Das Grabtuch von Turin- Beweis für die Auferstehung?
13.04.2020 09:20
Das Grabtuch von Turin- Beweis für die Auferstehung?
13.04.2020 09:20
Das Grabtuch von Turin- Beweis für die Auferstehung?
....auch wenn man Reliquien skeptisch gegenüber steht, lohnt sich ein Blick auf neueste Forschungsergebnisse.
Z.B. wurde das Grabtuch mit unterschiedlichen Belichtungszeiten abfotografiert, vorhandene Blutflecken wurden untersucht, Pollen im Gewebe wurden analysiert, Hinweise auf Verwesung wurden auf dem Stoff gesucht...geschichtliche Hintergründe, z.B. dass Jerusalem und Umgebung zum Tode Jesu, unter römischen Protektorat stand, weshalb gerade dort jüdische Bestattungsriten erlaubt waren, d.h. Gekreuzigte mussten nicht am Kreuz hängen bleiben. Üblicherweise wurden auf die Augen (damit diese geschlossen bleiben) der Toten
Münzen gelegt, damit sie geschlossen bleiben. Die auf dem Grabtuch vorhandenen Abdrücke dieser Münzen, zeigen Motive einer Fehldruck- Münze, die ab dem Jahr 29 n.Ch. im Umlauf waren, davon gibt es weltweit noch 3 Exemplare zum Vergleich.
Was ergaben die neuesten Forschungsergebnisse?
Michael Hesemann, Historiker und Autor, trägt die wissenschaftlichen Untersuchungen und deren Ergebnisse hier zusammen:
http://michaelhesemann.info/16_9.html
Manoppello: Gott in die Augen schauen
https://www.christ-sucht-christ.de/christliches-forum/Klavierspielerin2/95517/
Z.B. wurde das Grabtuch mit unterschiedlichen Belichtungszeiten abfotografiert, vorhandene Blutflecken wurden untersucht, Pollen im Gewebe wurden analysiert, Hinweise auf Verwesung wurden auf dem Stoff gesucht...geschichtliche Hintergründe, z.B. dass Jerusalem und Umgebung zum Tode Jesu, unter römischen Protektorat stand, weshalb gerade dort jüdische Bestattungsriten erlaubt waren, d.h. Gekreuzigte mussten nicht am Kreuz hängen bleiben. Üblicherweise wurden auf die Augen (damit diese geschlossen bleiben) der Toten
Münzen gelegt, damit sie geschlossen bleiben. Die auf dem Grabtuch vorhandenen Abdrücke dieser Münzen, zeigen Motive einer Fehldruck- Münze, die ab dem Jahr 29 n.Ch. im Umlauf waren, davon gibt es weltweit noch 3 Exemplare zum Vergleich.
Was ergaben die neuesten Forschungsergebnisse?
Michael Hesemann, Historiker und Autor, trägt die wissenschaftlichen Untersuchungen und deren Ergebnisse hier zusammen:
http://michaelhesemann.info/16_9.html
Manoppello: Gott in die Augen schauen
https://www.christ-sucht-christ.de/christliches-forum/Klavierspielerin2/95517/
Kommentare
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sigrid61 13.04.2020 10:01
Die Untersuchungsergebnisse zeugen von den großen Schmerzen, die Jesus für uns erlitten hat.Ich kann Jesus nur dafür danken, das er diesen Weg für uns gegangen ist.
(Nutzer gelöscht) 13.04.2020 10:32
danke liebe klavierspielerin für den blog
so passend zu ostern - pessach
mich faszienierten diese worte ganz besonders...
Die Wissenschaftler des STURP-Projektes, die das Grabtuch minutiös untersuchten, stellten fest: Das Körperbild ist hauchdünn. Es existiert nur auf einer haarfeinen Schicht der obersten Fasern des Leinengewebes. Es ist das Produkt einer starken Vergilbung und Ausdörrung der Fasern. Es muss kurzfristig durch eine starke Strahlung entstanden sein.
Tatsächlich berichten die Jünger, wie der Körper Jesu zu strahlen begann – nämlich im Moment der Verklärung auf dem Berg Tabor.
„Sein Antlitz strahlte wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht“, heißt es bei Matthäus (17,2). Geschah ähnliches im Moment der Auferstehung? (49)
Eine Reihe von Wissenschaftler, darunter Prof. John Jackson, Prof. Fanti, Prof. Lindner aus Karlsruhe, sind überzeugt: Das Bild muss entstanden sein, als das Tuch durch den Körper hindurchfiel, während dieser sich in Energie umwandelte und Strahlung abgab. So phantastisch das klingen mag, es erklärt perfekt den Befund: Dass die Vorderseite dreidimensionale Informationen beinhaltet, während das Rückenbild flach wirkt. Dass es keine Verzerrungen gibt. Dass sich Münzen „aufluden“ und ihren Abdruck in das Tuch brannten. Dass, wie bei einem Röntgenbild, die Fingerknochen durch den Handteller hindurch sichtbar sind. Und dass die Evangelien beschreiben, wie Jesus nach seiner Auferstehung sogar durch verschlossene Türen eintreten konnte.
Das aber hieße: Das Grabtuch ist der beste Beweis für die physische Realität der Auferstehung.
Es illustriert das Geheimnis unseres Glaubens:
„Deinen Tod, oh Herr, verkünden wir und Deine Auferstehung preisen wir…“ (50)
so passend zu ostern - pessach
mich faszienierten diese worte ganz besonders...
Die Wissenschaftler des STURP-Projektes, die das Grabtuch minutiös untersuchten, stellten fest: Das Körperbild ist hauchdünn. Es existiert nur auf einer haarfeinen Schicht der obersten Fasern des Leinengewebes. Es ist das Produkt einer starken Vergilbung und Ausdörrung der Fasern. Es muss kurzfristig durch eine starke Strahlung entstanden sein.
