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Te Deum in Dachau - die Befreiung

Te Deum in Dachau - die Befreiung
Monika Volz, Verein "Selige Märtyrer von Dachau" e. V.
Am 29. April 1945, vor 81 Jahren, um 17.15 Uhr erlebten 33.000 Menschen das Unfassbare. 

Zum 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau hören wir, wie Überlebende und Zeitzeugen über den Moment sprechen, als der erste amerikanische Soldat durch das Lagertor trat. Was ging in Menschen vor, die wussten: Heute könnte mein letzter Tag sein – und die dann erlebten, wie Freiheit durch das Tor tritt? Und welche Rolle spielten Glaube, Gebet und Gemeinschaft in dieser extremen Situation? Darüber sprechen wir mit Monika Volz vom Verein Selige Märtyrer von Dachau e. V.
https://www.selige-kzdachau.de/

Nähere Infos zu dem in der Sendung angesprochenen Harfenkonzert in Dachau mit Silke Aichhorn finden Sie hier.
Heute um 20:30h bei Radio Horeb

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Klavierspielerin2 29.04.2026 17:44
1. . Orte der Gnade für uns heute

Im KZ Dachau litten von 1933-1945 rund 450.000 Menschen, 42.000 überlebten die Haft nicht. Das unvorstellbare Leid dieser Häftlinge ist zu groß um es uns vorzustellen. Mit Recht berichteten die Häftlinge von einer Hölle. Vor dem Leid und Sterben aller Häftlinge verneigen wir uns in Ehrfurcht, nie darf es vergessen werden.

Der Benediktinerpater Hess nannte sein Buch über die Haftzeit „KZ-Dachau, eine Welt ohne Gott, Erinnerung an 4 Jahre Konzentrationslager Dachau“[1]. Schon der Titel sagt viel aus.

Unter den politischen Häftlingen im KZ Dachau befanden sich 2.800 Geistliche, aus allen Ländern Europas, die Deutsche Truppen im Zweiten Weltkrieg besetzt hatten, 95 % davon waren katholische Geistliche. Ihre Erlebnisse geben dem Ort einen neuen Aspekt: Es war der Ort an dem Menschen zu Heiligen wurden. Ein Ort der Gnade. Über 300 Häftlinge wurden als Märtyrer anerkannt, bisher wurde P. Titus Brandsma heiliggesprochen und 57 Häftlinge selig. Unzählige Verfahren laufen noch.

Gefangene Geistliche berichteten in Briefen und autobiografischen Schriften von einer anderen Seite der Haft.

Bischof Jez, der als junger Geistlicher mit 1.800 anderen polnischen Geistlichen (davon starben die Hälfte!) im KZ Dachau in den Priesterblocks gefangen war, nannte sein Buch mit Erlebnissen JEZ´, Ignacy, „Licht und Dunkel, preiset den Herrn!“[2]. P. Johannes Maria Lenz gar „Christus in Dachau“[3] Diese Titel lassen eine andere Sicht erahnen.

P. Lenz beschrieb seine Erfahrungen, dass Christus in besonderer Weise gegenwärtig war im KZ Dachau. Sakramental in der Eucharistiefeier der Geistlichen in der Kapelle des Block 26, sowie in den geheimen Messfeiern der polnischen Geistlichen auf den Wohnblöcken und in der Plantage dem sog. „Kräutergarten“. Der eucharistische Herr wurde verbotener Weise auch aus der Kapelle hinaus ins Lager gebracht zu anderen Kameraden, die nicht in die Kapelle kommen durften, insbesondere zu den Kranken und Sterbenden im Krankenrevier. Er erzählte auch von zig-tausenden von Beichten, die mutige Priester unter Lebensgefahr bei der Arbeit oder in der Freizeit z.B. beim Gehen auf der Lagerstraße hörten. Er sah Gottes Gegenwart in der Anwesenheit geweihter Priester manifestiert und nicht zuletzt im leidenden Mithäftling.

