Dreivierteljahr ins Exil nach Erbil gezwungen hat; von dort hatte Sako, unter anderem dank einer Intervention des Heiligen Stuhls (die Diplomatie funktioniert!) im vergangenen April - also fast vor einem Jahr - ein Comeback, als der neue Staatspräsident dieses Dekret zurückgenommen hat. Dieser Konflikt ist noch immer nicht ausgestanden…“
„Was dort noch an katholischen Schulen vorhanden ist, an Altenheimen, an Waisenhäusern, ist großartig“
Kann das irakische Christentum in der Gesellschaft überhaupt noch die Rolle spielen, die es früher mal hatte, mit seinen vielen Schulen und Krankenhäusern usw., wenn es so dezimiert ist?
„Dezimiert, aber immer noch präsent! Ich habe die Krankenhäuser der Dominikanerinnen in Bagdad und in Erbil besucht – großartige Ordensfrauen. Was dort noch an katholischen Schulen vorhanden ist, an Altenheimen, an Waisenhäusern, ist großartig. Und vor allem sehe ich, wie stark sich gerade junge Dominikanerinnen in Karakosch und an anderen Orten engagieren, wie sie sich an der Theologischen Fakultät im Norden ausbilden lassen (wir haben eine Katholische Universität dort), um auch wissenschaftlich ihren Beitrag für dieses Land zu leisten. Also: dezimiert, aber noch immer präsent!“
Matthias Kopp (geb. 1968) ist Theologe, Archäologe und Journalist. In den neunziger Jahren arbeitete er als Redakteur bei Radio Vatikan in Rom. Derzeit ist er Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz und Konsultor des vatikanischen Kommunikations-Dikasteriums. Sein Buch „Iraks christliches Erbe – Vom Überleben im Zweistromland“ erschien 2025 im Herder-Verlag, Preis ca. 78 Euro. Das Interview mit ihm führte Stefan Kempis.
(vatican news – sk)
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Klavierspielerin2 30.03.2025 18:29
Hind Kabawat wird Sozialministerin
Neue syrische Regierung: Auch eine Christin ist dabei
Veröffentlicht am 30.03.2025
Damaskus ‐ Nach dem Sturz Assads hat Staatschef al-Scharaa im März eine fünfjährige Übergangsphase ausgerufen. Nun berief er ein neues Kabinett, um die künftige Ordnung in feste Bahnen zu lenken. Auch eine Frau ist dabei.
In Syrien hat der islamistische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa am Samstagabend eine neue Regierung gebildet. Unter den 22 Ministern sind laut internationalen Medienberichten auch Vertreter religiöser Minderheiten. Die Christin Hind Kabawat übernimmt demnach das Ressort Soziales und Arbeit. Sie ist zugleich die erste Frau in der syrischen Führung seit dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad vor vier Monaten. Verkehrsminister Jarub Badr ist Alawit und gehört somit derselben religiösen Gruppe an wie Assad und ein Großteil der einstigen Führungselite. Der Druse Amgad Badr leitet das Landwirtschaftsressort.
Beobachter werten insbesondere die Ernennung der Christin Kabawat als Zeichen an den Westen, dass Damaskus gewillt ist, Normen der religiösen Toleranz und Gleichberechtigung einzuhalten. Im März hatten gewalttätige Exzesse der von al-Scharaa geführten islamistischen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) gegen Alawiten, teils auch Christen, mit hunderten Toten weltweit für Entsetzen gesorgt.
Kabawat, Jahrgang 1974, war unter anderem Direktorin für interreligiöse Friedensförderung am Zentrum für Weltreligionen, Diplomatie und Konfliktlösung der US-amerikanischen George Mason University und stellvertretende Leiterin des Genfer Büros der Syrischen Verhandlungskommission, einem Gremium der syrischen Opposition gegen Assad.
HTS-Führer behalten Posten
Mehrere HTS-Führer behielten ihre Position in der syrischen Führungsspitze: Asaad al-Scheibani ist weiterhin Außenminister, Marhaf Abu Kasra Verteidigungsminister. Das Innenressort leitet künftig der bisherige Sicherheitschef Anas Chattab. Die bisherige Übergangsregierung wurde vom damaligen Regierungschef der Rebellenhochburg Idlib, Mohammed al-Baschir, angeführt. Er leitet in der neuen Regierung nun das Energieressort.
Übergangspräsident al-Scharaa wird das Kabinett mutmaßlich selbst leiten, einen eigenen Regierungschef ernannte er nicht. Die Bildung der neuen syrischen Regierung sei die "Erklärung unseres gemeinsamen Willens, einen neuen Staat aufzubauen", betonte er am Samstag. Man wolle den Staat auf der Grundlage von "Verantwortung und Transparenz" neu errichten.
Die HTS-Miliz hatte Assad am 8. Dezember ins russische Exil vertrieben und die Macht in Damaskus übernommen. Das Parlament und die Regierungspartei Baath wurden aufgelöst, die Verfassung außer Kraft gesetzt. Al-Scharaa, der seit Ende Januar als Übergangspräsident fungiert, unterzeichnete Mitte März eine Erklärung für eine fünfjährige Übergangsphase zum Aufbau des neuen Staates. (KNA)
Neue syrische Regierung: Auch eine Christin ist dabei
Veröffentlicht am 30.03.2025
Damaskus ‐ Nach dem Sturz Assads hat Staatschef al-Scharaa im März eine fünfjährige Übergangsphase ausgerufen. Nun berief er ein neues Kabinett, um die künftige Ordnung in feste Bahnen zu lenken. Auch eine Frau ist dabei.