Tatsächlich berichten die Jünger, wie der Körper Jesu zu strahlen begann – nämlich im Moment der Verklärung auf dem Berg Tabor.
„Sein Antlitz strahlte wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht“, heißt es bei Matthäus (17,2). Geschah ähnliches im Moment der Auferstehung? (49)
Eine Reihe von Wissenschaftler, darunter Prof. John Jackson, Prof. Fanti, Prof. Lindner aus Karlsruhe, sind überzeugt: Das Bild muss entstanden sein, als das Tuch durch den Körper hindurchfiel, während dieser sich in Energie umwandelte und Strahlung abgab. So phantastisch das klingen mag, es erklärt perfekt den Befund: Dass die Vorderseite dreidimensionale Informationen beinhaltet, während das Rückenbild flach wirkt. Dass es keine Verzerrungen gibt. Dass sich Münzen „aufluden“ und ihren Abdruck in das Tuch brannten. Dass, wie bei einem Röntgenbild, die Fingerknochen durch den Handteller hindurch sichtbar sind. Und dass die Evangelien beschreiben, wie Jesus nach seiner Auferstehung sogar durch verschlossene Türen eintreten konnte.
Das aber hieße: Das Grabtuch ist der beste Beweis für die physische Realität der Auferstehung.
Es illustriert das Geheimnis unseres Glaubens:
„Deinen Tod, oh Herr, verkünden wir und Deine Auferstehung preisen wir…“ (50)
(Nutzer gelöscht) 13.04.2020 10:55
Ja, das turiner Grabtuch ist ein Beweis für die Auferstehung!
Es befinden sich keinerlei Farbspuren auf dem Tuch, das Koerperabbild muss durch Einwirkungen von sehr starker Energie in das Tuch eingebrannt worden sein, vergleichbar der Fotografie, dem sog. Auferstehung Blitz!
Die Blutgruppe auf dem Tuch ist die selbe , wie bei den blutenden Hostien, von Lanciano...
Michael Hesemann, den ich persönlich kennengelernt habe, sammelt Beweise .
ER IST WAHRHAFT AUFERSTANDEN!
Es befinden sich keinerlei Farbspuren auf dem Tuch, das Koerperabbild muss durch Einwirkungen von sehr starker Energie in das Tuch eingebrannt worden sein, vergleichbar der Fotografie, dem sog. Auferstehung Blitz!
Die Blutgruppe auf dem Tuch ist die selbe , wie bei den blutenden Hostien, von Lanciano...
Michael Hesemann, den ich persönlich kennengelernt habe, sammelt Beweise .
ER IST WAHRHAFT AUFERSTANDEN!
(Nutzer gelöscht) 13.04.2020 11:10
Danke für das Zeugnis
Klavierspielerin2 13.04.2020 12:08
....was mir neu war, die Blutgruppe sei AB +, in Europa sehr selten, doch immerhin 1/4 der Juden sind AB+.
DNA- Analysen zufolge, kann man dies bis aufs Haus Cohen/ kohen und Levi zurück verfolgen. Jesu Mutter stammt von Leviten ab... erstaunlich!
Solche Reliquien, seien ein " Brückenschlag zur Anbetung Jesu Christi".
(Anmerk.von mir: vor allem für Menschen, die nicht glauben können, würde ich sagen)
DNA- Analysen zufolge, kann man dies bis aufs Haus Cohen/ kohen und Levi zurück verfolgen. Jesu Mutter stammt von Leviten ab... erstaunlich!
Solche Reliquien, seien ein " Brückenschlag zur Anbetung Jesu Christi".
(Anmerk.von mir: vor allem für Menschen, die nicht glauben können, würde ich sagen)
(Nutzer gelöscht) 13.04.2020 13:10
Findet man einen Gegenstand wie ein Holzstück, Knochen, Mumie oder Muschel, lässt sich durch Isolieren des Kohlenstoffs und Bestimmung der Aktivität das Alter der Probe bestimmen.
Weitere umfangreiche Informationen zur Radiocarbonmethode findest Du auf der Seite von chemie.de.
Weitere umfangreiche Informationen zur Radiocarbonmethode findest Du auf der Seite von chemie.de.
Klavierspielerin2 13.04.2020 13:51
@zeitloser: die Radiocarbon- Methode hat wohl hohe Fehlerquoten.
Z.B. ägyptische Mumien, die Runde 800 Jahre jünger! als die konservierenden Binden - mit denen diese umwickelt wurden- sind.
Z.B. ägyptische Mumien, die Runde 800 Jahre jünger! als die konservierenden Binden - mit denen diese umwickelt wurden- sind.
Klavierspielerin2 29.04.2020 12:33
Ist wird gerade wieder mal in einem Blog- Beitrag zum Turiner Grabtuch geargwoehnt, darum hier nochmal aktuelle! wissenschaftliche Ergebnisse.
Klavierspielerin2 30.04.2020 08:13
.... Google verrät: Eine Plastiktüte benötigt ca. 10- 20 Jahre bis sie sich im Meer vollständig aufgelöst hat. Styropor braucht ca.50 Jahre, um zu zerbröseln. Eine PET- Flasche 450 Jahre und eine Angelschnur 600 Jahre.
Also, eine Mumienbinde z.b. in der "praedynastischen Zeit" ( ca. 4000- 3032 v .Chr.) aber gewickelt erst im " neuen Reich" ( 3032- 2707 v.Chr.)? 🧐
Eigenen Langzeit- Beobachtungen im damaligen WG- Kühlschrank zufolge kann ich bestätigen, dass sich ein geöffneter Joghurt- Becher nach der 2.. Generationen jura-Studenten stark zersetzt, eine Mumienbinde...?
