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Der Papst reist am Samstag nach Monaco

Der Papst reist am Samstag nach Monaco
Papst Leo XIV. verbringt den kommenden Samstag im Fürstentum Monaco. Es ist erst seine zweite Auslandsreise seit der Wahl zum Papst. Einzelheiten der Visite wurden am Mittwoch Mittag im vatikanischen Presseamt vorgestellt. Aber warum gerade Monaco?
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Das fragten wir unseren Kollegen Stefan v. Kempis.

„Zum einen muss man bedenken, dass zum letzten Mal vor ungefähr 500 Jahren ein Papst in Monaco war; in dieser Hinsicht war der Kleinstaat jetzt einfach mal dran. Außerdem hat das Fürstentum den Katholizismus sogar als Staatsreligion: Über achtzig Prozent der Einwohner sind Katholiken. Und die Beziehungen zwischen Monaco und dem Heiligen Stuhl, die immerhin ins 13. Jahrhundert zurückreichen, sind sehr gut; seit 1957 ist die Fürstenfamilie regelmäßig zu Gast im Vatikan. Das alles sind, für sich genommen, schon gute Gründe für einen Papstbesuch.“

Nun ist Monaco aber ein Eldorado der Gutbetuchten, mit Yachthafen und Casino. Und der Heilige Stuhl sieht sich doch eigentlich als Stimme der Armen und Vergessenen…

„In dieser Hinsicht gilt, was Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin 2021 bei einem Besuch in Monaco gesagt hat. ‚Monaco ist ein Wirtschaftszentrum, ja – aber die Kirche muss in allen sozialen Milieus präsent sein.‘ Und außerdem sei Monaco auf internationalem Niveau ein wichtiger Partner des Heiligen Stuhls, auch in der Entwicklungsarbeit in Afrika und dem Nahen Osten. Vatikansprecher Matteo Bruni hat an diesem Mittwoch bei der Vorstellung der Reise klargemacht, dass es politisch einige Schnittmengen in den Positionen von Monaco und dem Heiligen Stuhl gibt: beim Blick auf Europa, im Einsatz für die Umwelt, in Sachen Lebensschutz. Im Übrigen – darauf hat der für Monaco zuständige Erzbischof David in einem Interview mit uns hingewiesen – gibt es auch in Monaco viel versteckte Armut. Nicht das augenfällige, blanke Elend, aber viel Einsamkeit, innere Leere, Familiendramen, ebenso wie Menschen, die dort für ein bescheidenes Gehalt arbeiten und unter teils prekären Bedingungen leben…“

„Monaco ist ein Wirtschaftszentrum, ja – aber die Kirche muss in allen sozialen Milieus präsent sein“


Papst Franziskus ist während seines Pontifikats (2013-25) nie nach Monaco gereist, obwohl man ihn durchaus eingeladen hatte…

„Das stimmt. Franziskus hat auch nicht London, Paris oder Berlin besucht, sondern ist schwerpunktmäßig an die ‚Peripherien‘ gereist, die er als ‚Papst vom anderen Ende der Welt‘ ins allgemeine Bewusstsein zurückholen wollte. Aber auch Franziskus hat zum Beispiel im Jahr 2021 etwa 300 Mitglieder des Hauses Habsburg bei sich im Vatikan empfangen oder 2024 den internationalen Finanzplatz Singapur bereist, hatte also in dieser Hinsicht keine Berührungsängste. Und auch Franziskus reiste häufig ganz speziell in Städte am Mittelmeer, woraus sich umrissweise so etwas wie eine Theologie des Mittelmeers abzeichnete: das Mittelmeer als Raum, wo sich Kulturen kreuzen. Außerdem gibt es eine Verbindung zwischen Leos Monacoreise und der letzten Reise von Papst Franziskus, die ihn bekanntlich 2024 auf die Insel Korsika führte, denn die Geschichte der Schutzpatronin Korsikas, der heiligen Devota (Dévote), ist eng mit der Geschichte Monacos verbunden. Und sowohl Franziskus in Korsika als jetzt auch Leo in Monaco kratzen mit ihren Reisen sozusagen an der französischen Peripherie…“

Worauf wird es ankommen bei der Papstreise nach Monaco?

„Vor allem auf das, was Leo sagt. Auch in einer Umgebung des Luxus ist Leo XIV., dessen erstes größeres apostolisches Schreiben um das Thema Armut kreiste, der Vertreter einer Kirche der Armen. Auch Jesus hatte keine Scheu, gerade im Haus von reichen Leuten – von Zöllnern beispielsweise – das Evangelium zu verkünden. Auch das gehört zum Auftrag der Kirche…“

(vatican news - sk)

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Kommentare

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Engelslhaar 26.03.2026 10:00
Ich werde mir einen Teil der Übertragungen über vaticannews anschauen.
Danke, dass du uns stets auf dem Laufenden hältst.
 
hansfeuerstein 26.03.2026 20:53
Monaco soll vor allem bleiben wie es ist, sie fahren gut damit
 
