Die unsichtbare Gefahr: Wie Geburtenrate und Migration unsere Zukunft bestimmen
31.05.2025 16:21
Die unsichtbare Gefahr: Wie Geburtenrate und Migration unsere Zukunft bestimmen
31.05.2025 16:21
Die unsichtbare Gefahr: Wie Geburtenrate und Migration unsere Zukunft bestimmen
Will die Demographie ihrem Ruf als neutrale und um Wahrheit bemühte Wissenschaftsdisziplin gerecht werden, muss sie sich im politischen Umfeld abseits aller Zeitgeistströmungen als unbequemer Partner bewähren, der sich weder die Themen noch die sich daraus ergebenden Erkenntnisse diktieren lässt.“
Dr. Harald Michel
Leiter des IFAD
" Demografie-Spezialist schlägt Alarm
Die unsichtbare Gefahr: Wie Geburtenrate und Migration unsere Zukunft bestimmen
Freitag, 31.05.2024, 16:16
In Deutschland leben so viele Menschen wie nie und dennoch bedroht der demografische Wandel unsere Zukunft ebenso massiv wie der Klimawandel. Das liegt an einigen oftmals übersehenen Zusammenhängen, weshalb wir die Dynamik und die Folgen der bevorstehenden Veränderungen häufig falsch einschätzen.
Wir fürchten uns vor dem Falschen!
Immer lauter ruft die Wirtschaft nach Fachkräften und findet sie immer seltener. Doch was wir gerade erleben, ist erst ein laues Lüftchen im beginnenden Sturm des demografischen Wandels, der langsam aber mächtig heraufzieht. Nach einem kurzen Zwischenhoch ist die deutsche Geburtenrate in den beiden zurückliegenden Jahren abgestürzt und kündigt damit an, was der ganzen Welt bevorsteht. Ein Forscherteam der University of Washington berichtet im Fachblatt „The Lancet“, dass bis zum Ende dieses Jahrhunderts die Bevölkerung in 198 von 204 Ländern der Erde schrumpfen wird.
Zwar leben aktuell so viele Menschen in Deutschland wie nie zuvor in unserer Geschichte. Allerdings ist das Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahre ausschließlich der Zuwanderung zu verdanken und ändert auf lange Sicht nichts an unseren demografischen Problemen, da es die Schrumpfung und Alterung der Bevölkerung nur vorübergehend aufhalten, aber nicht auf Dauer stoppen kann. Zudem wird es in Zukunft immer schwieriger werden, unseren Geburtenmangel durch Zuwanderung zu kompensieren, da immer mehr Länder um immer weniger qualifizierte Zuwanderer konkurrieren werden.
Doch warum fällt uns diese drohende Gefahr meistens überhaupt nicht auf?
Dynamik der Bevölkerungsentwicklung
Demografische Veränderungen können wir im Horizont unseres eigenen Lebens nicht überblicken. Mit einer Beispielrechnung lässt sich aber leicht verdeutlichen, wie dramatisch sich die Bevölkerungszahl eines Landes innerhalb weniger Generationen verändern kann:
1000 Frauen und 1000 Männer (also 2000 Personen) bekommen bei der aktuellen deutschen Gesamtfruchtbarkeitsrate von 1,4 Kindern pro Frau 1400 Kinder. Das sind 700 Männer und 700 Frauen. Wenn diese im Schnitt wiederum 1,4 Kinder bekommen, sind das 980 Nachkommen. Die dritte Generation ist also nur noch halb so groß wie die erste! Die fünfte schrumpft auf ein Viertel, die siebte auf ein Achtel der Ausgangsgröße.
Über den Gastautor Heiko Rehmann
Focus-online-Gastautor - Heiko Rehmann
Heiko Rehmann studierte Philosophie, Germanistik, Vergleichende Religionswissenschaft und Demografie in Tübingen, Berlin und Edinburgh. Heute arbeitet er als freier Journalist und Gymnasiallehrer in Stuttgart, hält Vorträge und spricht Podcasts ein. Er untersucht den Einfluss von ideengeschichtlichen und demografischen Entwicklungen auf unsere heutige Gesellschaft, insbesondere die Themen Freiheit und Verantwortung, Individuum und Gesellschaft, Demografie und Migration.
