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Konservative Anglikaner gründen neue Kirchengemeinschaft

Konservative Anglikaner gründen neue Kirchengemeinschaft
Nach Ernennung der ersten Erzbischöfin von Canterbury


Gasabo ‐ In der weltweiten anglikanischen Gemeinschaft rumort es seit Jahren: Vor allem Kirchen aus dem globalen Süden sehen Frauen im Bischofsamt und Liberalisierung der Sexualmoral als Irrweg. Eine Frau als Erzbischöfin brachte nun das Fass zum Überlaufen.

Der Zusammenschluss konservativer anglikanischer Kirchen GAFCON hat die bisherige Kirchengemeinschaft mit der Erzbischöfin von Canterbury und damit der gesamten bisherigen anglikanischen Gemeinschaft aufgekündigt. Am Donnerstag teilte der Sprecher der GAFCON, der ruandische Primas Laurent Mbanda mit, dass man sich nun selbst als die eigentliche Anglikanische Gemeinschaft verstehe. "Wie schon von Anfang an haben wir die Anglikanische Gemeinschaft nicht verlassen; wir sind die Anglikanische Gemeinschaft", so die Erklärung. Hintergrund ist die Ernennung von Sarah Mullally zur Erzbischöfin von Canterbury. Mullally ist die erste Frau, die dieses Amt bekleidet.

In ihrer Erklärung teilt die GAFCON mit, dass die anglikanische Gemeinschaft durch sie neu geordnet werde auf alleiniger Grundlage der Bibel. Damit kehre man zurück zur ursprünglichen Struktur als Gemeinschaft autonomer Kirchenprovinzen auf Grundlage des in den anglikanischen Bekenntnisschriften ("Formularies of Reformation" ) festgehaltenen Glaubens und der 2008 beschlossenen Grundsatzerklärung der GAFCON, der "Jerusalem Declaration".

Kompletter Rückzug aus bisheriger Gemeinschaft

"Wir lehnen die sogenannten Instrumente der Gemeinschaft ab, nämlich den Erzbischof von Canterbury, die Lambeth-Konferenz, den Anglikanischen Konsultativrat (ACC) und die Primatenversammlung, die es versäumt haben, die Lehre und Disziplin der Anglikanischen Gemeinschaft aufrechtzuerhalten", heißt es in der Erklärung. Die Mitgliedskirchen der GAFCON werden demnach künftig nicht mehr an Beratungen und Gremien teilnehmen, die von der Erzbischöfin von Canterbury einberufen werden. Finanziell trenne man sich von den bisherigen Strukturen und werde weder Beiträge leisten noch Zuschüsse akzeptieren. Mitgliedskirchen werden dazu angehalten, in ihren Statuten Verweise auf die Kirchengemeinschaft mit dem Bischofssitz von Canterbury und der Kirche von England zu streichen. An die Stelle der bisherigen Kirchengremien soll eine neue Primatenversammlung treten, die einen Vorsitzenden als "primus inter pares" wählen wird.

Sarah Mullally ist erste Erzbischöfin von Canterbury
Bild: ©picture alliance/empics/Gareth Fuller
Londons Bischöfin Sarah Mullally wird erste Erzbischöfin von Canterbury. Ihre Wahl sorgt für hohe Wellen auch innerhalb der anglikanischen Gemeinschaft.

Anlässlich der Ernennung Mullallys zeigte sich die GAFCON empört. Die Personalie bedeute eine Abwendung von Gläubigen weltweit. Die Kirche von England habe eine Leitung gewählt, die die Trennung in der bereits gespaltenen Gemeinschaft weiter verschärfen werde. Ein Großteil der anglikanischen Gemeinschaft halte daran fest, dass die Bibel ein rein männliches Episkopat verlange. "Ihre Ernennung bedeutet daher, dass es unmöglich ist, dass der Erzbischof von Canterbury, als Zentrum der Einheit innerhalb der Gemeinschaft fungiert", so die GAFCON. Zuvor hatte sie bereits deutlich die Wahl einer lesbischen Bischöfin in Wales kritisiert.

Gesprächsforum entwickelt sich zu Kirchengemeinschaft

Die "Global Anglican Future Conference" (GAFCON) war zunächst ein Gesprächsformat anglikanischer Kirchen, die mit dem liberalen Kurs vor allem westlicher anglikanischer Kirchen nicht einverstanden sind. Die erste Konferenz fand 2008 in Jerusalem statt und verabschiedete eine Bekenntnisschrift, die das anglikanische liturgische Erbe sowie die hergebrachte Ämter- und Sexuallehre betonte. Insbesondere die Ordination von Frauen und die Öffnung gegenüber gleichgeschlechtlichen Beziehungen stieß auf Kritik der GAFCON. Vor allem anglikanische Provinzen Lateinamerikas, Afrikas und Asiens sind dort vertreten, aber auch europäische und nordamerikanische Anglikaner.