Also, eine Mumienbinde z.b. in der "praedynastischen Zeit" ( ca. 4000- 3032 v .Chr.) aber gewickelt erst im " neuen Reich" ( 3032- 2707 v.Chr.)? 🧐
Eigenen Langzeit- Beobachtungen im damaligen WG- Kühlschrank zufolge kann ich bestätigen, dass sich ein geöffneter Joghurt- Becher nach der 2.. Generationen jura-Studenten stark zersetzt, eine Mumienbinde...?
(Nutzer gelöscht) 30.04.2020 08:50
Es kommt auf die klimatischen Verhältnisse an. Es gibt Papyrusrollen und Bücher, die Jahrtausende u Jahrhunderte überlebt haben.
In eurer WG hat sicher ein fröhliches Feuchtraumbiotop vorherrscht. 🤪
In eurer WG hat sicher ein fröhliches Feuchtraumbiotop vorherrscht. 🤪
(Nutzer gelöscht) 30.04.2020 08:59
....und das Grabtuch hat sich ja auch nicht zersetzt 😉
Klavierspielerin2 12.04.2022 07:30
12. April 2022
EINES DER MEISTUNTERSUCHTEN ARCHÄOLOGISCHEN OBJEKTE WELTWEIT
Vor 25 Jahren: Als Flammen das Turiner Grabtuch bedrohten
TURIN ‐ Finale Aussagen zur Echtheit gibt es nicht. Dennoch bleibt das Turiner Grabtuch ein Magnet für Gläubige, Forscher und Kulturinteressierte. Als heute vor 25 Jahren ein Brand alles zu zerstören drohte, war der Aufschrei groß.
Unter Jubel der Massen schritt der Feuerwehrmann Mario Trematore aus der brennenden Turiner Kathedrale. In seinen Händen trug er den Schrein, in dem sich eines der wohl meistuntersuchten archäologischen Objekte der Welt befand: das Turiner Grabtuch. In letzter Minute war es dem damals 44-Jährigen gelungen, das Panzerglas, hinter dem sich der Schrein befand, zu zertrümmern. Immer und immer wieder habe er auf das Glas eingeschlagen – im Wettlauf gegen die Flammen. "Gott half mir bei dieser Rettung", sagte Trematore nach dem Brand vor 25 Jahren, am 12. April 1997.
Um das Turiner Grabtuch, die "Sacra Sindone", streiten sich Forscher seit Jahrhunderten. Das 4,36 Meter lange und 1,10 Meter breite Leinentuch zeigt ein Ganzkörper-Bildnis der Vorder- und Rückseite eines Menschen. Der Körper zeigt Spuren einer Geißelung und Kreuzigung. Für viele Gläubige ist es das Leinentuch, in das Jesus von Nazareth nach seiner Kreuzigung gewickelt und bestattet wurde. Zahlreiche Christus-Darstellungen schöpfen von den Aufnahmen und Negativen des Tuches.
Doch für die Wissenschaft ist die Frage der Echtheit sowie das Zustandekommen des Abdruckes bis heute Anlass für hitzige Debatten. Mal erklären Forscher, das Tuch sei eine Fälschung, dann widerlegen andere Wissenschaftler dies wieder. Auch zum Ursprung des Leinentuchs gibt es immer wieder und bis heute neue Erkenntnisse.
Das besterforschte Stück Stoff
Die wissenschaftliche Erforschung des Grabtuchs begann mit einem Foto. In der Dunkelkammer sah der italienische Hobbyfotograf Secondo Pia 1898 das Negativbild, das erstmals deutlich die Gesichtszüge eines bärtigen Mannes zeigte. Der Körper wies Spuren zahlreicher Verwundungen auf, die zu Geißelung, Dornenkrone und Lanzenstich passten, wie sie die Evangelien beschrieben. Physiker, Chemiker und Biologen untersuchten das Leinen in der Folgezeit so häufig, dass es mittlerweile als das besterforschte Stück Stoff gilt.
Von der katholischen Kirche wird das Tuch als Ikone eingestuft. Damit steht es über einem Kunstobjekt. Vielmehr kann es als Verbindung zwischen dem Betrachter und dem Dargestellten dienen. Die von zahlreichen gewünschte Reliquie ist es damit aber bis heute nicht. Auch zur Echtheit bezieht die katholische Kirche nicht Stellung.
Erstmals erwähnt wird das Tuch im 14. Jahrhundert. Kreuzfahrer sollen es 1353 von Konstantinopel zunächst nach Chambery in Frankreich gebracht haben. Im 16. Jahrhundert überstand es bereits einen ersten Brand mit leichten Brandflecken. Eine Ordensfrau vernähte diese. Bei Konservierungsarbeiten 2002 wurden die Brandflecken entfernt.
Von Chambery aus gelangte das Tuch über Umwege in den Besitz des Hauses Savoyen. Hin und wieder wurde es ausgestellt. Anders als sein Vorgänger Papst Clemens VII. war Papst Sixtus IV. auch deutlich überzeugter von der Echtheit des Tuches. Als die Savoyen Turin zu ihrer neuen Residenzstadt erkoren, nahmen sie das Grabtuch mit. Seither befindet es sich im Dom von Turin. Einzig während des Zweiten Weltkrieges wurde das Stück offenbar in Süditalien versteckt. Erst im späten 20. Jahrhundert vererbte der ehemalige italienische König Umberto II. von Savoyen das Tuch der katholischen Kirche. Unter der Bedingung, dass es in Turin bliebe.
