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Die Piusbrüder bringen Papst Leo XIV in Zugzwang

Die Piusbrüder bringen Papst Leo XIV in Zugzwang
Die Piusbrüder bringen Papst Leo XIV. in Zugzwang

Vatikanstadt ‐ Seit Jahrzehnten sind die Piusbrüder ein Stachel im Fleisch der katholischen Kirche. Weil Benedikt XVI. ihre Exkommunikation 2009 aufhob, gehören sie wieder dazu – aber ohne geregelten Status. Nun droht wieder ein Bruch.

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Lange war es still um die Traditionalisten der Piusbruderschaft. Noch 2009 sorgte die aus mehreren hundert Priestern in allen Erdteilen bestehende Vereinigung für einen weltweiten Skandal. Damals hatte Papst Benedikt XVI. (2005-2013) die exkommunizierten Traditionalisten-Bischöfe wieder in die Kirche aufgenommen und dabei übersehen, dass einer von ihnen, der inzwischen verstorbene englische Bischof Richard Williamson, ein Holocaust-Leugner war.

Der Skandal und der unbeholfene Umgang des Papstes damit markierten seinerzeit den Anfang vom Niedergang des später durch Rücktritt beendeten Pontifikats. Papst Leo XIV. ist also gewarnt, wenn der Obere der Bruderschaft, der italienische Geistliche Davide Pagliarani (55), am Donnerstag den Präfekten der vatikanischen Glaubensbehörde, Kardinal Víctor Fernández, in Rom trifft.

Ein gewissermaßen erzwungenes Treffen

Der 2018 an die Spitze der weltweiten Priestervereinigung gewählte Pagliarani hat das Treffen gewissermaßen erzwungen. Er wandte sich mit einem Brief an den Papst, in dem er um eine Audienz bat. Als er keine befriedigende Antwort auf seine Forderungen erhielt, verkündete er den 1. Juli als Termin für neue Bischofsweihen. Daraufhin erhielt er von Fernández eine Einladung zu einem Gespräch in den Palast, in dem auch Papst Leo XIV. wohnt. Ein Treffen mit dem Kirchenoberhaupt stellte Fernández allerdings nicht in Aussicht.

In einem langen Interview erklärte Pagliarani in der vergangenen Woche, dass man auf die Bischofsweihen nicht verzichten könne. Denn ohne Bischöfe sind für die Piusbrüder keine weiteren Priesterweihen möglich – und ihre Seminare sind voll von jungen Männern, die sich auf das geistliche Amt vorbereiten.

Davide Pagliarani
Bild: ©FSSPX (Archivbild)
Der Italiener Davide Pagliarani ist seit 2018 Generaloberer der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X.

Selbst erneute Kirchenstrafen fürchte man nicht, sondern werde sie geduldig ertragen, erklärte der aus Rimini stammende Geistliche. 2018 führte er schon einmal ein Gespräch in der Glaubensbehörde, seinerzeit noch mit dem Präfekten Luis Ladaria. Wie schon die vielen Verständigungs-Anläufe unter seinem Vorgänger, dem Schweizer Bernard Fellay, blieb auch dieser Termin des Pius-Oberen im Vatikan ohne konkretes Ergebnis.

Diesmal will Pagliarani, wie er sinngemäß erklärte, dem Vatikan eine Art Stillhalte-Abkommen vorschlagen. Rom solle, so die Quintessenz seiner Ausführungen, die Piusbruderschaft als eine Art Reservat des vorkonziliaren Glaubens dulden, bis vielleicht eines Tages ein Papst auf die Traditionalisten zugehen und ihnen eine neue Rolle in der Kirche zuerkennen werde. Er selbst glaubt, dass die Bruderschaft als Hüterin des vom modernistischen Zeitgeist unverfälschten Glaubens und der dazugehörigen Liturgien einen unverzichtbaren Dienst für die gesamte Kirche leiste.

Ein echtes Dilemma für Leo XIV.

O-Ton Pagliarani: "Wir bieten der Kirche nicht ein Museum alter und verstaubter Dinge dar, sondern die Tradition in ihrer Fülle und Fruchtbarkeit, die Tradition, welche die Seelen heiligt und verwandelt, Berufungen und wahrhaft katholische Familien hervorbringt. Anders gesagt: Gerade für den Papst als solchen bewahren wir diesen Schatz bis zu dem Tag, an dem man seinen Wert wieder verstehen wird und an dem ein Papst sich seiner zum Wohl der ganzen Kirche bedienen will." Die anderen, von Rom offiziell geduldeten Traditionalisten wie die Petrusbruderschaft können nach Meinung Pagliaranis diesen Dienst nicht leisten, da sie immer wieder zu Kompromissen mit der "Kirche des Konzils" gezwungen seien.