Da die Zahl potentieller Mütter in jeder neuen Generation geringer ist als in der vorangegangenen und diese wiederum weniger Kinder bekommen, als zur Bestandserhaltung nötig wären (2,1 Kinder pro Frau), schrumpft die Bevölkerung von Generation zu Generation immer schneller, denn Frauen die nie geboren wurden, können keine Kinder bekommen. Ab einem bestimmten Punkt wird diese exponentielle Bevölkerungsschrumpfung nicht mehr zu stoppen sein, weil es nicht mehr genügend potentielle Mütter geben wird, um eine Wende einzuleiten. Wir werden dann in einer unaufhaltsamen Abwärtsspirale gefangen sein.
„In zwei Generationen ist die Sache gegessen“, sagt Harald Michel, Leiter des Instituts für angewandte Demographie in Berlin. „Eine Änderung ist dann nicht mehr möglich.“
Solange der Berg der Babyboomer das klein gewordene Häuflein zukünftiger Eltern verdeckt, fällt uns die demografische Katastrophe noch nicht auf. Diese braucht Jahrzehnte, um sichtbar zu werden, ist dann aber kaum noch zu korrigieren. Bekämen wir von morgen an wieder 2,1 Kinder pro Frau, so würde die Bevölkerung noch ein halbes Jahrhundert lang schrumpfen und sich erst dann bei rund 40 Millionen Einwohnern stabilisieren, denn die Geburtenrate hängt von der Gesamtfruchtbarkeitsrate (total fertility rate kurz TFR) und der Anzahl gebärfähiger Frauen ab.
Solange diese schrumpft, schrumpft auch die absolute Zahl an Geburten, selbst wenn die Gesamtfruchtbarkeitsrate wieder steigt. Die Geburtenrate gibt die Zahl der Geburten pro 1000 Einwohner pro Jahr an, während die Gesamtfruchtbarkeitsrate aussagt, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekommen würde, wenn sie sich so verhalten würde, wie die Frauen eines bestimmten Jahres. Im Jahr 2023 lag diese in Deutschland bei 1,36 Kindern pro Frau.
Mathematik ist nicht bestechlich
Häufig hört man den Einwand: „Aber Prognosen sind doch immer unsicher!“ Demografen erstellen jedoch keine Prognosen, sondern Vorausberechnungen: Alle Frauen, die in den kommenden 15 Jahren potentiell Kinder bekommen können, sind schon geboren. Diese Zahl kennen wir also exakt. Wenn wir die seit den siebziger Jahren ziemlich stabile Gesamtfruchtbarkeitsrate von 1,4 Kindern pro Frau zugrunde legen, können wir auch die Zahl ihrer Kinder berechnen. Wenn diese genau so wenig Kinder bekommen, wovon bislang alle Fachleute ausgehen, lässt sich auch die Größe der nächsten Generationen exakt berechnen.
Solche Rechnungen führen zu den sichersten Voraussagen, die wir überhaupt machen können: Eine Vorausberechnung der UNO konnte im Jahr 1958 die Weltbevölkerung des Jahres 2000 mit einer Abweichung von 3,5 Prozent bestimmen!
Folgen des demografischen Wandels
Wenn ab 2025 die Babyboomer der 1960-er Jahre das Rentenalter erreichen, geraten die Sozialsysteme in Schieflage, weil immer weniger Steuerzahler immer mehr Rentner finanzieren müssen. Früher oder später werden sie kollabieren. Schon heute bezuschussen wir die gesetzliche Rentenversicherung jährlich mit mehr als 100 Milliarden Euro aus Steuermitteln. Geld, das heutige Rentner verzehren, soll in der Zukunft von Kindern zurückgezahlt werden, die nie geboren wurden! Dabei lebt die Rentenversicherung von der Hand in den Mund: Was wir heute einzahlen, landet morgen auf dem Konto eines Ruheständlers.
Wir täuschen uns, wenn wir glauben, mit unseren Beiträgen ein Polster für die eigene Zukunft anzulegen. Wenn wir nicht genügend zukünftige Beitragszahler aufziehen, kann der Generationenvertrag nicht funktionieren. Dazu kommt noch der Schuldenberg aus den gegenwärtigen fetten Jahren, der mit der Bevölkerung natürlich nicht mitschrumpfen wird. Zu Recht warnte der Bremer Wirtschaftswissenschaftler Gunnar Heinsohn davor, dass Deutschland seine wenigen jungen Talente steuerlich überfordern und letzten Endes ins Ausland treiben könnte.
