weiße TaubeChrist sucht Christ Logo ohne Taube

Seelsorgerin: "Wünsche mir die sakramentale Weihe zur Diakonin"

Seelsorgerin: "Wünsche mir die sakramentale Weihe zur Diakonin"
Uta Möhler ist Referentin für diakonische Pastoral


Bonn ‐ Vor 26 Jahren hat Uta Möhler einen Diakonatskurs für Frauen abgeschlossen. Heute arbeitet sie als Referentin für diakonische Pastoral in der Pfarreiengemeinschaft Erbach bei Ulm. Die Seelsorgerin hat ihren Wunsch von damals nicht aufgegeben, erzählt sie im katholisch.de-Interview.


Uta Möhler setzt sich für den Diakonat der Frau ein. Von 1999 bis 2002 hat die kirchliche Mitarbeiterin am ersten Diakonatskreis für Frauen teilgenommen. Heute arbeitet die 56-jährige als Referentin für diakonische Pastoral in einer Seelsorgeeinheit in der Nähe von Ulm. Doch sie wünscht sich mehr. Ein Interview zum "Tag der Diakonin", den katholische Frauenverbände im deutschsprachigen Raum seit 1998 am 29. April begehen.

Frage: Frau Möhler, Sie setzen sich für den Diakonat der Frau ein. Warum?

Möhler: Die Kirche bedeutete für mich schon immer Heimat, und ich war seit meiner Kindheit für die Kirche engagiert. Meine Mutter war Gemeindereferentin, mein Vater arbeitete nebenberuflich als Mesner. Wenn meine Mutter die Kinderkirche vorbereitet hat, habe ich manchmal mitgeholfen. Meine drei Brüder haben ministriert. Ich durfte nicht, weil ich ein Mädchen war. Später habe ich mich dann für das Leben in einer klösterlichen Gemeinschaft interessiert. Eine Ordensfrau sagte mir einmal: "Wer ins Kloster will, braucht eine Berufung." Ich habe lange überlegt, was das bedeutete. Dann habe ich die Ausbildung zur Krankenschwester in Ulm gemacht und lernte meinen späteren Mann kennen. Wir haben geheiratet. Unsere Ehe blieb kinderlos und ging später in die Brüche. Ich habe Theologie im Fernkurs studiert mit den Schwerpunkten Liturgie, Diakonie und Verwaltung. Meine Abschlussprüfung war 1999. Jemand hat mich damals gefragt: "Was machst du jetzt mit deiner Ausbildung?" Ich weiß noch, dass ich gesagt habe: "Wenn ich ein Mann wäre, würde ich gerne Diakon werden."

Frage: Und dann haben Sie sich für den Ausbildungskurs für Diakoninnen beworben?

Möhler: Ja, damals habe ich in der Kirchenzeitung der Diözese Rottenburg-Stuttgart gelesen, dass im September 1999 der erste Diakonatskreis für Frauen beginnen würde. Ich war schon länger diakonisch engagiert und wollte es nun weiterhin beruflich machen. Dann habe ich mich für den Ausbildungskurs beworben und wurde zum Auswahlgespräch eingeladen. Dieses Gespräch fand in Würzburg statt und mir saßen der Dogmatikprofessor Peter Hünermann und die Dominikanerin Benedikta Hintersberger gegenüber. Sie haben mich gefragt, was meine Motivation sei, an dem Kurs teilzunehmen. Sie haben auch gesagt, dass es nicht sehr wahrscheinlich ist, dass es nach den drei geplanten Kursjahren eine Weihe der Frauen zu Diakoninnen geben werde. Das Ausbildungskonzept war angelehnt an das der Ständigen Diakone in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Es wurden 14 Frauen ausgewählt und ich war dabei. Fast alle Frauen haben den Kurs abgeschlossen. Uns hat die Berufung zur Diakonin verbunden.

Frage: Gab es damals Gegenwind im Bistum?

