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2. November: Allerseelen

2. November: Allerseelen
Der Allerseelentag am 2. November geht auf den heiligen Abt Odilo von Cluny zurück; er hat diesen Gedenktag in allen von Cluny abhängigen Klöstern eingeführt. Das Dekret Odilos vom Jahr 998 ist noch erhalten. Bald wurde der Allerseelentag auch außerhalb der Klöster gefeiert.

Wenn der 2. November auf einen Sonntag fällt, wird das Gedächtnis Allerseelen an diesem Tag begangen.

Statt der Schriftlesungen, die hier für die drei Messformulare angegeben sind, können auch andere gewählt werden.


Eröffnungsvers
1 Thess 4, 14; 1 Kor 15, 22
Wie Jesus gestorben und auferstanden ist,
so wird Gott auch die in Jesus Entschlafenen mit ihm vereinen.
Denn wie in Adam alle sterben,
so werden in Christus einst alle lebendig gemacht.

Tagesgebet
Allmächtiger Gott,
wir glauben und bekennen,
dass du deinen Sohn
als Ersten von den Toten auferweckt hast.
Stärke unsere Hoffnung,
dass du auch unsere Brüder und Schwestern
auferwecken wirst zum ewigen Leben.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.

https://schott.erzabtei-beuron.de/

Kommentare

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Herrklavierspieler 02.11.2026 08:18
Zur 1. Lesung Im 2. Makkabäerbuch, nicht lange vor dem Jahr 100 v. Chr. geschrieben, wird mehrfach der Glaube an die leibliche Auferstehung ausgesprochen. Nicht alle Juden haben diesen Glauben geteilt; zur Zeit Jesu wurde er von den Sadduzäern bestritten. Annehmbar ist ein solcher Glaube nur für den, der an die Macht des lebendigen Gottes glaubt. Die Stelle 2 Makk 12, 45 ist im Alten Testament der einzige Text, der ausdrücklich von einem Läuterungszustand nach dem Tod und von der Fürbitte für die Verstorbenen spricht.

Erste Lesung
2 Makk 12, 43–45
Er handelte schön und edel; denn er dachte an die Auferstehung

Lesung
aus dem zweiten Buch der Makkabäer.

In jenen Tagen
43 veranstaltete Judas, der Makkabäer, eine Sammlung,
an der sich alle beteiligten,
und schickte etwa zweitausend Silberdrachmen nach Jerusalem,
damit man dort ein Sündopfer darbringe.
Damit handelte er sehr schön und edel;
denn er dachte an die Auferstehung.
44Denn hätte er nicht erwartet,
dass die Gefallenen auferstehen werden,
wäre es überflüssig und sinnlos gewesen,
für die Toten zu beten.
45Auch hielt er sich den herrlichen Lohn vor Augen,
der für die hinterlegt ist, die in Frömmigkeit entschlafen.
Ein heiliger und frommer Gedanke!
Darum ließ er die Toten entsühnen,
damit sie von der Sünde befreit werden.



Antwortpsalm
Ps 130 (129), 1–2.3–4.5–6.7–8 (Kv: 1)
Kv Aus den Tiefen rufe ich, Herr, zu dir. – Kv
GL 511


1Aus den Tiefen rufe ich, Herr, zu dir: *
2Mein Herr, höre doch meine Stimme!
Lass deine Ohren achten *
auf mein Flehen um Gnade. – (Kv)
3Würdest du, Herr, die Sünden beachten, *
mein Herr, wer könnte bestehen?
4Doch bei dir ist Vergebung, *
damit man in Ehrfurcht dir dient. – (Kv)
5Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele, *
ich warte auf sein Wort.
6Meine Seele wartet auf meinen Herrn /
mehr als Wächter auf den Morgen, *
ja, mehr als Wächter auf den Morgen. – (Kv)
7Israel, warte auf den Herrn, /
denn beim Herrn ist die Huld, *
bei ihm ist Erlösung in Fülle.
8Ja, er wird Israel erlösen *
aus all seinen Sünden. – Kv
 
Herrklavierspieler 02.11.2026 08:20
Zur 2. Lesung Zwischen der Auferstehung Jesu und seiner Wiederkunft läuft die Zeit der Kirche, auch die Zeit unseres eigenen Lebens. An jenem Tag werden alle, die durch ihren Glauben und die Taufe zu Christus gehören, ihm entgegengehen, um für immer bei ihm zu sein. Das ist die Hoffnung, die es den Christen unmöglich macht, traurig zu sein wie die anderen, die keine Hoffnung haben.

