Standpunkt
Die Christen im Heiligen Land stören – und erfahren das bitter
Veröffentlicht am 12.03.2026 um 00:01 Uhr – Von Christoph Strack – Lesedauer: 4 MINUTEN
Bonn ‐ Attacken durch radikale Siedler, ein durch Bomben getöteter Priester: Die christliche Minderheit im Heiligen Land kommt immer mehr unter die Räder. Christoph Strack mahnt, ihre Stimme hierzulande weiter hörbar zu machen.
Es wirkt fast wie ein Kreuzweg – einer, der nicht endet. Mehrmals in der Woche finden sich bei Social Media (Nachrichten-Agenturen vermelden das kaum mehr) Belege für Übergriffe oder gezielte Attacken auf Taybeh, das letzte christliche Dorf im Westjordanland. Mal stürmen radikale Siedler nachts durch den Ort und zerschlagen fremdes Eigentum, mal brennen Autos oder Häuser. Gelegentlich verhindern die Radikalen auch einfach über Stunden, dass der Ort überhaupt erreichbar ist. Oder sie bespritzen gestoppte Autofahrer mit Pfefferspray.
Anfang dieser Woche beklagte das deutsche Außenministerium die mörderische Dimension der Attacken jüdischer Siedler. Dass im Westjordanland "fünf palästinensische Zivilisten in nur einer Woche getötet wurden, ist tatsächlich ein trauriger Höhepunkt", erklärte ein Sprecher in Berlin. Das ist Terror.
Ich schildere dies so im Detail, weil die christliche Minderheit im Heiligen Land immer mehr unter die Räder kommt. Die Tötung eines beliebten maronitischen Priesters im Südlibanon durch einen israelischen Militärschlag trägt dazu bei. Pierre El-Rahi war dabei, Verletzten eines früheren Angriffs zu helfen. "Pater Pierre war ein wahrer Hirte und ist immer bei seinem Volk geblieben", würdigte ihn der Papst. Der Geistliche mag damit auf der Überholspur zur Seligsprechung sein, aber für seine Gemeinde wäre er als starke geistliche Stütze jetzt gewiss wichtig gewesen.
Jede Unruhe in der Region verunsichert die kleine christliche Minderheit weiter. Das mag der alltägliche Terror der radikalen Siedler sein. Das mögen menschliche oder ökonomische Erschütterungen durch den Iran-Krieg sein. Dazu zählt sicher auch der altersbedingte Rückzug von Kardinal Sako, des "Patriarchen der Chaldäer von Bagdad". Er war eine Stimme, die im Westen Gehör fand, eine Autorität, der sich auch in der Politik Türen öffneten.
Zumindest das Gehör kann jeder von uns schenken. Es gilt, die Nachrichten der christlichen Gemeinde, auch der Geistlichen aus Taybeh, nicht auszublenden. Sie hier in Deutschland mit Politikern zu teilen. Oder die Not der Christinnen und Christen im weiten Land Jesu und der Urkirche bei Fürbitten wachzuhalten. Und wenn denn mal Pilgerreisen wieder möglich sind: immer auch Kontakt mit einer christlichen Gemeinde zu suchen. Sie haben es so verdient. Und sie sind das Heilige Land.
Von Christoph Strack
Der Autor
Christoph Strack ist Fachredakteur der Deutschen Welle für Religion und Religionspolitik.
Hinweis
Der Standpunkt spiegelt ausschließlich die Meinung der jeweiligen Autorin bzw. des Autors wider.
Libanon: Bitte an Heiligen Stuhl um Hilfe für Christen
11.03.2026 11:05
Libanon: Bitte an Heiligen Stuhl um Hilfe für Christen
11.03.2026 11:05
Libanon: Bitte an Heiligen Stuhl um Hilfe für Christen
Libanons Außenminister hat sich an den Heiligen Stuhl mit der Bitte um Hilfe für die Christen im Süden des Landes gewandt. Dies brachte er in einem Telefonat mit Erzbischof Gallagher vor, wie der libanesische Politiker in einem Beitrag auf X mitteilte.