Möhler: Ja, den gab es. Für manche Kursteilnehmerin war es schwer einen Mentor oder einen geistlichen Begleiter zu finden. Während unsere Diakonatsausbildung lief, ließen sich auch die sogenannten Donaupriesterinnen auf einem Schiff zu Priesterinnen weihen. Sie hatten uns zuvor angefragt, ob wir uns daran beteiligen möchten. Aber wir lehnten ab, weil wir unseren Weg mit der Kirche gehen wollten. Unsere Hoffnung war, dass wir nach Abschluss unserer dreijährigen diakonischen Ausbildung von unseren Ortsbischöfen für den Weihekurs zugelassen werden und zusammen mit den Männern geweiht würden. Wir wollten als Diakoninnen eingesetzt werden. Damals kam aber eine Notifikation aus Rom, in der stand, dass die Ausbildung zur Diakoninnenweihe nicht erlaubt sei. Kurz danach wurden die Frauen, die auf dem Donauschiff unerlaubterweise geweiht wurden, exkommuniziert. Ich weiß noch, dass ich zu dieser Zeit eine Gehirnblutung bekommen habe, die mich in eine gesundheitliche Krise warf. 

Frage: Wie ging es bei Ihnen danach weiter, als Sie wieder zu Kräften kamen und den Diakonatskurs abgeschlossen hatten?

Möhler: Ich bin wieder in meinen Beruf als Krankenschwester zurück. Ich kümmerte mich nun vor allem um Patienten mit Tumoren im Hals-Nasen-Ohren-Bereich und um Menschen, die durch eine Tumoroperation keinen Kehlkopf mehr hatten. Für mich war das ein zutiefst diakonisches Handeln, denn diese Menschen waren dankbar, dass sie jemanden hatten, der sie stärkte und begleitete. Ich dachte mir, es gibt doch Blindenseelsorger und Gehörlosenseelsorger. Also sollte es auch Seelsorger für Kehlkopflose geben, da die Kommunikation durch die Kehlkopfentfernung massiv erschwert ist. Ein paar Monate später wurde ich durch den Ulmer Dekan für diesen Dienst beauftragt. Später wechselte ich nochmals meine Stelle und wurde Pfarrhelferin im Bistum Augsburg. Danach war ich sechs Jahre als Mesnerin in meiner Kirchengemeinde tätig, in der ich heute noch arbeite.

Frage: Sie arbeiten heute in einer Seelsorgeeinheit als Referentin für diakonische Pastoral. Wofür sind Sie konkret zuständig?

Möhler: Seit Oktober 2023 bin ich mit einer 50-Prozent-Stelle als Referentin für diakonische Pastoral hier in der Seelsorgeeinheit Erbach tätig. Es ist ein neuer Beruf in der Diözese, der auch aus der Notsituation heraus entstanden ist, weil es zu wenige Priester und auch immer weniger pastorale Mitarbeiter gibt. Der Schwerpunkt meiner Arbeit ist die Senioren- und Krankenpastoral. Ich begleite Senioren-Nachmittage, die Hospizgruppe und gestalte Wortgottesfeiern und Andachten im Seniorenzentrum. Weiters bin ich zuständig für die Besuchsdienste, die Sozialstation, die Tagespflege und führe seelsorgliche Gespräche und übernehme Wortgottesfeiern in den Gemeinden. Ich bin Teil des Pastoralteams in der Seelsorgeeinheit und dort für den sozialen Bereich zuständig. Ich würde gerne Beerdigungen übernehmen und Menschen in ihrer Trauer begleiten. Aber das darf ich von meiner Stellenbeschreibung her nicht. Manchmal schmerzt und ärgert es mich, dass ich meiner diakonischen Berufung nicht in vollem Maße nachgehen darf.

Frage: Sie warten schon sehr lange drauf, dass man ihre diakonische Berufung anerkennt?

