Kalenderblatt 23.06 - Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen!
GEBET
Gott und Vater aller Menschen.Du willst, dass wir in deinem Namen
Frieden bringen, wo Zwietracht herrscht,
Glauben wecken, wo Zweifel um sich greift,
die Hoffnung beleben,
wo Traurigkeit die Menschen lähmt.
Hilf uns, dass wir deine Liebe bekannt machen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
ZUR LESUNG Der König von Assur hat die kleinen Königreiche des Westens unterworfen, nur Jerusalem leistet noch Widerstand, einen aussichtslosen Widerstand, wenn man die Machtverhältnisse betrachtet. Aber der König Hiskija, gestützt vom Propheten Jesaja, kapituliert nicht. Er verlässt sich auf Jahwe, den lebendigen Gott, der helfen kann. Tatsächlich wird Jerusalem gerettet. Der biblische Bericht schreibt die Rettung dem „Engel des Herrn“ zu. Der griechische Schriftsteller Herodot weiß von einer Epidemie, die im Lager der Assyrer ausbrach. Beide Darstellungen schließen sich nicht aus. Die Frage ist, von welcher Seite man die Ereignisse betrachtet. – Zu bedenken ist, dass es keine geschichtliche Situation gibt, in der Gott durch ein Wunder eingreifen müsste. Er kann auch zulassen, dass Jerusalem zerstört wird. Gott hat viele Weisen, die Geschichte der Welt und des einzelnen Menschen zu regieren. – 2 Chr 32, 17; Jes 37, 9b–38; 2 Chr 32, 20; Weish 13, 10; 1 Sam 17, 47; 2 Sam 7, 12–17; Hos 1, 7; 2 Chr 32, 21–22; 2 Makk 8, 18–19; Sir 48, 17–21.
ERSTE LESUNG 2 Kön 19,9b11.14–21.31–35a.36
Ich werde diese Stadt beschützen und retten, um meinetwillen und um meines Knechtes David willen
In jenen Tagen
9b sandte Sánherib, der König von Assur,
Boten zu Hiskíja, dem König von Juda,
um ihm zu sagen:
10 So sollt ihr zu Hiskíja, dem König von Juda, sagen:
Dein Gott täusche dich nicht, auf den du vertraust, wenn du sagst:
Jerusalem wird nicht in die Hand
des Königs von Assur gegeben werden.
11Siehe, du hast doch gehört,
was die Könige von Assur
mit allen Ländern gemacht haben.
Sie haben an ihnen den Bann vollzogen.
Und du solltest gerettet werden?
14Hiskíja nahm das Schreiben von den Boten in Empfang
und las es.
Dann ging er zum Haus des Herrn hinauf,
breitete das Schreiben vor dem Herrn aus
15und betete vor dem Herrn;
er sagte:
Herr, Gott Israels, der über den Kérubim thront,
du allein bist der Gott aller Reiche der Erde.
Du hast den Himmel und die Erde gemacht.
16Neige, Herr, dein Ohr und höre!
Öffne, Herr, deine Augen und sieh her!
Höre die Worte Sánheribs,
der seinen Boten hergesandt hat,
um den lebendigen Gott zu verhöhnen.
17Es ist wahr, Herr,
die Könige von Assur haben die Völker vernichtet,
ihre Länder verwüstet
18und ihre Götter ins Feuer geworfen.
Denn das waren keine Götter,
sondern Werke von Menschenhand,
aus Holz und Stein;
darum konnte man sie vernichten.
19Nun aber, Herr, unser Gott,
rette uns aus seiner Hand,
damit alle Reiche der Erde erkennen,
dass du, Herr, Gott bist, du allein!
20Der Prophet Jesája, der Sohn des Amoz,
schickte zu Hiskíja
und ließ ihm sagen:
So spricht der Herr, der Gott Israels:
Du hast zu mir wegen Sánherib,
des Königs von Assur, gebetet.
Ich habe es gehört.
21Das ist das Wort, das der Herr über ihn gesprochen hat:
Dich verachtet, dich verspottet
die Jungfrau, die Tochter Zion.
Hinter dir
schüttelt die Tochter Jerusalem den Kopf über dich.
31Denn von Jerusalem wird ein Rest ausziehen,
vom Berg Zion ziehen die Geretteten hinaus.
Der Eifer des Herrn wird das vollbringen.
32Darum – so spricht der Herr über den König von Assur:
Er wird nicht in diese Stadt eindringen;
er wird keinen einzigen Pfeil hineinschießen,
er wird nicht
unter dem Schutz seines Schildes gegen sie anrennen
und keinen Wall gegen sie aufschütten.
33Auf dem Weg, auf dem er gekommen ist,
wird er wieder zurückkehren.
Aber in diese Stadt wird er nicht eindringen – Spruch des Herrn.
34Ich werde diese Stadt beschützen und retten,
um meinetwillen und um meines Knechtes David willen.
35aIn jener Nacht zog der Engel des Herrn aus
und erschlug im Lager der Assýrer
hundertfünfundachtzigtausend Mann.
36Da brach Sánherib, der König von Assur, auf
und kehrte in sein Land zurück.
Er blieb in Nínive.