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10/03/2026
Salvatore Cernuzio – Vatikanstadt
Der Libanon bittet den Heiligen Stuhl um Hilfe und Schutz, um die Präsenz der Christen im Süden des Landes, an der Grenze zu Israel, zu bewahren, die von neuen Gewaltausbrüchen im Nahen Osten, unaufhörlichen Bombardierungen und Evakuierungsbefehlen betroffen sind, die eine massive humanitäre Krise verursacht haben. Youssef Raggi, Außenminister des Landes der Zedern, gab über seinen Account im sozialen Netzwerk X bekannt, dass er an diesem Dienstag ein Telefongespräch mit Erzbischof Paul Richard Gallagher, dem vatikanischen Sekretär für die Beziehungen zu Staaten und internationalen Organisationen, geführt ath. Der Dialog zwischen den beiden wurde auch vom Direktor der Pressestelle des Heiligen Stuhls, Matteo Bruni, bestätigt.
Diplomatische Kontakte
Gallagher und Raggi, so der libanesische Außenminister, hätten „sich über die jüngsten Entwicklungen im Libanon und die schwierige Lage der Grenzdörfer im Süden ausgetauscht. Ich habe den Heiligen Stuhl gebeten, zu intervenieren und zu vermitteln, um zur Erhaltung der christlichen Präsenz in diesen Dörfern beizutragen, deren Bewohner stets den libanesischen Staat und seine offiziellen militärischen Institutionen unterstützt haben und diesem Engagement nie untreu geworden sind“.
Monsignore Gallagher habe laut Angaben des libanesischen Politikers „erklärt, dass der Heilige Stuhl alle notwendigen diplomatischen Kontakte knüpft, um die Eskalation im Libanon zu stoppen und die Vertreibung der Bürger aus ihrem Land zu verhindern“. Er habe auch versichert, dass „der Libanon immer in den Gebeten Seiner Heiligkeit des Papstes gewesen sei und weiterhin sei“.
Die Worte des Papstes in Beirut
Der Libanon war neben der Türkei das Ziel, das Leo XIV. für seine erste internationale Apostolische Reise im vergangenen Dezember ausgewählt hatte. Während dieser Reise sprach der Papst in verschiedenen öffentlichen Erklärungen unter anderem auch das Thema des Bevölkerungsrückgangs der Christen im Land der Zedern an, das die größte christliche Gemeinschaft im Nahen Osten beherbergt, die hauptsächlich aus Maroniten, aber auch aus griechisch-orthodoxen, melkitischen und armenischen Christen besteht. Der Papst hatte den Verbleib der Christen als Mission zur Entwicklung einer „Zivilisation der Liebe und des Friedens” bezeichnet. Und Präsident Joseph Aoun selbst erklärte bei der Begrüßung des Papstes in Beirut: „Wenn die Christen im Libanon verschwinden würden, würde das empfindliche Gleichgewicht zusammenbrechen und mit ihm die Gerechtigkeit”.
Schmerz über Vorgänge im Nahen Osten
Am Montag hat der Papst – laut einer Mitteilung der Pressestelle des Heiligen Stuhls – sein Beileid für die Ereignisse im Nahen Osten ausgedrückt, insbesondere für die vielen „Unschuldigen“, vor allem Kinder, die Opfer der Bombardierungen geworden sind. Unter ihnen ist auch der maronitische Priester Pater Pierre El Raii, der gestern in Qlaya getötet wurde, als er versuchte, einem seiner Gemeindemitglieder zu helfen, das bei einem Angriff auf ein Haus in seiner Gemeinde in den Bergen verletzt worden war.