Aber auch wenn wir privat sparen, wird uns das weniger helfen als wir glauben, denn wir können nicht heute die Brötchen backen, die wir morgen essen wollen und ein dickes Bankkonto wird keine Senioren pflegen. Je weniger Arbeitskräfte es in Zukunft geben wird, desto teurer werden sich diese bezahlen lassen. Dieser Entwicklung hinterher zu sparen, ist ein Wettlauf, den wir nicht gewinnen können. Die wachsenden Lücken auf dem Arbeitsmarkt werden wir mit Geld nicht stopfen können. Wer an der einen Stelle abgeworben wird, fehlt dafür anderswo. Demografie lässt sich nicht überlisten. Ohne Kinder gibt es keine Zukunft.
Darüber hinaus verursacht der demografische Wandel noch weitere Probleme:
Die Immobilienmärkte und die Infrastruktur unseres Landes sind für die gegenwärtige Anzahl an Bewohnern ausgelegt. Die bevorstehende Bevölkerungsimplosion wird Billionenwerte nutzlos machen, deren Rückbau weitaus schwieriger zu organisieren sein wird, als es der Aufbau war. Zudem wird unsere Innovationskraft geringer werden. Wer alt ist, geht meist keine neuen Risiken mehr ein. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Strukturen drohen zusammenzubrechen, was allein bis zum Jahr 2030 Wohlstandsverluste von 630 Milliarden Euro nach sich ziehen könnte, wie die Beratungsgesellschaft Korn-Ferry berechnet hat.
Warum Zuwanderung keine Lösung ist
Man hört es an diesem Punkt fast reflexhaft: „Ja, aber wir können doch Einwanderer holen!“ Dies ist auch genau das Ziel, das die Bundesregierung mit der 2012 beschlossenen Demografiestrategie und dem neuen Einwanderungsgesetz verfolgt. Tatsächlich wären wir ohne die Zuwanderung der vergangenen Jahrzehnte schon heute nur noch 63 Millionen, wie das Statistische Bundesamt in seiner Pressemitteilung vom 1.8.2017 berichtet. Was bisher noch leidlich funktioniert hat, wird in Zukunft jedoch neue Probleme schaffen.
Um die Zahl der Erwerbstätigen im Alter von 15 bis 64 Jahren konstant zu halten, müssten bis 2050 24 Millionen Menschen nach Deutschland einwandern...."
http://ifad-berlin.homepage.t-online.de/index.html
Morgen um 20h, ' Standpunkt Sendung ', bei Radio Horeb:
" Demographischer Wandel: Sehenden Auges in die Krise?"
Dr. Harald Michel, Geschäftsführer des Instituts für Angewandte Demographie
Dr. Harald Michel
Geschäftsführer des Instituts für Angewandte Demographie
Dr. Harald Michel
Leiter des IFAD
" Demografie-Spezialist schlägt Alarm
Die unsichtbare Gefahr: Wie Geburtenrate und Migration unsere Zukunft bestimmen
Freitag, 31.05.2024, 16:16
In Deutschland leben so viele Menschen wie nie und dennoch bedroht der demografische Wandel unsere Zukunft ebenso massiv wie der Klimawandel. Das liegt an einigen oftmals übersehenen Zusammenhängen, weshalb wir die Dynamik und die Folgen der bevorstehenden Veränderungen häufig falsch einschätzen.
Wir fürchten uns vor dem Falschen!
Immer lauter ruft die Wirtschaft nach Fachkräften und findet sie immer seltener. Doch was wir gerade erleben, ist erst ein laues Lüftchen im beginnenden Sturm des demografischen Wandels, der langsam aber mächtig heraufzieht. Nach einem kurzen Zwischenhoch ist die deutsche Geburtenrate in den beiden zurückliegenden Jahren abgestürzt und kündigt damit an, was der ganzen Welt bevorsteht. Ein Forscherteam der University of Washington berichtet im Fachblatt „The Lancet“, dass bis zum Ende dieses Jahrhunderts die Bevölkerung in 198 von 204 Ländern der Erde schrumpfen wird.
Zwar leben aktuell so viele Menschen in Deutschland wie nie zuvor in unserer Geschichte. Allerdings ist das Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahre ausschließlich der Zuwanderung zu verdanken und ändert auf lange Sicht nichts an unseren demografischen Problemen, da es die Schrumpfung und Alterung der Bevölkerung nur vorübergehend aufhalten, aber nicht auf Dauer stoppen kann. Zudem wird es in Zukunft immer schwieriger werden, unseren Geburtenmangel durch Zuwanderung zu kompensieren, da immer mehr Länder um immer weniger qualifizierte Zuwanderer konkurrieren werden.
