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Kalenderblatt 19. Mai: Pietro da Morrone

Kalenderblatt 19. Mai: Pietro da Morrone
Verehrter Einsiedler, Ordensgründer, Papst – was nach einer Erfolgsgeschichte klingt, sind die Lebensstationen eines Mannes, der ganze Lieder vom Scheitern singen könnte. Pietro (um 1210-1296) war Bauernsohn und wuchs in den Abruzzen auf. Als Zwölfjähriger trat er in ein Benediktinerkloster ein und zog sich nach seiner Priesterweihe in eine abgeschiedene Einsiedelei zurück. Immer mehr Anhänger wollten seinem Beispiel folgen. Daraufhin gründete Pietro einen Orden (später bekannt als "Cölestiner" ), der nach der verschärften Benediktinerregel leben sollte. Im Jahr 1293 gab er die Leitung seiner eigenen Gemeinschaft ab und zog sich erneut als Einsiedler zurück. Doch die Ruhe war von kurzer Dauer, denn König Karl II. von Anjou schlug dem völlig zerstrittenen Kardinalskollegium den fast 86-jährigen Asketen für die Papstnachfolge vor. Der schockierte Pietro wollte zunächst fliehen, ergab sich dann aber seinem Schicksal und ritt auf einem Esel zu seiner Krönung am 29. August 1294 nach L'Aquila. Papst Coelestin V., wie er sich nun nannte, weckte große Hoffnungen in der Bevölkerung, dass die Wahl des bescheidenen Mannes ein neues, heiliges Zeitalter einläuten werde. Tatsächlich aber war der wenig gebildete und unerfahrene Papst hoffnungslos überfordert. Er geriet in politische Abhängigkeit, die Kurie versank in Chaos und die Korruption nahm ungeahnte Ausmaße an. Nach nur vier Monaten dankte er trotz erheblicher Widerstände in der Bevölkerung ab. Sein Berater und späterer Nachfolger Benedetto Caetani (Papst Bonifatius VIII.) verfasste – nicht ganz uneigennützig – seine Abdankungsurkunde. Aus Furcht vor einer Kirchenspaltung wurde Pietro bis zu seinem Tod am 19. Mai 1296 in Gefangenschaft gehalten. Bereits 1313 sprach Papst Clemens V. den unglücklichen Vorgänger unter seinem Taufnamen Pietro da Morrone heilig.

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Klavierspielerin2 19.05.2026 08:07
Lesung (Apg 20,17-27)
Ich vollende meinen Lauf und erfülle den Dienst, der mir von Jesus, dem Herrn, übertragen wurde


In jenen Tagen
   schickte Paulus von Milét aus jemand nach Éphesus
und ließ die Ältesten der Gemeinde zu sich rufen.

Als sie bei ihm eingetroffen waren,
   sagte er: Ihr wisst, wie ich vom ersten Tag an,
   seit ich die Provinz Asien betreten habe,
   die ganze Zeit in eurer Mitte war
und wie ich dem Herrn in aller Demut diente
   unter Tränen und vielen Prüfungen,
   die ich durch die Nachstellungen der Juden erlitten habe,
wie ich nichts verschwiegen habe von dem, was heilsam ist.
Ich habe es euch verkündet
   und habe euch gelehrt, öffentlich und in den Häusern.
Ich habe vor Juden und Griechen Zeugnis abgelegt
   für die Umkehr zu Gott
   und den Glauben an Jesus, unseren Herrn.

Und siehe, nun ziehe ich,
   gebunden durch den Geist, nach Jerusalem
und ich weiß nicht, was dort mit mir geschehen wird.
Jedoch bezeugt mir der Heilige Geist von Stadt zu Stadt,
   dass Fesseln und Drangsale auf mich warten.
Aber ich will mit keinem Wort mein Leben wichtig nehmen,
wenn ich nur meinen Lauf vollende
   und den Dienst erfülle,
   der mir von Jesus, dem Herrn, übertragen wurde:
das Evangelium von der Gnade Gottes zu bezeugen.

Und siehe, ich weiß,
   dass ihr mich nicht mehr von Angesicht sehen werdet,
ihr alle, zu denen ich gekommen bin
   und denen ich das Reich verkündet habe.
Darum bezeuge ich euch am heutigen Tag:
Ich bin rein vom Blut aller.
Denn ich habe mich der Pflicht nicht entzogen,
   euch den ganzen Ratschluss Gottes zu verkünden.
 
Klavierspielerin2 19.05.2026 08:08
Evangelium vom Tag
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
Joh 17, 1–11a

In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sagte: Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht!
Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt.
Das aber ist das ewige Leben: dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus.
Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast.
Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war!
Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir und du hast sie mir gegeben und sie haben dein Wort bewahrt.
Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.
Denn die Worte, die du mir gabst, habe ich ihnen gegeben und sie haben sie angenommen. Sie haben wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.
Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir.
Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht.
Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt und ich komme zu dir.

Worte der Päpste
Noch bevor das Evangelium uns die Worte Jesu zur Betrachtung gibt, lenkt es unseren Blick auf seine Haltung: Der Evangelist sagt, dass er „seine Augen zum Himmel“ erhob (Joh 17,1). Es sind die letzten Stunden seines Lebens, er spürt die Schwere der Angst angesichts des bevorstehenden Leidens, er spürt die Dunkelheit der Nacht, die über ihn hereinbrechen wird, er fühlt sich verraten und verlassen; aber eben in diesem Moment hebt Jesus seine Augen zum Himmel. Er blickt auf zu Gott. Er lässt nicht den Kopf hängen angesichts des Bösen, er lässt sich nicht vom Schmerz niederdrücken, er fällt nicht zurück in die Bitterkeit der Besiegten und Enttäuschten, sondern er blickt auf. […]
Das Gebet macht uns offen dafür, auch in schwierigen Zeiten auf Gott zu vertrauen, es hilft uns, trotz aller Widrigkeiten zu hoffen, es stärkt uns im täglichen Kampf. Das Gebet ist keine Flucht, es bedeutet nicht, vor den Problemen wegzulaufen. Im Gegenteil, es ist die einzige Waffe, die wir haben, um Liebe und Hoffnung zu bewahren inmitten so vieler todbringender Waffen. Es ist nicht leicht, den Blick zu erheben, wenn wir Schmerzen haben, aber der Glaube hilft uns, die Versuchung zu überwinden, uns in uns selbst zurückzuziehen! Vielleicht möchten wir protestieren und auch Gott unser Leid laut klagen. Davor sollten wir keine Angst haben, auch das ist Gebet. (Papst Franziskus, Predigt, Messe mit Gläubigen aus Myanmar, 16. Mai 2021)
 
Engelslhaar 19.05.2026 08:25
 
Engelslhaar 19.05.2026 08:28
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