Möhler: Ja, als ich den Kurs 1999 begonnen habe, hat uns Professor Peter Hünermann sehr darin unterstützt und uns ermutigt, unsere Berufung zu leben. Er hat es sich so gewünscht, dass Frauen die sakramentale Weihe zum Diakonat erhalten können. Jetzt, fast 30 Jahre später sind wir noch immer in der Warteschleife – trotz Ausbildung und diakonischem Engagement. Ich könnte taufen, Beerdigungen leiten oder bei Trauungen assistieren. Ich könnte diese Aufgaben jederzeit übernehmen, nur darf ich es nicht. Ich bin da und warte. Manche der Kursteilnehmerinnen von damals haben aufgegeben. In der Zwischenzeit ist schon der dritte Diakonatstkreis für Frauen abgeschlossen. Ich habe nicht die Kirche oder meine Konfession gewechselt, so wie es andere getan haben. Ich möchte Diakonin sein, weil es meine Berufung ist. Warum wird es uns Frauen weiterhin verboten? Aber ich will nicht jammern. Ich bin meiner Berufung treu geblieben und versuche mich für andere einzusetzen.

Frage: Was wünschen Sie sich?

Möhler: Ich wünsche mir die sakramentale Weihe zur Diakonin. Es wäre schön, wenn es eines Tages kirchenrechtlich erlaubt wäre, dass Frauen diesen diakonischen Dienst im Amt ausführen dürfen. Wenn ich es nicht mehr erleben sollte, dann wünsche ich es mir für die Frauen nach mir, die dieselbe Berufung haben. In der Kirchengemeinde, in der ich heute tätig bin, ist vorne im Altarbild des Rosenkranzaltares die Heilige Katharina von Siena zu sehen. Sie ist die Patronin des Frauendiakonats. Als ich dieses Bild zum ersten Mal sah, wusste ich gleich: Hier bin ich richtig. Immer wenn ich dieses Heiligenbild sehe, ermutigt es mich, eine starke Frau zu sein und meinen Weg zu gehen. Katharina von Siena hatte zu ihrer Zeit den Papst dazu bewegt, von Avignon nach Rom zurückzukehren. Die spätere Kirchenlehrerin hatte ihn mit Briefen regelrecht bestürmt. Außerdem hat sie Kranke gepflegt, bevor sie selbst krank wurde und jung starb. Katharina von Siena sah sich als Dienerin Christi. So sehe ich mich auch. Eine Bibelstelle aus dem Matthäusevangelium begleitet mich schon mein gesamtes Berufsleben hindurch. Sie lautet: "Habt Vertrauen! Ich bin es." Ich glaube daran, dass Jesus auch Frauen zu sich als Jüngerinnen und Apostelinnen gerufen hat. So wie mich und viele andere.

Von Madeleine Spendier

Kommentare

Schreib auch du einen Kommentar
 
Shira 30.04.2025 15:29
Um Kranke zu pflegen wie Katharina von Siena, braucht sie doch keine sakramentale Weihe zur Diakonin...
 
Klavierspielerin2 30.04.2025 15:56
@shira, ja, diesen Frauen geht's um ( ihre) Macht.

Es gab in der frühen Kirche tatsächlich Diakoninnen, allerdings ungeweihte.
Es kann also sein, dass es zwar ein Frauendiakonat geben könnte, aber eben ungeweiht. So wie es überliefert und biblisch ist.

Bestimmt wird es dann- sollte es je zu einem Frauendiakonat konmen - ein paar hämische Zaungäste geben, die ablästern, weil unbi....blabla
Denen muß man dann wieder erklären, was der Unterschied zwischen geweiht und ungeweiht darstell
t...🙄
 
Klavierspielerin2 30.04.2025 16:00
....man hat auch darauf hingewiesen, dass es bei den evangelischen Christen schließlich auch ' Diakonissen ' gäbe.
Was dabei oft ausgeblendet wird, dass es im Protestantismus garkeine Weiheämter gibt, ja, sogar abgelehnt wird.
 
