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„500 Jahre Augsburger Bekenntnis -– auch für Katholiken wichtig“.."

„500 Jahre Augsburger Bekenntnis -– auch für Katholiken wichtig“.."
Die Landesbischöfin der deutschen lutherischen Nordkirche, Kristina Kühnbaum-Schmidt, war an diesem Donnerstag zusammen mit dem Spitzenteam des Lutherischen Weltbunds (LWB) zu Gast beim Papst in Rom.


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Interview
Nach der Audienz sprachen wir mit Kühnbaum-Schmidt über ihre Eindrücke. Sie ist seit 2023 Vizepräsidentin des Lutherischen Weltbundes (LWB) für Mittel- und Westeuropa.

„Es war eine sehr, sehr freundliche Atmosphäre, in der Papst Leo uns als Delegation des Lutherischen Weltbundes empfangen hat, und sie war getragen von einem Geist der Verständigung und der Ökumene. Die freundliche, aber auch sehr intellektuelle Art des Papstes hat mir persönlich sehr gut gefallen.“

Sie haben dem Papst ja auch ein besonderes Geschenk mitgebracht, nicht wahr?

„Ja, es waren sogar zwei besondere Geschenke. Das eine war ein Kreuz, das an das Reformationsjubiläum, das damals in Lund gefeiert wurde, erinnert. Und das andere war ein ganz aktuelles: aus einer Berufsschul-Initiative des Lutherischen Weltbundes in Jerusalem, wo junge Palästinenser eine Berufsausbildung bekommen. Dieses Geschenk war eine Keramik-Obstschale, die zwei besondere Zeichen der Verständigung trägt – das eine den Granatapfel und das andere den Ölzweig, das Zeichen des Friedens.“

„Natürlich freuen wir uns als Lutheraner insbesondere darauf, dieses Jubiläum im Jahr 2030 in Augsburg zu feiern“

2030 jährt sich zum 500. Mal das „Augsburger Bekenntnis“, die „Confessio Augustana“. Darauf ist auch der Papst in seiner Rede eingegangen, nicht wahr?

„Ja, sowohl der Papst als auch unser Präsident des Lutherischen Weltbundes. Beide haben an dieses wichtige Datum erinnert, und es war schön zu merken, dass dieses Datum nicht nur für uns als Lutheraner ein wichtiges Datum ist, sondern auch für die katholische Kirche, für den Vatikan, für den Papst. Natürlich freuen wir uns als Lutheraner insbesondere darauf, dieses Jubiläum im Jahr 2030 in Augsburg zu feiern, mit der Weltversammlung des Lutherischen Weltbundes. Wir freuen uns sehr, dass wir in Augsburg zu Gast sein dürfen, dass die bayerische Kirche, aber auch die Stadt Augsburg und die deutschen lutherischen Kirchen Gastgeber sind und dass die Welt kommen wird: Lutherische Menschen aus der ganzen Welt werden nach Augsburg kommen und freuen sich auf dieses besondere Ereignis und natürlich darauf, auch an die ‚Confessio Augustana‘ zu erinnern.“

„Die Aktualität dieser Enzyklika, die fällt einem ja geradezu fast täglich vor die Füße!“

Sie wollten noch ein anderes Thema ansprechen…

„Ja, die Enzyklika des Papstes – die letzte, in der er sich insbesondere auch mit Künstlicher Intelligenz befasst hat. Die klare Position, die Orientierung daran, dass Künstliche Intelligenz den Menschen dienen soll und dass deren Grenzen gut ausgelotet werden müssen, die Aktualität dieser Enzyklika, die fällt einem ja geradezu fast täglich vor die Füße! Und deshalb ist das eine Schrift, die ich mit sehr, sehr großem Interesse gelesen habe und die ich für sehr inspirierend halte.“

Das Interview mit Bischöfin Kühnbaum-Schmidt führte Stefan v. Kempis von Radio Vatikan.

 (vatican news)

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Kommentare

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Herrklavierspieler 01.10.2026 21:21
Papst Leo würdigt „Augsburger Bekenntnis“

Leo XIV. setzt auf ein gemeinsames ökumenisches Gedenken an das „Augsburger Bekenntnis“ im Jahr 2030. Das sagte er an diesem Donnerstag zum Führungsteam des Lutherischen Weltbunds (LWB), das er im Vatikan zu einer Audienz empfing.
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„Auf unserem gemeinsamen Weg vom Konflikt zur Gemeinschaft gibt es besondere Momente“, so der Papst. „Das Jahr 2030, in dem sich der 500. Jahrestag des Augsburger Bekenntnisses jährt, kann zu einem solchen gemeinsamen Moment werden: zu einer tiefgreifenden ökumenischen Erfahrung, die unseren Schritten auf dem Weg zur vollen und sichtbaren Einheit neue Kraft und Freude schenken kann.“

Das „Augsburger Bekenntnis“ (lat. Confessio Augustana) war die erste umfassende Glaubensdarstellung der lutherischen Reform; sie wurde maßgeblich von Philipp Melanchthon in enger Verbindung mit Martin Luther verfasst und Kaiser Karl V. auf einem Reichstag überreicht.