In Syrien hat der islamistische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa am Samstagabend eine neue Regierung gebildet. Unter den 22 Ministern sind laut internationalen Medienberichten auch Vertreter religiöser Minderheiten. Die Christin Hind Kabawat übernimmt demnach das Ressort Soziales und Arbeit. Sie ist zugleich die erste Frau in der syrischen Führung seit dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad vor vier Monaten. Verkehrsminister Jarub Badr ist Alawit und gehört somit derselben religiösen Gruppe an wie Assad und ein Großteil der einstigen Führungselite. Der Druse Amgad Badr leitet das Landwirtschaftsressort.
Beobachter werten insbesondere die Ernennung der Christin Kabawat als Zeichen an den Westen, dass Damaskus gewillt ist, Normen der religiösen Toleranz und Gleichberechtigung einzuhalten. Im März hatten gewalttätige Exzesse der von al-Scharaa geführten islamistischen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) gegen Alawiten, teils auch Christen, mit hunderten Toten weltweit für Entsetzen gesorgt.
Kabawat, Jahrgang 1974, war unter anderem Direktorin für interreligiöse Friedensförderung am Zentrum für Weltreligionen, Diplomatie und Konfliktlösung der US-amerikanischen George Mason University und stellvertretende Leiterin des Genfer Büros der Syrischen Verhandlungskommission, einem Gremium der syrischen Opposition gegen Assad.
HTS-Führer behalten Posten
Mehrere HTS-Führer behielten ihre Position in der syrischen Führungsspitze: Asaad al-Scheibani ist weiterhin Außenminister, Marhaf Abu Kasra Verteidigungsminister. Das Innenressort leitet künftig der bisherige Sicherheitschef Anas Chattab. Die bisherige Übergangsregierung wurde vom damaligen Regierungschef der Rebellenhochburg Idlib, Mohammed al-Baschir, angeführt. Er leitet in der neuen Regierung nun das Energieressort.
Übergangspräsident al-Scharaa wird das Kabinett mutmaßlich selbst leiten, einen eigenen Regierungschef ernannte er nicht. Die Bildung der neuen syrischen Regierung sei die "Erklärung unseres gemeinsamen Willens, einen neuen Staat aufzubauen", betonte er am Samstag. Man wolle den Staat auf der Grundlage von "Verantwortung und Transparenz" neu errichten.
Die HTS-Miliz hatte Assad am 8. Dezember ins russische Exil vertrieben und die Macht in Damaskus übernommen. Das Parlament und die Regierungspartei Baath wurden aufgelöst, die Verfassung außer Kraft gesetzt. Al-Scharaa, der seit Ende Januar als Übergangspräsident fungiert, unterzeichnete Mitte März eine Erklärung für eine fünfjährige Übergangsphase zum Aufbau des neuen Staates. (KNA)
Klavierspielerin2 01.05.2025 18:44
Nordirak: Christen hoffen auf Zukunft in der Heimat
Chaldäische und syrisch-katholische Bischöfe berichten einer Delegation des Hilfswerks „Initiative Christlicher Orient" (ICO) von anhaltend starker Emigration wegen fehlender Perspektiven.
Papst Franziskus, der den Irak im März 2021 besuchte, bleibt den Menschen im Land in guter Erinnerung.
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Kardinal Rosa Chávez über das Vermächtnis von Papst Franziskus
01/05/2025
UN würdigt Papst Franziskus: „Eine Stimme des Friedens in einer von Kriegen zerrissenen Welt“
Bischöfe verschiedener Kirchen im Nordirak sorgen sich um die Zukunft ihrer Mitglieder in der angestammten Heimat. Viele Christen hätten wirtschaftliche Probleme, junge Menschen kaum berufliche Perspektiven, so der chaldäische Bischof von Dohuk, Azad Sabri. In Karakosch findet der syrisch-katholische Bischof Benedictos Younan Hano drastische Worte für die Lage der im Irak lebenden Christen. Es sei teils schlimmer als in IS-Zeiten.
Freilich mache es einen Unterschied, ob die Christen im Gebiet der Autonomen Region Kurdistan, mit eigener Regierung und eigenem Parlament in Erbil, oder unter der irakischen Bagdader Regierung leben, betonen die Gesprächspartner. Bischof Benedictos: „Der Irak ist gar nicht sicher. Wir erleben eine schwierige Periode und hoffen auf bessere Zeiten, um bleiben zu können." Viele Christen verlassen weiter das Land. Auch Bischof Azad spricht von einer „ungewissen Zukunft". Für viele Christen sei Auswanderung eine Option, besonders wenn sie schon Verwandte im Ausland haben.