Zu diesem Vorfall äußerte sich am Abend auch Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und erklärte, dass auch die Kirche dem Leiden der Bevölkerung nicht ausgenommen sei. Der Kardinal bekräftigte auch die Bedeutung der Instrumente der Diplomatie, „Instrumente des Wortes, der Vernunft, der Weisheit“, die jedoch nicht immer angenommen werden. „Wir haben keine Zwangsmittel, um unsere Sicht der Dinge durchzusetzen”, sagte er und versicherte, dass der Heilige Stuhl weiterhin „auf den Grundprinzipien besteht, die das zivile und friedliche Zusammenleben der Völker regeln müssen”, und dass er weiterhin „mit allen spricht”. Was die Gefahr betrifft, dass es keine christliche Präsenz mehr im Heiligen Land und im Nahen Osten im Allgemeinen geben könnte, erklärte Parolin, dass dies ein Risiko sei, das vom Heiligen Stuhl immer wieder angeprangert werde: „Sicherlich sind Krieg, Destabilisierung, Konflikte und zunehmender Hass der Präsenz von Christen nicht förderlich, daher ist dies ein Grund zur noch größeren Sorge.“
Nähe und Gebet
Seitens des Heiligen Stuhls wurde dem Libanon in den letzten Tagen auch die Nähe von Kardinal Michael Czerny, dem Präfekten des Dikasteriums für den Dienst der ganzheitlichen menschlichen Entwicklung, bekundet, der vor genau einem Jahr, im Februar 2024, im Auftrag des Papstes (damals Franziskus) den Libanon besucht hatte, der gerade den Krieg zwischen Israel und der Hisbollah hinter sich hatte. Der Kardinal begab sich in den Süden des Landes, besuchte das Dorf Alma al-Shaab und sah mit eigenen Augen die Zerstörung durch die Bombardierungen, die weder Häuser noch Kirchen verschont hatten. Czerny bekundete den Bewohnern des Dorfes Alma al-Shaab, aber auch denen von Rmeish, Ein Ebel, Debel und anderen benachbarten Gebieten seine Nähe und versicherte ihnen, in dieser dramatischen Zeit für sie zu beten.
(vatican news)
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Gallagher und Raggi, so der libanesische Außenminister, hätten „sich über die jüngsten Entwicklungen im Libanon und die schwierige Lage der Grenzdörfer im Süden ausgetauscht. Ich habe den Heiligen Stuhl gebeten, zu intervenieren und zu vermitteln, um zur Erhaltung der christlichen Präsenz in diesen Dörfern beizutragen, deren Bewohner stets den libanesischen Staat und seine offiziellen militärischen Institutionen unterstützt haben und diesem Engagement nie untreu geworden sind“.
Monsignore Gallagher habe laut Angaben des libanesischen Politikers „erklärt, dass der Heilige Stuhl alle notwendigen diplomatischen Kontakte knüpft, um die Eskalation im Libanon zu stoppen und die Vertreibung der Bürger aus ihrem Land zu verhindern“. Er habe auch versichert, dass „der Libanon immer in den Gebeten Seiner Heiligkeit des Papstes gewesen sei und weiterhin sei“.
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Nähe und Gebet
Seitens des Heiligen Stuhls wurde dem Libanon in den letzten Tagen auch die Nähe von Kardinal Michael Czerny, dem Präfekten des Dikasteriums für den Dienst der ganzheitlichen menschlichen Entwicklung, bekundet, der vor genau einem Jahr, im Februar 2024, im Auftrag des Papstes (damals Franziskus) den Libanon besucht hatte, der gerade den Krieg zwischen Israel und der Hisbollah hinter sich hatte. Der Kardinal begab sich in den Süden des Landes, besuchte das Dorf Alma al-Shaab und sah mit eigenen Augen die Zerstörung durch die Bombardierungen, die weder Häuser noch Kirchen verschont hatten. Czerny bekundete den Bewohnern des Dorfes Alma al-Shaab, aber auch denen von Rmeish, Ein Ebel, Debel und anderen benachbarten Gebieten seine Nähe und versicherte ihnen, in dieser dramatischen Zeit für sie zu beten.
