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Frühkirche

Frühkirche
Schon Irenäus wusste, wie sehr das Schriftwort wehrlos Manipulationen preis gegeben wäre, bliebe es als Buch allein und würde es nicht in der Kirche bewahrt, gedeuted und verstanden. Es gab keine Häresie die sich nicht auf die Schrift berufen und Bruchstücke aus ihr herausgerissen hätte, um diese in ihrem eigenen Sinn zu interpretieren. Irenäus betonte daher, dass allein die Kirche die Überlieferung der Apostel treu bewahre.

Gegenüber den valentianischen Gnostikern, die in esoterischen Traditionen den Schlüssel zu einem tieferen Schriftverständnis sahen, verwies der Bischof von Lyon auf die Kirche als Ort adäquater Bibelhermeneutik. Einzig die Kirche der Apostel kann ihre Botschaft verstehen, weil nur hier durch die Nachfolger das Verständnis der Lehre authetnisch überliefert wird. Hinsichtlich der Schrift besitzt die mündliche Tradition eine Funktion. Sie bietet den Schlüssel der Schrift, indem diese mit dem apostolischen Glaubensverständnis der Kirche erklärt wird.

Schon früh hatte die Kirche in früchchristlichen Auseinandersetzungen erkannt, dass sich die Bibel auch gegen die Kirche verwenden liess, je nachdem welches Schriftverständnis man anwenden wollte und konnte.

Kommentare

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hansfeuerstein 12.08.2025 20:46
Leben

Irenäus stammte aus Kleinasien, wo er wahrscheinlich um 140 n. Chr. geboren wurde. In seiner Jugend lebte er in Smyrna, wo er ein Schüler des heiligen Polykarp war. Wann und warum er nach Gallien ging, wissen wir nicht. Zur Zeit Mark Aurels war er Presbyter in Lyon (das damals lateinisch Lugdunum hieß). Er ging als Abgesandter der Märtyrer von Vienne und Lyon (das waren inhaftierte Christen) nach Rom, um in der Frage des Montanismus zur Milde zu mahnen. Nach dem Märtyrertod des Bischofs Photinus v. Lyon wurde (177/78) wurde Irenäus sein Nachfolger.

Leider wissen wir nicht viel über sein weiteres Leben. Vermutlich hat er viel für die Ausbreitung des Christentums in Gallien beigetragen. Ein letzter chronologischer Anhaltspunkt ist ein Brief von ihm an Papst Viktor (um 189 – 199) wegen des Osterfeststreits, in dem er für den Frieden zwischen den Teilkirchen eintrat. Er starb wahrscheinlich um oder kurz nach 200. Erst bei Gregor v. Tours taucht die Nachricht auf, er sei als Märtyrer gestorben, allerdings nennt schon Hieronymus ihn beiläufig martyr.
 
hansfeuerstein 12.08.2025 20:50
Schwerpunkte seiner Theologie

Irenäus beschreibt die Erlösung als Rekapitulation: Christus fasst als neuer Stammvater die ganze Menschheit in sich zusammen, durchdringt und heiligt sie.

Dadurch ist sie ein neues Geschlecht, das von Tod und Teufel erlöst ist.

Dies geschieht sowohl durch die Menschwerdung als solche, durch die die Menschheit in eine geheimnisvolle Gemeinschaft mit Gott gesetzt wird, als auch durch einzelne Heilstaten, vor allem durch Tod und Auferstehung.

Bei einseitiger Auslegung würden hier Leiden und Tod Christi ihre entscheidende Bedeutung für die Erlösung verlieren. Irenäus tut das jedoch nicht, denn er schreibt: „Ein und derselbe ist Christus Jesus, der Sohn Gottes, der durch sein Leiden uns Gott versöhnt hat“ (Adv. haer. III,18,1).

Ebenso schreibt er: „Denn er löste den Ungehorsam des Menschen, der am Anfang am Holze geschehen war, auf, indem er für uns gehorsam wurde bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz und so den am Holz geschehenen Ungehorsam durch Gehorsam heilte ... Im ersten Adam haben wir alle gesündigt, da wir nicht sein Gebot hielten.