Doch warum fällt uns diese drohende Gefahr meistens überhaupt nicht auf?
Dynamik der Bevölkerungsentwicklung
Demografische Veränderungen können wir im Horizont unseres eigenen Lebens nicht überblicken. Mit einer Beispielrechnung lässt sich aber leicht verdeutlichen, wie dramatisch sich die Bevölkerungszahl eines Landes innerhalb weniger Generationen verändern kann:
1000 Frauen und 1000 Männer (also 2000 Personen) bekommen bei der aktuellen deutschen Gesamtfruchtbarkeitsrate von 1,4 Kindern pro Frau 1400 Kinder. Das sind 700 Männer und 700 Frauen. Wenn diese im Schnitt wiederum 1,4 Kinder bekommen, sind das 980 Nachkommen. Die dritte Generation ist also nur noch halb so groß wie die erste! Die fünfte schrumpft auf ein Viertel, die siebte auf ein Achtel der Ausgangsgröße.
Über den Gastautor Heiko Rehmann
Focus-online-Gastautor - Heiko Rehmann
Heiko Rehmann studierte Philosophie, Germanistik, Vergleichende Religionswissenschaft und Demografie in Tübingen, Berlin und Edinburgh. Heute arbeitet er als freier Journalist und Gymnasiallehrer in Stuttgart, hält Vorträge und spricht Podcasts ein. Er untersucht den Einfluss von ideengeschichtlichen und demografischen Entwicklungen auf unsere heutige Gesellschaft, insbesondere die Themen Freiheit und Verantwortung, Individuum und Gesellschaft, Demografie und Migration.
Da die Zahl potentieller Mütter in jeder neuen Generation geringer ist als in der vorangegangenen und diese wiederum weniger Kinder bekommen, als zur Bestandserhaltung nötig wären (2,1 Kinder pro Frau), schrumpft die Bevölkerung von Generation zu Generation immer schneller, denn Frauen die nie geboren wurden, können keine Kinder bekommen. Ab einem bestimmten Punkt wird diese exponentielle Bevölkerungsschrumpfung nicht mehr zu stoppen sein, weil es nicht mehr genügend potentielle Mütter geben wird, um eine Wende einzuleiten. Wir werden dann in einer unaufhaltsamen Abwärtsspirale gefangen sein.
„In zwei Generationen ist die Sache gegessen“, sagt Harald Michel, Leiter des Instituts für angewandte Demographie in Berlin. „Eine Änderung ist dann nicht mehr möglich.“
Solange der Berg der Babyboomer das klein gewordene Häuflein zukünftiger Eltern verdeckt, fällt uns die demografische Katastrophe noch nicht auf. Diese braucht Jahrzehnte, um sichtbar zu werden, ist dann aber kaum noch zu korrigieren. Bekämen wir von morgen an wieder 2,1 Kinder pro Frau, so würde die Bevölkerung noch ein halbes Jahrhundert lang schrumpfen und sich erst dann bei rund 40 Millionen Einwohnern stabilisieren, denn die Geburtenrate hängt von der Gesamtfruchtbarkeitsrate (total fertility rate kurz TFR) und der Anzahl gebärfähiger Frauen ab.
Solange diese schrumpft, schrumpft auch die absolute Zahl an Geburten, selbst wenn die Gesamtfruchtbarkeitsrate wieder steigt. Die Geburtenrate gibt die Zahl der Geburten pro 1000 Einwohner pro Jahr an, während die Gesamtfruchtbarkeitsrate aussagt, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekommen würde, wenn sie sich so verhalten würde, wie die Frauen eines bestimmten Jahres. Im Jahr 2023 lag diese in Deutschland bei 1,36 Kindern pro Frau.
Mathematik ist nicht bestechlich
Häufig hört man den Einwand: „Aber Prognosen sind doch immer unsicher!“ Demografen erstellen jedoch keine Prognosen, sondern Vorausberechnungen: Alle Frauen, die in den kommenden 15 Jahren potentiell Kinder bekommen können, sind schon geboren. Diese Zahl kennen wir also exakt. Wenn wir die seit den siebziger Jahren ziemlich stabile Gesamtfruchtbarkeitsrate von 1,4 Kindern pro Frau zugrunde legen, können wir auch die Zahl ihrer Kinder berechnen. Wenn diese genau so wenig Kinder bekommen, wovon bislang alle Fachleute ausgehen, lässt sich auch die Größe der nächsten Generationen exakt berechnen.