Zweite Lesung
1 Thess 4, 13–18
Wir werden immer beim Herrn sein

Lesung
aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Thessalónich.

13Schwestern und Brüder,
wir wollen euch über die Entschlafenen nicht in Unkenntnis lassen,
damit ihr nicht trauert wie die anderen,
die keine Hoffnung haben.
14Denn wenn wir glauben,
dass Jesus gestorben und auferstanden ist,
so wird Gott die Entschlafenen
durch Jesus in die Gemeinschaft mit ihm führen.
15Denn dies sagen wir euch nach einem Wort des Herrn:
Wir, die Lebenden,
die noch übrig sind bei der Ankunft des Herrn,
werden den Entschlafenen nichts voraushaben.
16Denn der Herr selbst wird vom Himmel herabkommen,
wenn der Befehl ergeht,
der Erzengel ruft und die Posaune Gottes erschallt.
Zuerst werden die in Christus Verstorbenen auferstehen;
17dann werden wir, die Lebenden, die noch übrig sind,
zugleich mit ihnen auf den Wolken in die Luft entrückt
zur Begegnung mit dem Herrn.
Dann werden wir immer beim Herrn sein.
18Tröstet also einander mit diesen Worten!

Ruf vor dem Evangelium
Vers: vgl. Joh 11, 25a.26b
Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit! – Kv
(So spricht der Herrlachendes Smiley
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Jeder, der an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.
Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit!

Zum Evangelium „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt“, sagt Jesus zu Marta. Er wird das Licht des Lebens haben, er wird gerettet werden. „Glaubst du das?“ Die Frage ist an uns Christen des 21. Jahrhunderts gerichtet. Marta hat mit einem Bekenntnis zu Jesus als dem von Gott gesandten Messias und Retter geantwortet.

Evangelium
Joh 11, 17–27
Ich bin die Auferstehung und das Leben

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

Als Jesus in Betánien ankam,
17 fand er Lázarus schon vier Tage im Grab liegen.
18Betánien war nahe bei Jerusalem,
etwa fünfzehn Stadien entfernt.
19Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen,
um sie wegen ihres Bruders zu trösten.
20Als Marta hörte, dass Jesus komme,
ging sie ihm entgegen,
Maria aber blieb im Haus sitzen.
21Marta sagte zu Jesus:
Herr, wärst du hier gewesen,
dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
22Aber auch jetzt weiß ich:
Alles, worum du Gott bittest,
wird Gott dir geben.
23Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
24Marta sagte zu ihm:
Ich weiß, dass er auferstehen wird
bei der Auferstehung am Jüngsten Tag.
25Jesus sagte zu ihr:
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt,
wird leben, auch wenn er stirbt,
26und jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird auf ewig nicht sterben.
Glaubst du das?
27Marta sagte zu ihm:
Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist,
der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
 
Herrklavierspieler 02.11.2026 08:20
FÜRBITTEN
Jesus Christus sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein. Ihn bitten wir:
■ Bewahre uns die feste Zuversicht, dass wir mit unseren Toten über das irdische Leben hinaus verbunden bleiben.
■ Hilf allen, denen es schwerfällt, auf ein Leben nach dem Tod zu hoffen.
■ Sei den Menschen nahe, die im Sterben liegen, und tröste sie durch deine Verheißungen.
■ Vergib unseren Verstorbenen alle Schuld, und lass sie bei dir auf ewig zuhause sein.
Denn du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Dir sei Lob und Ehre in alle Ewigkeit. – A: Amen.
 