„Können unsere Religion ausüben, doch wir haben nicht die gleichen Rechte wie andere“
Auswanderungswelle befürchtet
„Jetzt können wir unsere Religion ausüben, doch wir haben nicht die gleichen Rechte wie andere", erklärt der syrisch-katholische Bischof mit Blick auf Mosul, das nicht zur Autonomen Region gehört. Trotz Quoten - im Parlament sitzen drei christliche Abgeordnete - hätten die Christen bei Wahlen keinen Einfluß. Man bemühe sich um Hilfszahlungen, auch um Posten im öffentlichen Dienst. Doch Gespräche mit der Regierung seien bisher nicht erfolgreich verlaufen, beklagt Benedictos. Eine gute Sicherheitslage genüge nicht. Ohne Arbeit und Einkommen werde die Auswanderungswelle anhalten. „Es geht darum, Kultur und Sprache zu schützen. Die Menschen sollen im Land ihrer Vorfahren bleiben."
Bischof Azad erzählt der kleinen ICO-Delegation, die in den Nordirak reiste, dass viele Menschen die Kredite nicht zurückzahlen können, die sie zum Aufbau der von der islamistischen Terrororganisation IS (Daesh) zerstörten Häuser aufgenommen haben. Inzwischen helfen NGOs aus verschiedenen Staaten und aus unterschiedlichen christlichen Gemeinschaften auf der Basis von Kofinanzierung. Konkret werde bei Treibstoff und Transporten in Schulen und an Arbeitsplätze geholfen.
Beklagt wird auch der Rückgang von Hilfsgeldern internationaler Organisationen, von der UNO-Organsation UNICEF bis zu karikativen US-Institutionen. Das Verhältnis der Christen zu US-Präsidenten Donald Trump, der auch internationale Hilfsgelder reduzieren ließ, ist gespalten. Zustimmung und Ablehnung von Trump - das lässt sich auch aus Gesprächen mit hohen christlichen Geistlichen herauslesen.
Mosul: Denkwürdiger Besuch von Papst Franziskus 2021
Die Kirchenführer im Irak erinnern sich dankbar an den verstorbenen Papst Franziskus, der durch sein bescheidenes Auftreten und seine ökumenische Ausrichtung im Orient große Anerkennung findet. Der chaldäische Bischof Azad von Dohuk fasst dies in die Worte: „Er hat an die Armen und Vergessenen gedacht. Der Name Franziskus sagt etwas aus." Dieser Pontifex habe selbst in Argentinien Armut kennengelernt. Mit anderen christlichen Gemeinschaften und auch muslimischen Führern habe er Kontakte gepflegt. An den Papst-Besuch in Mosul 2021 erinnern Denkschriften, so auch in der St-Paul-Kathedrale, wo der vom IS ermordete Bischof Gregorios begraben wurde.
„Er hat an die Armen und Vergessenen gedacht. Der Name Franziskus sagt etwas aus“
Immer wieder wird auf die Konflikte der Autonomen Region mit der Regierung in Bagdad im ökonomischen Bereich hingewiesen. Bei den Ölexporten reklamiere die Zentralregierung die oberste Kontrolle. Auch würden immer wieder Grundstücke lokaler Bürger konfisziert, schildert der chaldäische Bischof Azad. Die IS-Angriffe lösten einen Zustrom tausender christlicher Vertriebener Richtung Dohuk aus. Inzwischen seien viele in die Gegend von Mosul zurückgekehrt oder ins Ausland emigriert. Die NGOs helfen Christen wie Jesiden, die aus dem Sindschar-Gebirge geflohen waren.
Fazit: „In Mosul gibt es jetzt weniger Christen", so Bischof Azad. Dort sei auch eine Diskriminierung der Christen spürbar. Die Autonome Regierung in Kurdistan hingegen betonte immer die Unterstützung für die Christen, doch vor Ort gebe es oft keine entsprechende Umsetzung nötiger Maßnahmen. Der chaldäische Bischof erinnert an den denkwürdigen Besuch von Papst Franziskus in Mosul 2021. Doch die Mentalität der Muslime gegenüber den Christen habe sich seither nicht gebessert. Hassparolen und Postings nähmen kein Ende. Fazit: „Mosul ist seit Langem als Extremistennest bekannt."
Von Ort zu Ort variieren die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung, betont Bischof Benedictos. Auch in Bagdad gebe es demografische Veränderungen. Oft treten die Bischöfe nicht entschieden genug vor den Behörden auf, merkt er an. Menschen, die in Kurdistan arbeiten, könnten „ihren Nationalismus ausleben. Sie arbeiten für ihre Heimat". In Bagdad sei dies nicht so. Im Falle einer Emigration sei heute Australien das Hauptzielland. Nicht zuletzt deswegen, weil in ganz Europa die Einreise für Flüchtlinge erschwert wurde. Man wünsche sich eine gesamteuropäische Lösung unter den Staaten.
Delegation aus Österreich berichtet
Großer Dank ergeht an die christlichen Hilfsorganisationen gerade in Zeiten, wo internationale Institutionen ihre Zahlungen zurückschrauben. „Wir wünschen, dass die europäischen Regierungen die Botschaft verbreiten, uns Christen weiter zu unterstützen", betont der syrisch-katholische Bischof Benedictos. Denn „ohne Einkommen emigrieren die Menschen früher oder später." Auf 250.000 wird die Zahl der heute im ganzen Irak lebenden Menschen geschätzt. Die mit Rom unierten Chaldäer sind die größte Gemeinschaft. Syrisch-katholische Christen sind in Mosul stark vertreten.