Klavierspielerin2 27.03.2026 16:02
Monaco und der Heilige Stuhl: Viele Gemeinsamkeiten
Von Lebensschutz und Frieden bis hin zu Künstlicher Intelligenz und Ökologie – das Fürstentum Monaco und der Vatikan finden bei zahlreichen Fragen Gemeinsamkeiten. Beide Staaten fördern auf ihre Weise gemeinsame Werte. Interview mit dem Botschafter von Monaco beim Heiligen Stuhl.
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Philippe Orengo ist seit 2022 Monacos Botschafter beim Heiligen Stuhl. Nach der Einladung von Fürst Albert II. an Papst Leo XIV. am 17. Januar reiste er in den vergangenen Wochen mehrfach zwischen Rom und dem Fürstentum hin und her, um den Papstbesuch am Samstag (28. März) vorzubereiten. In einem Interview mit den Vatikanmedien betont er die Bedeutung dieses Besuchs für den - nach dem Vatikan - zweitkleinsten Staat der Welt, die Lebendigkeit der Kirche in Monaco und die vielen Gemeinsamkeiten zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Fürstentum.

Historischer Moment
Der Papstbesuch in Monaco, wo der Katholizismus Staatsreligion ist, sei ein „historischen Moment“, so der Botschafter: „Wir nehmen ihn umso sensibler wahr, da es die erste Europareise des Heiligen Vaters im ersten Jahr seines Pontifikats ist – eine beachtliche Tatsache. Und vor allem symbolisch fällt er auf den Vorabend des Palmsonntags, der den Beginn der Karwoche für alle Katholiken markiert. In einem Staat wie dem unseren, in dem die apostolische, römisch-katholische Religion Staatsreligion ist, kann dies nur eine besondere Bedeutung haben.“ Den letzten Papstbesuch erhielt Monaco 1538 durch Paul III., der auf dem Rückweg von den spanisch-französischen Friedensverhandlungen in Nizza Station im Fürstentum machte.


Pastorales Programm mit vier Papst-Ansprachen
Das Programm des eintägigen Papstbesuches in Monaco sei überwiegend pastoral, so der Botschafter weiter. Die erste Europareise des Heiligen Vaters stößt auf großes Interesse – so waren die 15.000 Plätze für die Messe im Stadion Louis II innerhalb kürzester Zeit vergeben. Diese Messe sei ein Höhepunkt der Papstreise und „hochsymbolisch“, so der Botschafter, der auch weitere Stationen des Papstbesuches kommentiert:

„Neben dem üblichen Höflichkeitsbesuch, der für apostolische Reisen typisch ist, wird der Heilige Vater zunächst die Kathedrale von Monaco besuchen, die der Unbefleckten Empfängnis geweiht ist. Dort wird er mit dem Klerus und der Kirche – den treibenden Kräften unserer Diözese – zu einem tief bewegenden Gottesdienst zusammentreffen. Selbstverständlich wird er dort auch die Gelegenheit haben, eine Predigt zu halten, der wir innig und mit Aufmerksamkeit, aber auch mit einem tiefen Verantwortungsgefühl folgen werden. Wir wissen, dass der Papst sich mit seinen Worten nicht nur an das monegassische Volk oder die lokale Bevölkerung wendet. Seine Botschaft ist stets universell.“

Wachsendes Bedürfnis nach Spiritualität
Auch werde der Papst in Monaco nach der Kathedrale in der Kirche Sainte-Devota einkehren. Diese sei für die Menschen in Monaco „von großer symbolischer Bedeutung, da sie an der Stelle einer Kapelle steht, die der Legende nach dort errichtet wurde, wo das Boot der Heiligen Devota nach ihrem Martyrium auf Korsika während der diokletianischen Verfolgungen strandete“. Papst Leo trifft an diesem Ort Neugetaufte, Katechumenen und Jugendliche. Es heißte immer, die Welt sei zunehmend säkularisiert und entsakralisiert, so der Botschafter. Das stimme aber nur „zum Teil“, wendet er ein:

„Wir dürfen nicht vergessen, dass es in Europa seit geraumer Zeit ein spürbares Bedürfnis nach Spiritualität gibt. Wir versuchen, dieser Bewegung einen offenen Raum zu bieten, einen Ort des Zuhörens. Das ist die große Herausforderung dieser spirituellen Erneuerung: nicht überwältigt zu werden und diese Menschen willkommen zu heißen, um ihrer Sehnsucht nach Transzendenz zu begegnen. Bedenkt man, dass von 40.000 Einwohnern nur 10.000 Monegassen sind, ist es außerordentlich bedeutsam, dem Heiligen Vater 70 bis 80 Katechumenen und Neophyten vorstellen zu können. Es ist praktisch beispiellos und sehr ermutigend.“

Eine Überraschung
Dass sich Papst Leo doch so schnell entschieden habe, das Fürstentum zu besuchen, sei „eine angenehme Überraschung für alle gewesen“, so der Botschafter. Fürst Albert II. habe sich lange gewünscht, einen Papst empfangen zu können.

„Bereits unter Benedikt XVI. gab es entsprechende Bemühungen, die jedoch aufgrund unvorhergesehener Umstände scheiterten. Auch Papst Franziskus hatten wir Einladungen ausgesprochen, die kurz vor der endgültigen Bestätigung standen, als erneut tragische Ereignisse dazwischenkamen. Als Fürst und Fürstin Charlène im Mai 2025 zur Inthronisation von Papst Leo XIV. kamen, hatten sie, wie alle anderen Staatsoberhäupter, die Gelegenheit, ihn nach der Zeremonie zu begrüßen. Ich denke, von diesem Moment an knüpften sie eine Verbindung.“ Vor allem die „Ruhe, natürliche Autorität und Gelassenheit“ des Papstes habe das Fürstenpaar beeindruckt.

