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Russland: Patriarch Kyrill im Weihnachts-Interview

Russland: Patriarch Kyrill im Weihnachts-Interview
Der Moskauer Patriarch Kyrill sieht in Russland einen vortrefflichen Hort der Menschenrechte und Religionsfreiheit.
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Im traditionellen Weihnachtsinterview, das vom Sender „Rossija 1“ zum orthodoxen Weihnachtsfest ausgestrahlt wurde, erörterte das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche u.a. die Frage, woher die Spannungen zwischen Russland und dem Westen rührten. Nach dem Ende der Sowjetunion hätten das Volk und die Regierung erkannt, dass Menschenrechte und Religionsfreiheit unbedingt geachtet werden müssen. Zudem seien in Russland inzwischen auch Marktwirtschaft und Freizügigkeit vollumfänglich gegeben.

Damit stelle das Land eine sehr attraktive Alternative für die zivilisatorische Entwicklung dar, so der Patriarch: „Wir bieten Werte, die der Westen abgelehnt hat und weiterhin ablehnt“. Dazu gehöre auch, dass in Russland der christliche Glaube hochgehalten werde, was im Westen nicht der Fall sei. Der Glaube werde dort an den Rand des öffentlichen Lebens gedrängt, basierend auf der falschen Annahme, dass Religion Privatsache sei.


„Wir bieten Werte, die der Westen abgelehnt hat und weiterhin ablehnt“


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Der Patriarch bezichtigte den Westen diesbezüglich auch eines „militanten Säkularismus“. Und er fügte hinzu: „Wir lehnen ab, was im Westen derzeit unter dem Deckmantel der Menschenrechte akzeptiert wird, in Wirklichkeit aber auf die Zerstörung der menschlichen Moral abzielt“. Er beobachte insbesondere in westlichen Ländern den moralischen Verfall der jüngeren Generation. „Wenn es keinen Gott gibt, ist alles erlaubt."“

„Alternativer Weg der menschlichen Entwicklung“
Kyrill bekräftigte, Russland anerkenne alle Rechte und Freiheiten, seine Politik richte sich strikt an den Vorgaben der Vereinten Nationen und an Menschenrechtsorganisationen aus und man weiche keinen Schritt von diesem Kurs ab. Deshalb stehe man in Konfrontation zur westlichen Zivilisation. „Gerade weil diese Zivilisation die Sünde rechtfertigt und glaubt, Sünde sei keine Sünde, kein Verstoß gegen Gebote oder Lebensprinzipien, sondern ein alternativer Weg der menschlichen Entwicklung.“


In der russisch-orthodoxen Kirche wurde - gemäß dem Julianischen Kalender - am Dienstag der Heilige Abend und an diesem Mittwoch der Weihnachtstag gefeiert. Patriarch Kyrill stand in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch dem festlichen Weihnachtsgottesdienst in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale vor. An dem Gottesdienst nahmen auch zahlreiche hochrangige russische Politiker teil, Präsident Wladimir Putin wurde in der Gottesdienstmeldung des Moskauer Patriarchats aber nicht genannt.

Lob für Putin
In der Glückwunschbotschaft Kyrills an den russischen Präsidenten, die vom Patriarchat veröffentlicht wurde, würdigte der Patriarch dafür einmal mehr die Verdienste Putins um Russland und die Kirche. Der Präsident kümmere sich unermüdlich um den Wohlstand des russischen Volkes, stärke die Souveränität des Landes und die traditionellen Werte der Gesellschaft.


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Ausdrücklich würdigte Kyrill die guten Beziehungen zwischen Staat und orthodoxer Kirche. Die gute Zusammenarbeit trage zur Festigung des Volkes, zur spirituellen, moralischen und patriotischen Erziehung der jungen Generation und zum Erhalt des reichen historischen und kulturellen Erbes des Landes bei. Er hoffe, so der Patriarch, dass diese Zusammenarbeit auch weiterhin fruchtbar und segensreich für Kirche und Vaterland sein werde. Patriarch Kyrill ist einer der entschiedensten Befürworter und Unterstützer des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine.

(kap – sk)
 

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" Wie orthodoxe Christen im Januar Weihnachten feiern"
https://www.christ-sucht-christ.de/christliches-forum/read/161021/#comment-id-2437853



Um die rus - orthodoxe Kirche besser zu verstehen, ist es empfehlenswert sich diese Vortragsreihe in anzuhören:
" Rom trifft Moskau: katholische und russisch-orthodoxe Kirche"
https://www.christ-sucht-christ.de/christliches-forum/read/152560/

Kommentare

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Rosenwunder 08.01.2026 14:10
Unglaublich finde ich das......Kyrill b raucht  meiner! Meinung nach ne neue Brille  oder Alles was nicht gesehen werden darf muss unter den heiligen Teppich gekehrt werden-
 
Klavierspielerin2 08.01.2026 14:35
Man kann geteilter Meinung sein@Rosenw.
Deren Sichtweise ist geprägt von deren Theologie, in der o.g. Vortragsreihe erhellt sich einiges.
Was wahr ist: weltweit gibt es nur 2 Institutionen, die Familie hoch halten, für " Lebensschutz von der Zeugung bis zum natürlichen Tod "sind- das sind die rk- und die rus.orthodoxe Kirche.
 
(Nutzer gelöscht) 08.01.2026 17:55
Ich beobachte schon lange, dass das Gerechtigkeitsverständnis in der Welt gespalten ist. Deswegen wundert mich die Haltung von Kyrill gar nicht so sehr.
 
hansfeuerstein 08.01.2026 20:54
Es wäre schön, wenn christlicche Völker (soweit es diese überhaupt noch gibt) überhaupt nie Kieg gegeneinander führen würden, denn das wäre allein das Angemessene....
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