Die Delegation aus Österreich besuchte mehrere Projekte, die Aus- und Fortbildung von Christen im Fokus haben. In einem mehrsprachigen Kindergarten bei Zakho, wo die ICO Hilfe leistet, wird neben Arabisch und Kurdisch auch Englisch gelehrt. Die ökumenisch ausgerichtete Organisation Christian Aid Program Northern Iraq CAPNI, seit 2018 auch Kooperationspartner der ICO, trainiert Jugendliche für berufliche Ausbildung und berät Bauern in Sachen Klimawandel. Das Verhältnis zur Autonomie-Regierung sei gut, doch leiste diese keine finanzielle Hilfe, so ein CAPNI-Vertreter. Auch das Spendenaufkommen gehe zurück.
(Hermine Schreiberhuber/kap - sst)
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Chaldäische und syrisch-katholische Bischöfe berichten einer Delegation des Hilfswerks „Initiative Christlicher Orient" (ICO) von anhaltend starker Emigration wegen fehlender Perspektiven.
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Freilich mache es einen Unterschied, ob die Christen im Gebiet der Autonomen Region Kurdistan, mit eigener Regierung und eigenem Parlament in Erbil, oder unter der irakischen Bagdader Regierung leben, betonen die Gesprächspartner. Bischof Benedictos: „Der Irak ist gar nicht sicher. Wir erleben eine schwierige Periode und hoffen auf bessere Zeiten, um bleiben zu können." Viele Christen verlassen weiter das Land. Auch Bischof Azad spricht von einer „ungewissen Zukunft". Für viele Christen sei Auswanderung eine Option, besonders wenn sie schon Verwandte im Ausland haben.
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Bischof Azad erzählt der kleinen ICO-Delegation, die in den Nordirak reiste, dass viele Menschen die Kredite nicht zurückzahlen können, die sie zum Aufbau der von der islamistischen Terrororganisation IS (Daesh) zerstörten Häuser aufgenommen haben. Inzwischen helfen NGOs aus verschiedenen Staaten und aus unterschiedlichen christlichen Gemeinschaften auf der Basis von Kofinanzierung. Konkret werde bei Treibstoff und Transporten in Schulen und an Arbeitsplätze geholfen.
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Mosul: Denkwürdiger Besuch von Papst Franziskus 2021
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Von Ort zu Ort variieren die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung, betont Bischof Benedictos. Auch in Bagdad gebe es demografische Veränderungen. Oft treten die Bischöfe nicht entschieden genug vor den Behörden auf, merkt er an. Menschen, die in Kurdistan arbeiten, könnten „ihren Nationalismus ausleben. Sie arbeiten für ihre Heimat". In Bagdad sei dies nicht so. Im Falle einer Emigration sei heute Australien das Hauptzielland. Nicht zuletzt deswegen, weil in ganz Europa die Einreise für Flüchtlinge erschwert wurde. Man wünsche sich eine gesamteuropäische Lösung unter den Staaten.
Delegation aus Österreich berichtet
Großer Dank ergeht an die christlichen Hilfsorganisationen gerade in Zeiten, wo internationale Institutionen ihre Zahlungen zurückschrauben. „Wir wünschen, dass die europäischen Regierungen die Botschaft verbreiten, uns Christen weiter zu unterstützen", betont der syrisch-katholische Bischof Benedictos. Denn „ohne Einkommen emigrieren die Menschen früher oder später." Auf 250.000 wird die Zahl der heute im ganzen Irak lebenden Menschen geschätzt. Die mit Rom unierten Chaldäer sind die größte Gemeinschaft. Syrisch-katholische Christen sind in Mosul stark vertreten.
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(Hermine Schreiberhuber/kap - sst)
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Klavierspielerin2 24.06.2025 07:32
ROACO-Vollversammlung: Fokus auf Nahost und Kriegsgebiete
Bei der 98. Versammlung der Hilfswerke für die Orientalischen Kirchen (ROACO), die am Nachmittag des 23. Juni in Rom startet, werden die Lage im Heiligen Land (insbesondere in Gaza), in Armenien, Syrien, Äthiopien und anderen Brennpunkten, auf die sich die diplomatische Tätigkeit des Heiligen Stuhls konzentriert, im Brennpunkt stehen. Auch ein Treffen mit Papst Leo XIV. ist vorgesehen.
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So soll die Audienz mit dem Kirchenoberhaupt nach Abschluss der dreitägigen Arbeiten am Donnerstag, 26. Juni stattfinden. Am Mittwoch, dem 25., wird hingegen Erzbischof Gallagher im Plenum erwartet. Er soll einen Überblick über das diplomatische Wirken des Heiligen Stuhls an verschiedenen Fronten geben. Die Arbeiten starten ab Montagnachmittag mit dem Steering Committee im Kongresssaal des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen.
Wie dem vom Dikasterium für die Ostkirchen veröffentlichten Programm zu entnehmen ist, wird am Dienstag, dem 24. Juni, um 8.30 Uhr die feierliche Eröffnung der Vollversammlung mit einer Eucharistiefeier stattfinden, der Kardinal Claudio Gugerotti, Präfekt des Dikasteriums für die Ostkirchen und ROACO-Präsident, vorstehen wird. Dabei wird man der lebenden und verstorbenen Wohltäter gedenken und für den Frieden beten, wobei ein besonderes Augenmerk auf dem vom Krieg betroffenen Länder liegt.