Vielfältige Kirche
Die Erzdiözese Monaco ist flächenmäßig eine der kleineren Diözesen der Welt mit etwa 29.000 Katholiken. Die katholische Kirche in Monaco sei „lebendig und vielfältig“, ihre Botschaft spreche alle Schichten der Gesellschaft mit ihren rund 150 Nationalitäten an, so der Botschafter. „Wir haben sehr Reiche, wir haben Arme, wir haben Menschen aus der Mittelschicht; wir sind eine ganz normale Gesellschaft, weit entfernt von den immer wiederkehrenden Klischees, die Monaco leider oft karikaturhaft darstellen“, ist dem Botschafter wichtig zu betonen.

„Der Heilige Vater scheint ein sehr intensives Interesse am Katholizismus in Europa zu haben.“

" Darüber hinaus gibt es, glaube ich, ein neues Anliegen“, fährt er fort: „Der Heilige Vater scheint ein sehr intensives Interesse am Katholizismus in Europa zu haben. Er vernachlässigt die Randgebiete nicht, sondern ergänzt das, was Papst Franziskus so intensiv verfolgt hat: die Idee, dass Säkularisierung und Entsakralisierung in Europa nicht unvermeidlich sind, ganz im Gegenteil. Diese alten katholischen Gebiete dürfen nicht in der Vergangenheit verharren, wie Museen des Katholizismus oder Religionsmuseen. Sie sind Gebiete, die wieder fruchtbarer Boden für Religion werden und mancherorts sogar florieren.“

Viele Übereinstimmungen
Zwischen Monaco und dem Heiligen Stuhl bestünden viele Gemeinsamkeiten, „seien es soziale, moralische, ethische oder auch bioethische Fragen“, so der Botschafter weiter: „Dies liegt daran, dass wir gemeinsam mit dem Heiligen Stuhl den erheblichen Vorteil haben, an langfristigen Projekten arbeiten zu können. Wir sind nicht durch politische Unwägbarkeiten eingeschränkt. Eine weitere Gemeinsamkeit mit dem Heiligen Stuhl besteht darin, dass wir keine wirklichen nationalen Interessen zu verteidigen haben. Natürlich hat das Fürstentum, wie alle Staaten, unweigerlich nationale Interessen. Aber wir sind in der Lage, diese zu überwinden, um zeitlose und universelle Botschaften zu vermitteln. Wir setzen uns mit ganzer Kraft für die uneingeschränkte Würde des Menschen ein.“

Dabei strebe man danach, „den Prinzipien gerecht zu werden, die wir uns selbst gesetzt haben“. So habe der Fürst, als er ein Gesetz zur zur Straffreiheit von Abtreibung bis zur zwölften Woche im Fürstentum im November 2025 stoppte, die Bedeutung des Katholizismus in der Gesellschaft und den Stellenwert christlicher Werte bekräftigt. Auch stimme man in Monaco mit Ansichten des Heiligen Stuhls zur Künstlichen Intelligenz überein, ebenso gebe es Übereinstimmungen in „wichtigsten Fragen der Bewahrung der Schöpfung“ und der Friedensarbeit.

„Wir unterstützen denselben Frieden und dieselben Mittel wie der Heilige Stuhl: Vermittlung, Schlichtung, Dialog, Zuhören und ganz sicher keine militärischen Methoden, auch nicht beim Konzept des gerechten Krieges. Wir teilen auch die zunehmenden Vorbehalte gegenüber der Rechtfertigung dieser Art von Kriegführung. Wir haben keine wirklichen Meinungsverschiedenheiten. Wir mögen in einigen spezifischen Punkten unterschiedliche Herangehensweisen haben. Was ich aber vor allem betonen möchte, ist die sehr starke Übereinstimmung.“

Der Besuch am Samstag
Leo XIV. besucht am Samstag den zweitkleinsten Staat der Welt als erster Papst seit fast 500 Jahren. Das am längsten bestehende katholische Herrscherhaus Europas pflegt seither Beziehungen mit dem Papsttum.

Der Papst wird am Tag vor Palmsonntag nach zweistündigem Helikopterflug um 9 Uhr in Monaco erwartet. Nach der Begrüßung im Fürstenpalast will er dort ein Grußwort sprechen. Anschließend stehen Treffen mit der katholischen Gemeinschaft in der Kathedrale sowie mit Jugendlichen auf dem Programm, jeweils mit Predigt bzw. Rede des Papstes. Um 15.30 Uhr hält er eine Messe samt Predigt im Fußballstadion des AS Monaco. Nach der offiziellen Verabschiedung besteigt Leo XIV. wieder den Hubschrauber, um gegen 19.45 Uhr im Vatikan zu sein.

(vatican news – pr)

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Klavierspielerin2 28.03.2026 07:58
Papst Leo XIV. an diesem Samstag im Fürstentum Monaco

Der Papst ist an diesem Samstag in Monaco. Laut Reiseplan startete er am frühen Morgen per Helikopter vom Vatikan aus. Leos Ankunft an der französischen Riviera ist für 9 Uhr geplant.