(vatican news)
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Klavierspielerin2 12.03.2026 18:26
Zwischen den Fronten: Die verzweifelte Lage der Christen im Südlibanon
Während die Kämpfe im Südlibanon an Intensität zunehmen, rückt das Schicksal der christlichen Dörfer an der Grenze zu Israel in den Fokus. In Rmeisch, einer maronitischen Enklave, harrt die Bevölkerung trotz ständiger Bombardierungen aus. Pater Toni Elias, stellvertretender Pfarrer des Ortes, berichtet von der Angst vor Vertreibung, dem Hunger und dem Abschied von einem „Märtyrer der Liebe“.
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An diesem Donnerstag fand in Qlayaa die Beerdigung von Pater Pierre El Raii statt. Der maronitische Priester war vor zwei Tagen bei einem israelischen Luftangriff getötet worden, als er versuchte, Opfern eines vorangegangenen Raketeneinschlags zu helfen.
„Er war ein sehr lieber Mitbruder, ein mutiger Mann“, sagt Pater Toni Elias gegenüber den vatikanischen Medien. „Sein Tod schmerzt uns unermesslich. Für uns ist er ein Märtyrer des Glaubens, weil er sein Leben verlor, während er Menschen in Not half.“ Aufgrund der extrem gefährlichen Sicherheitslage war es den Gläubigen aus dem nur 40 Kilometer entfernten Rmeisch jedoch unmöglich, an der Beerdigung teilzunehmen.
Umzingelt vom Krieg
Der Distrikt Bint Dschubail, in dem Rmeisch liegt, ist derzeit eines der Hauptziele israelischer Angriffe, die laut Armeeangaben die pro-iranischen Hisbollah-Milizen zerschlagen sollen. Für die etwa 7.000 Einwohner von Rmeisch ist das dumpfe Grollen der Explosionen zum ständigen Begleiter geworden. „Wir hören es jeden Tag über unseren Köpfen“, berichtet Pater Elias. Kürzlich zerstörten zwei Bomben ein Wohnhaus im Dorf; wie durch ein Wunder gab es keine Toten.
Die Lage ist prekär: Von den fünf christlichen Dörfern der Region sind zwei bereits komplett evakuiert. In Rmeisch sowie in Debel und Ain Ebel weigert sich die Bevölkerung jedoch zu gehen. „Wir bewegen uns nicht. Hier gibt es keine Hisbollah-Kämpfer, keine Raketen. Wir sind für niemanden eine Gefahr“, betont der Geistliche. Die größte Sorge der Menschen ist die Endgültigkeit einer Flucht: „Wir haben nur eine Angst: Dass wir, wenn wir einmal unsere Häuser verlassen, nie wieder zurückkehren dürfen.“
Hunger und Blockade
Rmeisch ist faktisch von der Außenwelt abgeschnitten. Wer das Dorf in Richtung Beirut verlassen will, riskiert sein Leben und ist auf die Eskorte der libanesischen Armee angewiesen. Dies führt zu massiven Engpässen bei Lebensmitteln und Treibstoff. „Die Kirche und die lokalen Behörden versuchen, die Versorgung mit Nahrung und Diesel sicherzustellen. Es ist nicht einfach, aber wir versuchen es“, so Elias.
Zudem herrscht ein enormer politischer Druck auf das Dorf. Bis vor kurzem beherbergte Rmeisch etwa 200 schiitische und sunnitische Flüchtlinge. Diese mussten das Dorf jedoch wieder verlassen. Laut Pater Elias gab das israelische Militär ein Ultimatum: Entweder die Flüchtlinge gehen, oder das gesamte Dorf muss evakuiert werden – offenbar aus Sorge, Hisbollah-Elemente könnten sich unter die Schutzsuchenden gemischt haben.
