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Heute, 13. Mai: Gedenktag Unserer Lieben Frau von Fatima

Heute, 13. Mai: Gedenktag Unserer Lieben Frau von Fatima
Das furchtbare Gemetzel des ersten Weltkriegs, die Oktoberrevolution in Russland – das war 1917. Im selben Jahr spricht in einer entlegenen Gegend Portugals die Gottesmutter vom 13. Mai bis zum 13. Oktober monatlich zu drei Hirtenkindern. Der liturgische „Gedenktag der seligen Jungfrau Maria von Fatima“ wird jedes Jahr am 13. Mai gefeiert. 

Die Reaktionen auf die von den Seherkindern überbrachte Botschaft der Gottesmutter waren von einem Auf und Ab von Anerkennung und Ablehnung geprägt. Da gab es die Drohungen der staatlichen Behörden gegen die Seherkinder, schließlich das Anwachsen der Wallfahrt und die Anerkennung der Erscheinungen durch den Bischof von Fatima am 13. Oktober 1930. 

Der besondere Rang der Marienerscheinungen von 1917 
Unter den zahlreichen kirchlich anerkannten Marienerscheinungen nimmt das Geschehen von Fatima einen besonderen Rang ein. Als „Kurzevangelium“ erweisen sich die Worte der Madonna von Fatima zuallererst darin, dass sie den Menschen einer Gott entfremdeten Welt das Wirken Gottes neu zu Bewusstsein bringen will. Die inhaltsreichste Erscheinung war die dritte (vom 13. Juli 1917): Hier werden die mit persönlichen Anweisungen beginnenden Worte Marias erweitert zu grundsätzlichen Mahnungen und Verheißungen an die Menschheit. 

Rosenkranz-Gebet für den Frieden 
Mit großem Nachdruck spricht die Gottesmutter die Forderung nach dem beständigen Beten des Rosenkranzes aus: „Ich möchte, dass ihr am Dreizehnten des kommenden Monats wieder hierher kommt, dass ihr weiterhin jeden Tag den Rosenkranz zu Ehren Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz betet, um den Frieden für die Welt und das Ende des Krieges zu erlangen, denn nur sie allein kann es erreichen.“ Maria möchte die Menschen zur Annahme des von Gott geschenkten Heils bewegen. In der dritten Erscheinung sagt sie: „Wenn man tut, was ich euch sage, werden viele gerettet werden, und es wird Friede sein. … Am Ende wird mein unbeflecktes Herz triumphieren.“ Diese Botschaft verheißt ewiges Heil und zeitliches Glück, übernatürliche Seligkeit und irdischen Frieden. 

Umkehr und Gebet 
Der „Weckruf von Fatima“ ist – so Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1982 in seiner Predigt in Fatima, genau ein Jahr, nachdem er vom Attentäter auf dem Petersplatz niedergeschossen wurde – „inhaltlich im Evangelium und in der ganzen Tradition so tief verwurzelt, dass sich die Kirche dieser Botschaft verpflichtet fühlt“. Die Botschaft der Madonna von Fatima ist der Ruf zur Umkehr und Buße, wie wir ihn im Evangelium finden. Der Ruf zur Umkehr verbindet sich immer mit dem Ruf zum Gebet. Die Mutter Christi ist besorgt um alle Menschen und Völker, die vom Glaubensabfall bedroht sind. 

Dem Herzen Jesu nahe 
Die Botschaft von Fatima ist eng verbunden mit der Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens. Was ist damit gemeint? Das sündenfreie Herz Marias steht in engster Verbindung mit dem Herzen ihres Sohnes. Das Herz der Gottesmutter ist mit jener Liebe zu den Menschen geöffnet, mit der auch Christus die Menschen geliebt und sich am Kreuz für sie hingegeben hat. Die Welt dem Unbefleckten Herzen Mariens weihen heißt, dass wir uns mit der Fürsprache der Gottesmutter dem Lebensquell des Herzens Jesu nähern. Das Herz Jesu ist Ursprung neuen Lebens und neuer Heiligkeit. Die Welt und die Menschen dem sündenfreien Herzen Mariens weihen heißt, sich von der Mutter Christi helfen lassen bei der Rückkehr zur Quelle der Erlösung. 

Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens 
Papst Pius XII., der genau am 13. Mai 1917 die Bischofsweihe empfangen hatte, weihte 1942 die Menschheit dem Unbefleckten Herzen Mariens. Papst Johannes Paul II. hat am 25. März 1984 in Rom diese Weihe erneuert. Der Papst aus Polen hat gewaltige Schritte unternommen, um in der Kirche die prophetische Botschaft von Fatima zu fördern. In den Jahren nach der 1984 erfolgten feierlichen Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens ist das kommunistische System in den Ländern des Ostblocks zusammengebrochen. Der Ruf zu Buße und Umkehr im Geist des Evangeliums, den Maria an uns gerichtet hat, ist immer aktuell. Angesichts neuer Bedrohungen der Menschheit (Terrorismus, Kriege, Vertreibung, Hunger, Verelendung von Menschen usw.) ist er auch heute äußerst dringlich. 

Der Friede Jesu Christi 
Vor welchen besonderen Herausforderungen stehen wir heute? Wir können an die Säkularisierung und an den Glaubensschwund in Europa denken. Peter Scholl-Latour hat einmal festgestellt, der Westen müsse Angst haben vor seiner eigenen Glaubensschwäche. In seiner Predigt am 14. Juni 2016 in Fatima hat Bischof Rudolf Voderholzer gesagt: „Bitten wir die Gottesmutter auch, dass sie in dieser weltgeschichtlich außerordentlich angespannten und bedrohlichen Situation das Ihre dazutue, dass sich alle Herzen dem wahren Gott in Jesus Christus zuwenden als der Quelle des wahren Friedens.“ 

Zu Gott kommen 
Wir leben in einer Zeit, in der es viele Versuchungen der Gottvergessenheit gibt. Durch die Informationsflut wird das Gebet, das Betrachten des Lebens Jesu schwieriger. Wer beten will, muss sich Ruhe und Konzentration dafür erkämpfen. Doch dieser Kampf lohnt sich. Wer mit Gott verbunden ist, bleibt in der Hoffnung und in der Zuversicht, in der Freude und in der Liebe. Er wirkt zur Ehre Gottes und zum Heil der Menschen. Die Botschaft von Fatima zeigt uns, wie wir Christen leben sollen, was der Welt zum Heil und zum Frieden dient und wie alle Menschen zu Gott kommen können. 

Text: Domkapitular Prof. Dr. Josef Kreiml, Vorsitzender des Institutum Marianum Regensburg 

(SSC)

https://bistum-regensburg.de/news/heute-13-mai-gedenktag-unserer-lieben-frau-von-fatima

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Klavierspielerin2 Heute, 15:21
Papst erinnert an Friedensbotschaft von Fatima
Den Gedenktag der seligen Jungfrau Maria von Fatima am 13. Mai hat Papst Leo für einen erneuten Friedensappell genutzt: „Richten wir unseren Blick auf das Heiligtum, wo die Muttergottes den drei Hirtenkindern eine Botschaft des Friedens überbrachte", sagte das katholische Kirchenoberhaupt in seinen Grüßen an die portugiesischsprachigen Pilger bei seiner Mittwochs-Generalaudienz.
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Wortlaut: Papst Leo bei der Generalaudienz am 13. Mai 2026
Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt

Am 13. Mai 1917 erschien die Muttergottes in Fatima, Portugal, erstmals drei Hirtenkindern. Mitten im Ersten Weltkrieg bat sie dabei um Rosenkranzgebete für den Frieden. Fatima wurde zum Wallfahrtsort. Papst Leo XIV. erinnerte daran diesen Mittwoch mit den Worten: 

„An diesem Ort, der der Christenheit so sehr am Herzen liegt, versammeln sich heute zahlreiche Pilger aus allen fünf Kontinenten: Ihre Anwesenheit ist ein Zeichen für das Bedürfnis der Menschen unserer Zeit nach Trost, Einheit und Hoffnung. Wir vertrauen dem Unbefleckten Herzen Mariens den Ruf nach Frieden und Eintracht an, der aus allen Teilen der Welt, besonders von den vom Krieg heimgesuchten Völkern, emporsteigt. Meinen Segen für alle!"