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Der Papstbesuch in dem Fürstentum ist ein historisches Ereignis: Leo XIV. ist der erste Papst der Neuzeit in dem Stadtstaat. Leo folgt einer persönlichen Einladung von Fürst Albert II. von Monaco, der ihn am 17. Januar eingeladen hatte. Die eintägige Reise findet kurz vor Auftakt der Karwoche statt; am Sonntag schon feiert Leo XIV. die Palmsonntagsmesse auf dem Petersplatz.

Grußtelegramm
In einem Grußtelegramm an den Präsidenten der italienischen Republik, Sergio Mattarella, signalisierte der Papst, er wolle mit seiner Reise das christliche Zeugnis und den Aufbau des Gemeinwohls fördern. Er wünsche Italien „spirituellen, zivilen und sozialen Fortschritt“, so Leo XIV. Es ist üblich, dass der Papst bei Reisen Grußtelegramme an die Nationen absetzt, die er überfliegt.

Vier Ansprachen
In Monaco hält der Papst vier Ansprachen, trifft den Fürsten, die katholische Gemeinschaft und die Jugend. Höhepunkt ist eine große Messe am Nachmittag. Radio Vatikan überträgt alle Höhepunkte mit deutscher Live-Kommentierung.

Einer der ältesten Staaten der Welt
Das an der Côte d'Azur gelegene Monaco ist einer der ältesten Staaten der Welt: Seine Ursprünge werden im Allgemeinen auf Francesco Grimaldi zurückgeführt, einem genuesischen Guelfen-Adligen, der 1297 die Burg eines ghibellinischen Rivalen eroberte. Ein Papst war schon vor Ort: Im Jahr 1538 machte Papst Paul III. nach den spanisch-französischen Friedensverhandlungen in Nizza Station in dem Fürstentum.

Katholizismus ist Staatsreligion
Der Katholizismus ist in Monaco Staatsreligion, die Verfassung von 1962 garantiert Religionsfreiheit für die über 38.000 Einwohner, von denen 31.500 Katholiken sind. Die Geschichte der Ortkirche reicht bis ins Jahr 1887 zurück, als Papst Leo XIII. mit der päpstlichen Bulle „Quemadmodum sollicitus Pastor“ das Bistum Monaco gründete. Im nächsten Jahr feiert das heutige Erzbistum sein 140-jähriges Bestehen sowie den 780. Jahrestag der ersten Pfarrei, die am 6. Dezember 1247 von Papst Innozenz IV. mit der päpstlichen Bulle „Pro Puritate“ gegründet wurde.

Erste internationale Reise in diesem Jahr
Monaco ist nach der Vatikanstadt der zweitkleinste Staat der Welt. Die Papstreise in das Fürstentum ist die erste internationale Reise des Papstes in diesem Jahr und die erste innereuropäische Reise von Leo XIV. Im November war er in der Türkei und im Libanon gewesen, im April geht es für zehn Tage nach Afrika, wo Papst Leo vier Länder besuchen will.

(vatican news – pr)
 

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Klavierspielerin2 28.03.2026 08:23
Parolin: Papstreise nach Monaco Einladung zu Glaube und Begegnung

Das Fürstentum Monaco freut sich auf den Besuch von Leo XIV. an diesem Samstag. „Kleine Nationen erweisen sich als natürliche Hüter des Multilateralismus“, betont der vatikanische Staatssekretär Kardinal Pietro Parolin am Vorabend der Reise.

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L
Massimiliano Menichetti - Vatikanstadt

Das Fürstentum Monaco erwartet den Papst. Die erste „europäische“ Reise außerhalb Italiens soll ein konkretes Zeichen der Nähe und der Ermutigung im Glauben sein – nicht nur für die Gemeinschaft des kleinen katholischen Staates, sondern für die gesamte Menschheit. Für Kardinal Pietro Parolin, Staatssekretär des Vatikans, besteht die Hoffnung darin, dass „diese Reise der Mission der Ortskirche neuen Schwung verleiht und das gemeinsame Engagement in dringenden Bereichen stärkt“, etwa beim Schutz der Schöpfung, der Verteidigung des Lebens und der Förderung internationaler Solidarität, ohne dabei „die Schwächsten“ zu vergessen.

Eminenz, welche Bedeutung hat der Besuch des Heiligen Vaters im Fürstentum Monaco?

Kardinal Pietro Parolin, vatikanischer Staatssekretär: Wie bekannt ist, handelt es sich um das erste europäische Reiseziel außerhalb Italiens, das Papst Leo XIV. ansteuert – eine durchaus originelle Wahl. Historisch gesehen hat diese Reise auch eine besondere Bedeutung, denn der letzte Besuch eines Papstes in Monaco geht auf das 16. Jahrhundert zurück, als Paul III. im Rahmen von Friedensverhandlungen zwischen Karl V. und Franz I. dorthin reiste.

Zudem gibt es zahlreiche, im heutigen europäischen Kontext durchaus außergewöhnliche Übereinstimmungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Monaco – wo die katholische Religion weiterhin Staatsreligion ist –, insbesondere bei der Verteidigung des Lebens und in bioethischen Fragen. Schließlich sind von den 40.000 Einwohnern des Fürstentums etwa 10.000 monegassische Staatsbürger, die ihren Traditionen und besonderen Frömmigkeitsformen sehr verbunden sind – Grundlagen ihrer Identität, ihrer Einheit und der Kontinuität ihrer Institutionen. Ich denke dabei insbesondere an das wichtige Fest der heiligen Devota Ende Januar. So steht der institutionelle Besuch des Papstes in vollkommener Übereinstimmung mit der pastoralen Dimension des Nachf
olgers Petri.