Engelslhaar 02.11.2026 09:12
 
Engelslhaar 02.11.2026 09:22
 
antonius34 02.11.2026 17:32
Das Gewissen ist nicht die
Stimme des eigenen Ich, sondern  das
Echo der Stimme  Gottes.

John Henry  Newman
 
Herrklavierspieler 02.11.2026 17:48
Allerseelen: Die Papstpredigt im Wortlaut
Lesen Sie hier in einer Arbeitsübersetzung von Radio Vatikan die Predigt, die Papst Leo XIV. bei der Allerseelen-Messe auf dem Verano-Friedhof in Rom gehalten hat. Die Wortmeldungen der Päpste im Original und in den offiziellen Übersetzungen finden Sie auf vatican.va.


Liebe Brüder und Schwestern,

wir haben uns an diesem Ort des Gebets, des liebevollen Gedenkens und der Hoffnung versammelt, um miteinander die Eucharistie zu feiern. Wir bringen diese heilige Messe für unsere Verstorbenen dar, besonders für jene, die hier ihre letzte Ruhe gefunden haben, und für alle, die wir im Herzen tragen.

Das Gedenken an die Verstorbenen am Tag nach dem Hochfest Allerheiligen gibt unserem heutigen Gebet seine besondere Ausrichtung. Wir wenden uns an den Vater im Himmel und bitten ihn, dass das Leben der Heiligkeit und der ewigen Seligkeit, dessen sich bereits so viele seiner Söhne und Töchter erfreuen, auch den Seelen all jener zuteil werde, die im Frieden entschlafen sind.

Unser Glaube wird erhellt durch das Wort Gottes, das uns verkündet wurde und unser Vertrauen in die Hand Gottes stärkt. Sie vermag die Seelen der Gerechten zuverlässig zu bewahren, wie es im Buch der Weisheit heißt: „Keine Folter kann sie berühren“ (Weish 3,1). Das ist die Verheißung des Heils, die gerade an diesem Tag zum Mittelpunkt unseres Bittgebets wird, das wir für alle verstorbenen Gläubigen zum Herrn des Lebens erheben.

Seine väterlichen und schützenden Hände mögen sie für immer bewahren, damit sie jene tiefe und lebensspendende Gemeinschaft erfahren dürfen, die der Herr seinem Volk im Buch der Offenbarung verheißt: „Sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein“ (Offb 21,3). Unser Gebet gilt der Erfüllung dieser ewigen Lebensgemeinschaft, die der Gute Hirt seinen Schafen verheißen hat: Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie seiner Hand entreißen (vgl. Joh 10,28).

Meine Lieben, wir haben das Evangelium von den Seligpreisungen gehört (Mt 5,1–12). Sie sind gleichsam ein Selbstporträt Jesu, das er seinen Jüngern vor Augen stellt, wenn er ihnen zuruft: „Selig seid ihr!“ (V. 11). Die Seligpreisungen weisen uns den Weg zu einem Leben in Fülle und Vollendung – schon jetzt und in Ewigkeit. Wenn sie in der Liturgie verkündet werden, dann wissen wir: Es ist der auferstandene Herr selbst, der zu uns spricht. Diese Frohbotschaft des Heils, die in den Seligpreisungen aufscheint, erklingt auf einem Friedhof mit besonderer geistlicher Kraft. Denn ein Friedhof ist gleichsam ein Ort an der Schwelle zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen unserem irdischen Dasein und der anderen Wirklichkeit, die uns erwartet. Der auferstandene Jesus sagt uns: Selig sind, die diesem Weg folgen, denn ihnen gehört das Himmelreich.

Von den acht Seligpreisungen des Matthäusevangeliums berührt uns heute eine ganz besonders: „Selig, die Trauernden; denn sie werden getröstet werden“ (Mt 5,4). In diesem Augenblick wollen wir besonders für all jene beten, die erst vor kurzem einen geliebten Menschen verloren haben – vor allem für die, denen er durch die unsinnige Gewalt des Krieges entrissen wurde. Mögen die Tränen so vieler Mütter, so vieler Kinder und so vieler älterer Menschen die Gewissen all jener aufrütteln, die die Macht haben, die Waffen zum Schweigen zu bringen!