„Als die ‚Confessio Augustana‘ am 25. Juni 1530 in Augsburg verlesen wurde, war die Einheit der westlichen Kirche zwar gefährdet, aber noch nicht zerbrochen“, so Papst Leo. „Die Verfasser der ‚Confessio Augustana‘ hatten – wie mein Vorgänger, der heilige Johannes Paul II., sagte – ‚die Absicht, ihr Bekenntnis zu einer heiligen, katholischen und apostolischen Kirche zu bezeugen‘. Die Confessio Augustana war ursprünglich als Dokument der Versöhnung innerhalb der Kirche gedacht. Erst später wurde sie schließlich als spaltender Bekenntnistext ver
standen.“

Das vorkonfessionelle ökumenische Potenzial der ‚Confessio Augustana‘ bekräftigen“


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„Mit Blick auf das Jahr 2030 wäre es wünschenswert, dass es uns erneut gelänge, gemeinsam das vorkonfessionelle ökumenische Potenzial der ‚Confessio Augustana‘ zu bekräftigen. Ich richte einen aufrichtigen Appell an alle Gläubigen und insbesondere an die Theologen, ihre Aufmerksamkeit auf Christus und sein Evangelium zu richten. Kehren wir mit tiefer Hingabe zu unseren gemeinsamen Wurzeln zurück, zum Glauben der Urkirche und zu den Kirchenvätern, um das apostolische und vorkonfessionelle Erbe wiederzuentdecken, das uns wahrhaftig als Brüder und Schwestern in Christus verbindet.“

„Keine Übung in kirchlicher Diplomatie“
Des Weiteren lobte der Papst bei der Audienz für den Lutherischen Weltbund die bisher erreichten Konsensdokumente; namentlich die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ vor einem Vierteljahrhundert sei „ein Meilenstein auf dem ökumenischen Weg“ gewesen. Ökumene sei „keine Übung in kirchlicher Diplomatie“, zitierte Leo dann seinen Vorgänger Franziskus, „sondern ein Weg der Gnade“. Das Ziel bleibe eine „erneuerte Gemeinschaft im Glauben der Apostel, in den Sakramenten und Ämtern“.

(vatican news – sk)

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(Nutzer gelöscht) 02.10.2026 10:40
Interessant , 

In Punkt 28 des Bekenntnisses steht auch deutlich , dass die Lutheraner den Sonntag als Versammlungs- und Ehrentag der Auferstehung für Christen bezeugen und auch , dass der Sabbat als altes Gesetz abgeschlossen und inJesus erfüllt ansehen.

Der Sonntag ist bei  den Lutheranern zwar der wichtige Tag aber sie betonen dass es keinen Zwang und keine Sünde wäre am Sonntag nicht zum Gottesdienst zu gehen. 

Bei Katholiken ist das anders , beim Sonntag wird von Pflicht , Geschenk und Angebot gesprochen ,in der katholischen neueren Erklärung wurde auch  bewusst auf das Wort Sünde verzichtet.


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Es gibt meiner Meinung nach auch ein taktisches Interesse an der Ökumene :
Man möchte auch due Evangelische Kircche an sich binden um sie vor ihren eigenen Irrtümern und Sekteneinflüssen zu bewahren .
Indem die Evangelische Kirche mit der Katholischen verbunden bleibt ,läuft sie nicht Gefahr abzugleiten oder von protestantischen Sekten unterlaufen zu werden .

Die Ökumene bedeutet also Stabilität für beide Seiten .
Und schließlich möchte der Papst Ansprechpartner für alle Christen sein , ein Anker in der Welt sein.

Cherub
 
Engelslhaar 02.10.2026 12:14
Cherub, interessante Sichtweise, da könnte etwas dran sein!
 
paloma 02.10.2026 12:36
Die gr Kirchen reden mir immer ein bisschen schnell von Sekten @ Cherub, das finde ich ungeprüft pauschal u etwas respektlos, da dort oft weitaus lebendigeres Christentum vorzufinden ist. Das ist vermutlich der Grund, dass sie Zulauf haben.
 
Herrklavierspieler 02.10.2026 12:47
" Sekten" bedeutet auf deutsch " De- Nomination" und bilden sich durch Abspaltung von ihrer Mutterkirche.

@Paloma: Es ist also eine korrekte Bezeichnung, allerdings negativ belegt.

https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/das-junge-politik-lexikon/321116/sekte/
 
Herrklavierspieler 02.10.2026 13:13
Ich kann zum Thema sagen, dass Papst Franziskus vor einigen Jahren ein Schreiben an christliche De- Nominationen verfasste: " Bischof unter Bischöfen". Er will helfen!
 
hansfeuerstein 03.10.2026 00:31
Wer da wen mehr beeinflusst, darf man in der Realität getrost als offen bezeichen.
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