Kapelle erst 2018 wiedereröffnet
Seit dem 17. Jahrhundert war die eigens für diesen Zweck von Guarino Guarini (1624-1683) erbaute Grabtuchkapelle Aufbewahrungsort des Leinentuches. Der formvollendete Barockbau wurde wegen Bauschäden 1990 geschlossen. Kurz vor Ende der Restaurierung brach dort am 11. April 1997 das besagte Feuer aus, welches das Tuch bedrohte und durch das beherzte Eingreifen von Trematore verschont blieb. Nach dem Brand wurde die Kapelle rund 20 Jahre restauriert und erst 2018 wiedereröffnet.
Das Grabtuch befindet sich aber seit dem Brand in einem mit Edelgas befüllten und versiegelten Schutzbehälter. Das Edelgas soll das Objekt vor Umwelteinflüssen schützen. Nur sehr selten wird es öffentlich oder nichtöffentlich ausgestellt. Die Vitrine im Turiner Dom zeigt meist eine Reproduktion.
Zu Beginn der Corona-Pandemie wurde das Turiner Grabtuch zu einer außerordentlichen Andacht gezeigt. Der mittlerweile emeritierte Erzbischof der norditalienischen Stadt, Cesare Nosiglia, erklärte, er komme damit zahlreichen Bitten von Gläubigen nach, die "im Vertrauen auf Gottes Güte und Barmherzigkeit" um ein Ende der Pandemie beten wollten. Papst Franziskus schrieb damals, die Katholiken sollten diese Tage "in innerer Verbundenheit mit dem Leiden Christi leben, um die Gnade und Freude seiner Auferstehung zu erfahren". Eine weitere öffentliche Ausstellung ist für das Heilige Jahr 2025 geplant.
Von Anna Mertens (KNA)
EINES DER MEISTUNTERSUCHTEN ARCHÄOLOGISCHEN OBJEKTE WELTWEIT
Vor 25 Jahren: Als Flammen das Turiner Grabtuch bedrohten
TURIN ‐ Finale Aussagen zur Echtheit gibt es nicht. Dennoch bleibt das Turiner Grabtuch ein Magnet für Gläubige, Forscher und Kulturinteressierte. Als heute vor 25 Jahren ein Brand alles zu zerstören drohte, war der Aufschrei groß.
Unter Jubel der Massen schritt der Feuerwehrmann Mario Trematore aus der brennenden Turiner Kathedrale. In seinen Händen trug er den Schrein, in dem sich eines der wohl meistuntersuchten archäologischen Objekte der Welt befand: das Turiner Grabtuch. In letzter Minute war es dem damals 44-Jährigen gelungen, das Panzerglas, hinter dem sich der Schrein befand, zu zertrümmern. Immer und immer wieder habe er auf das Glas eingeschlagen – im Wettlauf gegen die Flammen. "Gott half mir bei dieser Rettung", sagte Trematore nach dem Brand vor 25 Jahren, am 12. April 1997.
Um das Turiner Grabtuch, die "Sacra Sindone", streiten sich Forscher seit Jahrhunderten. Das 4,36 Meter lange und 1,10 Meter breite Leinentuch zeigt ein Ganzkörper-Bildnis der Vorder- und Rückseite eines Menschen. Der Körper zeigt Spuren einer Geißelung und Kreuzigung. Für viele Gläubige ist es das Leinentuch, in das Jesus von Nazareth nach seiner Kreuzigung gewickelt und bestattet wurde. Zahlreiche Christus-Darstellungen schöpfen von den Aufnahmen und Negativen des Tuches.
Doch für die Wissenschaft ist die Frage der Echtheit sowie das Zustandekommen des Abdruckes bis heute Anlass für hitzige Debatten. Mal erklären Forscher, das Tuch sei eine Fälschung, dann widerlegen andere Wissenschaftler dies wieder. Auch zum Ursprung des Leinentuchs gibt es immer wieder und bis heute neue Erkenntnisse.
Das besterforschte Stück Stoff
Die wissenschaftliche Erforschung des Grabtuchs begann mit einem Foto. In der Dunkelkammer sah der italienische Hobbyfotograf Secondo Pia 1898 das Negativbild, das erstmals deutlich die Gesichtszüge eines bärtigen Mannes zeigte. Der Körper wies Spuren zahlreicher Verwundungen auf, die zu Geißelung, Dornenkrone und Lanzenstich passten, wie sie die Evangelien beschrieben. Physiker, Chemiker und Biologen untersuchten das Leinen in der Folgezeit so häufig, dass es mittlerweile als das besterforschte Stück Stoff gilt.
Von der katholischen Kirche wird das Tuch als Ikone eingestuft. Damit steht es über einem Kunstobjekt. Vielmehr kann es als Verbindung zwischen dem Betrachter und dem Dargestellten dienen. Die von zahlreichen gewünschte Reliquie ist es damit aber bis heute nicht. Auch zur Echtheit bezieht die katholische Kirche nicht Stellung.
Erstmals erwähnt wird das Tuch im 14. Jahrhundert. Kreuzfahrer sollen es 1353 von Konstantinopel zunächst nach Chambery in Frankreich gebracht haben. Im 16. Jahrhundert überstand es bereits einen ersten Brand mit leichten Brandflecken. Eine Ordensfrau vernähte diese. Bei Konservierungsarbeiten 2002 wurden die Brandflecken entfernt.
Von Chambery aus gelangte das Tuch über Umwege in den Besitz des Hauses Savoyen. Hin und wieder wurde es ausgestellt. Anders als sein Vorgänger Papst Clemens VII. war Papst Sixtus IV. auch deutlich überzeugter von der Echtheit des Tuches. Als die Savoyen Turin zu ihrer neuen Residenzstadt erkoren, nahmen sie das Grabtuch mit. Seither befindet es sich im Dom von Turin. Einzig während des Zweiten Weltkrieges wurde das Stück offenbar in Süditalien versteckt. Erst im späten 20. Jahrhundert vererbte der ehemalige italienische König Umberto II. von Savoyen das Tuch der katholischen Kirche. Unter der Bedingung, dass es in Turin bliebe.