Monaco ist einer der kleinsten Staaten der Welt. Wie können solche Realitäten in einer Welt voller Spannungen und Kriege zur Schaffung einer gerechten und friedlichen internationalen Ordnung beitragen?

Kardinal Parolin: In einer Zeit, in der das Völkerrecht geschwächt erscheint und bisweilen von einer „Logik der Macht“ überlagert wird – mit der gefährlichen Rückkehr von Theorien, die Präventivkriege rechtfertigen –, erweisen sich kleine Nationen als natürliche Hüter des Multilateralismus. Für kleine Staaten ist das Recht keine Last, sondern die wichtigste Garantie für ihr Überleben und ihre Freiheit. Internationale Bedeutung misst sich heute nicht mehr nur an militärischer Stärke, sondern auch an moralischer Glaubwürdigkeit und der Fähigkeit, als neutrale Brücken für Versöhnung zu wirken. Realitäten wie Monaco zeigen, dass echte Sicherheit nicht in Waffen liegt, sondern in stabilen Beziehungen. Dauerhafter Frieden muss „gerecht“ sein und auf der Würde des Menschen beruhen. Häufig sind es gerade kleine Staaten, die globale Themen wie den Schutz der Ozeane oder nachhaltige Entwicklung vorantreiben.

Der Papst betont, dass Frieden nicht mit Waffen geschaffen werden kann. Welche Botschaft könnte von dieser ersten Europareise ausgehen?

Kardinal Parolin: Die Wahl Monacos folgt auch einer strategischen Logik im Einklang mit der diplomatischen Tradition des Heiligen Stuhls. Es besteht eine Kontinuität zum vorherigen Pontifikat, das das Mittelmeer als „Labor des Friedens“ verstand, in dem das Zusammenleben in Vielfalt entwickelt werden kann. Schon in den 1950er Jahren erkannte Giorgio La Pira (Abgeordneter, Bürgermeister von Florenz mit ausgeprägtem Engagement für Arme und Frieden sowie Mitarbeiter an der italienischen Verfassung, Anm.) die geopolitische Bedeutung des Mittelmeerraums als Schlüsselregion für den Weltfrieden. Der Papst betont jedoch, dass echter Frieden mit der Einheit mit Gott und mit sich selbst beginnt. Nur ein innerlich versöhnter Mensch kann selbst zum Friedensstifter werden.

Welche Schritte sollten die europäischen Länder angesichts von Konflikten und Migration unternehmen?

Kardinal Parolin: Angesichts schwerer Konflikte und intensiver Migrationsbewegungen – allein in den ersten zwei Monaten des Jahres 2026 gab es über 600 Todesopfer im Mittelmeer – sind die europäischen Länder aufgerufen, ein „Leuchtturm der Zivilisation und Menschlichkeit“ zu sein. Es braucht Mut und Geduld, um Wege des Dialogs zu schaffen, ohne der Logik der Aufrüstung zu verfallen. Europa muss zu den Idealen seiner Gründerväter zurückfinden und die Würde des Menschen ins Zentrum stellen. Die Migrationsfrage lässt sich nicht durch Abschottung lösen, sondern nur durch die Bekämpfung ihrer Ursachen. Es braucht eine Strategie, die Aufnahme, Rechte und Integration verbindet. Wahre Sicherheit entsteht nicht durch Isolation, sondern durch verantwortungsvolle Offenheit.

Kann das Mittelmeer weiterhin eine Brücke zwischen Völkern und Religionen sein?

Kardinal Parolin: Das Mittelmeer ist nicht nur ein geografischer Raum, sondern ein spiritueller und kultureller Knotenpunkt. Diese Berufung muss täglich neu durch eine Kultur der Begegnung verwirklicht werden. Die Küsten dieses Meeres sind heute aufgerufen, Orte des interreligiösen Dialogs und der politischen Zusammenarbeit zu werden. Ziel ist es, geografische Nähe in echte geschwisterliche Nähe zu verwandeln. Trotz Spannungen gibt es bereits viele „Samen des Friedens“, die Hoffnung geben.

Welche Botschaft wird der Papst der katholischen Gemeinschaft in Monaco bringen?

Kardinal Parolin: Der Heilige Vater kommt, um die Gläubigen im Glauben zu stärken. Eine lebendige katholische Gemeinschaft kann Vorbild und Inspiration für andere europäische Länder sein. Sein Besuch wird eine Einladung sein, den Glauben zu vertiefen und das innere Leben zu erneuern. Zugleich zeigt die universale Dimension des Katholizismus, dass Offenheit gegenüber einer multikulturellen Gesellschaft möglich ist.

Was erwarten Sie persönlich von diesem Besuch?