(Nutzer gelöscht) 30.04.2025 16:21
Ich erlaube mir mich kurz einzuschalten, weil das Wort Diakonisse gefallen ist.

Eine Diakonissen nach evangelischen Verständnis ist eine lebenslang zölibataer lebende Frau, welche im Auftrag ihres Mutterhauses ihren Dienst versieht. Sie lebt, wenn sie im Einsatz ist in der Regel in einer Gruppe mit Mitschwestern bzw im Alter in der Regel in einer Pflegeeinrichtung ihres Mutterhauses. 
Diakonissen erhalten in ihrer sogenannten Probezeit Bibelunterricht und Unterweisung und werden auch in einem Zivilberuf für ihren Dienst ausgebildet. Sie sind oft im Krankenhaus als Schwestern in der Pflege eingesetzt in der j
Jugendarbeit der Gemeinde oder auch im Kindergarten. Das Tragen der Tracht an welcher auch
 
(Nutzer gelöscht) 30.04.2025 16:24
.. an welcher auch das mutterhaus erkennbar ist ist Pflicht. 

Im Gegensatz dazu gibt es auch Diakoninnen. Diese gehören ebenfalls einem Verband an, verrichten ihren Dienst jedoch in Zivilkleidung und können auch heiraten.

Selbstverständlich werden sowohl die Diakonissen als auch Diakoninnen für ihren Dienst eingesegnet.
 
Klavierspielerin2 30.04.2025 16:32
Danke, für deine@Jani Info zu evangelischen Diakonissen und Diakoninnen.
 
NicetomeetFEM 30.04.2025 16:44
Wenn das kommt kriegen wir als erstes eine Frauenquote, dann eine Ausländerquote und dann eine Transsexuellenquote.

Kenn das von den Lutherandern genau so.

Deshalb bin ich nu katholisch.
 
Klavierspielerin2 30.04.2025 16:48
Sonntag, 09.03.2025: 

Das Diakonat der Frau: Kirchengeschichte, überlieferte Lehre und aktuelle theologische Diskussion
Ref.: Prof. Dr. Manfred Hauke, Professor für Dogmatik, Mitglied der päpstlichen Studienkommission zum weiblichen Diakonat, Lugano, Schweiz.
Dass die Rolle von Frauen in der Kirche gestärkt werden soll - darüber war man sich bei der vergangenen Weltsynode in Rom weitgehend einig. Gestritten wird hingegen über den Zugang von Frauen zu den Weiheämtern, allen voran dem Diakonat. Während in puncto Priesterweihe von Frauen das Nein der Päpste eindeutig ist, gibt es bei der Diakoninnen-Weihe offenbar noch Fragezeichen. Papst Franziskus jedenfalls hat die theologische Diskussion darüber in ein Expertengremium verlagert, wo das pro und contra unter Fachleuten erörtert wird. Mitglied dieser Kommission ist auch Prof. Dr. Manfred Hauke, der sich als Dogmatiker immer wieder gegen die Frauenweihe ausgesprochen hat. Wir legen ihm in dieser Sendung die wichtigsten Streitpunkte vor und fragen ihn, warum er an einer Position festhält, die so gar nicht zeitgemäß erscheint.     

https://www.horeb.org/mediathek/podcasts/standpunkt/?tx_sicpodcastlist_pi1%5Buid%5D=70088&tx_sicpodcastlist_pi1%5Baction%5D=show&tx_sicpodcastlist_pi1%5Bcontroller%5D=Podcast&cHash=98ed89868a3e2a1683d5a5e4e1ee43fd
 
neroli 30.04.2025 18:12
Kleine Anmerkung zu den heutigen Diakonissen, in der Diakonissenschaft Sarepta Bethel, gegründet um 1870. Die älteren Diakonissen trugen ihre Schwesterntracht in der Regel immer. Allerdingns wurden die Eintrittsbedingungen bereits Mitte der 90er gelockert, eine Diakonisse mußte nicht zwangsläufig ehelos leben und auch die Tracht wurde abgeschafft. Zuvor gab es neben den eingesegnten Diakonissen noch die sogen. Ravenberger Schwesternschaft, diese Schwestern durften heiraten und trugen keine Tracht; die heutige Schwesternschaft, die sich zwar auch Diakonissen nennen, leben nach diesem Konzept.
Wie es bei der, soweit ich weiß, ältesten Schwesternschaft, den Schwestern des Kaiserswerthers Verbandes in Düsseldorf, gehandhabt wird, weiß ich nicht.
 