Fokus auf das Heilige Land und Armenien
In der ersten Sitzung werden die Teilnehmer sich mit der Lage im Heiligen Land beschäftigen, insbesondere mit der Situation in Gaza, im Licht der jüngsten Eskalationen. Dabei sind Beiträge von Kardinal Pierbattista Pizzaballa, Patriarch von Jerusalem der Lateiner; Erzbischof Adolfo Tito Yllana, Apostolischer Delegat in Jerusalem; Pater Francesco Patton, OFM, Kustos des Heiligen Landes; sowie Br. Hernan Santos, FSC, Vizekanzler der Universität Bethlehem, geplant. Während des Treffens werden auch Informationen zur Kollekte „Pro Terra Sancta“ 2024 geteilt.
Am Nachmittag verlagert sich der Fokus auf Armenien. Es sprechen der Päpstliche Vertreter in Armenien, Erzbischof Ante Jozić, und der Ordinarius für die katholischen Armenier in Osteuropa, Erzpriester Kévork Noradounguian.
Die Lage in Syrien
Der Vormittag des Mittwochs, 25. Juni, ist der Analyse der Lage in Syrien gewidmet, das gestern von einem Selbstmordanschlag in einer Kirche in Damaskus erschüttert wurde. Es sprechen Hanna Jallouf, OFM, Apostolischer Vikar von Aleppo, und Joseph Tobji, maronitischer Erzbischof derselben Stadt.
Am Ende des Vormittags wird Erzbischof Paul Richard Gallagher, Sekretär für die Beziehungen mit Staaten und internationalen Organisationen, einen Überblick über die diplomatische Tätigkeit des Heiligen Stuhls an verschiedenen Fronten geben, mit besonderem Augenmerk auf Situationen, die die orientalischen Christen betreffen – und dies vor allem in Regionen, die stark von Konflikten und Einschränkungen der Religionsfreiheit betroffen sind.
Äthiopien - ein fragiles Land
Der Tag endet mit einem Vortrag von Tesfaye Tadesse Gebresilasie, MCCI, Weihbischof von Addis Abeba, über die Lage in Äthiopien. Das Land befindet sich nach zwei Jahren Krieg mit Tausenden von Opfern und Millionen Binnenvertriebenen in einer Phase großer institutioneller und politischer Fragilität.
Die Audienz mit dem Papst
Die Arbeiten enden mit dem Steering Committee am Ende der Plenarsitzung, bei dem auch die künftigen Termine geplant werden. Am Morgen des Donnerstag, 26. Juni, wird Papst Leo XIV. ROACO in Audienz empfangen.
An der Plenarversammlung nehmen neben den Rednern auch die Vertreter der katholischen Agenturen teil, die Mitglied der ROACO sind, sowie die Oberen und verschiedene Mitarbeiter des Dikasteriums für die Orientalischen Kirchen, einige Vertreter des Staatssekretariats, des Dikasteriums für die Evangelisierung, des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen und des Dikasteriums zur Förderung der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen.
(vatican news)
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Bei der 98. Versammlung der Hilfswerke für die Orientalischen Kirchen (ROACO), die am Nachmittag des 23. Juni in Rom startet, werden die Lage im Heiligen Land (insbesondere in Gaza), in Armenien, Syrien, Äthiopien und anderen Brennpunkten, auf die sich die diplomatische Tätigkeit des Heiligen Stuhls konzentriert, im Brennpunkt stehen. Auch ein Treffen mit Papst Leo XIV. ist vorgesehen.
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Fokus auf das Heilige Land und Armenien
In der ersten Sitzung werden die Teilnehmer sich mit der Lage im Heiligen Land beschäftigen, insbesondere mit der Situation in Gaza, im Licht der jüngsten Eskalationen. Dabei sind Beiträge von Kardinal Pierbattista Pizzaballa, Patriarch von Jerusalem der Lateiner; Erzbischof Adolfo Tito Yllana, Apostolischer Delegat in Jerusalem; Pater Francesco Patton, OFM, Kustos des Heiligen Landes; sowie Br. Hernan Santos, FSC, Vizekanzler der Universität Bethlehem, geplant. Während des Treffens werden auch Informationen zur Kollekte „Pro Terra Sancta“ 2024 geteilt.
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Die Audienz mit dem Papst
Die Arbeiten enden mit dem Steering Committee am Ende der Plenarsitzung, bei dem auch die künftigen Termine geplant werden. Am Morgen des Donnerstag, 26. Juni, wird Papst Leo XIV. ROACO in Audienz empfangen.
An der Plenarversammlung nehmen neben den Rednern auch die Vertreter der katholischen Agenturen teil, die Mitglied der ROACO sind, sowie die Oberen und verschiedene Mitarbeiter des Dikasteriums für die Orientalischen Kirchen, einige Vertreter des Staatssekretariats, des Dikasteriums für die Evangelisierung, des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen und des Dikasteriums zur Förderung der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen.