Die Organisation entwickelte sich aus einer Reihe von Konferenzen immer weiter in Richtung einer eigenen Kirchengemeinschaft. Den bisherigen Höhepunkt stellte das Treffen 2023 dar. Damals hatte die Konferenz nach der Freigabe von Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare durch die Church of England erklärt, dass durch "wiederholte Abkehr vom Wort Gottes" das Gemeinschaftsgefüge zerrissen sei. Die nächste Konferenz findet im März 2026 in Nigeria statt. (fxn)




"Mächtige und erbarmungslose Positionierung gegen Canterbury"
Konservative Anglikaner sagen sich von der Mutterkirche los
Veröffentlicht am 29.04.2023
https://katholisch.de/artikel/44813-konservative-anglikaner-sagen-sich-von-der-mutterkirche-los

Kommentare

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Klavierspielerin2 20.10.2025 17:16
Du hast die Wahl 😉
 
pieter49 20.10.2025 17:30
Ist nichts neues !

Der EKD hat schon ein Gemeinde nebenbei : SELK Selbständige Evangelisch Lutherische Kirche

Und unsere Römisch Katholische Pfarrer sagte vor ein paar Monaten : in der Bundesrepublik Deutschland wird es auch bald ein DKK : Deutsche Katholische Kirche geben.

In den Freie Gemeinden ist das auch nichts neues : Konservative Gemeindebesucher trennen sich von den Progressiven

Zeitgeist !
 
Mischael 20.10.2025 17:49
Ich verstehe es nicht.

Warum wird immer wieder gegen den Willen GOTTES verstoßen.

Wie heißt es auf "Neudeutsch"?
Das ist ein No Go!

Das Wort GOTTES, die Bibel ist der Wille GOTTES.
Punkt.

Allen, die dies lesen, wünsche ich GOTTES Segen und einen schönen restlichen Tag.

Michael
 
pieter49 20.10.2025 18:08
Heute, um 17:49 Uhr ... von @Mischael

Ja ; werte Michael, es gibt auch geschlossene Brüder und freie Brüder 

Es menschelt überall !!

Aber du hast Recht !

Deine Einstellung/Überzeugung ist Biblisch !

Wünsche dir auch GOTTES Segen !

Und ein schönen Abend !
 
Klavierspielerin2 20.10.2025 18:12
Ja, das ist unsere Sorge, dass sich die RKK in Deutschland protestantisiert und dann geht's ebenso abwärts, wie man es bei der EKD und den Anglikanern beobachten kann.
 
Klavierspielerin2 20.10.2025 18:15
Die " Handreichung" ist das Problem@cher.
 
Klavierspielerin2 20.10.2025 18:41
Du irrst dich @cher, Kardinal Fernandez hat, ebenso wie Papst Franziskus, keine Handreichung für diese " irregulären Paare" - schriftlich - gewünscht.

Wie ich bereits schrieb, sieht man, was geschieht, wenn sich eine christliche Gemeinschaft protestantisiert.
 
Klavierspielerin2 20.10.2025 18:49
Oh, schon wieder gelöscht @cher👋
 
Klavierspielerin2 20.10.2025 19:30
Leider ist es keine " Nebensache", wie wir doch seit rund 2 Jahren feststellen.

Ich sag's jetzt einfach nochmal: die deutsche rk- Kirche soll sich nicht protestantisierten, damit sie nicht das selbe Schicksal wie die EKD und Anglikaner erleidet. Die Altkatholiken haben übrigens auch den selben Fehler gemacht....

Was soll der Heilige Geist eigentlich noch machen, damit die Menschen kapieren, dass keine Segensfeiern homosexueller, keine Frauenordination...
Gott- gewollt sind!
Und Frauen die Wortgottesdienste leiten , werden irgendwann alleine da vorne stehen.

Die Anglikaner zerbrechen nun in Einzelkirchen, das wollen die doch auch nicht!
 
Klavierspielerin2 20.10.2025 19:46
Wir können ja mal ein Blogthema aufmachen, indem es um die RKK geht.
Dieser Blog handelt um das Schicksal der 📢Anglikanischen Kirche!
 
hansfeuerstein 21.10.2025 00:00
Die Positionen driften immer weiter auseinander...
 
(Nutzer gelöscht) 21.10.2025 09:29
Domradio : Artikel 3 Jahre alt 
Ein Anglikanischer , Pfarrer Arens

Die Anglikanischen Kirche hat  das gleiche Konfliktpotential wie bei den Katholiken. Können wir uns mit unseren Reformbewegungen – dem Synodalen Weg und der Weltsynode – irgendetwas von den Anglikanern abgucken?

Arens: Es geht um exakt die gleichen Themen. Nichts ist kontroverser unter Christen, als wie man die Bibel liest, oder wie man Tradition und kulturelle Entwicklungen einordnet im Vergleich zum kirchlichen Lehramt. Auch kulturell stellen sich exakt die gleichen Fragen. Im Katechismus steht zum Beispiel, dass jeder, der homosexuell empfindet, in sich ungeordnet ist. Das lässt sich überhaupt nicht mehr kommunizieren in Westeuropa. Damit macht man sich lächerlich. Das ist auch mit dem wissenschaftlichen Standard in keiner Weise vereinbar. Da gibt es eine massive Spannung in der katholischen Kirche. Wir haben hier exakt das gleiche Problem und auch die evangelischen Kirchen haben exakt das gleiche Problem.

Johannes Arens
 
(Nutzer gelöscht) 21.10.2025 09:30
Stehenlassen ☝️ gehört zum Thema 

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