(Vatican news - sst) 

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Klavierspielerin2 Heute, 15:28
13. Mai 1981: Attentat auf Johannes Paul - Wir erinnern

Papst Leo XIV. hat vor seiner Generalaudienz diesen Mittwoch auf dem Petersplatz einen kurzen Stopp gemacht, um am Gedenkstein zu beten, der auf dem Pflaster des Platzes an das Attentat auf Papst Johannes Paul II. erinnert, der vor genau 45 Jahren, am 13. Mai 1981 bei seiner damaligen Generalaudienz angeschossen wurde. Wir erinnern mit Tönen aus unserem Archiv.
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Papst erinnert an Attentat auf Johannes Paul II. von 1981 - Maria als Vorbild und Mutter der Kirche

Stefanie Stahlhofen und Amedeo Lomonaco – Vatikanstadt

An jenem Mittwoch vor 45 Jahren, dem 13. Mai 1981, war der Himmel über Rom klar und der Petersplatz anlässlich der Generalaudienz mit Pilgern überfüllt. Zahlreiche Ordensleute, Schulklassen, Touristen und Gruppen von Gläubigen aus verschiedenen Regionen Italiens und aus dem Ausland waren zur Audienz angereist. Papst Johannes Paul II., der erste polnische Papst in der Geschichte der Kirche, war auf dem Platz und grüßte die Gläubigen. Die Stimmung war festlich. Doch plötzlich fallen Schüsse, der Papst sinkt blutüberströmt zu Boden. Kurz darauf wird er mit einem Krankenwagen in das päpstliche Gemelli-Krankenhaus gebracht. 

Die Mitteilung des Vatikanpresseamts
Die Welt verfolgt mit großer Sorge die Nachrichten aus Rom. In der Mitteilung der Pressestelle des Heiligen Stuhls, die von der Tageszeitung „L’Osservatore Romano“ aufgegriffen wurde, heißt es:

„Heute wurde Johannes Paul II., der wie üblich vor Beginn der Generalaudienz in seinem weißen Papamobil über den Petersplatz fuhr, im Bereich rechts von der Basilika auf Höhe des mobilen Postbüros des Vatikans aus nächster Nähe von einem Ausländer, der sofort von der Polizei festgenommen wurde, mit Pistolenschüssen in den Bauch getroffen. Der Papst wurde sofort mit dem Krankenwagen in die chirurgische Abteilung des Policlinico Agostino Gemelli gebracht. Die Operation ist im Gange. Obwohl der Zustand des Papstes besorgniserregend ist, gibt es begründete Hoffnung auf Genesung."

„Der Papst wurde sofort mit dem Krankenwagen in die chirurgische Abteilung des Policlinico Agostino Gemelli gebracht. Die Operation ist im Gange. Obwohl der Zustand des Papstes besorgniserregend ist, gibt es begründete Hoffnung auf Genesung“

Papst Johannes Paul II. vergibt dem Attentäter
Diese begründete Hoffnung findet schließlich ihren Ausdruck in einer Stimme. Es ist der 17. Mai 1981. Beim Regina-Caeli-Gebet versichert Papst Wojtyła, dass er für den Attentäter Mehmet Ali Ağca bete, dem er „aufrichtig vergeben“ habe.

„Liebe Brüder und Schwestern, ich weiß, dass ihr in diesen Tagen und besonders in dieser Stunde des Regina Coeli mit mir vereint seid. Ich danke euch tief bewegt für eure Gebete und segne euch alle. Ich bin besonders nah bei den beiden Menschen, die zusammen mit mir verletzt wurden. Ich bete für den Bruder, der mich angegriffen hat, dem ich aufrichtig vergeben habe. Vereint mit Christus, dem Priester und Opfer, bringe ich meine Leiden für die Kirche und für die Welt dar. Zu dir, Maria, wiederhole ich: „Totus tuus ego sum“."

„Ich bin besonders nah bei den beiden Menschen, die zusammen mit mir verletzt wurden. Ich bete für den Bruder, der mich angegriffen hat, dem ich aufrichtig vergeben habe“