Solche Rechnungen führen zu den sichersten Voraussagen, die wir überhaupt machen können: Eine Vorausberechnung der UNO konnte im Jahr 1958 die Weltbevölkerung des Jahres 2000 mit einer Abweichung von 3,5 Prozent bestimmen!
Folgen des demografischen Wandels
Wenn ab 2025 die Babyboomer der 1960-er Jahre das Rentenalter erreichen, geraten die Sozialsysteme in Schieflage, weil immer weniger Steuerzahler immer mehr Rentner finanzieren müssen. Früher oder später werden sie kollabieren. Schon heute bezuschussen wir die gesetzliche Rentenversicherung jährlich mit mehr als 100 Milliarden Euro aus Steuermitteln. Geld, das heutige Rentner verzehren, soll in der Zukunft von Kindern zurückgezahlt werden, die nie geboren wurden! Dabei lebt die Rentenversicherung von der Hand in den Mund: Was wir heute einzahlen, landet morgen auf dem Konto eines Ruheständlers.
Wir täuschen uns, wenn wir glauben, mit unseren Beiträgen ein Polster für die eigene Zukunft anzulegen. Wenn wir nicht genügend zukünftige Beitragszahler aufziehen, kann der Generationenvertrag nicht funktionieren. Dazu kommt noch der Schuldenberg aus den gegenwärtigen fetten Jahren, der mit der Bevölkerung natürlich nicht mitschrumpfen wird. Zu Recht warnte der Bremer Wirtschaftswissenschaftler Gunnar Heinsohn davor, dass Deutschland seine wenigen jungen Talente steuerlich überfordern und letzten Endes ins Ausland treiben könnte.
Aber auch wenn wir privat sparen, wird uns das weniger helfen als wir glauben, denn wir können nicht heute die Brötchen backen, die wir morgen essen wollen und ein dickes Bankkonto wird keine Senioren pflegen. Je weniger Arbeitskräfte es in Zukunft geben wird, desto teurer werden sich diese bezahlen lassen. Dieser Entwicklung hinterher zu sparen, ist ein Wettlauf, den wir nicht gewinnen können. Die wachsenden Lücken auf dem Arbeitsmarkt werden wir mit Geld nicht stopfen können. Wer an der einen Stelle abgeworben wird, fehlt dafür anderswo. Demografie lässt sich nicht überlisten. Ohne Kinder gibt es keine Zukunft.
Darüber hinaus verursacht der demografische Wandel noch weitere Probleme:
Die Immobilienmärkte und die Infrastruktur unseres Landes sind für die gegenwärtige Anzahl an Bewohnern ausgelegt. Die bevorstehende Bevölkerungsimplosion wird Billionenwerte nutzlos machen, deren Rückbau weitaus schwieriger zu organisieren sein wird, als es der Aufbau war. Zudem wird unsere Innovationskraft geringer werden. Wer alt ist, geht meist keine neuen Risiken mehr ein. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Strukturen drohen zusammenzubrechen, was allein bis zum Jahr 2030 Wohlstandsverluste von 630 Milliarden Euro nach sich ziehen könnte, wie die Beratungsgesellschaft Korn-Ferry berechnet hat.
Warum Zuwanderung keine Lösung ist
Man hört es an diesem Punkt fast reflexhaft: „Ja, aber wir können doch Einwanderer holen!“ Dies ist auch genau das Ziel, das die Bundesregierung mit der 2012 beschlossenen Demografiestrategie und dem neuen Einwanderungsgesetz verfolgt. Tatsächlich wären wir ohne die Zuwanderung der vergangenen Jahrzehnte schon heute nur noch 63 Millionen, wie das Statistische Bundesamt in seiner Pressemitteilung vom 1.8.2017 berichtet. Was bisher noch leidlich funktioniert hat, wird in Zukunft jedoch neue Probleme schaffen.