Kapelle erst 2018 wiedereröffnet
Seit dem 17. Jahrhundert war die eigens für diesen Zweck von Guarino Guarini (1624-1683) erbaute Grabtuchkapelle Aufbewahrungsort des Leinentuches. Der formvollendete Barockbau wurde wegen Bauschäden 1990 geschlossen. Kurz vor Ende der Restaurierung brach dort am 11. April 1997 das besagte Feuer aus, welches das Tuch bedrohte und durch das beherzte Eingreifen von Trematore verschont blieb. Nach dem Brand wurde die Kapelle rund 20 Jahre restauriert und erst 2018 wiedereröffnet.
Das Grabtuch befindet sich aber seit dem Brand in einem mit Edelgas befüllten und versiegelten Schutzbehälter. Das Edelgas soll das Objekt vor Umwelteinflüssen schützen. Nur sehr selten wird es öffentlich oder nichtöffentlich ausgestellt. Die Vitrine im Turiner Dom zeigt meist eine Reproduktion.
Zu Beginn der Corona-Pandemie wurde das Turiner Grabtuch zu einer außerordentlichen Andacht gezeigt. Der mittlerweile emeritierte Erzbischof der norditalienischen Stadt, Cesare Nosiglia, erklärte, er komme damit zahlreichen Bitten von Gläubigen nach, die "im Vertrauen auf Gottes Güte und Barmherzigkeit" um ein Ende der Pandemie beten wollten. Papst Franziskus schrieb damals, die Katholiken sollten diese Tage "in innerer Verbundenheit mit dem Leiden Christi leben, um die Gnade und Freude seiner Auferstehung zu erfahren". Eine weitere öffentliche Ausstellung ist für das Heilige Jahr 2025 geplant.
Von Anna Mertens (KNA)
Klavierspielerin2 23.08.2024 20:32
Neue Untersuchung mit spezieller Technik
Forscher sicher: Turiner Grabtuch stammt aus der Zeit Jesu
Veröffentlicht am 23.08.2024
Rom/London ‐ Echt oder unecht? Seit Jahrzehnten streiten Forscher über das Turiner Grabtuch, in das Jesus nach seinem Tod gewickelt worden sein soll. Italienische Wissenschaftler haben den Stoff nun erneut untersucht.
Es gehört zu den wohl meistuntersuchten archäologischen Objekten der Welt: das Turiner Grabtuch. Seit Jahrzehnten streiten Wissenschaftler über die Echtheit des Stoffes, in den Jesus nach seiner Kreuzigung gewickelt worden sein soll. Nun haben italienische Forscher das Grabtuch erneut untersucht und sind sich sicher, dass es aus der Zeit Jesu stammt. Über die Ergebnisse berichtete die Zeitung "Daily Mail" in dieser Woche.
Mit einer speziellen Röntgentechnik hätten die Wissenschaftler den Alterungsprozess der Fäden analysiert und festgestellt, dass es um die Zeit Christi vor etwa 2.000 Jahren hergestellt worden sei. Die Tatsache, dass die Zeitlinien übereinstimmten, verleihe der Idee Glaubwürdigkeit, dass das schwache, blutbefleckte Muster eines Mannes mit vor der Brust verschränkten Armen vom toten Körper Jesu stamme, so die Forscher.
Unterschiedliche Ergebnisse
Das 4,40 Meter lange und 1,13 Meter breite Leinentuch zeigt Ganzkörper-Spuren eines gegeißelten und gekreuzigten Mannes. Ob es sich tatsächlich um Jesus handelt, ist umstritten. Es gibt unterschiedliche Forschungsergebnisse über das Alter des Stoffes.
Die katholische Kirche hat sich nicht offiziell zur Echtheit geäußert. Es ist daher keine Reliquie im strengen Sinne. Kirchenvertreter verweisen darauf, dass die Frage der Datierung für den Glauben nicht entscheidend sei. Es wird seit 1578 im Turiner Dom aufbewahrt und nur selten öffentlich gezeigt. (KNA)
Forscher sicher: Turiner Grabtuch stammt aus der Zeit Jesu
Veröffentlicht am 23.08.2024
Rom/London ‐ Echt oder unecht? Seit Jahrzehnten streiten Forscher über das Turiner Grabtuch, in das Jesus nach seinem Tod gewickelt worden sein soll. Italienische Wissenschaftler haben den Stoff nun erneut untersucht.
Es gehört zu den wohl meistuntersuchten archäologischen Objekten der Welt: das Turiner Grabtuch. Seit Jahrzehnten streiten Wissenschaftler über die Echtheit des Stoffes, in den Jesus nach seiner Kreuzigung gewickelt worden sein soll. Nun haben italienische Forscher das Grabtuch erneut untersucht und sind sich sicher, dass es aus der Zeit Jesu stammt. Über die Ergebnisse berichtete die Zeitung "Daily Mail" in dieser Woche.
Mit einer speziellen Röntgentechnik hätten die Wissenschaftler den Alterungsprozess der Fäden analysiert und festgestellt, dass es um die Zeit Christi vor etwa 2.000 Jahren hergestellt worden sei. Die Tatsache, dass die Zeitlinien übereinstimmten, verleihe der Idee Glaubwürdigkeit, dass das schwache, blutbefleckte Muster eines Mannes mit vor der Brust verschränkten Armen vom toten Körper Jesu stamme, so die Forscher.