Die „Waffen“ des Glaubens
Trotz der Ungewissheit bleibt der Glaube der stärkste Rückhalt für die Menschen. Täglich werden zwei Messen gefeiert, die gut besucht sind. „Der Glaube wurde von den Bomben nicht getötet“, sagt Pater Elias entschlossen. „Die tägliche Eucharistie und die Anbetung sind unsere Waffen. Die Menschen vertrauen sich voll und ganz dem Herrn an.“
(vatican news)
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Während die Kämpfe im Südlibanon an Intensität zunehmen, rückt das Schicksal der christlichen Dörfer an der Grenze zu Israel in den Fokus. In Rmeisch, einer maronitischen Enklave, harrt die Bevölkerung trotz ständiger Bombardierungen aus. Pater Toni Elias, stellvertretender Pfarrer des Ortes, berichtet von der Angst vor Vertreibung, dem Hunger und dem Abschied von einem „Märtyrer der Liebe“.
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„Er war ein sehr lieber Mitbruder, ein mutiger Mann“, sagt Pater Toni Elias gegenüber den vatikanischen Medien. „Sein Tod schmerzt uns unermesslich. Für uns ist er ein Märtyrer des Glaubens, weil er sein Leben verlor, während er Menschen in Not half.“ Aufgrund der extrem gefährlichen Sicherheitslage war es den Gläubigen aus dem nur 40 Kilometer entfernten Rmeisch jedoch unmöglich, an der Beerdigung teilzunehmen.
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Der Distrikt Bint Dschubail, in dem Rmeisch liegt, ist derzeit eines der Hauptziele israelischer Angriffe, die laut Armeeangaben die pro-iranischen Hisbollah-Milizen zerschlagen sollen. Für die etwa 7.000 Einwohner von Rmeisch ist das dumpfe Grollen der Explosionen zum ständigen Begleiter geworden. „Wir hören es jeden Tag über unseren Köpfen“, berichtet Pater Elias. Kürzlich zerstörten zwei Bomben ein Wohnhaus im Dorf; wie durch ein Wunder gab es keine Toten.
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Trotz der Ungewissheit bleibt der Glaube der stärkste Rückhalt für die Menschen. Täglich werden zwei Messen gefeiert, die gut besucht sind. „Der Glaube wurde von den Bomben nicht getötet“, sagt Pater Elias entschlossen. „Die tägliche Eucharistie und die Anbetung sind unsere Waffen. Die Menschen vertrauen sich voll und ganz dem Herrn an.“
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hansfeuerstein 12.03.2026 22:41
Der Libanon war mal christlich. Man sieht, wohin es führt wenn man grenzenlos jeden einwandern lässt, und dann schliesslich selber weggemobbt wird. Man muss es beim Namen nennen, der Islam ist der Feind der Christenheit, ob man es akzeptieren will, oder nicht. Wo der Islam herrscht, gibt es keine Buntheit und keine gleichen Rechte und Möglichkeiten mehr.
Annres 13.03.2026 08:19
@Feuerstein: Was kapierst du am Eingangspost nicht?
Die libanesischen Christen haben von den libanesischen Moslems nichts zu befürchten, haben da Jahrzehnte in Frieden gelebt, erst als ISIS auftauchte = der Proxi von USI gingen die Gemetzel an Moslems und Christen los.
Und momentan leiden die Libanesen am allermeisten wegen der Angriffe durch Israel und dass die Felder im Südlibanon von der IDF vergiftet werden, deswegen wirkt dein unreflektiertes Islam-Bashing hier ein wenig dümmlich...
Die libanesischen Christen haben von den libanesischen Moslems nichts zu befürchten, haben da Jahrzehnte in Frieden gelebt, erst als ISIS auftauchte = der Proxi von USI gingen die Gemetzel an Moslems und Christen los.
Und momentan leiden die Libanesen am allermeisten wegen der Angriffe durch Israel und dass die Felder im Südlibanon von der IDF vergiftet werden, deswegen wirkt dein unreflektiertes Islam-Bashing hier ein wenig dümmlich...
Klavierspielerin2 18.03.2026 08:20
Libanon: Große Not durch Kriegshandlungen
Durch den Krieg sind im Libanon mehr als 290.000 Kinder innerhalb von nur zwei Wochen gewaltsam vertrieben worden, berichtet „Save the Children“. Die Vereinten Nationen sprechen von fast 900 Toten seit Kriegsbeginn.