(vatican news)
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Klavierspielerin2 24.06.2025 07:33
Nach Anschlag in Damaskus: „Kirche in Not“ fordert Schutz der Christen
„Wir sind zutiefst schockiert über diesen tragischen und sinnlosen Gewaltakt“, erklärte die Geschäftsführende Präsidentin von „Kirche in Not“, Regina Lynch.
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Syrien: Selbstmord-Anschlag auf Kirche
23/06/2025
Syrien: Selbstmord-Anschlag auf Kirche
„Wir sind zutiefst schockiert über diesen tragischen und sinnlosen Gewaltakt“, erklärte die Geschäftsführende Präsidentin von „Kirche in Not“, Regina Lynch. „Wir schließen uns dem Aufruf des griechisch-orthodoxen Patriarchen Johannes X. an, Gotteshäuser zu schützen und diesen Teufelskreis der Gewalt zu beenden.“ Die internationale Gemeinschaft dürfe jetzt „nicht wegschauen“ und müsse sich für den Schutz der Christen und aller Religionsgemeinschaften in Syrien einsetzen.
Medienberichten zufolge hat am Sonntagabend ein Selbstmordattentäter auf Gottesdienstbesucher der Mar-Elias-Kirche im Stadtteil Dweila in Damaskus gefeuert und sich dann in die Luft gesprengt. Die syrischen Behörden sprachen von mindestens 20 Toten und über 50 Verletzten. Zwischenzeitlich habe sich der „Islamische Staat“ (IS) zu dem Anschlag bekannt, meldete das syrische Innenministerium.
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Bätzing nach Anschlag in Syrien: „Blutsonntag für die Christen“
23/06/2025
Bätzing nach Anschlag in Syrien: „Blutsonntag für die Christen“
Projektpartner von Kirche in Not
Das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Antiochia, ein langjähriger Projektpartner von „Kirche in Not“, hatte noch am Sonntagabend mitgeteilt: „An dem Tag, an dem unsere Kirche aller antiochenischen Heiligen gedenkt, schlug die heimtückische Hand des Bösen zu.“ Das Patriarchat forderte die syrischen Behörden auf, „die volle Verantwortung für die geschehenen und weiterhin geschehenden Verletzungen der Heiligkeit der Kirchen zu übernehmen und den Schutz aller Bürger zu gewährleisten“.
Der Anschlag auf die Mar-Elias-Kirche fällt in die Zeit der staatlichen Neuorientierung nach dem Sturz des Assad-Regimes im vergangenen Dezember. Christen und andere Minderheiten stellen einerseits ein Entgegenkommen der Verantwortlichen fest, sahen aber andererseits das Erstarken islamistischer Kräfte im Alltag mit großer Sorge.
Schwund der Christen im Land
Die Zahl der Christen in Syrien liegt lokalen Schätzungen zufolge heute bei etwa 250 000. Vor Beginn des Bürgerkriegs in Syrien im Jahr 2011 waren es noch 1,5 Millionen „Kirche in Not“ unterstützt in Syrien zahlreiche kirchliche Initiativen und Projekte zum Wiederaufbau, um Christen zum Bleiben in ihrer Heimat zu motivieren.
(pm - cs)
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„Wir sind zutiefst schockiert über diesen tragischen und sinnlosen Gewaltakt“, erklärte die Geschäftsführende Präsidentin von „Kirche in Not“, Regina Lynch.
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Medienberichten zufolge hat am Sonntagabend ein Selbstmordattentäter auf Gottesdienstbesucher der Mar-Elias-Kirche im Stadtteil Dweila in Damaskus gefeuert und sich dann in die Luft gesprengt. Die syrischen Behörden sprachen von mindestens 20 Toten und über 50 Verletzten. Zwischenzeitlich habe sich der „Islamische Staat“ (IS) zu dem Anschlag bekannt, meldete das syrische Innenministerium.
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Der Anschlag auf die Mar-Elias-Kirche fällt in die Zeit der staatlichen Neuorientierung nach dem Sturz des Assad-Regimes im vergangenen Dezember. Christen und andere Minderheiten stellen einerseits ein Entgegenkommen der Verantwortlichen fest, sahen aber andererseits das Erstarken islamistischer Kräfte im Alltag mit großer Sorge.
Schwund der Christen im Land
Die Zahl der Christen in Syrien liegt lokalen Schätzungen zufolge heute bei etwa 250 000. Vor Beginn des Bürgerkriegs in Syrien im Jahr 2011 waren es noch 1,5 Millionen „Kirche in Not“ unterstützt in Syrien zahlreiche kirchliche Initiativen und Projekte zum Wiederaufbau, um Christen zum Bleiben in ihrer Heimat zu motivieren.
(pm - cs)
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Klavierspielerin2 24.06.2025 07:35
Von 23.06.2025
Syrien: Selbstmord-Anschlag auf Kirche
Bei einem Selbstmordanschlag in einer Kirche in Damaskus sind am Sonntag mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen, 63 wurden verletzt.
