Was sind& wie entstehen Denominationen
15.05.2026 18:18
Was sind& wie entstehen Denominationen
15.05.2026 18:18
Was sind& wie entstehen Denominationen
Eine religiöse Denomination ist eine Untergruppe innerhalb einer Konfession oder Religion.
In der Religionssoziologie wird der Begriff Denomination für Religionsgemeinschaften verwendet, die nicht auf dem Prinzip der Mitgliedschaft von Gesamtbevölkerungen basieren (Staatskirche, Volkskirche), die aber auch nicht bloße Vereins- oder Freiwilligenkirchen sind.
Am Ursprung einer Denomination steht ein historisches Ereignis, eine spezifische geografische und sozio-kulturelle Besonderheit. Neue Denominationen werden oft von einer oder mehreren herausragenden Persönlichkeiten geprägt, die den Anstoß zum Entstehen einer Sondergruppe innerhalb der religiösen Gemeinschaft geben. Anlass sind einzelne Glaubensinhalte, die stärker hervorgehoben werden, neue Überzeugungen oder Erfahrungen, die verbreitet werden, oder es sind veränderte Ansichten zu Glaubensaussagen, die in den Vordergrund treten. Oft geht es bei der angestrebten Veränderung auch um die Erneuerung ursprünglicher Glaubensinhalte, bzw. um eine religiöse Reformation.
Die entstandene Untergruppe bekommt – oft von außen – einen neuen Namen, um sie von der Herkunftsgemeinschaft und von anderen Denominationen begrifflich zu unterscheiden; manchmal wirken juristische Gründe mit. Die Namensgebung orientiert sich entweder an den Gründern der neuen Gemeinschaft (z. B. Mennoniten, Hutterer) oder an besonderen Inhalten, die erneuert oder neu beigefügt wurden (z. B. Baptisten wegen ihrer Praxis der Gläubigentaufe).
Begriff ' Sekte' wird umbenannt in ' De- Nomination ':
Die neue Denomination wird in ihren Anfängen von der ursprünglichen religiösen Gemeinschaft psychologisch oft als Abspaltung angesehen. Eine einfache „soziale Zellteilung“ liegt eher selten vor, weil intensive Gespräche und Gedanken vorausgehen, eventuell laut ausgetragener Streit. Beispiel: Eine dogmatisch auftretende, einflussreiche Gruppe wird als Vetorechts-Minorität empfunden. Eine Spaltung liegt erst vor, wenn sich eine Gruppe in einem ständigen Kommunikations-Rückstand wähnt und ihn über längere Zeit nicht aufzuholen weiß. Meistens führt dies zu Ablösungen Einzelner oder ideologisch nicht homogener Gruppen. Eine Neu-Gründung und damit eine Art Proto-Denomination geschieht erst, wenn eine Gruppe einen Kondensationspunkt für ein gemeinsames Wir-Gefühl erreicht, etwa durch einen wortgewaltigen Anführer in Kombination mit einer größeren Gruppe von Neuorientierungs-Willigen, welche eine Zukunft in Beständigkeit sucht. Damit kann die Proto-Denomination für die Einzelnen als plausible Option wahrgenommen werden.
Ursprünglich wurde der Begriff Denomination nur für christliche, hauptsächlich evangelische Glaubensgemeinschaften verwendet. In jüngerer Zeit wird er, besonders in den USA, auch für andere Glaubensgemeinschaften, beispielsweise des Judentums, gebraucht, wie orthodoxes, konservatives, liberales oder rekonstruktionistisches Judentum.
Nachweise u.A.:
Evangelisches Kirchenlexikon. Kirchlich-theologisches Handwörterbuch (hrsg. von Heinz Brunotte und Otto Weber), Göttingen 1958, S. 863.
Joachim Matthes: Denomination. In: Werner Fuchs-Heinritz u. a. (Hrsg.): Lexikon zur Soziologie. 5. Auflage. Springer VS, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-19670-1, S. 131.
In der Religionssoziologie wird der Begriff Denomination für Religionsgemeinschaften verwendet, die nicht auf dem Prinzip der Mitgliedschaft von Gesamtbevölkerungen basieren (Staatskirche, Volkskirche), die aber auch nicht bloße Vereins- oder Freiwilligenkirchen sind.