Unterschiedliche Ergebnisse
Das 4,40 Meter lange und 1,13 Meter breite Leinentuch zeigt Ganzkörper-Spuren eines gegeißelten und gekreuzigten Mannes. Ob es sich tatsächlich um Jesus handelt, ist umstritten. Es gibt unterschiedliche Forschungsergebnisse über das Alter des Stoffes.
Die katholische Kirche hat sich nicht offiziell zur Echtheit geäußert. Es ist daher keine Reliquie im strengen Sinne. Kirchenvertreter verweisen darauf, dass die Frage der Datierung für den Glauben nicht entscheidend sei. Es wird seit 1578 im Turiner Dom aufbewahrt und nur selten öffentlich gezeigt. (KNA)
Klavierspielerin2 10.02.2026 18:14
Grabtuch: Hypothese vom mittelalterlichen Flachrelief wissenschaftlich widerlegt
Die Fachzeitschrift „Archaeometry“, die die Hypothese des brasilianischen Forschers Moraes veröffentlicht hatte, publiziert nun eine Erwiderung der Experten Casabianca, Marinelli und Piana.
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Vatican News
Im vergangenen Sommer sorgte eine Meldung für Aufmerksamkeit, über die auch Vatican News berichtet hat. Der brasilianische Forscher Cícero Moraes stellte eine digitale Rekonstruktion des Bildes auf dem Turiner Grabtuch vor, die seine These stützte, das Tuch sei im Mittelalter auf der Grundlage eines Flachreliefs entstanden. Diese Interpretation wird nun jedoch infrage gestellt: Ein kürzlich in der Fachzeitschrift Archaeometry veröffentlichter Kommentar widerspricht Moraes’ Schlussfolgerungen Punkt für Punkt.
Drei renommierte Experten für das Turiner Grabtuch – Tristan Casabianca, Emanuela Marinelli und Alessandro Piana – haben die Studie scharf kritisiert. Ihrer Einschätzung nach verfolgt sie zweideutige Ziele und weist methodische Mängel und eine fehlerhafte Argumentation auf. Damit bestätigen sie die Kritik, die bereits im vergangenen Sommer vom Erzbischof von Turin und Hüter des Grabtuchs, Kardinal Roberto Repole, sowie vom Internationalen Zentrum für Studien über das Turiner Grabtuch (CISS) geäußert worden waren. Dass ihre Kritik in derselben wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlicht wurde wie der ursprüngliche Artikel von Cícero Moraes, macht diese Nachricht besonders interessant.
Die Debatte
Die Debatte um die Echtheit des Turiner Grabtuchs ist seit der ersten Fotografie, die 1898 von dem Fotografen Secondo Pia aufgenommen wurde, nie verstummt. Bis heute wird das Thema vor allem in internationalen Fachzeitschriften kontrovers diskutiert. Im Jahr 2019 wurde die berühmte, in der Zeitschrift Nature veröffentlichte Radiokarbon-Datierung aus dem Jahr 1989 (1260–1390 n. Chr.) durch eine neue Auswertung der Rohdaten in der Zeitschrift Archaeometry – dem Fachblatt des Oxford-Labors, das an der ursprünglichen Datierung beteiligt war – in Zweifel gezogen.
Im vergangenen Sommer hatte der brasilianische Forscher Cícero Moraes in eben dieser Zeitschrift einen Artikel veröffentlicht, der die These einer mittelalterlichen Fälschung vertritt. Seiner Meinung nach passen die sichtbaren Kontaktpunkte des Turiner Grabtuchs besser zu einem Flachrelief als zu einem Menschen. Daher seine Schlussfolgerung, dass wir es hier mit einem "Kunstwerk" aus dem Mittelalter zu tun haben. Bereits bei Erscheinen stieß Moraes’ Studie jedoch auf erhebliche Zweifel seitens der Fachwelt. Kardinal Roberto Repole kritisierte in seiner Stellungnahme die „Besorgnis erregende Oberflächlichkeit mancher Schlussfolgerungen, die einer genaueren Prüfung der vorgelegten Studie oft nicht standhalten“.
Die Mängel in der Analyse von Moraes
Nach diesem Medienrummel bestätigt der nun von Tristan Casabianca, Emanuela Marinelli und Alessandro Piana in Archaeometry veröffentlichte Kommentar voll und ganz die Rechtmäßigkeit der ursprünglichen Kritik. Die Autoren heben die zahlreichen Mängel in Moraes’ Analyse hervor: So sei die Modellierung aus anatomischer Sicht unzureichend, da sie nur die Vorderansicht reproduziert, die Position von Händen und Füßen rechts und links vertauscht und willkürlich von einer Körpergröße von 180 cm ausgeht, was außerhalb des allgemein akzeptierten Bereichs von 173 bis 177 cm liegt. Zudem würden wiederholt vage Begriffe verwendet, die eine Übereinstimmung bestätigen sollen, ohne jemals präzise Messwerte zu liefern. Beanstandet wird auch, dass sich Moraes’ Studie nur auf ein einziges Bild von 1931 stützt, obwohl es deutlich aktuellere Aufnahmen gibt. Darüber hinaus werde die Modellierung nicht auf Leinen, sondern auf Baumwolle simuliert.