Zum 800. Todestag des Franz von Assisi kommt uns ganz selbstverständlich jene „Seligpreisung“ in den Sinn, die der Heilige dem Sonnengesang hinzufügte, als er spürte, dass sein Ende nahte: „Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, den leiblichen Tod; ihm kann kein Mensch lebend entrinnen. Wehe jenen, die in tödlicher Sünde sterben. Selig jene, die er findet in deinem heiligsten Willen, denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.“

Liebe Brüder und Schwestern, der Glaube an Christus sagt uns, dass unsere Verbundenheit mit den Verstorbenen nicht unterbrochen, sondern verwandelt wurde. Durch unser Gebet für die Verstorbenen begleiten wir unsere Lieben auf ihrem Weg zur vollen Gemeinschaft mit dem Herrn: dieser Gemeinschaft, die wir im Sakrament der Eucharistie schon hier verkosten dürfen. Gestärkt durch diesen Glauben voller Hoffnung gehen wir unseren irdischen Weg weiter, in Erwartung jenes Tages, an dem Gott alle Tränen abwischen wird und „der Tod nicht mehr sein wird, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen“ (Offb 21,4).

(vaticannews - übersetzung: silvia kritzenberger)

 

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https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2026-11/leo-xiv-allerseelen-predigt-wortlaut-friedhof-rom-verano.html
 
hansfeuerstein 02.11.2026 21:01
Heute ist Feiertag, auch wenn das in der säkularen Welt nicht mehr zugestanden wird.

Es ist sogar ein hohes kirchliches Fest. Entsprechend würdig wurde es auch begangen.

Es war gut und richtig, daß man früher eine Alltagsunterbrechung von 2 Tagen hintereinander
diesem Thema widmete. Es wurde bewußt der ganze weltliche Betrieb unterbrochen, auch um sich selber von dieser entscheidenden Perspektive her zu refelktieren.
 
Herrklavierspieler 02.11.2026 21:23
Papst an Allerseelen: Gebet für die Verstorbenen und Aufruf zum Frieden

Die Allerseelenmesse mit Papst Leo auf dem Zentralfriedhof Roms stand ganz im Zeichen der christlichen Hoffnung auf das ewige Leben. In seiner Predigt betonte der Pontifex, dass der Tod die Verbindung zwischen Lebenden und Verstorbenen nicht beendet, sondern verwandelt. Zugleich gedachte er der Menschen, die erst vor Kurzem einen geliebten Angehörigen verloren haben, „vor allem durch die unsinnige Gewalt des Krieges.“
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02/11/2026

Silvia Kritzenberger - Vatikanstadt

Mit dem Besuch des Verano-Friedhofs in Rom hatte Papst Leo XIV. im vergangenen Jahr eine alte Tradition wiederaufgenommen. Johannes Paul II. war 1993 zum ersten Mal hier, Papst Leos direkter Vorgänger Franziskus in den Jahren 2013 und 2015. Der im 19. Jahrhundert errichtete „Campo Verano“ ist der größte Friedhof der Ewigen Stadt. Zahlreiche Prominente aus Italien und dem Vatikan sind hier begraben: Filmgrößen wie Bud Spencer, Vittorio Gassman, Marcello Mastroianni haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden – und auch die Geliebte Mussolinis, Clara Petacci.

Die Erinnerung an das, was nach dem Tod eines geliebten Menschen von ihm in uns bleibt...
Mit dem Hochfest Allerheiligen hat der „Totenmonat“ November begonnen. Am Allerheiligen- und dem darauffolgenden Allerseelentag werden wir an die Sterblichkeit des Menschen erinnert, aber vor allem an das, was nach dem Tod eines Menschen von ihm in uns bleibt.

Vor der Messfeier legte Papst Leo zum Gedenken an alle Verstorbenen an einem der Gräber ein Blumen-Bouquet nieder.