Kardinal Parolin: Diese Apostolische Reise ist nicht nur ein diplomatischer Akt, sondern ein historischer Moment von großer kirchlicher Bedeutung. Papst Leo XIV., der erste Papst, der in der Neuzeit Monaco besucht, schreibt ein neues Kapitel in der langen Beziehung zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Fürstentum. Das Motto „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6) steht im Zentrum seiner Botschaft. Monaco zeigt, dass der katholische Glaube – auch als Staatsreligion – das gesellschaftliche Zusammenleben nicht einschränkt, sondern bereichert. Es ist ein Beispiel für eine „gesunde Laizität“, in der Kirche und Staat zusammenwirken können.

Die Hoffnung besteht darin, dass diese Reise der Ortskirche neuen Schwung verleiht und das Engagement in wichtigen Bereichen stärkt: beim Schutz der Schöpfung, der Verteidigung des Lebens und der Förderung internationaler Solidarität. Papst Leo XIV. kommt, um daran zu erinnern: Nur auf dem Weg der Wahrheit kann ein echter und dauerhafter Frieden entstehen.

(vatican news - cs)

 

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Klavierspielerin2 28.03.2026 08:35
Leo XIV. in Monaco: Historische Zäsur auf dem „Felsen“

Zum ersten Mal in der achthundertjährigen Geschichte der Beziehungen zwischen dem Papsttum und dem Fürstentum Monaco besucht ein amtierendes Kirchenoberhaupt den Kleinstaat. Unser Interview mit dem Historiker Thomas Fouilleron beleuchtet die tief verwurzelten ghibellinisch-guelfischen Ursprünge der Grimaldi-Dynastie, den völkerrechtlichen Status des Katholizismus als Staatsreligion und die Bedeutung des päpstlichen Besuchs für die Diplomatie beider Staaten.
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Die Beziehungen zwischen dem Papsttum und dem Fürstentum Monaco reichen bis ins Mittelalter zurück. Dennoch hat in acht Jahrhunderten kein amtierender Pontifex das Fürstentum besucht. Von diesem Standpunkt aus stellt der Besuch von Leo XIV. auf dem „Felsen“ am Samstag, den 28. März, ein historisches Ereignis für den zweitkleinsten Staat der Welt dar.

Nach einer kurzen Reise nach Korsika im Dezember 2024 markiert dieser Besuch einen weiteren Meilenstein in der päpstlichen Diplomatie. Thomas Fouilleron, Direktor des Archivs des Fürstenpalastes, erläutert im Gespräch mit den Vatikanmedien die Hintergründe dieser Verbindung.

Die historischen Wurzeln der Souveränität
Die Verbindung zwischen der Familie Grimaldi und dem Papsttum ist laut Fouilleron „fundamental“. Die Grimaldis, die sich im 13. Jahrhundert in Monaco niederließen, gehörten in der Republik Genua der Fraktion der Guelfen an. Als solche waren sie „Anhänger der päpstlichen Vorherrschaft, auch auf zeitlicher Ebene, in Europa“, im Gegensatz zu den Ghibellinen, die den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches unterstützten.

Ein entscheidender Moment für die staatliche Unabhängigkeit ereignete sich im frühen 16. Jahrhundert. Nach der Ermordung des Herrn von Monaco, Lucien, im Jahr 1523, übernahm dessen Bruder Augustin Grimaldi die Vormundschaft für den jungen Erben. Da Augustin Bischof von Grasse war, benötigte er eine päpstliche Genehmigung, um gleichzeitig die weltliche Herrschaft auszuüben. „Bei dieser Gelegenheit erkannte Papst Clemens VII. im Jahr 1524 die Souveränität der Grimaldis über Monaco an“, so Fouilleron. Der Papst fungierte hierbei als diplomatisches Bindeglied zwischen den Machtansprüchen Frankreichs und des Kaisers Karl V.

Katholizismus als Staatsreligion
Heute ist die katholische Religion in der Verfassung Monacos als Staatsreligion verankert. Diese Regelung wurde 1962 unter Fürst Rainier III. festgeschrieben. Fouilleron erklärt dazu: „Rainier III. knüpfte damit an die Tradition seiner Vorfahren und jenen ursprünglichen Guelfismus an.“ Dies stärke den konkordatären Charakter der Beziehungen zum Heiligen Stuhl, der bereits 1887 durch die Bulle Quemadmodum sollicitus pastor von Leo XIII. begründet wurde, welche Monaco ein eigenes Bistum und religiöse Autonomie verlieh.

Diese Verankerung zeigt sich auch im politischen und gesellschaftlichen Leben. Das Fest der Heiligen Devota am 26. und 27. Januar gilt als zweiter Nationalfeiertag. Der Historiker weist darauf hin, dass der Fürst in seiner Titulatur als „Souverän von Gottes Gnaden“ bezeichnet wird, was das Christentum ins Zentrum des monegasken politischen Lebens rücke.

„Soft Power“ und diplomatische Konvergenz
Trotz der geringen geografischen Größe beider Staaten sieht Fouilleron bedeutende Schnittmengen in der internationalen Politik. Sowohl für den Heiligen Stuhl als auch für Monaco sei „Soft Power“ das entscheidende Instrument. Während der Vatikan als Beobachter bei den Vereinten Nationen fungiert, könne Monaco als „eine Form von Relais dieser sehr aktiven vatikanischen Diplomatie“ dienen, insbesondere bei der Förderung des Friedens.