Viele Geistliche berichten voll Dankbarkeit von Erlebnissen besonderer Nähe zu Gott, sogar Frieden und Freude. Die Haft im KZ Dachau beschrieben viele danach als Zeit der Gnade, wie Exercitien oder ein neues Noviziat.

Kardinal Majdanski, ebenfalls als junger, polnischer Geistlicher im KZ Dachau[4], betont die Heiligkeit des Bodens der heutigen Gedenkstätte, für ihn ist es Boden, der mit Märtyrerblut getränkt ist. Viele Geistliche vergleichen die Stimmung in den Priesterblocks mit der frühchristlichen Zeit der Katakomben, in denen die verfolgten Christen sich zu Gebet und Gottesdienst trafen und wohl auch versteckten.

Auch P. Roth, deutscher Dominikanerpater der sowohl Häftling im KZ als auch anschließend Seelsorger im Lager der SS-Männer war und danach noch Seelsorger der Geflüchteten, alles auf dem gleichen Gelände, sprach und schrieb wiederholt vom heiligen Ort, den für ihn das Gelände des ehemaligen KZ Dachau darstellte.[5]

Mehrfach fiel die Aussage von gefangenen Häftlingen, das KZ Dachau wäre der größte Märtyrerfriedhof aller Zeiten. Ob es das Größte ist, vermag angesichts der heutigen Verfolgung von christlichen Geschwistern auf der ganzen Welt, der größten, die es je gab, keiner zu sagen. Aber ein sehr, sehr großer Märtyrerfriedhof war das KZ Dachau ganz sicher. 

Das Gebet und aufgeopferte Leid von fast 3.000 Geistlichen an diesem Ort wurde von Gott gehört, davon bin ich überzeugt. Es gibt Mutmaßungen, dass die die Befreiung von der Diktatur des Nazi-Regimes und die lange Zeit des unverdienten Friedens und Wohlstands in Deutschland nach 1945 bis in unsere Zeit, eine Frucht dieser Gebete und Opfer sein könnte, aber auch Auswirkungen bis ins 2. Vatikanische Konzil und die Familienpastoral der polnischen Geistlichen und die Leib-Theologie des heiligen Papst Johannes Paul II. werden als Auswirkungen vermutet. Das Wirken Gottes weiß letztlich nur er alleine.

Ein heiliger Ort in Dachau hat auch für uns heute eine Bedeutung, kann auch für heutige Besucher der Gedenkstätte als Ort der Gnade gelten, wenn sie sich dafür öffnen wollen. Allen anderen können unsere Ausführungen interessante Informationen zu einer unbekannten Seite der Gedenkstätte des KZ Dachau sein.

Wir alle sind heute eingeladen nach Dachau zu wallfahrten, wo die überlebenden Geistlichen nach dem Krieg einen Wahlfahrtsort errichten wollten für Christus, den König der Märtyrer und "Unsere Liebe Frau von Dachau“, die Madonna im Priesterblock des Lagers. Wenig erinnert in der heutigen Gedenkstätte des KZ Dachau an die gefangenen Geistlichen, ihre Erfahrung der Gegenwart Gottes und an Heilige und Märtyrer.

Und doch gibt es Berichte von Besuchern der Gedenkstätte des KZ Dachau, die dort lebensverändernde Begegnungen mit Gott erlebten. Es gibt Zeugnisse von Gebetserhörungen. Die Gnade wirkt auch heute fort.

Auch nicht Gläubige Menschen sind betroffen und beeindruckt von den Erlebnissen der Geistlichen im KZ Dachau. Wir sind überzeugt, dass ihr Mut mit dem NS-Regime in Konflikt zu geraten, ihre Tapferkeit im Leid und ihr Einsatz für andere Gefangene unter Lebensgefahr und bis zur Hingabe des Lebens, auch heute ein wichtiges Vorbild sind.