„Wir haben uns an diesem Ort des Gebets, des liebevollen Gedenkens und der Hoffnung versammelt, um miteinander die Eucharistie zu feiern. Wir bringen diese heilige Messe für unsere Verstorbenen dar, besonders für jene, die hier ihre letzte Ruhe gefunden haben, und für alle, die wir im Herzen tragen,“ begann der Papst seine Predigt.

Die Seligpreisungen: Wegweiser für ein erfülltes Leben
Ausgehend vom Evangelium der Seligpreisungen (Mt 5,1–12) erinnerte Leo XIV. daran, dass die Seligpreisungen „ein Selbstporträt Jesu“ seien, die uns den Weg „weisen zu einem Leben in Fülle und Vollendung – schon jetzt und in Ewigkeit!“

„Mögen die Tränen so vieler Mütter, so vieler Kinder und so vieler älterer Menschen die Gewissen all jener aufrütteln, die die Macht haben, die Waffen zum Schweigen zu bringen!“

Besonders eindringlich wurde die Predigt dort, wo der Papst auf das Leid der Menschen in Kriegsgebieten einging. Mit Blick auf die Worte Jesu: „Selig, die Trauernden; denn sie werden getröstet werden“ erinnerte das Kirchenoberhaupt an all jene, die erst vor kurzem einen geliebten Menschen verloren haben, „vor allem an die, denen er durch die unsinnige Gewalt des Krieges entrissen wurde“. „Mögen die Tränen so vieler Mütter, so vieler Kinder und so vieler älterer Menschen die Gewissen all jener aufrütteln, die die Macht haben, die Waffen zum Schweigen zu bringen!“, so der deutliche Appell des Papstes an die politisch Verantwortlichen.

Der Sonnengesang des Franz von Assisi: Die Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort hat
Auch Franz von Assisi fand in der Predigt von Papst Leo einen besonderen Platz. Zum 800. Todestag des Heiligen erinnerte der Pontifex an dessen Worte über den leiblichen Tod, den er als „Schwester“ angesprochen habe – getragen von der Hoffnung, dass der Tod für jene, die in Gottes Willen leben, nicht das letzte Wort hat.

„Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, den leiblichen Tod; ihm kann kein Mensch lebend entrinnen,“ zitierte Papst Leo aus dem berühmten Sonnengesang. „Wehe jenen, die in tödlicher Sünde sterben. Selig jene, die er findet in deinem heiligsten Willen, denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.“

Abschließend griff der Papst die zentrale Botschaft seiner Predigt wieder auf: die Hoffnung auf die ewige Gemeinschaft mit Gott:

„Der Glaube an Christus sagt uns, dass unsere Verbundenheit mit den Verstorbenen nicht unterbrochen, sondern verwandelt wird. Durch unser Gebet für die Verstorbenen begleiten wir unsere Lieben auf ihrem Weg zur vollen Gemeinschaft mit dem Herrn: dieser Gemeinschaft, die wir im Sakrament der Eucharistie schon hier verkosten dürfen. Gestärkt durch diesen Glauben voller Hoffnung gehen wir unseren irdischen Weg weiter, in Erwartung jenes Tages, an dem Gott alle Tränen abwischen wird und „der Tod nicht mehr sein wird, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.“


Die Gräbersegnung
Am Ende der Messe stand die Gräbersegnung. Sein Gebet dazu schloss der Papst mit folgenden Worten:

„Tröste jene, die unter dem Schmerz des Abschieds leiden, mit der Gewissheit, dass die Toten in dir leben und dass selbst die der Erde anvertrauten Leiber eines Tages des österlichen Sieges deines Sohnes teilhaftig werden. Du hast auf den Weg der Kirche als leuchtendes Zeichen die selige Jungfrau Maria gestellt. Stärke auf ihre Fürsprache unseren Glauben, damit kein Hindernis uns abweichen lässt von dem Weg, der zu dir führt, der du die Freude bist ohne Ende.“

Nach der heiligen Messe auf dem Verano-Friedhof ging es für Papst Leo wieder nach Castel Gandolfo, wo er seit geraumer Zeit Dienstags einen Ruhetag einlegt. 

(vaticannews – skr)
 

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