Noch problematischer ist, dass Moraes' 3D-Modellierung die wichtigsten Besonderheiten des Turiner Grabtuchs völlig außer Acht lässt: die extreme Flachheit des Bildes (eine Tiefe von einem Fünftel eines Tausendstel Millimeters) und die zahlreichen Bestätigungen des Vorhandenseins von Blut: Merkmale, die sich mit keiner künstlerischen Technik des Mittelalters vereinbaren lassen. Die Autoren fragen sich daher, welchen tatsächlichen Nutzen eine Modellierung hat, die die anatomischen Merkmale des Mannes auf dem Turiner Grabtuch nicht originalgetreu wiedergibt und die wichtigsten physikalisch-chemischen Eigenschaften außer Acht lässt. Die Studie von Moraes vergisst zudem, dass verschiedene Varianten der Flachrelief-Hypothese bereits Anfang der 80er Jahre in akademischen Zeitschriften untersucht und verworfen worden waren. Ebenso unbeachtet bleibt, dass die Frage der anatomischen Verzerrung eines Körpers auf einem Stoffgewebe bereits 1902 von dem französischen Wissenschaftler Paul Vignon gründlich untersucht worden war.
Fragliche historische Grundlagen
Verschiedenen Kommentatoren zufolge stehen auch die historischen Grundlagen von Moraes’ Studie auf äußerst wackeligen Beinen. Er greift auf verschiedene Epochen und Orte zurück, die keinerlei Verbindung zueinander haben, um zu erklären, wie ein Künstler oder Fälscher diese einzigartige Darstellung eines nackten Christus – sowohl frontal als auch von hinten, in einer Szene nach der Kreuzigung – geistig konzipieren und praktisch umgesetzt haben könnte. Wie Casabianca, Marinelli und Piana betonen, handelt es sich dabei jedoch um einen Sophismus: eine bewusste Irreführung in der Argumentation, die, wenn man sie verallgemeinern würde, die Grundlagen der Kunstgeschichte selbst untergraben würde. Das Bild weicht so stark von den üblichen künstlerischen Normen ab, dass der renommierte Historiker, auf den Moraes sich stützt – William S. A. Dale – davon überzeugt war, es könne nicht im 14. Jahrhundert in Frankreich entstanden sein, sondern eher in der byzantinischen Epoche, mindestens 200 Jahre früher und rund 2000 Kilometer von der Champagne entfernt.
In seiner Erwiderung auf diese Kritik, die ebenfalls in besagter Fachzeitschrift veröffentlicht wurde, hält Moraes an seinen Schlussfolgerungen fest, präzisiert jedoch, dass sein Artikel eine „streng methodische“ Perspektive biete, die sich auf die Bewertung der morphologischen Verzerrung bei der Projektion eines Körpers auf ein Tuch konzentriere. Dann aber verlässt Moraes diesen methodischen Rahmen, um vier Kunstwerke aus dem 11. bis 14. Jahrhundert anzuführen, die den Schöpfer des Grabtuchs angeblich inspiriert haben könnten. Keines dieser Werke zeigt jedoch die Szene eines nackten Christus nach der Kreuzigung – und keines kann somit erklären, wie das Bild Mitte des 14. Jahrhunderts in einem kleinen französischen Dorf entstanden sein soll.
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat der Mann auf dem Turiner Grabtuch unzählige Fragen aufgeworfen und wissenschaftliche Untersuchungen ausgelöst. Diese jüngste akademische Kontroverse zeigt, dass moderne Instrumente – einschließlich digitaler Methoden – zwar unser Wissen erweitern können, dass aber Schlussfolgerungen über den Ursprung eines so einzigartigen Objekts wie dem Grabtuch sowohl methodisch als auch historisch besondere Sorgfalt erfordern.
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier
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Die Fachzeitschrift „Archaeometry“, die die Hypothese des brasilianischen Forschers Moraes veröffentlicht hatte, publiziert nun eine Erwiderung der Experten Casabianca, Marinelli und Piana.
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Im vergangenen Sommer sorgte eine Meldung für Aufmerksamkeit, über die auch Vatican News berichtet hat. Der brasilianische Forscher Cícero Moraes stellte eine digitale Rekonstruktion des Bildes auf dem Turiner Grabtuch vor, die seine These stützte, das Tuch sei im Mittelalter auf der Grundlage eines Flachreliefs entstanden. Diese Interpretation wird nun jedoch infrage gestellt: Ein kürzlich in der Fachzeitschrift Archaeometry veröffentlichter Kommentar widerspricht Moraes’ Schlussfolgerungen Punkt für Punkt.
Drei renommierte Experten für das Turiner Grabtuch – Tristan Casabianca, Emanuela Marinelli und Alessandro Piana – haben die Studie scharf kritisiert. Ihrer Einschätzung nach verfolgt sie zweideutige Ziele und weist methodische Mängel und eine fehlerhafte Argumentation auf. Damit bestätigen sie die Kritik, die bereits im vergangenen Sommer vom Erzbischof von Turin und Hüter des Grabtuchs, Kardinal Roberto Repole, sowie vom Internationalen Zentrum für Studien über das Turiner Grabtuch (CISS) geäußert worden waren. Dass ihre Kritik in derselben wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlicht wurde wie der ursprüngliche Artikel von Cícero Moraes, macht diese Nachricht besonders interessant.
Die Debatte
Die Debatte um die Echtheit des Turiner Grabtuchs ist seit der ersten Fotografie, die 1898 von dem Fotografen Secondo Pia aufgenommen wurde, nie verstummt. Bis heute wird das Thema vor allem in internationalen Fachzeitschriften kontrovers diskutiert. Im Jahr 2019 wurde die berühmte, in der Zeitschrift Nature veröffentlichte Radiokarbon-Datierung aus dem Jahr 1989 (1260–1390 n. Chr.) durch eine neue Auswertung der Rohdaten in der Zeitschrift Archaeometry – dem Fachblatt des Oxford-Labors, das an der ursprünglichen Datierung beteiligt war – in Zweifel gezogen.