Papst Leo XIV. und Papst Johannes Paul II.
Im Jahr 1981 war der jetzige Papst Leo XIV, damals 26 Jahre, bereits in Rom. Der US-Amerikaner Robert Prevost war von seinen Oberen nach Rom entsandt worden, um an der Päpstlichen Universität St. Thomas von Aquin (Angelicum) Kirchenrecht zu studieren. In der Ewigen Stadt wurde er am 19. Juni 1982 zum Priester geweiht. 2025 wurde er dann am 8. Mai Papst. Bezüge zu Papst Johannes Paul II. gibt es einige in dem noch jungen Pontifikat von Papst Leo XIV.: Beim Regina Caeli am 11. Mai 2025, drei Tage nach seiner Wahl auf den Stuhl Petri, richtet Papst Leo XIV. Worte an die Jugendlichen, die mit dem Pontifikat von Papst Wojtyła verschmelzen: „Und zu den jungen Menschen sage ich: „Habt keine Angst! Nehmt die Einladung der Kirche und Christi, des Herrn, an!“ „Habt keine Angst! Öffnet, ja reißt die Tore weit auf für Christus!" - dies waren die Worte, die Johannes Paul II. am 22. Oktober 1978 in der Predigt zu Beginn seines Pontifikats gesprochen hatte. Papst Leo XIV. feierte hingegen am 18. Mai 2025, dem Geburtstag von Johannes Paul II., die Messe zum Beginn seines Petrusdienstes.

(vatican news - sst) 

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Klavierspielerin2 Heute, 16:00
Publiziert am 13 Mai 2026
Das ist Fatima: Sechs Erscheinungen, drei Hirtenkinder, eine Botschaft für die ganze Welt
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Das ist Fatima: Sechs Erscheinungen, drei Hirtenkinder, eine Botschaft für die ganze Welt
Bereits drei Mal war die Gottesmutter in vorausgegangenen Jahren erschienen: Zuerst in La Salette im Jahr 1864, dann 1858 in Lourdes und zuletzt 1888 in Castelpetroso. Die erste Erscheinung in Fatima ereignete sich am 13. Mai 1917. Deshalb begeht die Kirche den Gedenktag Unserer Lieben Frau von Fatima an diesem Tag.

Brutaler Kampf gegen Kirche und Glauben

Die Situation in Portugal war in dieser Zeit äußerst kritisch. Die Kirche war vorrangiges Ziel der portugiesischen Revolution, die die Monarchie gestürzt und die Republik ausgerufen hatte, deren führende Mitglieder fast ausschließlich Freimaurer waren. Man plünderte Kirchen, griff Konvente an, verfolgte Ordensleute. Vor allem aber erließ man antiklerikale Gesetze: man hob Konvente, Klöster, Orden auf, man wies Ordensleute aus, konfiszierte ihre Güter, zwang die Jesuiten, auf die portugiesische Staatsbürgerschaft zu verzichten.

Es folgten weitere neue Gesetze in verschiedenen Bereichen, eines nach dem anderen: Scheidung, Einäscherung, Säkularisierung der Friedhöfe, Abschaffung der Ordensgelübde, Abschaffung des Religionsunterrichts in den Schulen, Verbot der Priesterkleidung, Einschränkungen zum Glockengeläut, Verbote zur öffentlichen Feier religiöser Feste, Einmischung sogar in den Priesterseminaren, bei denen die Regierung sich herausnahm, die Professoren zu ernennen, bis hin zum Gesetz der Trennung von Staat und Kirche, durch das dessen Urheber – Alfonso Costa – beabsichtige „im Zeitraum von zwei Generationen“ den Katholizismus in Portugal komplett auszulöschen.

Ein kleines Dorf wird zum übernatürlichen Mittelpunkt

Das geschah nicht, weil die Volksfrömmigkeit in Portugal stark war und weil der heilige Pius X. sich widersetzte. Er geschah auch nicht, weil es Fatima gab.

Fatima war damals ein kleines Dorf, zu dem der Teil Aljustrel gehörte, in dem die drei Hirtenkinder geboren wurden, alle in einer kinderreichen Familie: Lucia, geboren 1907, ihr Cousin Francisco (1908) und ihre Cousine Jacinta (1910). Zu ihren Aufgaben gehörte es, die Herden zu hüten. Bereits 1916 erschien ihnen ein leuchtender Engel. Er stellte sich als Engel des Friedens vor und lud sie ein, zu beten. Das geschah drei Mal. Der Engelszyklus, wie Lucia ihn nannte.