Leo XIV. ist mit dem Anspruch angetreten, Polarisierungen in der Kirche zu überwinden und Einheit zu stiften. Angesichts der Sturheit der Piusbrüder steht er erstmals in seinem Pontifikat unter Handlungszwang und vor einem echten Dilemma. Akzeptiert er den von Pagliarani aufgezeigten Weg, läuft er Gefahr, als Freund der Ewiggestrigen in der Kirche zu gelten – so wie einst Benedikt XVI. Beharrt er hingegen mit Fernández auf dem Weiheverbot, wird er als Papst des erneuten Schismas mit den Traditionalisten in die Geschichte eingehen. Diesen Bruch hatte sogar Papst Franziskus gescheut.

Kommentare

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Klavierspielerin2 12.02.2026 20:49
Von welcher Site hast du diesen Bericht?
 
FrauSausewind 12.02.2026 20:52
Ich hatte gerade mehrere Artikel gelesen....
Warum fragst Du, Klavier?
 
Klavierspielerin2 12.02.2026 21:02
Hab's gefunden. Dein geposteter Artikel ist nicht Up to Date. Meiner ist aktueller.
Ich gehe jetzt off. Gute Nacht 🌜👋🙂
 
FrauSausewind 12.02.2026 21:04
Dieser  Artikel ist vom 12.02 2026!!!
 
FrauSausewind 12.02.2026 21:15
Aus Domradio, oder katholisch.de.
Hab wie gesagt mehrere Berichte gelesen.

Extra, weil ich weiß das Du listig 😉 bist!
 
FrauSausewind 12.02.2026 21:37
Gute Nacht Klavier.👋
 
hansfeuerstein 12.02.2026 21:55
Benedikt diesbezüglich klug und weise, diese Wunde mit seinem Dekret zu verschliessen.

Es ist völlig nachvollziehbar, dass sie auf die Bischofsweihen nicht verzichten werden, denn das würde letztlich dazu führen, dass sie unter dem Stiefel des Zeitgeistes zu stehen kommen. Wir sehen doch, wie sehr alles was vor dem Vat II gegolten hat, mehr oder weniger "abgeräumt" wird. Die Auswüchse des synodalen Weges zeigen ja klar, dass man z.B. dort wo Leute wie Bätzting das Sagen haben, die Tradition mit allen Mitteln bekämpft wird.  Es kann aber nicht im Sinne sein, dass man lieber die Menschen vom Glauben und von der Kirche fernhält, bevor man der eigenen Tradition die selben Zugeständnisse macht, wie man sie allerorten in der Ökumene sowieso allem und jedem zugesteht. Selbstverständlich wäre der Verzicht auf eigene Bischöfe letztlich der Untergang für sie. Ihr Anliegen verstehe ich durchaus, es ist nicht unbegründet.

Das ist die richtige bischöfliche Einstellung. Mit solchen Leuten bräuchte es das alles nicht.
 
FrauSausewind 12.02.2026 22:11
Ich freue mich über diese wahren und geistlichen Worte.


Amen.🙏
 
Klavierspielerin2 13.02.2026 08:28
Man darf aber dabei nicht unerwähnt lassen, dass der " Synodale Weg" nur Deutschland, nicht unsere Weltkirche betrifft.
Das hat sicher damit zu tun, dass Deutschland von der Reformation geprägt wurde und ist.
Franziskus hat zu den Bestrebungen der Deutschen Bischöfe- insbesondere dem ZdK 😐- gesagt, dass es bereits eine sehr gute evangelische Kirche hier gibt, es brauche keine Zweite.

Die paar Leute von ZdK wollen den protestantisierungsprozess vorantreiben, sie wollen sein, wie die anderen.
So wie damals die Israeliten, " sein wie die anderen", sie wollten auch wie die anderen, einen König haben - siehe jotam Fabel ☝️
 
Klavierspielerin2 13.02.2026 08:36
Wobei klar ist, dass die Situation der deutschen evangelischen Kirche noch katastrophaler ist, als die der katholischen.
Denn, vor dem 1. WK war rund 2/3 der Deutschen noch evangelisch.
 
(Nutzer gelöscht) 13.02.2026 11:04
Papst Leo wird sehr vorsichtig sein Zugeständnisse zu machen , denn ansonsten kann ja jede Nation oder Gemeinde daherkommen sich eigene Bischöfe zu weihen..

Ich sehe ,daß die ultrakonservativen Piusbrüder in der Klemme sind und den Kürzeren ziehen werden.

Ps: wer konservativ mag soll zu den Petrusbrüdern gehn😀

Cherub
 
hansfeuerstein 13.02.2026 17:43
Das Problem beginnt, wenn die Hierarchie vom Glauben abfällt, das gab es schon mal in der Zeit des Arianismus. Wo beinahe die gesamte Hierarchie vom Glauben abgefallen war, und erst spät eine Rehabilitierung der treu gebliebenen kam.
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