Um die Zahl der Erwerbstätigen im Alter von 15 bis 64 Jahren konstant zu halten, müssten bis 2050 24 Millionen Menschen nach Deutschland einwandern...."
http://ifad-berlin.homepage.t-online.de/index.html
Morgen um 20h, ' Standpunkt Sendung ', bei Radio Horeb:
" Demographischer Wandel: Sehenden Auges in die Krise?"
Dr. Harald Michel, Geschäftsführer des Instituts für Angewandte Demographie
Dr. Harald Michel
Geschäftsführer des Instituts für Angewandte Demographie
Kommentare
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hansfeuerstein 31.05.2025 16:43
Diese Dinge sind Fakten schaffend, mehr als jede Regierung und politisch handelnde Person der Gegenwart.
Mischael 31.05.2025 17:26
Klavierspielerin2,
danke, das Du unsere Aufmerksamkeit auf die Bevölkerungsentwicklung gelenkt hast.
Möchte Euch, die Mitleser nach Eurer Meinung fragen, wie es zu dieser Entwicklung kommen konnte.
Klavierspielerin2, wenn diese Frage für Dich in diesem von Dir eröffneten Blog nicht erwünscht ist, dann lösch bitte meine Frage.
danke, das Du unsere Aufmerksamkeit auf die Bevölkerungsentwicklung gelenkt hast.
Möchte Euch, die Mitleser nach Eurer Meinung fragen, wie es zu dieser Entwicklung kommen konnte.
Klavierspielerin2, wenn diese Frage für Dich in diesem von Dir eröffneten Blog nicht erwünscht ist, dann lösch bitte meine Frage.
hansfeuerstein 31.05.2025 20:21
Die Welt rückt zusammen, Entfernungen spielen keine, oder nur noch eine geringe Rolle.
Mit wenigen Clicks ist man international verbunden. Daher die Idee multikultureller Gesellschaften. Nicht bedacht ist dabei, dass die Welt voller Konflikte ist, und alle Ethnien,
Länder und Kulturen haben ihre je eigenen, teils uralten Konflite, hinzu kommen jene, die von alters her gar nicht erst entstanden, weil sich bestimmte Bevölkerungen einfach aus dem Wege gegangen sind. Alles zusammen genommen ist nicht eine schöne friedliche und bunte Gesellschaft voller Bereicherungen, sondern voller teils krasser Konfilkte auf einem Haufen.😉
Mit wenigen Clicks ist man international verbunden. Daher die Idee multikultureller Gesellschaften. Nicht bedacht ist dabei, dass die Welt voller Konflikte ist, und alle Ethnien,
Länder und Kulturen haben ihre je eigenen, teils uralten Konflite, hinzu kommen jene, die von alters her gar nicht erst entstanden, weil sich bestimmte Bevölkerungen einfach aus dem Wege gegangen sind. Alles zusammen genommen ist nicht eine schöne friedliche und bunte Gesellschaft voller Bereicherungen, sondern voller teils krasser Konfilkte auf einem Haufen.😉
Klavierspielerin2 01.06.2025 10:09
Mich beschäftigt eher, wie es in Zukunft weiter gehen soll.
Die Migrationspolitik ignoriert diesen demographischen Wandel und einige ( User ) arbeiten sogar dagegen an, was mich dazu bringt zu vermuten, dass sich auf dieser Plattform nicht weniger Muslime befinden, die durchschnittlich 4 Kinder aufziehen und damit die zukünftige Bevölkerung darstellen.
Die Migrationspolitik ignoriert diesen demographischen Wandel und einige ( User ) arbeiten sogar dagegen an, was mich dazu bringt zu vermuten, dass sich auf dieser Plattform nicht weniger Muslime befinden, die durchschnittlich 4 Kinder aufziehen und damit die zukünftige Bevölkerung darstellen.
hansfeuerstein 01.06.2025 20:08
Auf der einen Seite ist dauernd davon die Rede, dass man zuviel CO2 hätte, und zuviele Autos etc.pp. Auf der anderen Seite können sie überall nicht genug Bevölkerungswachstum generieren, indem sie alle Tore der Welt öffnen. Die meisten Kommunen haben jetzt schon riesige Probleme Wohnraum zu schaffen, den Verkehr auch nur irgendwie aufrecht zu halten, und dennoch siedeln sie überall auch immer mehr und immer grösseren Gewerbe an. Das Grün verschwindet mehr und mehr. Wenn man sich das alles ansieht, kommt man zu dem Schluß, dass alles planlos und in sich wiedersprüchlich ist.

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