(Nutzer gelöscht) 30.04.2025 18:14
Diakonninen wären richtig und überfällig .
Die  diakonischen Aufgaben  kann auch eine gläubige Frau erfüllen.
Die bedeutenden 5 wichtigsten Sakramente bleiben ja im Priesteramt.

Wäre ich mit mehr Keuschheit und Frömmigkeit beschenkt worden ,könnte ich von mir sagen ,daß ich eine äußerst fähige Diakonin sein könnte!!!

Cherub😊
 
Klavierspielerin2 30.04.2025 18:26
Danke auch dir@ neroli, für deine weiteren Informationen zu den evangelischen Diakonissen/ Diakoninnen.
 
Shira 30.04.2025 19:10
Das stimmt Cherub.
 
neroli 30.04.2025 19:29
Das Diakonen- bzw. Diakoninnenamt in der Ev. Kirche wird grundsätzlich anders verstanden, als in der Kath. Kirche. In der Kath. Kirche ist es BEdingung, wenn ein vollständiges Theologie-Studium absolviert wurde, die Vorstufe zur Priesterweihe. In der Ev. Kirche eine Zusatzausbildung zu einem meist pflegerischen oder auch sozialen Beruf, jedoch nicht die Vorstufe zur Ordinierung eines ev. Pfarrers. Diakone waren im Ev.-Bereich häufig sogen. Hausväter, also Heimleiter,  in Behinderten- oder Wohnungsloseneinrichtigen.
 
Alysa 30.04.2025 19:52
Am Ende meiner Ausbildung  (1979) in einem Diakonissenmutterhaus hieß meine Berufsbezeichnung Gemeinde- und Kinderdiakonin. Ich durfte im evangelischen Kindergarten tätig sein oder kirchlichen Unterricht (Christenlehre) bis zur dritten Klasse erteilen.

Ab der Wende 1990 durfte sich unser Berufszweig Erzieherin nennen und war ab da  auch staatlich anerkannt.
 
Sherezade 30.04.2025 20:40
Entweder ich war zu doof oder mein Beitrag wurde gelöscht...
Es ging um Weihe  und Frauenfrage...und um einen römisch-katholischen Neutestamentler... der wurde auch nicht exkommuniziert und lehrt weiter...
 
hansfeuerstein 30.04.2025 23:57
Während man in den Kirchen und freien Gemeinden um derartige Dinge diskutiert, etabliert sich (mit deren Hilfe) unaufhaltsam der Islam bei dem all diese Dinge nicht die geringste Rolle spielen dürfen. 😅 Die Intellektuellen in D gehören nicht zu den hellsten Kerzen auf der Torte.
 
Klavierspielerin2 01.05.2025 09:10
Moin🙂
Hab' nix gelöscht!
 
Sherezade 01.05.2025 15:08
Dann war ich verpeilt😭
Prinzipiell gilt natürlich, dass ich mich nicht in die Haltung der RKK gegenüber Frauen und geistlichen Ämter einmische und ich die Wahrheit nicht gepachtet habe!😎
Auch in einigen evangelischen Kreisen bezüglich von Frauen steht man ja immer wieder vor Paulus und Timotheus...
Ich fang bei Paulus an...also 1.Kor.14ff...
Dies Aussage steht im krassen Widerspruch zu 1.Kor.11,5...
Genau dort wird ja beschrieben, dass Frauen selbstverständlich beteiligt waren...sollten halt nur ihr Haupt bedecken... prophetisch reden ist nun mal Exegese... da steht auch nicht, dass Frauen vorher mal einen Mann befragen müssen...
Im  Timotheusbrief (Pseudoepigraph) wird dieser Gedanke dann fortgeführt..
Lt. Stefan Schreiber (kath. Professor , Neutestamentler) handelt es sich um eine Interpolation und ist in  einigen Handschriften so auch nachverfolgbar...