Ein später Besuch mit symbolischer Kraft
Dass es bis zum Jahr 2026 dauern musste, bis ein Papst offiziell nach Monaco reist, führt Fouilleron unter anderem auf die räumliche Enge und den speziellen Status des Staates zurück. Dennoch unterstreiche der Besuch von Leo XIV., dass der Heilige Stuhl keinen Unterschied zwischen großen und kleinen Staaten mache.

„Der erste Besuch eines amtierenden Papstes wird die Geister, die Seelen und die Annalen des Fürstentums Monaco prägen“, resümiert Fouilleron. Für die Bürger und Bewohner des Staates sei dieses Ereignis „fast unverhofft“ und werde als ein Moment wahrgenommen, der die jahrhundertealte Geschichte Monacos dauerhaft markieren werde.

(vatican news)

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Engelslhaar 28.03.2026 08:37
Danke für die Infos! Ich werde ab  neun Uhr in die Übertragung von Vaticannews reinschauen.
 
Klavierspielerin2 28.03.2026 08:47
 
Engelslhaar 28.03.2026 09:55
Ich schaue gerade die Übertragung und freue mich, mit wie viel Herzlichkeit der Papst empfangen wird! Das letzte Mal war ein Papst im 15. Jahrhundert in Monaco!
 
Klavierspielerin2 28.03.2026 13:51
Monaco: Papst wirbt für Aufbau einer gerechteren Gesellschaft
Papst Leo XIV. hat die Katholiken in Monaco dazu aufgerufen, die Gesellschaft in christlichem Geist zu prägen.


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Sie sollten das menschliche Leben schützen und dafür sorgen, dass Wohlstand nicht als das primäre Ziel der Gesellschaft gelte. Das sagte er bei einem Gebetsgottesdienst in der Kathedrale von Monte Carlo.

„Verkündet das Evangelium des Lebens, der Hoffnung und der Liebe; bringt allen das Licht des Evangeliums, damit das Leben jedes Mannes und jeder Frau von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende verteidigt und gefördert wird; bietet neue Orientierungshilfen, die den Tendenzen des Säkularismus Einhalt gebieten können, welche drohen, den Menschen auf den Individualismus zu reduzieren und das gesellschaftliche Leben auf die Schaffung von Wohlstand zu gründen.“


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Eine Kirche aus Monegassen und Ausländern
Leo war am Samstagmorgen zu seinem eintägigen Besuch im Fürstentum Monaco eingetroffen; das Fürstenpaar Albert und Charlène, das ihn im Grimaldi-Palast in Empfang genommen hatte, war auch bei seinem Termin in der Kathedrale mit dabei. Vor allem aber füllten den imposanten Bau in romanisch-byzantinischem Stil Menschen aus mehreren Ländern Europas, die die überraschend bunte katholische Kirche in Monaco bilden. Eine Kirche aus Monegassen und aus Ausländern, vor allem Italienern und Franzosen, die in Monaco arbeiten.

Gemeinschaft ist das Kennzeichen der Kirche
Papst Leo arbeitete in seiner Predigt heraus, dass Gemeinschaft „das Kennzeichen der Kirche schlechthin“ sei. „In diesem Sinne möchte ich sagen, dass eure Kirche hier im Fürstentum Monaco einen großen Reichtum besitzt: Sie ist ein Ort, eine Wirklichkeit, wo alle Aufnahme und Gastfreundschaft finden, in jener sozialen und kulturellen Mischung, die ein typisches Merkmal von euch ist.“

In dem „kleinen kosmopolitischen Staat“ Monaco gebe es nicht nur „verschiedene Herkünfte“, sondern auch „weitere Unterschiede sozioökonomischer Art“, so der Papst. „In der Kirche führen solche Unterschiede niemals zu einer Spaltung in soziale Klassen. Im Gegenteil: Alle gehören als Menschen und Kinder Gottes dazu, und alle sind Adressaten einer Gnadengabe, die Gemeinschaft, Geschwisterlichkeit und gegenseitige Liebe fördert.“

„Alle gehören als Menschen und Kinder Gottes dazu“


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Das war der erste Punkt, den der Gast aus Rom der monegassischen Kirche ins Stammbuch schrieb. Der zweite Punkt war ein Aufruf, das „Evangelium zur Verteidigung des Menschen“ in der Gesellschaft zu verkünden.

Kirche muss den Menschen verteidigen - alle Menschen
„Ich denke an eine Kirche, die dazu berufen ist, sich zum ‚Anwalt‘ zu machen, das heißt, den Menschen zu verteidigen: den ganzen Menschen und alle Menschen… Dies ist der erste Dienst, den die Verkündigung des Evangeliums zu leisten hat: den Menschen und die Gesellschaft zu erleuchten, damit sie im Lichte Christi und seines Wortes ihre eigene Identität, den Sinn des menschlichen Lebens, den Wert zwischenmenschlicher Beziehungen und gesellschaftlicher Solidarität, das letzte Ziel des Daseins und die Bestimmung der Geschichte entdecken.“

„Glaube darf nicht zur Gewohnheit werden“


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Der Papst ermunterte die Zuhörenden zu einer „leidenschaftlichen und großherzigen“ Evangelisierung. Zwar sei der Glaube tief in der Identität und Gesellschaft von Monaco verwurzelt, doch dürfe er nicht „zu einer bloßen, wenn auch guten, Gewohnheit werden“. Ganz im Stil seines vor einem Jahr verstorbenen Vorgängers Franziskus riet Papst Leo der Kirche in Monaco zu einer Gewissenserforschung.

