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Corona-Masken: 24 Jahre Haft für spanischen Ex-Minister; was sagt ihr dazu?

Corona-Masken: 24 Jahre Haft für spanischen Ex-Minister; was sagt ihr dazu?
Corona-Masken: 24 Jahre Haft für spanischen Ex-Minister

23. Juni 2026
von Thomas Oysmüller
3,8 Minuten Lesezeit
Das spanische Oberste Gericht hat am Montag den ehemaligen Verkehrsminister, langjährigen Spitzenfunktionär der Sozialisten und engen Vertrauten von Pedro Sánchez, José Luis Ábalos, zu einer Gesamtstrafe von 24 Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt.

Es ging um die Vergabe von Corona-Masken-Verträgen und die Bildung einer kriminellen Organisation.

In der EU dürfte ein solches Urteil bisher einmalig sein. José Luis Ábalos, von 2018 bis 2021 Minister unter Pedro Sánchez, wurde zu einer 24-jährigen Haftstrafe verurteilt.

Sein ehemaliger enger Berater Koldo García erhielt 19 Jahre und acht Monate, der Unternehmer Víctor de Aldama wurde zu viereinhalb Jahren verurteilt – seine Strafe wurde jedoch wegen Kooperation mit der Justiz auf Bewährung ausgesetzt. Das Urteil erging einstimmig.

Masken-Bande aus Politik und Wirtschaft

Die Richter der Sala Segunda sahen es als erwiesen an, dass die drei Männer eine kriminelle Vereinigung bildeten, um öffentliche Aufträge zu manipulieren. Verurteilt wurden sie wegen:

Bildung einer kriminellen Organisation

Bestechung

Unterschlagung öffentlicher Gelder

Einflussnahme

Kern des „Falls Masken“ (Caso Mascarillas) sind irreguläre Vergaben von Corona-Masken-Verträgen ab 2020 durch Einrichtungen des Verkehrsministeriums. Insgesamt ging es um rund 13 Millionen Masken im Wert von etwa 36 Millionen Euro, die an die mit dem Unternehmer Aldama verbundene Firma Soluciones de Gestión vergeben wurden. Die Aufträge wurden im Eilverfahren ohne ordentliche Ausschreibung erteilt – teilweise sogar Tage vor der offiziellen Bekanntgabe der Bedarfsanmeldung. El Pais berichtet ausführlicher

Laut Urteil flossen monatliche Zahlungen von 10.000 Euro an Ábalos als „feste Ausgaben“. Weitere Vorteile umfassten die Übernahme von Mietkosten für die Wohnung seiner damaligen Partnerin, ein günstiges Immobilienangebot in Madrid und die Anstellung von mit Ábalos verbundenen Personen (u. a. seiner Ex-Partnerin und einer weiteren Frau) in öffentlichen Unternehmen ohne nachweisbare Arbeitsleistung.

Das Gericht attestierte eine klare Rollenverteilung:

Ábalos als politischer Kopf, García als operativer Vermittler und Aldama als „Kommissionär“, der die Verträge ermöglichte und die Bestechungsgelder organisierte.

Die Gesamtstrafe für Ábalos und García liegt teilweise sogar über den Forderungen der Staatsanwaltschaft.

Wegen der spanischen Strafvollstreckungsregeln (insbesondere der Begrenzung bei der kriminellen Organisation) muss Ex-Minister Ábalos maximal etwa 16,5 Jahre tatsächlich absitzen.

García maximal rund 15 Jahre. Aldama hingegen muss die viereinhalb Jahre nicht im Gefängnis verbringen.

Voraussetzung: Er darf nicht erneut straffällig werden, legt halbjährlich Tätigkeitsberichte vor und leistet ein Jahr gemeinnützige Arbeit.

Zudem muss er die von ihm vereinnahmten rund 3,7 Millionen Euro Kommissionen nicht zurückzahlen. Das Gericht würdigte seine Kooperation bei der Aufklärung der Taten ausdrücklich.

Stolpert über das Urteil auch Pedro Sánchez?
Ábalos galt lange als einer der engsten Vertrauten von Ministerpräsident Pedro Sánchez. Er war maßgeblich an der Regierungsübernahme 2018 beteiligt und diente als Organisationssekretär der PSOE (Spanische Sozialistische Partei).

Das Urteil ist die erste schwere Korruptionsverurteilung eines hochrangigen PSOE-Politikers in der Ära Sánchez und wird als schwerer Schlag für die sozialistische Partei gewertet. Die Opposition (PP und die rechtspopulistische Vox) fordert umgehend den Rücktritt von Sánchez und Neuwahlen. PP-Chef Alberto Núñez Feijóo erklärte, Sánchez sei für das Handeln seiner Minister verantwortlich.

Die linken Koalitionspartner sehen Sánchez nicht als verantwortlich an und drängen die PSOE zu einer „Säuberung“ der eigenen Reihen. Die Regierung wies die Rücktrittsforderungen zurück. Die Legislaturperiode läuft bis August 2027; ein Misstrauensvotum hat die Opposition derzeit nicht die nötigen Stimmen.

Der Fall ist Teil des größeren „Caso Koldo“, in dem weitere Verträge und mögliche Verstrickungen untersucht werden.

Ábalos und García saßen bereits in Untersuchungshaft. Das Urteil des Obersten Gerichts ist in weiten Teilen rechtskräftig; eine Verfassungsbeschwerde bleibt jedoch möglich.

