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Hund beißt Paketboten – Herrchen wird Katholik

Hund beißt Paketboten – Herrchen wird Katholik
Autor Christian Busemann startet chaotische Reise zu Gott


Hamburg ‐ Hund außer Kontrolle, Ehe am Abgrund: Mitten in einer Krise geht TV-Autor Christian Busemann auf die Suche nach Gott. In seinem neuen Buch "Jesus, ich und mein verrücktes heiliges Jahr" berichtet er von seinem ungewöhnlichen Weg zum Katholizismus.


Er suhlt sich im Kot, beißt den Paketboten und rupft ein Huhn des Nachbarn. Hund Kalle bringt Christian Busemann an den Rand des Wahnsinns. Und nicht nur das: Weil er den Vierbeiner gegen den ausdrücklichen Willen seiner Frau angeschafft hat, sorgt das Tier für einen Ehestreit. Es folgen Paarberatung, Selbstreflexion und die Einsicht, sich selbst weiterentwickeln zu müssen. Busemanns Weg zum katholischen Glauben startet.

In seinem kürzlich erschienenen Buch "Jesus, ich und mein verrücktes heiliges Jahr" erzählt der 53-Jährige mit großer Offenheit und viel Selbstironie, wie er beginnt, sich mit Gott zu beschäftigen und schließlich katholisch wird. Ein Schritt, den der dreifache Vater und TV-Autor aus Hamburg immer wieder selbst hinterfragt. "Wer wird denn heutzutage freiwillig und mit wachem Verstand noch Katholik?", fragt er gleich zu Beginn und gibt sich selbst die Antwort: "Äh, ja, ich!"

Das Christsein von der Pike auf lernen

Busemann wird als Kind in der evangelischen Kirche getauft, später konfirmiert und getraut. Eine regelmäßige Gebetspraxis oder eine bewusste Gottesbeziehung pflegt er aber nicht. Den ersten Impuls, das zu ändern, gibt eine Pilgerreise nach Assisi 2018. Dort sucht er Spuren seines verstorbenen Vaters – und findet weit mehr. Er trifft Franziskaner und spürt plötzlich, wie sich in seinem Inneren etwas tut: "Dieser Weg hat aber nicht nur nach Assisi geführt, er führte mich auch allmählich wieder zum Christsein."

Den endgültigen Anstoß bringen 2023 der Hund und die Eheberatung. Busemann beschließt, "von der Pike auf das Christsein zu lernen". Er liest in der Bibel, geht ins Kloster, nimmt an einem Glaubenskurs teil und pilgert drei Tage lang barfuß über eine abgelegene irische Insel. Um sich einen Ort zum Beten zu schaffen, baut er das ehemalige Spielhaus seiner Kinder im heimischen Garten zu einer Kapelle um.

Schließlich tritt er in die katholische Kirche ein und empfängt vom Hamburger Erzbischof Stefan Heße das Sakrament der Firmung. "Ich habe mentale Leitplanken kennengelernt, die mich durch den Alltag und den Stress führen, auf die ich mich immer berufen kann, um klarzukommen in all dem Wahn", resümiert er. Dabei steht Busemann nicht unkritisch zur Kirche. Er kennt die Missbrauchsskandale und die Austrittszahlen. In einem Moment der Schwäche schämt er sich, seinen Glauben zu bekennen – und behauptet auf einer Moselkreuzfahrt kurzerhand, er sei evangelisch.

Seine Coachin Birgit rät ihm: "Wenn du Kirche analysierst, kommst du sicher schnell zu einem eher negativen Ergebnis [...] Aber wenn das Gefühl stimmt, dann ist alles richtig für dich." Und genau das ist sein Zugang: "Die Tradition, die sich über Jahrtausende geformt hat, spendet mir eine unerklärliche Kraft", erklärt Busemann seine Konversion. "Und darin dreht sich alles um Gott, von dem ich nichts weiß und der mir gleichzeitig ganz vertraut ist. In ihm fühle ich mich geborgen, von ihm geliebt, zu ihm gehöre ich."

"Ich gehe meinen Weg weiter"

Busemann ist einer von bundesweit rund 3.900 Erwachsenen, die im vergangenen Jahr neu in die katholische Kirche aufgenommen wurden. Hinzu kommen gut 4.700 Wiederaufnahmen. "Die Zahlen sind klein, aber seit der Corona-Pandemie steigen sie", sagt Pater Christian Modemann, der Busemann begleitet hat. "Die Motivationen sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst", so der Leiter der Katholischen Glaubensinformation Hamburg. Manche träten in die Kirche ein wegen eines katholischen Partners, andere wegen ihrer Liebe zur Liturgie – oder weil sie überzeugenden Menschen begegnet seien. Wieder andere hätten im Leben viel erreicht und fragten sich, ob es da nicht noch mehr gibt.

So ging es offenbar auch Busemann. Ein Jahr nach seiner Konversion hat der Neu-Katholik eine Gruppe gefunden, mit der er sich über seinen Glauben austauscht, besucht regelmäßig die Messe und betet in seiner selbstgebauten Kapelle. "Ich gehe meinen Weg weiter. Ich bin ja noch ganz am Anfang", sagt er im Gespräch mit der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA). Und Hund Kalle? Der hat inzwischen zehn Stunden Hundeschule absolviert und ist Teil der Familie geworden.

Von Michael Althaus (KNA)

Kommentare

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Engelslhaar 20.08.2025 08:33
Eine interessante Geschichte! Der Weg in die katholische Kirche ist facettenreich!
 
Klavierspielerin2 20.08.2025 09:13
" Jesus, ich und mein verrücktes heiliges Jahr
Aus dem Tagebuch eines Anfängerchristen"

Da muss es doch noch mehr geben, wofür es sich zu leben lohnt! Oder? Frisch in der Lebensmitte beschließt Autor, Ehemann und Familienvater Christian Busemann seine persönliche Umkehr zum christlichen Glauben. Dazu besinnt er sich auf seine eingerosteten religiösen Wurzeln und lernt von der Pike auf, sich voll und ganz auf Gott einzulassen: Sein Ziel ist es, eine bessere Version seiner selbst zu werden, ein Christ, der weiß, was er tut und wo er religiös beheimatet ist.

Mit viel Elan und hungrig auf Neues stürzt Busemann sich in Gottesdienste, er betet auf unterschiedliche Weise, er übernachtet in der Kirche, er lebt nach den 10 Geboten und biblischen Kernversen. Natürlich absolviert er einen Glaubenskurs, er baut seine eigene Gebetskapelle aus dem Spielhaus seiner Kinder im Garten und outet sich in seinem überraschten Umfeld als wiedergeborener Christ.

Hautnah, zutiefst menschlich und mit viel Humor lässt der Autor uns an seiner turbulenten wie berührenden Glaubensreise teilhaben und weckt die Lust, sich neu auf das Abenteuer Glauben einzulassen.
https://www.scm-shop.de/jesus-ich-und-mein-verruecktes-heiliges-jahr-7597233.html
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