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"Scharfschützen-Tourismus" im Bosnienkrieg

"Scharfschützen-Tourismus" im Bosnienkrieg
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Reiche Europäer zahlten Geld, um in Bosnien Menschenjagd auf Zivilisten zu machen. Eine neue Recherche des italienischen Journalisten Ezio Gavazzeni führt in Italien aktuell zu Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Konkret wird gegen drei mutmaßlich beteiligte Italiener ermittelt.

Neu ist die Information nicht. Bereits 2022 machte der Film Sarajevo Safari darauf aufmerksam, dass im Bosnienkrieg (1992-1995) im Herzen Europas eine Art Tourismus der Ermordung existierte. Es sind jedoch die ersten Ermittlungen außerhalb Bosnien und Herzegowinas.

Reiche Europäer bezahlten serbische Truppen dafür, auf schutzlose bosniakische Zivilisten schießen zu dürfen. Als besonderes Erlebnis, als, Zitat „Premium-Ziel“, galten Kinder. Senioren waren Standardziele.

Laut Gavazzeni habe es sich nicht um Einzelfälle gehandelt. „Es waren viele - nicht nur ein paar Dutzend", so der Journalist. Es seien auch mehr als die drei Italiener, sondern „sehr, sehr viele Italiener" beteiligt gewesen. „Es waren Deutsche, Franzosen, Engländer … Menschen aus allen westlichen Ländern, die hohe Summen zahlten, um dorthin gebracht zu werden und Zivilisten zu erschießen."

Die Summen, die gezahlt wurden, beliefen sich in Beispielen auf etwa 90.000 US-Dollar.

Serbische Truppen verübten im Bosnienkrieg einen Genozid an den Bosniaken. Hintergrund waren serbischer Großmachtwahn und Islamfeindlichkeit. Über 101.040 Menschen wurden im Bosnienkrieg getötet. Der absolute Großteil davon Bosniaken. 81 % der ermordeten Zivilisten waren Bosniaken. Unterstützung erhielten serbische Truppen dabei aus Jugoslawien, Russland, Israel und Griechenland.

Der Scharfschützentourismus in Sarajevo war deshalb möglich, weil serbische Truppen die Hügel rund um die Stadt besetzten und von dort aus wahllos auf die eingekesselten Zivilisten schossen. Die Hauptstraße, die nach Sarajevo führt, der Meša Selimović Boulevard, wurde als „Sniper Alley“ (Scharfschützenallee) bezeichnet, weil sie extrem gefährlich war, aber nicht umgangen werden konnte, da sie der Weg zum Flughafen von Sarajevo war.

Bis heute wurde kein einziger dieser Mord-Touristen zur Rechenschaft gezogen.

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Kommentare

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Autumn 15.11.2025 07:24

SARAJEWO: Unfassbar! Wie im Horrofilm!  -----  13. November 2025

SARAJEWO: "Wochenend-Scharfschützen"! Touristen zahlten, um auf Zivilisten und Kinder zu schießen

In Italien laufen Ermittlungen gegen mutmaßliche Scharfschützen, die während der Belagerung von Sarajewo im Bosnien-Krieg auf Zivilisten geschossen haben sollen.


Die Recherchen eines italienischen Journalisten deuten auf reiche Männer aus Norditalien hin, die in den 1990er-Jahren hohe Summen zahlten, um an sogenannten „Wochenend-Safaris“ teilzunehmen. Dabei sollen sie gemeinsam mit serbischen Milizen gezielt auf Kinder, Frauen und Männer geschossen haben.

Die Staatsanwaltschaft Mailand prüft nun Hinweise auf den möglichen Scharfschützen-Tourismus. Auch ehemalige bosnische Offizielle wollen aussagen. Serbien hat bislang nicht reagiert.
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Autumn 15.11.2025 07:31

Sarajevo, 18.12.1994: 
Ein Einwohner der bosnischen Hauptstadt rennt mit seinem Kind an der Hand über die Straße, um sich vor den Kugeln von Heckenschützen in Sicherheit zu bringen
Bild: picture-alliance/ dpa

https://www.dw.com/de/italien-ermittelt-gegen-hobby-scharfschuetzen-die-bei-sarajevo-safaris-menschen-erschossen/a-74730515

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Autumn 15.11.2025 07:35


„Sniper-Touristen“ in Bosnien: Auf Kinder zu schießen, kostete mehr

Rom/Mailand. Mutmaßliche „Kriegstouristen“ sollen in den 90er Jahren „Jagdausflüge“ getätigt haben: Sie zahlten wohl viel Geld – um auf Menschen zu schießen.

https://www.morgenpost.de/politik/article410447683/sniper-touristen-in-bosnien-auf-kinder-zu-schiessen-kostete-mehr.html

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Sadie 15.11.2025 09:18
Das klingt unglaublich und schockierend

Aber bisher, wird nur ermittelt noch ist nichts bewiesen, und es geht nicht darum, Leute einfach zu verurteilen

Manche Zeugenaussagen stammen aus Recherchen von Journalistinnen, Journalisten oder aus Dokumentar Filmen wie „Sarajevo Safari“also Berichte über Zeugen ,nicht die Zeugen selbst .