Der Fall erinnert auch an das Unternehmen „Hygiene Austria“, das in Österreich Masken produzierte und Verbindungen ins Kanzleramt hatte.

Die Staatsanwaltschaft nahm 2021 Ermittlungen auf – gegen etwa 16 namentlich bekannte Personen sowie unbekannte Täter wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs und organisierter Schwarzarbeit. Medien berichteten im Sommer 2020 auch über massive Staatsaufträge für das mittlerweile insolvente Unternehmen.

Seitdem ist nichts mehr von einer Anklage oder einem Urteil bekannt geworden. Es gibt bislang keine Urteile oder Anklagen. Stand Jänner 2024 waren die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Ein Corona-Untersuchungsausschuss, der noch kommen sollte, wird wohl auch das von der Politik hofierte und beworbene Masken-Unternehmen ins Visier nehmen.

Kommentare

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antonius34 23.06.2026 21:55
Wo bleibt da europäische Gleichstellung,  deutsche Gerichtsurteile  für echte Wissenschaft....
 
Steve2112 23.06.2026 22:22
Tja was soll man sagen? Scheinbar gibts in Spanien noch den politischen Willen Korruption aufzuklären und zu bestrafen. Während man Korruption im Rest der EU wohl unter dem Deckmantel der  "private Corporate Partnership" gezielt aufbaut und lebt. Verkehrte Welt.
 
calando 23.06.2026 22:29
Also ist das best practice, ja?
 
calando 23.06.2026 22:32
Oder ist es das? 

Maskenverbrecher Spahn fordert mehr und mehr Sozialkürzungen💥

Vor dem Hintergrund einer permanenten Debatte über weitere Sozialkürzungen hat es schon einen speziellen Geschmack, wenn nun bruchstückweise die Kosten fällig werden, die die Corona-Politik eines Gesundheitsministers Jens Spahn hinterlassen hat. Aber Urteil für Urteil steigt der Preis dafür – den natürlich der Steuerzahler entrichten muss.

220 Millionen Euro waren es im neuesten Urteil. Ein Maskenhändler, der ursprünglich vom Landgericht Bonn 33 Millionen Euro zugesprochen bekommen hatte, erzielte jetzt vor dem OLG Köln ein Urteil, das ihm einen Anspruch auf eine Zahlung von 220 Millionen zubilligte. Dazu kommen allerdings noch Zinsen und Zinseszinsen seit 2020, die den Betrag um weitere 128 Millionen erhöhen dürften. Die aktuelle Summe für diesen einen Fall liegt also bei 348 Millionen E uro.
 
Misio 24.06.2026 02:02
🔴 Beim WOHNGELD könnte massiv gekürzt werden. Laut einem Medienbericht will die Regierung Milliarden sparen.

Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) kündigte in der Rheinischen Post an, dass Bund und Länder jeweils eine Milliarde Euro einsparen müssten.
"Die Kürzungen beim Wohngeld werden leider alle bisherigen Empfänger betreffen", so Hubertz.

Nach Angaben der Bundesregierung sind 44 Prozent der Wohngeldempfänger Familien. In 52 Prozent der Wohngeldhaushalte leben Rentnerinnen und Rentner.

Hubertz nennt in der Rheinischen Post "eine schwierige Haushaltslage wegen der vielen Krisen, kaum Wachstum und einen großen Reformstau" als Gründe. Der Etat des Bauministeriums gebe keine andere Möglichkeit her. Jedes Ressort müsse sparen, "damit wir in Zukunft wieder größere Handlungsspielräume haben".

Da stellt sich mir die Frage: Wo sind die 500 Milliarden Euro Sondervermögen von 2025 geblieben, mit der die Wirtschaft in Schwung gebracht werden sollte

Könnte es sein, dass dies eine Bankrotterklärung der Bundesregierung ist❓Oder wie soll man es sonst bezeichnen, wenn eine Regierung aus Christdemokraten & Sozialdemokraten den Ärmsten im Land ins Portemonnaie greift ?

Ein Jahr nach Verabschiedung des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität durch den Bundestag ziehen gleich zwei Wirtschaftsforschungs-Institute eine negative Zwischenbilanz. 

86 Prozent der Mittel seien 2025 zweckentfremdet worden, zeigen Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Das Münchner ifo-Institut kommt sogar auf 95 Prozent an neu aufgenommenen Schulden, die nicht für zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur eingesetzt worden seien.
Beide Untersuchungen liegen der Nachrichtenagentur Reuters vor.

Quelle Tagesschau

Jede Hausfrau oder Rentner mit halbwegs klaren Kopf könnte dieser Truppe, die sich Regierung nennt, auf die Sprünge helfen. Diese Truppe ist das Geld, was Sie von uns bekommen, nicht wert❗️

Rücktritt S O F O R T ‼️
 
Alleshinterfragen 24.06.2026 10:46
Was ist mit unserem ehemaligen Verkehrsminister und der Autobahnmaut?
 
calando 24.06.2026 13:05
Gegen ihn wurden auch Anzeigen vorgebracht....
So wie gegen Spahn und anderen auch, aber...............
 
perlental 27.06.2026 20:28
Würde Spahn dann in Relation lebenslänglich bekommen oder weniger als 24 Jahre?? 🤔
müsste man jetzt mal durchrechnen können
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