Am Ursprung einer Denomination steht ein historisches Ereignis, eine spezifische geografische und sozio-kulturelle Besonderheit. Neue Denominationen werden oft von einer oder mehreren herausragenden Persönlichkeiten geprägt, die den Anstoß zum Entstehen einer Sondergruppe innerhalb der religiösen Gemeinschaft geben. Anlass sind einzelne Glaubensinhalte, die stärker hervorgehoben werden, neue Überzeugungen oder Erfahrungen, die verbreitet werden, oder es sind veränderte Ansichten zu Glaubensaussagen, die in den Vordergrund treten. Oft geht es bei der angestrebten Veränderung auch um die Erneuerung ursprünglicher Glaubensinhalte, bzw. um eine religiöse Reformation.
Die entstandene Untergruppe bekommt – oft von außen – einen neuen Namen, um sie von der Herkunftsgemeinschaft und von anderen Denominationen begrifflich zu unterscheiden; manchmal wirken juristische Gründe mit. Die Namensgebung orientiert sich entweder an den Gründern der neuen Gemeinschaft (z. B. Mennoniten, Hutterer) oder an besonderen Inhalten, die erneuert oder neu beigefügt wurden (z. B. Baptisten wegen ihrer Praxis der Gläubigentaufe).
Begriff ' Sekte' wird umbenannt in ' De- Nomination ':
Die neue Denomination wird in ihren Anfängen von der ursprünglichen religiösen Gemeinschaft psychologisch oft als Abspaltung angesehen. Eine einfache „soziale Zellteilung“ liegt eher selten vor, weil intensive Gespräche und Gedanken vorausgehen, eventuell laut ausgetragener Streit. Beispiel: Eine dogmatisch auftretende, einflussreiche Gruppe wird als Vetorechts-Minorität empfunden. Eine Spaltung liegt erst vor, wenn sich eine Gruppe in einem ständigen Kommunikations-Rückstand wähnt und ihn über längere Zeit nicht aufzuholen weiß. Meistens führt dies zu Ablösungen Einzelner oder ideologisch nicht homogener Gruppen. Eine Neu-Gründung und damit eine Art Proto-Denomination geschieht erst, wenn eine Gruppe einen Kondensationspunkt für ein gemeinsames Wir-Gefühl erreicht, etwa durch einen wortgewaltigen Anführer in Kombination mit einer größeren Gruppe von Neuorientierungs-Willigen, welche eine Zukunft in Beständigkeit sucht. Damit kann die Proto-Denomination für die Einzelnen als plausible Option wahrgenommen werden.
Ursprünglich wurde der Begriff Denomination nur für christliche, hauptsächlich evangelische Glaubensgemeinschaften verwendet. In jüngerer Zeit wird er, besonders in den USA, auch für andere Glaubensgemeinschaften, beispielsweise des Judentums, gebraucht, wie orthodoxes, konservatives, liberales oder rekonstruktionistisches Judentum.
Nachweise u.A.:
Evangelisches Kirchenlexikon. Kirchlich-theologisches Handwörterbuch (hrsg. von Heinz Brunotte und Otto Weber), Göttingen 1958, S. 863.
Joachim Matthes: Denomination. In: Werner Fuchs-Heinritz u. a. (Hrsg.): Lexikon zur Soziologie. 5. Auflage. Springer VS, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-19670-1, S. 131.
Kommentare
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hansfeuerstein 15.05.2026 21:24
Man darf dabei die individuellen Erfahrungen und Biographien nicht ausser Acht lassen.
pieter49 15.05.2026 21:39
Ach ja ; wo es Menschen gibt, da gibt es persönliche Ansichten und Auffassungen...
...und unterschiedliches Verständnis.
Vielleicht wird das später anders (?), wenn wir KI gesteuert werden...
Aber dann sind wir im Zombie-Zeitalter !!
Oder ?
...und unterschiedliches Verständnis.
Vielleicht wird das später anders (?), wenn wir KI gesteuert werden...
Aber dann sind wir im Zombie-Zeitalter !!
Oder ?
Amilia 16.05.2026 14:55
Hab mal was über den "Bund freier katholischer Gemeinden" gehört. Ist das eine Abspaltung?
Weiß nichts Näheres.
Weiß nichts Näheres.
vertrauen2015 16.05.2026 15:17
@amilia
das wäre dann das Alt-Katholisch. Die gibt es bundesweit. Inzwischen 60 Zusammenschlüsse, die den synodalen Weg gehen.
ist aber auch nur meine Vermutung 14:55
das wäre dann das Alt-Katholisch. Die gibt es bundesweit. Inzwischen 60 Zusammenschlüsse, die den synodalen Weg gehen.
ist aber auch nur meine Vermutung 14:55

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