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Syrien: Christen misstrauen der Lage
16/04/2025
Syrien: Christen misstrauen der Lage
Nach Medienangaben verschaffte sich der Selbstmordattentäter Zugang zur Kirche St. Elias (Mar Ilyas) im Stadtteil Dwelaa und schoss auf die dort betenden Gläubigen, bevor er sich selbst in die Luft sprengte. Kirchgänger hatten vergeblich versucht, den maskierten Attentäter zu vertreiben. Die syrischen Behörden machten unmittelbar danach die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) für den Anschlag verantwortlich. Bilder vom Ort des Geschehens zeigen schwere Schäden am Altar, blutverschmierte Wände und zerstörte Kirchenbänke. Sicherheitskräfte sperrten das Gebiet ab und begannen mit Ermittlungen.
Der Ort des Anschlags dürfte nicht zufällig gewählt worden sein. Laut Informationen des Linzer Hilfswerks Initiative Christlicher Orient (ICO) ziehen islamistische Gruppen seit Monaten durch die christlichen Viertel der syrischen Städte und fordern - positioniert vor allem vor Kirchen - mit Lautsprechern die Menschen auf, zum Islam zu konvertieren. Direkt vor der Elias-Kirche war es vor rund zwei Monaten zu einem Zwischenfall gekommen, als christliche, aber auch muslimische Anwohner die fundamentalistischen Gruppen vertrieben.
(ANSA)
Anschlag verstärkt die Ängste der Christen
Der Angriff auf das Gotteshaus in der syrischen Hauptstadt verstärkt die Ängste der Christen, nach dem gewaltsamen Machtwechsel im Land ins Fadenkreuz von Extremisten zu geraten. Das orthodoxe Patriarchat von Damaskus forderte die neue Regierung dazu auf, „die volle Verantwortung“ dafür zu übernehmen, dass es zu diesem Anschlag kommen konnte. Die Regierung, so heißt es in der scharf formulierten Stellungnahme, unternehme nichts, um „die Unverletzlichkeit der Kirchen und den Schutz aller Bürger” zu gewährleisten.
(ANSA)
Sicherheit der Kultstätten ist „eine rote Linie“
Das syrische Innenministerium beteuerte am Sonntag, dass die Sicherheit der Kultstätten „eine rote Linie“ bedeute. Der Sprecher des Innenministeriums wies darauf hin, dass nach ersten Ermittlungen der Sicherheitskräfte der Anschlag von einer einzelnen Person verübt wurde, die dem IS angehört habe. Sein Ministerium trage derzeit Informationen zusammen, um die Umstände des Anschlags zu klären und die Verantwortlichen zu identifizieren.
„Alle an dieser Straftat Beteiligten werden zur Rechenschaft gezogen werden, und wir werden daran arbeiten, die Kirche wiederherzustellen und ihr ihren früheren Glanz zurückzugeben“, so der Sprecher wörtlich. „Das Ziel dieses Terroranschlags sind alle Syrer, nicht nur eine einzelne Glaubensgemeinschaft. Damit soll der Eindruck erweckt werden, dass der Staat nicht in der Lage ist, seine Bürger zu schützen.“
(AFP or licensors)
Erdogan nennt Anschlag „grausam und feige“
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte den Selbstmordanschlag als „grausam“. „Wir stehen an der Seite des syrischen Volkes und der syrischen Regierung gegen diesen feigen Terrorakt, der den Frieden und die Sicherheit Syriens, den inneren Frieden und die Kultur des Zusammenlebens sowie die Stabilität unserer Region bedroht“, erklärte der türkische Staatschef auf X. Er sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus und versprach der syrischen Regierung Unterstützung im Kampf gegen Terrorismus. Die Türkei fördert den neuen syrischen Präsidenten Ahmad al-Sharaa.
Auch die Vereinten Nationen reagierten mit großer Besorgnis auf die Meldung vom Attentat in Damaskus. Der Sonderbeauftragte für Syrien, Geir O. Pedersen, brachte „seine Empörung über dieses grausame Verbrechen“ zum Ausdruck und forderte die syrischen Behörden zu einer „gründlichen Untersuchung“ auf.
(vatican news – sk)
(ANSA)
- aktualisiert um 10.50 Uhr -
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Der Ort des Anschlags dürfte nicht zufällig gewählt worden sein. Laut Informationen des Linzer Hilfswerks Initiative Christlicher Orient (ICO) ziehen islamistische Gruppen seit Monaten durch die christlichen Viertel der syrischen Städte und fordern - positioniert vor allem vor Kirchen - mit Lautsprechern die Menschen auf, zum Islam zu konvertieren. Direkt vor der Elias-Kirche war es vor rund zwei Monaten zu einem Zwischenfall gekommen, als christliche, aber auch muslimische Anwohner die fundamentalistischen Gruppen vertrieben.
(ANSA)
Anschlag verstärkt die Ängste der Christen
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(ANSA)
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Das syrische Innenministerium beteuerte am Sonntag, dass die Sicherheit der Kultstätten „eine rote Linie“ bedeute. Der Sprecher des Innenministeriums wies darauf hin, dass nach ersten Ermittlungen der Sicherheitskräfte der Anschlag von einer einzelnen Person verübt wurde, die dem IS angehört habe. Sein Ministerium trage derzeit Informationen zusammen, um die Umstände des Anschlags zu klären und die Verantwortlichen zu identifizieren.