ZUM EVANGELIUM Das heutige Evangelium enthält drei Weisungen, die unter sich nur lose zusammenhängen. a) Vers 6: „Gebt das Heilige nicht den Hunden!“ Das ist den Jüngern gesagt, den Boten des Evangeliums. Sie sollen unterscheiden, ob es in einer bestimmten Situation angebracht ist, von Christus und von der Gottesherrschaft überhaupt zu sprechen. Seltsam hart und lieblos mag es uns scheinen, dass die Nicht-Hörer der Botschaft mit Schweinen und Hunden verglichen werden; aber mit dem drastischen Bild soll nur anschaulich gemacht werden, wie sinnlos es ist, Menschen zur Annahme des Glaubens nötigen zu wollen, denen dafür alle Voraussetzungen fehlen.
b) Vers 12: Die „goldene Regel“ schließt zusammenfassend die vorhergehenden Weisungen ab und stellt sie nochmals (vgl. 5, 48) unter das große Gebot der Liebe. Die Liebe ist die Mitte und das geheime Ziel auch von „Gesetz und Propheten“.
c) Vers 13–14: Mit 7, 13 beginnen die Schlussmahnungen der Bergpredigt (7, 13–27). Das Bild von den zwei Wegen ist weit verbreitet in den Psalmen, bei den Propheten und auch außerhalb der Heiligen Schrift. Das Leben des Menschen ist eine Wanderschaft, es kann sein Ziel erreichen oder verfehlen. Am Tor wird es sich entscheiden. Das Tor bedeutet Ende, Durchgang, neuen Anfang. Warum ist das Tor eng, das zum Leben, zum Glück der Vollendung führt? Warum werden nur wenige gerettet (Lk 13, 23)? Statt einer Antwort hören wir wieder einmal eine Forderung, einen Imperativ: Sorg, dass du den rechten Weg gehst und durch das rechte Tor eintrittst. – Spr 23, 9; Sir 22, 9–10; Lk 6, 31; Tob 4, 15; Spr 3, 27; Röm 3, 8–10; Dtn 30, 15–16; Ps 1; Lk 13, 24; Sir 21, 10; Mt 19, 24; Mk 10, 25; Lk 18, 25; Joh 10, 9–10.
Evangelium Mt 7, 6.12–14
Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen!
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
6Gebt das Heilige nicht den Hunden
und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor,
denn sie könnten sie mit ihren Füßen zertreten
und sich umwenden und euch zerreißen!
12Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun,
das tut auch ihnen!
Darin besteht das Gesetz und die Propheten.
13Geht durch das enge Tor!
Denn weit ist das Tor und breit der Weg,
der ins Verderben führt,
und es sind viele, die auf ihm gehen.
14Wie eng ist das Tor und wie schmal der Weg,
der zum Leben führt,
und es sind wenige, die ihn finden.
https://schott.erzabtei-beuron.de/jk12/Dienstag.htm?datum=2026-06-23&r=1
Heute gibt uns der Herr drei Empfehlungen. Die erste lautet: „Gebt das Heilige nicht den Hunden und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor“ (Mt 7,6).
Uns fällt gleich der Kontrast auf: das Gute ist „heilig“ und wird mit „Perlen“ verglichen, „Hunde“ und „Schweine“ dagegen sind unrein. Der Heilige Johannes Chrysostomos lehrt uns: „...von außen betrachtet sehen alle Menschen gleich aus, nicht aber aus dem Blickwinkel des Glaubens“. Während irdische Gaben sowohl Guten wie auch Unguten zuteilwerden, so trifft dies nicht in Sachen Gnadengaben zu: diese sind das Privileg der mit Gott Verbundenen. Geistesgaben werden nur denen verliehen, die sich eifrig darum bemühen.
Die zweite Empfehlung wird auch die „goldene Regel“ genannt (cf Mt 7,12). Sie umfasst das Gesetz und die Propheten und ist zwei Ästen eines einzigen Baumes ähnlich: die Nächstenliebe gründet auf die Gottesliebe.
Dem Nächsten zu tun, was man sich selber wünscht, setzt eine gewisse Transparenz ihm gegenüber voraus: man muss seine Ebenbildlichkeit mit Gott, seine Menschenwürde erkennen. Wir alle erstreben für uns selbst das Höchste Gut und identifizieren es naturgemäß mit der Gemeinschaft mit dem Schöpfer. Wenn ausschließlich diese Gemeinschaft zur Fülle des Lebens führt, so darf sie auch in unserem Verhältnis zum Nächsten nicht fehlen: Gutes und Böses schließen sich gegenseitig aus.
Und schließlich das „enge Tor“. Papst Benedikt XVI stellt uns die Frage: „Was bedeutet das „enge Tor“? Weil viele nicht hindurchkommen? Betrifft es nur einigen Auserwählten?“ Nein. Die Botschaft Christi „richtet sich an uns in dem Sinn, dass wir alle in das Leben eintreten. Das Tor ist „eng“ aber offen für alle; „eng“, weil es anspruchsvoll ist, weil es Verpflichtung voraussetzt, sowie Uneigennützigkeit und Abstand vom eigenen Egoismus“.
Beten wir zum Herrn, der durch Tod und Auferstehung das Heil bewirkte, er möge uns alle zum Gastmahl des ewigen Lebens führen.
https://evangeli.net/evangelium/tag/2026-06-23