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Seit Beginn des anhaltenden Nahost-Kriegs seien im Libanon mindestens 886 Menschen getötet worden, teilten die Vereinten Nationen am Dienstag in Genf unter Berufung auf libanesische Behördenangaben mit.
Viele Tote und zerstörte Infrastruktur
Israelische Luftangriffe hätten Hunderte Häuser und zivile Infrastruktur zerstört, darunter auch Gesundheitseinrichtungen, kritisierte das UN-Menschenrechtsbüro. Hunderttausende Libanesen seien auf der Flucht. Zugleich hätten Kämpfer der pro-iranischen Hisbollah-Miliz wahllos Raketensalven auf Israel abgefeuert. Auch dabei seien Wohngebäude sowie andere zivile Ziele getroffen worden.
UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk forderte abermals ein Ende der Kampfhandlungen. Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht müssten aufgeklärt, die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.
Viele minderjährige Opfer
Unter den Todesopfern sind laut Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums auch über hundert Kinder. Der Konflikt unterbreche auch den Zugang zu lebenswichtiger medizinischer Versorgung, darunter für Kleinkinder, Schwangere und Krebspatienten, berichtet „Save The Children“. Viele Familien seien nur mit dem Nötigsten geflohen.
In Beirut hätten über 130.000 Menschen in überfüllten Schulen, die zu Sammelunterkünften umfunktioniert wurden, sowie in Sportstadien Zuflucht gesucht. Schätzungen zufolge teilen sich über fünfzig Menschen eine einzige Toilette, haben nur minimalen Zugang zu Küchen und leben in Unterkünften ohne Teppiche, Öfen und Decken in der winterlichen Kälte.
Massenflucht in der gesamten Region
Seit dem 2. März seien etwa 118.590 Menschen aus dem Libanon nach Syrien eingereist, so die Hilfsorganisation weiter. Darüber hinaus seien bis zu 3,2 Millionen Menschen im Iran vertrieben worden, seit Beginn der Feindseligkeiten kehrten täglich auch etwa 1.700 Afghanen aus dem Iran nach Afghanistan zurück.
Im Libanon verteilt die Organisation an der Grenze zu Syrien Hilfsgüter des täglichen Bedarfs wie Decken, Matratzen, Kissen, Babyartikel, Hygiene-Sets und Wasser und leistet erste psychologische Hilfe. Viele Menschen im Libanon erlebten bereits die zweite oder dritte Vertreibung in ihrem Leben; es gebe Familien, die in dieselben Unterkünfte zurückkehren, in denen sie bereits 2024 Zuflucht gesucht hatten.
Nachdem die Hisbollah zu Monatsbeginn als Vergeltung für die Tötung des iranischen Revolutionsführers Ali Chamenei Israel mit Raketen beschossen hatte, startete die israelische Armee einen großangelegten militärischen Angriff auf Ziele im Libanon. Diese erstrecken sich nicht nur auf das Grenzgebiet zu Israel, sondern auch auf Teile der Hauptstadt Beirut.
(pm/sir/kna – pr)
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.
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Seit dem 2. März seien etwa 118.590 Menschen aus dem Libanon nach Syrien eingereist, so die Hilfsorganisation weiter. Darüber hinaus seien bis zu 3,2 Millionen Menschen im Iran vertrieben worden, seit Beginn der Feindseligkeiten kehrten täglich auch etwa 1.700 Afghanen aus dem Iran nach Afghanistan zurück.
Im Libanon verteilt die Organisation an der Grenze zu Syrien Hilfsgüter des täglichen Bedarfs wie Decken, Matratzen, Kissen, Babyartikel, Hygiene-Sets und Wasser und leistet erste psychologische Hilfe. Viele Menschen im Libanon erlebten bereits die zweite oder dritte Vertreibung in ihrem Leben; es gebe Familien, die in dieselben Unterkünfte zurückkehren, in denen sie bereits 2024 Zuflucht gesucht hatten.
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https://www.christ-sucht-christ.de/christliches-forum/read/163163/