„Alle an dieser Straftat Beteiligten werden zur Rechenschaft gezogen werden, und wir werden daran arbeiten, die Kirche wiederherzustellen und ihr ihren früheren Glanz zurückzugeben“, so der Sprecher wörtlich. „Das Ziel dieses Terroranschlags sind alle Syrer, nicht nur eine einzelne Glaubensgemeinschaft. Damit soll der Eindruck erweckt werden, dass der Staat nicht in der Lage ist, seine Bürger zu schützen.“
(AFP or licensors)
Erdogan nennt Anschlag „grausam und feige“
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Auch die Vereinten Nationen reagierten mit großer Besorgnis auf die Meldung vom Attentat in Damaskus. Der Sonderbeauftragte für Syrien, Geir O. Pedersen, brachte „seine Empörung über dieses grausame Verbrechen“ zum Ausdruck und forderte die syrischen Behörden zu einer „gründlichen Untersuchung“ auf.
(vatican news – sk)
(ANSA)
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Klavierspielerin2 05.07.2025 13:01
Syrien: Christliche Ministerin verteidigt Regierung
Hoffnung auf eine bessere Zukunft Syriens durch die neue Regierung: Das bekundet Hind Kabawat, syrische Ministerin und gläubige Christin, am Samstag in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Sie betonte, dass es wichtig sei, Religion und Extremismus nicht zu verwechseln und Vielfalt als Chance zu sehen.
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Syrien: Splittergruppe bekennt sich zu Anschlag in Damaskus
25/06/2025
Syrien: Selbstmord-Anschlag auf Kirche
Syrien sei ein „Land wie ein Mosaik“ mit einer 2000-jährigen Geschichte verschiedenster Religionen bzw. ethischer Gruppen. Die unglaubliche Vielfalt des Landes solle man als Chance begreifen, anstatt sich dadurch spalten zu lassen.
Andere lieben
Dies gelte besonders für den Umgang zwischen den Religionen. Die Christin Kabawat bekräftigt, sie liebe ihre eigene Religion und gehe regelmäßig in die Kirche. Ihr Glaube habe ihr geholfen, auch andere Religionen zu verstehen und zu lieben.
Umgekehrt sollten es Gläubige andere Religionen ebenso halten, findet Kabawat: „Ein echter Muslim muss andere lieben - denn so ist die Religion nun einmal."
Ideologien beiseitelassen
Um das Land aufzubauen, sei es wichtig, moderat zu bleiben und Ideologien beiseitezulassen. Vielmehr gehe es darum, Syrien den Vorrang zu geben, die Vorteile der unterschiedlichen Überzeugungen zu erkennen und eine gemeinsame Vision für eine bessere Zukunft zu formulieren.
Die einzige Frau und Christin der Regierung
In der von Islamisten geführten Übergangsregierung ist Hind Kabawat derzeit Ministerin für Soziales und Arbeit und als solche die einzige christliche Vertreterin und einzige Frau in der Regierung. Es sei ihr ein großes Anliegen, in Entscheidungsprozesse mehr Frauen einzubinden.
Kabawat war wenige Tage nach dem Sturz Assads nach Syrien zurückgekehrt. Vorher war sie Direktorin für Interreligiöse Friedenskonsolidierung an der George Mason University in Fairfax/USA.
(spiegel - rva)
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Hoffnung auf eine bessere Zukunft Syriens durch die neue Regierung: Das bekundet Hind Kabawat, syrische Ministerin und gläubige Christin, am Samstag in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Sie betonte, dass es wichtig sei, Religion und Extremismus nicht zu verwechseln und Vielfalt als Chance zu sehen.
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Andere lieben
Dies gelte besonders für den Umgang zwischen den Religionen. Die Christin Kabawat bekräftigt, sie liebe ihre eigene Religion und gehe regelmäßig in die Kirche. Ihr Glaube habe ihr geholfen, auch andere Religionen zu verstehen und zu lieben.
Umgekehrt sollten es Gläubige andere Religionen ebenso halten, findet Kabawat: „Ein echter Muslim muss andere lieben - denn so ist die Religion nun einmal."
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Um das Land aufzubauen, sei es wichtig, moderat zu bleiben und Ideologien beiseitezulassen. Vielmehr gehe es darum, Syrien den Vorrang zu geben, die Vorteile der unterschiedlichen Überzeugungen zu erkennen und eine gemeinsame Vision für eine bessere Zukunft zu formulieren.
Die einzige Frau und Christin der Regierung
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Kabawat war wenige Tage nach dem Sturz Assads nach Syrien zurückgekehrt. Vorher war sie Direktorin für Interreligiöse Friedenskonsolidierung an der George Mason University in Fairfax/USA.
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Jetzt
„Das Tal der Christen“ liegt zwischen Tartus und Homs im Westen Syriens. Seit Jahrhunderten leben hier Christen. Während des Kriegs ist das Tal zum Zufluchtsort geworden für Vertriebene aus Aleppo, Damaskus oder von anderswo. So ist es bis heute. Viele Familien sind bitterarm. Hunger, Inflation, Krieg, Erdbeben: Die Menschen in Syrien leiden unermesslich. Einen sicheren Hafen bietet das „Tal der Christen“. Unterstützen Sie christliche Familien und sichern Sie ihr Überleben!
Ihre Spende für Menschen in Syrien, die unter Hunger und Armut leiden:
https://www.kirche-in-not.de/helfen/hilfe-fuer-familien-im-tal-der-christen/