„Verteidigen wir wirklich den Menschen? Bewahren wir die Würde des Menschen durch den Schutz des Lebens in all seinen Phasen? Ist das derzeitige Wirtschafts- und Sozialmodell wirklich gerecht und von Solidarität geprägt? Wohnt ihm eine Ethik der Verantwortung inne, die uns hilft, über die Logik des Äquivalenzprinzips und des Gewinns als Selbstzweck hinauszugehen, um eine gerechtere Gesellschaft aufzubauen?“ Das waren Fragen, die der Papst nicht selbst beantwortete, sondern den Menschen im Fürstentum zur näheren Prüfung hinterließ.

(vatican news)

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Klavierspielerin2 28.03.2026 17:44
Leo XIV. in Monaco: Nein sagen zu den Götzen von Reichtum und Macht

Papst Leo XIV. hat von Monte Carlo aus Nein zu den Götzen des Reichtums und der Macht gesagt. „In der langen Fastenzeit der Welt, gerade jetzt, wo das Böse wütet und der Götzendienst die Herzen gleichgültig macht“, sollten die Menschen sich für Befreiung einsetzen.
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28/03/2026

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

„Die Befreiung von den Götzen ist das Freiwerden von einer Macht, die zu etwas Beherrschendem geworden ist, vom Reichtum, der zur Gier verkommen ist, von der Schönheit, die zur Eitelkeit verzerrt wurde.“ Das sagte Leo in der Predigt bei seiner Messfeier im Fußballstadion von Monaco am Samstagnachmittag.

Die Messfeier bei strahlendem Sonnenschein war Höhe- und Schlusspunkt einer eintägigen Reise des Papstes ins Fürstentum Monaco. Über 15.000 Menschen, darunter viele aus den Nachbarländern Italien und Frankreich, nahmen an der Eucharistiefeier teil. Der aus den USA stammende Papst, für den es die zweite Auslandsreise seines Pontifikats war, zeichnete die heutige Welt als von zwei gegenläufigen Bewegungen gezeichnet: „einerseits die Offenbarung Gottes, der sein Antlitz als allmächtiger Herr und Heiland zeigt, und andererseits das verborgene Wirken mächtiger Autoritäten, die bereit sind, ohne Skrupel zu töten“. Wo sich diese zwei Kurven kreuzten, erhebe sich das Kreuz, also „das Zeichen Jesu, das darin besteht, das Leben hinzugeben“.

„Jesus verändert die Weltgeschichte, indem er uns vom Götzendienst zum wahren Glauben, vom Tod zum Leben ruft“

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28/03/2026
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Die Gläubigen in Monaco sollten „viele Menschen mit ihrem Glauben glücklich machen“ und „echte Freude“ verbreiten, wünschte sich Papst Leo. „Quelle dieser Freude ist die Liebe Gottes: die Liebe für das ungeborene und hilfsbedürftige Leben, das es stets anzunehmen und zu umsorgen gilt; die Liebe zum jungen und zum alten Leben, das in den Prüfungen jedes Alters gefördert werden muss; die Liebe zum gesunden und zum kranken Leben, das manchmal einsam ist und immer fürsorglichen Beistands bedarf.“

(vatican news)
 

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„Die Leere nicht mit materiellen Dingen füllen“
28/03/2026
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„Auch heute noch werden weltweit so viele Pläne geschmiedet, um Unschuldige zu töten. Wie viele falsche Gründe werden vorgebracht, um sie aus dem Weg zu räumen! Doch der Hartnäckigkeit des Bösen steht die ewige Gerechtigkeit Gottes gegenüber, die uns stets aus unseren Gräbern erlöst.“ Gott erweiche die verhärteten Herzen durch seine Barmherzigkeit, die der „wahre Name seiner Allmacht“ sei. Der Papst drängte die Teilnehmenden an der Messfeier dazu, sich auf einen „Weg der Bekehrung“ zu machen, zu dem die Absage an die Götzen gehöre, also an „all jene Dinge, die das Herz versklaven, es kaufen und verderben“. Jesus verändere die Weltgeschichte, indem er uns vom Götzendienst zum wahren Glauben, vom Tod zum Leben rufe.

Frieden ist nicht bloß ein Kräftegleichgewicht
„Die Reinigung vom Götzendienst, der die Menschen zu Sklaven anderer Menschen macht, vollendet sich als Heiligung, als Gnadengabe, die die Menschen zu Kindern Gottes und zu Brüdern und Schwestern untereinander macht. Dieses Geschenk erhellt unsere Gegenwart, denn die Kriege, die sie mit Blut beflecken, sind Frucht des Götzendienstes der Macht und des Geldes. Jedes zerbrochene Leben ist eine Wunde am Leib Christi. Gewöhnen wir uns nicht an den Lärm der Waffen, an die Bilder des Krieges! Frieden ist nicht bloß ein Kräftegleichgewicht, sondern das Werk gereinigter Herzen, von Menschen, die im anderen einen Bruder und eine Schwester sehen, die es zu behüten gilt, nicht einen Feind, der vernichtet werden muss.“


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