Im Jahr 1917 begannen die marianischen Erscheinungen. Es war so ein wunderschöner Tag, der 13. Mai, dass die drei Kinder sich entschlossen, bis zur Cova da Iria zu gehen. Auf halbem Weg erstrahlte ein Licht und dann erschien eine schöne Frau, weiß gekleidet, mit einem goldenen Gürtel und einem Rosenkranz in den Händen. Lucia war es, die das Wort ergriff und sie fragte, woher sie käme. Die Frau antwortete, dass sie vom Himmel käme und sie bitte, sechs Monate lang an jedem 13. wiederzukommen. Sie bat die Kinder auch, jeden Tag den Rosenkranz zu beten und ihre Leiden für die Bekehrung der Sünder aufzuopfern.

Was viele nicht über die Erscheinungen wissen 

Während aller Erscheinungen wird es immer Lucia sein, die mit der Frau spricht, Jacinta wird sie sehen und hören, aber nicht sprechen und Francisco wird sie nur sehen, aber nicht hören und die Mädchen werden ihm anschließend alles berichten.

Die drei Kinder kamen am 13. Juni mit 14 Freunden wieder. Am 13. Juli hatten sich dann schon 5.000 Menschen versammelt. Das war der Tag, an dem die Hirtenkinder die Vision der Hölle hatten, den ersten Teil der Geheimnisse.

Vom Bürgermeister eingesperrt

Die Nachrichten über Fatima machten die Runde. Das konnte den antiklerikalen Kreisen, die Portugal regierten, nicht gefallen. Als die drei Kinder am 13. August wieder zu ihrer Verabredung gehen wollten, wurden sie von Arturo Oliveira Santos, dem Bürgermeister von Vila Nova de Ourem entführt und eingesperrt. 

Das setzte die Kinder psychisch stark unter Druck: Entweder mussten sie zugeben, gelogen zu haben, oder die Geheimnisse der Frau preisgeben. Santos war ein Freimaurer der Loge von Leiria und gründete eine weitere Loge in Vila Nova de Ourem, während die Loge von Santarem der Stützpunkt für jene wurde, die atheistische Aktionen gegen die Erscheinungen organisierten und sogar die kleine, improvisierte Kirche zerstörten, die Gläubige errichtet hatten.

Die nächste Erscheinung fand dann am 19. August statt und die Frau versprach den Hirtenkinder für Oktober ein für alle sichtbares Zeichen, um die Echtheit der Erscheinungen zu bestätigen.

Viele kamen, um die Erscheinung zu „entlarven“

Am 13. September hatten sich 30.000 Personen in der Cova da Iria versammelt, darunter viele Kranke. Die Gottesmutter bat die Kinder, an diesem Ort ein Heiligtum zu errichten und dafür die Spenden zu verwenden, die reichliche kommen würden.

Dann kam der 13. Oktober. Die Cova da Iria füllte sich mit einer riesigen Menschenmenge, darunter viele Journalisten und antiklerikale Gegner, entschlossen zu beweisen, dass alles nur eine Zurschaustellung sei. Damals geschah das Sonnenwunder.

Lassen wir Avelino de Almeida das Wort, dem Chefredakteur von „O Seculo“, der bekanntesten und einflussreichsten liberalen Tageszeitung aus Lissabon: „Von der Straße aus, wo die Kutschen eng zusammengedrängt standen, und wo hunderte von Menschen standen, die nicht den Mut hatten, sich durch den vom Regen schlammig gewordenen Boden weiter zu nähern, sahen wir, wie sich die riesige Menschenmenge der Sonne zuwandte, die – strahlend zwischen den Wolken – senkrecht am Himmel stand. Sie schien eine silberne Scheibe zu sein und es war möglich, sie problemlos anzusehen. Sie brannte nicht in den Augen. Sie blendete nicht. So als wäre eine Sonnenfinsternis. Dann hörte man laute Schreie und die Leute begannen zu rufen: ‚Ein Wunder! Ein Wunder! Wie wunderbar! Wie wunderbar!‘ Vor den staunenden Augen der Leute, deren Verhalten uns in biblische Zeiten zurückversetzte und die, verblüfft und mit unbedecktem Haupt, den klaren Himmel betrachteten, zitterte die Sonne, sie machte seltsame und abrupte Bewegungen, entgegen allen wissenschaftlichen Gesetzen – die Sonne ‚tanzte‘, wie die Bauern mit einem typischen Ausdruck sagen.“