Im vergangenen Sommer hatte der brasilianische Forscher Cícero Moraes in eben dieser Zeitschrift einen Artikel veröffentlicht, der die These einer mittelalterlichen Fälschung vertritt. Seiner Meinung nach passen die sichtbaren Kontaktpunkte des Turiner Grabtuchs besser zu einem Flachrelief als zu einem Menschen. Daher seine Schlussfolgerung, dass wir es hier mit einem "Kunstwerk" aus dem Mittelalter zu tun haben. Bereits bei Erscheinen stieß Moraes’ Studie jedoch auf erhebliche Zweifel seitens der Fachwelt. Kardinal Roberto Repole kritisierte in seiner Stellungnahme die „Besorgnis erregende Oberflächlichkeit mancher Schlussfolgerungen, die einer genaueren Prüfung der vorgelegten Studie oft nicht standhalten“.
Die Mängel in der Analyse von Moraes
Nach diesem Medienrummel bestätigt der nun von Tristan Casabianca, Emanuela Marinelli und Alessandro Piana in Archaeometry veröffentlichte Kommentar voll und ganz die Rechtmäßigkeit der ursprünglichen Kritik. Die Autoren heben die zahlreichen Mängel in Moraes’ Analyse hervor: So sei die Modellierung aus anatomischer Sicht unzureichend, da sie nur die Vorderansicht reproduziert, die Position von Händen und Füßen rechts und links vertauscht und willkürlich von einer Körpergröße von 180 cm ausgeht, was außerhalb des allgemein akzeptierten Bereichs von 173 bis 177 cm liegt. Zudem würden wiederholt vage Begriffe verwendet, die eine Übereinstimmung bestätigen sollen, ohne jemals präzise Messwerte zu liefern. Beanstandet wird auch, dass sich Moraes’ Studie nur auf ein einziges Bild von 1931 stützt, obwohl es deutlich aktuellere Aufnahmen gibt. Darüber hinaus werde die Modellierung nicht auf Leinen, sondern auf Baumwolle simuliert.
Noch problematischer ist, dass Moraes' 3D-Modellierung die wichtigsten Besonderheiten des Turiner Grabtuchs völlig außer Acht lässt: die extreme Flachheit des Bildes (eine Tiefe von einem Fünftel eines Tausendstel Millimeters) und die zahlreichen Bestätigungen des Vorhandenseins von Blut: Merkmale, die sich mit keiner künstlerischen Technik des Mittelalters vereinbaren lassen. Die Autoren fragen sich daher, welchen tatsächlichen Nutzen eine Modellierung hat, die die anatomischen Merkmale des Mannes auf dem Turiner Grabtuch nicht originalgetreu wiedergibt und die wichtigsten physikalisch-chemischen Eigenschaften außer Acht lässt. Die Studie von Moraes vergisst zudem, dass verschiedene Varianten der Flachrelief-Hypothese bereits Anfang der 80er Jahre in akademischen Zeitschriften untersucht und verworfen worden waren. Ebenso unbeachtet bleibt, dass die Frage der anatomischen Verzerrung eines Körpers auf einem Stoffgewebe bereits 1902 von dem französischen Wissenschaftler Paul Vignon gründlich untersucht worden war.
Fragliche historische Grundlagen
Verschiedenen Kommentatoren zufolge stehen auch die historischen Grundlagen von Moraes’ Studie auf äußerst wackeligen Beinen. Er greift auf verschiedene Epochen und Orte zurück, die keinerlei Verbindung zueinander haben, um zu erklären, wie ein Künstler oder Fälscher diese einzigartige Darstellung eines nackten Christus – sowohl frontal als auch von hinten, in einer Szene nach der Kreuzigung – geistig konzipieren und praktisch umgesetzt haben könnte. Wie Casabianca, Marinelli und Piana betonen, handelt es sich dabei jedoch um einen Sophismus: eine bewusste Irreführung in der Argumentation, die, wenn man sie verallgemeinern würde, die Grundlagen der Kunstgeschichte selbst untergraben würde. Das Bild weicht so stark von den üblichen künstlerischen Normen ab, dass der renommierte Historiker, auf den Moraes sich stützt – William S. A. Dale – davon überzeugt war, es könne nicht im 14. Jahrhundert in Frankreich entstanden sein, sondern eher in der byzantinischen Epoche, mindestens 200 Jahre früher und rund 2000 Kilometer von der Champagne entfernt.
In seiner Erwiderung auf diese Kritik, die ebenfalls in besagter Fachzeitschrift veröffentlicht wurde, hält Moraes an seinen Schlussfolgerungen fest, präzisiert jedoch, dass sein Artikel eine „streng methodische“ Perspektive biete, die sich auf die Bewertung der morphologischen Verzerrung bei der Projektion eines Körpers auf ein Tuch konzentriere. Dann aber verlässt Moraes diesen methodischen Rahmen, um vier Kunstwerke aus dem 11. bis 14. Jahrhundert anzuführen, die den Schöpfer des Grabtuchs angeblich inspiriert haben könnten. Keines dieser Werke zeigt jedoch die Szene eines nackten Christus nach der Kreuzigung – und keines kann somit erklären, wie das Bild Mitte des 14. Jahrhunderts in einem kleinen französischen Dorf entstanden sein soll.
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat der Mann auf dem Turiner Grabtuch unzählige Fragen aufgeworfen und wissenschaftliche Untersuchungen ausgelöst. Diese jüngste akademische Kontroverse zeigt, dass moderne Instrumente – einschließlich digitaler Methoden – zwar unser Wissen erweitern können, dass aber Schlussfolgerungen über den Ursprung eines so einzigartigen Objekts wie dem Grabtuch sowohl methodisch als auch historisch besondere Sorgfalt erfordern.
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Klavierspielerin2 11.02.2026 09:16
" Das Grabtuch zum Greifen nah: Papst weiht digitales Projekt ein"
https://www.christ-sucht-christ.de/christliches-forum/read/161312/
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