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Die Folgen der Reformation

Die Folgen der Reformation
Die Folgen der Reformation.
Nicht nur theologische Unterschiede, sondern auch eine soziale Umwälzung wurde in Gang gesetzt.

Verschiedenen Gruppen, erhofften sich eine Verbesserung ihres sozialen Standes.

1522 erhofften sich die Reichsritter unter Franz von Sickingen, kirchliche Güter in den Wirrungen dieser Zeit aneignen zu können. Er unterstützte die Befürworter der Reformation, wurde aber vernichtend geschlagen, was der Untergang des Rittertums besiegelte:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Franz_von_Sickingen

Auch die Bauern erhofften sich eine Verbesserung ihres sozialen Standes und schlossen sich zum sog. Bund- Schuh zusammen.
Vor allem um den Bodensee, Franken und Thüringen  bildeten sich sog. Haufen ( Bauernheer) , die sich gegen die Willkür von Fürsten und Rittern wandten. Es gab Aufstände und sie brandschatzten Ritterburgen. 

Luther ermahnte die Fürsten, ihre Untertanen nicht auszubeuten und die Bauern, keine Unruhen und Aufstände gegen die Fürsten und Ritter an zu zetteln.

Dennoch kam es 1524/25 zu den sog. Bauernkriegen. 
Zunächst wurden die Ritterheere mehrmals geschlagen. 
Unter Thomas Müntzer als Anführer, wurden tausende von Bauern in der Schlacht bei Frankenhausen nieder gemetzelt.
 Thomas Müntzer wurde vor Gericht gestellt und enthauptet.


Eine weitere Folge der Reformation war die Entstehung der protestantischen Landeskirchen. 
Die sozialen Unruhen hatten gezeigt, dass der protestantischen Kirche eine Führung fehlte, weshalb Luther den Kurfürsten Johann von Sachsen bat, die Leitung der Kirche zu übernehmen. 
Auf diese Weise, wurde der Kurfürst zum Oberhaupt der protestantischen Kirche, schaffte die Oberherrschaft des Papstes in seinem Land ab und behielt die kirchlichen Abgaben, die ursprünglich Rom erhielt, selbst ein.

Bald folgten weitere Fürsten dem Beispiel des sächsischen Kurfürsten. 
Sie traten zum protestantischen Glauben über und wurden so zum Oberhaupt der Kirche ihres Landes.
Sie waren nun zur Bestellung und Ausbildung ihrer Pfarrer zuständig und mussten ein dementsprechendes Ausbildungssystem aufbauen.

Nach den Wirrungen der Reformation bemühte man sich um eine einvernehmliche Lösung.
Nachdem 1530 Kaiser Karl V nach Deutschland zurück kehrte,strebte er beim Augsburger Reichstag einen Ausgleich mit den Protestanten an.
Für die Protestanten erarbeitete Philip Melanchthon, ein enger Vertrauter Luthers, das Augsburger Bekenntnis, das bis heute für lutherische Protestanten Gültigkeit hat.
' Augsburger Bekenntnis'
https://www.christ-sucht-christ.de/christliches-forum/Klavierspielerin2/80114/


Die katholischen Theologen stellten fest, dass sich dies nicht mit dem katholischen Glaubensbekenntnis vereinbaren ließ.
Als Kaiser Karl V erkannte, dass sich keine theologische Einigung zwischen Katholiken und Protestanten finden ließ, forderte er die Protestanten auf, sich zu unterwerfen.
Daraufhin schlossen sich die Protestanten zum schmalckhaldischen Bund zusammen, um sich gegen Kaiser Karl V zu verteidigen.

1547/48 kam es zum schmalckhaldischen Krieg, den Kaiser Karl V gewann. Der gegnerischen Befehlshaber Kurfürst Johann Friedrich I von Sachsen wurde gefangen genommen, von Karl V begnadigt und schenkte ihm das Leben.

Einige Jahre später, 1555 kam es zum Augsburger Reichs- und Religions Frieden:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Augsburger_Reichs-_und_Religionsfrieden
 in dem der Protestantismus dem Katholizismus gleichgestellt wurde.

Die Kurzformel des Augsburger Friedens lautet " Cuius regio, eius religio" ist eine lateinische Redewendung, die besagt, dass der Herrscher eines Landes berechtigt ist, die Religion für dessen Bewohner vorzugeben.

Wenn nun Untertanen nicht den Glauben ihres Fürsten teilen wollten, mussten sie auswandern. 
Das führte dazu, die Heimat zu verlieren und bedeutete oft Armut und Not.