Auch hier ohne apodiktische Aussagen... man(n) könnte jedoch mal darüber sinnen...

Wenn man weiterdenkt... also der Beginn und die Schöpfungserzählungen...auch die neuzeitlichen Übersetzer bekommen die Rippe nicht weg... steht da so gar nicht... wie dem auch ist...
Wenn man den Text unvoreingenommen liest, könnte klar sein, dass Mann und Frau gleichwertig und gleichberechtigt geschaffen wurden...
Sehr schön ist die Stelle:
"Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch."
Dies zu einer Zeit des Patriarchats...der Normalfall war ja genau anders...

Dann kommt der "Sündenfall"... hier werden die Konsequenzen beschrieben... da steht nicht, dass es so geplant war...


Extrem cool ist das Buch Numeri... Numeri 12...
Aaron und Mirjam haben rumgenervt... Gott lies Aaron und Mirjam antreten...Gott strafte Mirjam zwar ab... aber er nahm sie und ihre Aussagen ernst... er sagte nicht, dass sie als Frau prinzipiell mal die Schnüss halten solle...
Und dann die Wendung..."Da sagte Aaron zu Mose: Mein Herr, ich bitte dich, lass uns nicht die Folgen der Sünde tragen, die wir leichtfertig begangen haben."
Auch hier könnte man erkennen, dass man Mirjam nicht als geistlich unterprivilegierte Frau wahrgenommen hatte...

Und Mose schrie zum Herren und bat um Heilung...

Und die haben gewartet bis Mirjam wieder "rein"war...

Total OT:
Einige lutherische Kirchen sehen sich in der apostolischen Sukzession und weihen Frauen... Willkommen in Schweden...
Mir ist natürlich bewusst, dass die RKK dies nicht anerkennt...soll auch echt kein Thema sein...sieht man nur, dass Dinge manchmal echt seltsam sind und wir mit Stückwerk unterwegs sind...
 
Klavierspielerin2 01.05.2025 15:39
Um' s mal wieder ganz kurz zu machen:
In der RKK dürfen Frauen überall predigen ( sofern sie Zuhörerschaft finden, ist doch klar) Lediglich am Altar nicht. Der ist den Geweihten vorbehalten.
Frauen und Männer sind absolut gleichberechtigt. Man schaue sich mal die zu Kirchenlehrerin erhobenen Katharina von Sienna an, oder Hildegard von Bingen, usw.

Dejavue: Hatte ich das nicht bereits an anderer Stelle gepostet gehabt 🤔

Die weiter oben genannte Experten Kommission hat das diakonat der Frau - Inhalt: siehe Link zum Vortrag - geprüft. 

Wie gesagt, ungeweihte ja, geweihte existierten in den vergangenen 2000 Jahren nicht.
 
Klavierspielerin2 01.05.2025 16:36
" und um einen römisch-katholischen Neutestamentler... der wurde auch nicht exkommuniziert und lehrt weiter..."

Er wird doch nicht exkommuniziert, weil er seine  Meinung äußert. 
Es sind die vergangenen 2000 Jahre eben keine Belege für Frauenweihen gefunden worden.
 
Klavierspielerin2 01.05.2025 16:39
Und das ist auch nicht katholisch: " da steht auch nicht, dass Frauen vorher mal einen Mann befragen müssen..."

Im Protestantismus findet man solche Positionen aber öfter.
weiße TaubeJetzt kostenlos registrieren