Das ist die Geschichte der sechs Erscheinungen von Fatima. Die Geschichte der drei kleinen Zeugen. Francisco und Jacinta starben früh: Francisco an der Spanischen Grippe im Jahre 1918, umgeben von seiner Familie, Jacinta 1920 an einer schweren eitrigen Rippenfellentzündung im Krankenhaus von Lissabon, in das man sie gebracht hatte, um sie zu operieren. Weit weg von Lucia, weit weg von ihren Eltern. Sie opferte alles für die Bekehrung der Sünder auf. Francisco und Jacinta wurden von Papst Johannes Paul II im Jahr 2000 seliggesprochen und von Papst Franziskus in Fatima zur Ehre der Altäre erhoben.

Schwester Lucia überlebte, ging ins Kloster und starb 2005 im Alter von 98 Jahren.

Eine Version dieses Artikels wurde erstmals im Jahr 2020 veröffentlicht.
 
8PrimeNoctem8 Heute, 16:05
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Klavierspielerin2 Heute, 16:10
KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE

DIE BOTSCHAFT VON FATIMA

EINFÜHRUNG

Am Übergang vom zweiten zum dritten Jahrtausend hat Papst Johannes Paul II. entschieden, den Wortlaut des dritten Teils des "Geheimnisses von Fatima" zu veröffentlichen.

Nach den aufregenden und grausamen Ereignissen des zwanzigsten Jahrhunderts, das zu den kritischsten der Menschheitsgeschichte zählt und im blutigen Attentat gegen den "milden Christus auf Erden" gipfelte, wird nunmehr über einer Wirklichkeit ein Vorhang aufgetan, der Geschichte macht und diese Wirklichkeit auf tiefsinnige Weise in einem geistlichen Horizont deutet, für den die heutige Geisteshaltung, die oft das Wasserzeichen des Rationalismus trägt, keinen Sinn hat.

Erscheinungen und übernatürliche Zeichen unterbrechen die Geschichte. Sie treten auf lebendige Weise in die menschlichen Fährnisse ein und begleiten den Weg der Welt, wobei sie Gläubige und Ungläubige überraschen. Diese Kundgaben, die dem Inhalt des Glaubens nicht widersprechen können, müssen auf den zentralen Gegenstand der Verkündigung Christi zulaufen: die Liebe des Vaters, der die Menschen zur Umkehr bewegt und die Gnade schenkt, sich in kindlicher Ergebenheit ihm zu überlassen. Das ist auch die Botschaft von Fatima, die mit ihrem bekümmerten Ruf zu Umkehr und Buße tatsächlich zum Herzen des Menschen vordringt.

Fatima ist unter den modernen Erscheinungen zweifellos die prophetischste. Der erste und der zweite Teil des "Geheimnisses", die der Reihe nach zur Vervollständigung der Dokumentation veröffentlicht werden, beziehen sich vor allem auf die schreckliche Vision von der Hölle, die Verehrung des Unbefleckten Herzens Mariens, den Zweiten Weltkrieg und sodann auf die Vorhersage der ungeheuren Schäden, die das vom christlichen Glauben abgefallene und dafür dem kommunistischen Totalitarismus verfallene Rußland der Menschheit zufügen würde.

Keiner hätte sich das alles im Jahre 1917 vorstellen können: Die drei Hirtenkinder von Fatima schauen, hören und bewahren es im Gedächtnis auf, und Lucia, die Zeugin, die überlebt hat, schreibt es nieder in dem Augenblick, als sie vom Bischof von Leiria den Auftrag und von Unserer Lieben Frau die Erlaubnis erhält.

Im Hinblick auf die Beschreibung der beiden ersten Teile des "Geheimnisses", das übrigens schon veröffentlicht und daher bekannt ist, wurde der Text gewählt, den Schwester Lucia in der dritten Erinnerung am 31. August 1941 niedergeschrieben hat; in der vierten Erinnerung vom 8. Dezember 1941 werden dann einige Bemerkungen angefügt.

Der dritte Teil des "Geheimnisses" wurde...https://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20000626_message-fatima_ge.html
 
antonius34 Heute, 16:51
👍☀🌧⛈❤
 
Engelslhaar Heute, 17:20
Warum gibt es zwei Blogs zu dem Thema?
 
Klavierspielerin2 Heute, 17:28
Der andere ist das tägliche Kalenderblatt.
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