Ehemalige Geheimdienst oder Militärangehörige waren zur Zeit des Bosnien Krieges vor Ort,
Sie geben an, dass es Berichte überreiche Ausländer gab, die angeblich Scharfschützenangriffe beobachtet oder finanziert haben sollen.

Wichtig:

Sie lieferten Hinweise, aber keine abschließenden Beweise

Italienische Staatsanwälte  in Mailand unter der Leitung von Alessandro Gobbi ermitteln 
derzeit wegen der Vorwürfe ,dass wohlhabende Ausländer während des Bosnien Kriegs in Sarajevo für Sniper-Touren gezahlt haben sollen , bei denen Zivilisten erschossen wurden.

Die Anzeige wurde von dem Journalisten Ezio Gavazzeni eingereicht  und stützt sich auf Zeugenaussagen  Dokumente und einen Dokumentarfilm.

Unterstützt wird die Anzeige von Benyamina, Karic, ehemaliger Bürgermeisterin von Sarajevo
Bisher gibt es keine öffentlich bekannten Verdächtigungen. Der Ermittlungen stehen am Anfang und die bei Beweislage muss noch geprüft und verifiziert  

Die Anklage in Italien zielt nicht nur auf Kriegsverbrechen im klassischen Sinne, sondern auf Mord unter verschärften Umständen was nach italienischen Recht möglich ist selbst Jahrzehnte nachdem Ereignis

Man muß abwarten 

Ob Behauptungen über Abschussprämien für Menschen der Wahrheit entsprechen ,ist erst nach den Untersuchungsergebnissen feststellbar ,wie es auch international beobachtet wird
 
(Nutzer gelöscht) 15.11.2025 11:26
Mir ist noch nicht so ganz klar,
 warum sie soviel Geld in die hergenommen haben,
um Zivilisten zu töten.
 
Annres 15.11.2025 12:07
Die können da ermitteln, soviel sie wollen, aber die wirklich Verantwortlichen, also die Organisatoren und die reichen Killer, wird man wohl nicht mehr finden.

Diesen "Kill-Tourismus" gab es in etwas anderer Form auch in der Ukraine und in wieder anderer Form ist die Kolonialisierung des Westjordanlands durch illegale, aber bewaffnete "Siedler" nur "der perfekte Kill-Tourismus".

Schlecht könnt einem werden, dass manchen Leuten Großwildjagden nicht mehr reichen und sie Menschen umbringen wollen und es dann andere Leute gibt, die ihnen sowas ermöglichen.
 
hansfeuerstein 15.11.2025 13:48
Wenn es stimmt, schlimm. Aber mit dem was man von derartigen Berichten noch glauben kann, ist es wieder eine andere Sache. Man fragt sich immer warum ganz bestimmte Dinge berichtet werden und andere gar nicht. Das was die Menschen wissen sollen, unterliegt halt stets einem Filter, und genau da liegt das Problem.
 
hansfeuerstein 15.11.2025 13:54
Der Krieg dort war eben auch formal völkerrechtswiedrig durch die  Nato geführt worden, darf man nicht vergessen. Schröder hatte wiederholt darauf hingewiesen. Diese Thematik könnte eine Rolle spielen, um dort A: seine Rolle dennoch moralich akzeptabel und notwendig erscheinen zu lassen, und B: um ähnliche Einsätze z.B. in der Ukraine als moralisch vertretbar darzustellen. Es geht um die Verschiebung der rechtlichen, durch moralische Grundsätze, die man sich zunutze machen will. Insbesondere in Hinsicht auf den Konflikt mit Russland, der ja ebenfalls für sich beansprucht, eben u.A. aus humanitären Gründen interveniert zu haben....
 
hansfeuerstein 15.11.2025 14:20
Der Weltsicherheitsrat hatte nämlich auch den Bosnienensatz/ex Jugoslawienkrieg nicht ratifiziert.  Formal daher völkerrechtswiedrig. Nun ist es aber so, dass z.B. Deutschland gar keine Soldaten in einen völkerrechtswiedrigen Krieg einberufen dürfte, d.h. auch nicht für die Ukraine, da dieses Ansinnen keine Chance auf eine Ratifizierung im Weltsicherheitsrat hat.....😉
 
Autumn 15.11.2025 17:54
29. September 2022

Sarajevo Safari’ reveals 'manhunting' tourism in Bosnian War

Hier wird auch erklärt, wofür diese reichen Manhunters das Geld bezahlten:
Für das sichere Escortieren an einen sicheren Abschussort.
Es wurde dort alles für sie vorbereitet, so wie das auch bei einer Großwildsafari ist. Diese Ausländer kennen sich ja vorort nicht aus und benötigen ortskundige Führer.
Und dann natürlich auch für die Verschwiegenheit.

(zur Frage von Lieberal oben)

Ja, schlecht könnt einem werden und menschliche Abgründe tun sich auf.
Ich frage mich, ob sie zurück zuhause dann damit geprahlt haben.
Beim Stammtisch?
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