Wer die Biografien der kanonisierten ließt und sich ihre Persönlichkeit vor Augen führt, erhält sehr wertvolle Impulse für sein Leben, wer sich dafür interessiert, auch sein Leben mit Gott. (Link zu Biografien)

Nachdem die Zahl der Zeitzeugen weiter schwindet und sich die Arbeit des Gedenkens an die Opfer des Nationansozialismus wandeln muss, bleiben uns die vielen schriftlichen Zeugnisse der Häftlinge aller Weltanschauungen, für Christen sind besonders die der Geistlichen interessant. Doch, wie der stellvertretende Chef des bayerischen Landtags, Karl Freller betonte, die Orte sind uns geblieben. Die Orte der Konzentrationslage sind und erhalten. Ich wage zu sagen, es waren trotz des unvorstellbaren Leids der Häftlinge, auch Orte der Gnade und sie sind es bis heute.

Nach dem Krieg

P. Lenz berichtete in seinem Buch „Christus in Dachau“: „Kardinal Faulhaber hat dem amerikanischen Oberbefehlshaber, General Eisenhower, den Vorschlag unterbreitet, auf der Stätte des ehemaligen Konzentrationslagers ...https://www.selige-kzdachau.de/index.php/orte-der-gnade
 
hansfeuerstein 29.04.2026 22:49
Wehe auch dem, den die Rache der Spezies Mensch, trifft..:

Der erste Vorfall ereignete sich gleich zu Beginn der Einnahme des Konzentrationslagers unmittelbar am Todeszug. Unter dem Schock, den der Anblick des Zuges voller Leichen auslöste, erschoss der Chef der I-Kompanie des 157. Infanterieregiments Leutnant Bill Walsh zusammen mit einem anderen Soldaten 4 SS-Männer, die sich bereits ergeben hatten.[18]

Ein größerer Vorfall ereignete sich im weiteren Verlauf des Eindringens der I-Kompanie in das SS-Lager am Kohlenhof, wo ebenfalls auf Veranlassung des Kompaniechefs Walsh weitere 16 SS-Männer erschossen wurden.[18] Walshs Einheit stieß beim Eingang des Konzentrationslagers auf das SS-Lazarett, wo sie mindestens 100 Deutsche, darunter auch Frauen, auf die Straße holten. Auf Befehl von Walsh wurden laut Zeugenaussagen zwischen 50 und 75 SS-Männer von den übrigen Gefangenen abgesondert und an die Wand des Kohlenhofs aufgestellt.[19] Dies ist auch die Szene, die als Zeitdokument fotografisch festgehalten wurde und in der wenig später der Bataillonskommandeur Felix L. Sparks hinzustieß und die Exekutionen stoppte.


Im nahe gelegenen Fernheizwerk wurde ein SS-Mann von Häftlingen in Anwesenheit amerikanischer Soldaten erschlagen.[1

Beim zweiten größeren Vorfall wurde während des Vormarsches von SS-Wachpersonal und Häftlingen entlang des Lagerzauns die gesamte Besatzung des Wachturms B in zwei Aktionen kurz nacheinander getötet. Dies betraf 17 SS-Männer, die sich zuvor ergeben hatten.[18]
Schließlich wurde im Bereich des Jourhauses ein weiterer SS-Mann, der sich ergeben hatte, von einem GI erschossen.[18]
Der Verbleib von Heinrich Wicker ist bis heute ungeklärt. Er wurde zuletzt am Todeszug zusammen mit Victor Maurer abgelichtet, nachdem General Linden ihn dort zur Rede gestellt hatte. Danach fehlt jede Spur von ihm.[20]
 
Klavierspielerin2 Gestern, 08:36
Hab' gestern Abend den o.g. Vortrag angehört... erschütternd.
Es wurden Zeitzeugen gehört, einige von ihnen, schrieben ihre Erfahrungen nieder. Am 29. April um 21h war die Erschießung der Inhaftierten geplant. Die polnischen Ordensleute haben eine Novene ( neuntägiges Gebet) gebetet, die am 29.4. abgeschlossen war.

Um 17:15h diesen Tages, betrat der 1. GI das KZ zur Befreiung
...
 
Klavierspielerin2 Gestern, 08:38
" Te deum"
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