Im zweiten Adam aber sind wir versöhnt worden, indem wir gehorsam bis zum Tod wurden.“ (V,16,3)

An den letzten beiden Sätzen sieht man auch, dass Irenäus die Erbsünde bezeugt. Die ersten Menschen, die nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen waren, haben durch die Sünde ihre Gleichnishaftigkeit verloren, Christus hat sie aber wiederhergestellt. (V,16,2)

Auch die Antithese Eva – Maria findet sich erstmals bei ihm. Die Jungfrau Eva war ungehorsam und hat „durch ihren Ungehorsam für sich und das gesamte Menschengeschlecht den Tod verschuldet“.

Die Jungfrau Maria wurde dagegen „durch ihren Gehorsam für sich und das gesamte Menschengeschlecht die Ursache des Heils“. (III,22,4)

Irenäus bezeugt ebenso die Kindertaufe, indem er auch die Säuglinge und kleinen Kinder unter denen aufzählt, die durch Christus wiedergeboren werden (II,22,4).
 
hansfeuerstein 12.08.2025 21:10
Gerade in der Neuzeit gewinnt die Bibel und ihre Schrifttexte wieder vermehrt an Bedeutung.

Dies, nicht zuletzt als uns die moderne Wissenschaft scheinbar und vermeintlich andere Interpretationsmöglichkeiten nahelegen, und selbst innerhalb der Kirche teils zwar an Lehren  formal festgehalten wird, jedoch diese Lehre teils dem Sinn nach umgedeutet wird... Ein Schwerpunkt auf die "Scriptura" sollte daher zu keinem Zeitpunkt aufgegeben werden, und Übersetzungen mit äusserster Sorgfalt betrachtet werden.
 
(Nutzer gelöscht) 12.08.2025 21:11
Ich würde statt umdeuten , lebendig sagen - 
wird immer wieder neu ins Heute ausgelegt.

Cherub
 
hansfeuerstein 12.08.2025 21:16
An der Stelle würde ich äusserste Sorgfalt vorne anstellen. Heute wäre die Wahrheit, das Gegenteil von Gestern; es wäre ein fatales Unterfangen..
 
(Nutzer gelöscht) 12.08.2025 21:25
es gibt Ritual und Traditionelles und es gibt daneben die lebendige Predigt in der Zeit , mit dem Blick auf die Probleme der Zeit auf den heutigen Menschen , auch die Sprache im Vergleich zu damals kann sich verändern .
Die Sorgfalt liegt in den Händen der Priester , darauf soll der Katholik vertrauen und glauben.

Cherub
 
hansfeuerstein 12.08.2025 21:56
Die eigentlich, tiefgreifenden Dinge des Menschen haben sich wohl nie verändert. Das sichtbare Diesseits ist allein eben nicht der Maßstab.
 
(Nutzer gelöscht) 13.08.2025 09:31
Unverkennbar leben Katholiken nicht im Jenseits sondern im geschichtlichen irdischen Zeitalter und wenn wir zurückblicken hat es unzählige Schreiben/ Enzykliken Geistlicher zu Themen der Zeit gegeben und dazu ,wie Glauben neu übersetzt werden kann ins Heute.

Theologisch leben wir auf die Fülle der Wahrheit und auf die Ganze Wahrheit hin in der auch die Gnade eine immer größere Entfaltung findet.
Das berücksichtigt , stellt sich die Kirche immer wieder neu den Anforderungen der Zeit.

Die " Ganze Wahrheit" erfordert auch neue  Antworten .

Cherub
 
(Nutzer gelöscht) 13.08.2025 09:36
Darum ist eine konservative rückschrittige Sichtweise antikatholisch , sie behindert die Entfaltung der KK ,die alle im Laufe der Jahrtausende mitnehmen will!

Das Wesen von Sekten ist gerade das geschlossene unveränderbare System ,das nicht auf Gott und Mensch ausgerichtet ist sondern nur das eigene System vergöttlicht hat .👉Irrglaube

Cherub
 
Klavierspielerin2 13.08.2025 15:08
Interessant, was von Irenäus berichtet wird.
 
hansfeuerstein 13.08.2025 20:24
Die Hermeneutik der Kontinuität ist entscheidend.
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