Der Protestantismus breitete sich rasch aus. Von der Schweiz nach Frankreich, England, Holland und in die scandinavischen Länder. Dort kam es oft zu schweren Kämpfen zwischen den Anhängern des Katholizismus und den Reformierten

Zunächst in die Schweiz. In Zürich fand sich der berühmte Reformator Huldrych/ oder auch Ulrich Zwingli, der Humanismus mit der Heiligen Schrift zusammen bringen wollte.
Er vertrat die Ansicht, dass die Eucharistiefeier nur symbolischen Charakter hätte, was später zum sog. ' Abendmahl- Streit' mit Luther führte.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Abendmahlsstreit

Seine Lehre verbreitete sich schnell in der deutschsprachigen Schweiz und führte zum Krieg zwischen diesen reformierten und den katholisch gebliebenen Kantonen.
In der Schlacht von Kappel, die die Katholiken am Albis 1531 gewannen, wurde Zwingli verletzt und starb an den Folgen.


In der Schweiz gab es noch einen weiteren bekannten Reformator, Johannes Calvin, der aus Frankreich stammte. Er wirkte in Genf.
Calvin lehrte die uneingeschränkte Allmacht Gottes und dass Gott das ewige Schicksal des Menschen willkürlich vorher bestimmen könne. 
Die sog. Prädestinations- Lehre. 
Ausserdem errichtete Calvin in Genf eine ' Theokratie' , er erstellte sehr strenge Gesetze, die das religiöse, politische, moralische und wirtschaftliche Handeln regelten. Er setzte diese mit ausserster Härte durch.
Es wurden einige Genfer Bürger auf sein Geheiß hin hingerichtet.
Ausserdem lehrte er, dass der politische Widerstand gegen die politische Obrigkeit erlaubt sei, sofern sie gegen das Evangelium verstoße.
Diese Lehre Calvins, hat auf Europa und die Welt grossen Einfluss ausgeübt.

Seine Befürworter waren in Frankreich bekannt als die Hugenotten, in England die Puritaner 


England
Entstehung der anglikanischen Kirche.

Heinrich VIII war mit Katharina von Aragon verheiratet, die ihm aber keinen männlichen Thronfolger schenkte. Ausserdem war er in die Hofdame Anne Bolayn verliebt und forderte von Papst Clemens VII die Annullierung der Ehe mit Katharina, dies verweigerte der Papst.
Daraufhin erklärte Heinrich VIII die Trennung von der RKK und erhob sich selbst zum Kirchenoberhaupt.

Von den Beamten und Geistlichen, forderte er den sog. Suprematseid. 
Den Treueschwur zur Königstreue.
Wer sich weigerte wurde verbannt, oder ermordet.



"Die Bewegungen die aus der Reformation entstanden"
https://www.christ-sucht-christ.de/christliches-forum/Klavierspielerin2/67192/

Kommentare

 
hansfeuerstein 10.01.2021 01:50
Vielen Dank, für den sachlichen und erinnernden Einblick. Es sind inzwischen viele Verständigungsbrücken gebaut worden, und auf diesen sollte man weiter aufbauen.
 
Shira 14.01.2021 15:44
Danke für deine Mühe!!! Ich habe jetzt erst den Blog entdeckt! Viele Informationen..vielen Danke!🙂
 
Engelslhaar 14.01.2021 17:30
Eine wunderbare sachliche Erklärung der geschichtlichen Hintergründe!
 
Engelslhaar 10.09.2021 06:32
Die  Folgen zeigen sich hier täglich
 
pieter49 10.09.2021 07:51
06:32 Uhr, "Die Folgen zeigen sich hier taeglich" ...schrieb @Engelslhaar

Ja das stimmt!

Weniger von den Lutheranern.

...bedeutend mehr (!) von den Evangelikalen...
 
(Nutzer gelöscht) 10.09.2021 09:52
Eine Folge der Reformation war auch, dass wir Deutschen eine geeinte Sprache hatten, die Leute endlich auch Predigten in ihrer eigenen Sprache hören konnten. Das sollte man auch nicht vergessen.
 
Engelslhaar 10.09.2021 11:39
Die geeinte Sprache nutzte den Bauern während der entstandenen Konfessionskriege auch nichts
Deutsche Übersetzungen gab es schon vor Luther
 
Sherezade 25.03.2024 14:13
@ Klavierspielerin,
lass dich stehen...bin als lutherische Christin neugierig auf die Argumentation...ach so..in der Bibel kommt sola scriptura nicht vor..auch nicht in der Alten Kirche...
Mittlerweile weiss man, dass die Bibel und Schriften in einem Traditionsprozess entstanden sind...  genau deshalb auch ein anderes Verständnis von sola scriptura..
Hier wird sola scriptura meist nur verwendet um Verbalinspiration zu verkünden...dies funzt nicht mal mit Luthers ( incl.. der anderen Reformatoren) Verständnis von sola sciptura  vor 500 Jahren...
 
Sherezade 25.03.2024 14:15
Meinte: lass doch stehen🙂.
Naja, vielleicht kommt ja noch eine andere Begründung😆
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