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Warum Heiligenverehrung?

Warum Heiligenverehrung?

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Miri21 07.02.2025 11:48
Märtyrer hoch im Kurs
 
Doch woher kommt die Heiligenverehrung? In den ersten christlichen Jahrhunderten genossen die Märtyrer und Märtyrerinnen ein hohes Ansehen. An ihren Grabstätten versammelten sich die Christ:innen zum Gebet, erinnerten sich an den Jahrestag ihres Todes, erbauten schließlich Kirchen über den Gräbern. Sie wurden wegen ihrer Glaubenstreue in Ehren gehalten.

Kindern gab man ihre Namen, um sich vom heidnischen Umfeld abzugrenzen. Ab dem 4./5. Jahrhundert wurde dieses ehrende Gedenken auch jenen zuteil, die nicht den Märtyrertod erlitten hatten, sondern die aufgrund ihres Lebens als Glaubensvorbild galten.


Der andere Christus

Einer der Ersten von ihnen war der hl. Martin. Wegen seiner Geste, den Mantel mit einem Bettler zu teilen, ist er bis heute ein Vorbild der Nächstenliebe. Von seinen Zeitgenossen wurde er als „anderer Christus“ bezeichnet. „Wer Martin begegnet ist“, so bezeugten viele nach seinem Tod, „hat etwas davon gespürt, wer Christus ist.“


Nicht ohne Fehler

Die Verehrung von Heiligen darf uns nicht dazu verleiten, sie zu vergöttlichen oder Heiligkeit misszuverstehen im Sinne moralischer Unfehlbarkeit. Heilig sind sie, weil sie uns etwas von der Liebe Gottes vermitteln.

Ihre Verehrung erinnert uns an das letzte Ziel unseres Lebens: die bleibende Gemeinschaft mit Gott.
 
Miri21 07.02.2025 12:02
Der Sternenmantel Mariens
Aus Spaniens Heldengeschichte
Im spanischen Bürgerkrieg 1936-1939 erhielt jeder Schüler der Militärakademie, der als Leutnant an die Front ging, einen Uniformstern. Dieser war hergestellt aus Fäden vom Gewand der Muttergottes von Granada. Wenn der Offizier im Kampfe fiel, mußte der Stern zurückgegeben werden. 620 junge Offiziere, mit diesem Uniformstern geschmückt, sind gefallen. Mit den Sternen der Gefallenen wurde ein neues Gewand besetzt und das damit bekleidete Gnadenbild in feierlicher Prozession durch die Stadt getragen. Als das Bild so durch die Straßen ging, und die Menschen die Hände zu ihm aufhoben - Hände, gefüllt mit Blumen; Hände, gefaltet zu Bitte und Dank, und die Mütter ihre Kinder erhoben, damit sie die heilige Muttergottes in ihrem Sternenmantel sehen konnten, da sprang ein Kind aus der Reihe von der Mutter Hand - es war nahe am Dom - um auf den Bischof zuzueilen. Das Büblein hielt wacker Schritt mit den Männern, die das Bild trugen, lief mit bis in den Chor, wo die heilige Muttergottes wieder auf ihren Sockel gestellt wurde, und zupfte den Bischof an seinem Mantel. Der, verwundert ob des kindlichen Gastes, beugte sich nieder und fragte das Büblein, was es wünsche. “Herr Bischof”, sagte das Kind, “in dem Sternenmantel der Muttergottes ist auch der Stern meines Vaters. Komm, zeige ihn mir, daß ich ihn küssen kann!” Der Bischof legte seine Hand gerührt auf das Lockenhaupt des Buben, hieß ihn noch eine kleine Weile warten, beendigte die Feier und schritt dann mit dem Kind an der Hand vor das Gnadenbild.

620 Sterne leuchten an dem Mantel der heiligen Frau, und den Bischof überkommt bei dem Gedanken an die 620 jungen Helden die tiefe Wehmut, aber auch der starke Stolz eines in harter Zeit gereiften Mannes. Er wollte das Kind aufheben und mit ihm suchen, welches wohl der Stern des Vaters sei, da sagte der Bub: “Wenn ich groß bin, will ich auch so einen Stern haben. Dann kämpfe ich auch, daß niemand die heilige Jungfrau beleidigt. Und wenn ich gefallen bin, näht man meinen Stern auch auf ihren Mantel.” - Dem Bischof stieg es heiß in die Augen, als er nach dem Namen des Vaters fragte.

“Inigo y Carcamo heißt mein Vater”, sagte das Kind, und der Bischof spürte das Heldenhafte in dem Kind aus dem Namen seines Vaters. Inigo y Carcamo war nicht ein junger Leutnant gewesen, sondern ein gereifter Mann, der zum erstenmal den Stern der Muttergottes trug, als es galt, jene Tat zu tun, die den Spanienkrieg gewissermaßen beendete, aber die auch sein eigenes Leben kostete. Er hat das letzte Bollwerk der Feinde gebrochen. Ganz Spanien hat über seinen Namen gejubelt und geweint. - “Mein Vater ist nicht tot, er hat nur sein Leben dem Himmel gegeben. Jetzt kniet er neben der hl. Jungfrau und betet vor dem ganzen Himmel für Spanien und für uns. Meine Mutter hat gesagt: wenn das Herz auch weint, das Herz ist stark und nimmt nichts zurück, was es Gott gegeben hat.” - Der Bischof weiß nicht, daß bei dem kindlichen Geplauder die Tränen über seine welken Wangen rollen und den Mantel der hl. Jungfrau benetzen. So aufgerichtet ist er von der starken Kraft einer Frau, die ihren Mann gegeben und ihr Kind doch nichts anders lehrt als den Aufblick zu Gott und den Glauben an die Zukunft des Glaubens.

“Inigo y Carcamo” liest er endlich in den goldenen Buchstaben im blauen Stern auf dem Mantel. Er hebt das Kind hinauf, er muß sich hochrecken, damit das Büblein des Vaters Namen küssen kann. Dann macht er ein Kreuzlein auf seine Stirn und fragt: “Wo wohnst du denn? Wird deine Mutter nicht bange sein, daß du weggelaufen bist?” Große dunkle Kinderaugen sehen klar wie der Himmel in die Augen des Bischofs: “Weißt du”, sagt das Kind, “wenn alle Leute aus dem Dom fort sind, ist nur noch meine Mutter da. Wir kommen jeden Tag zu der andern Muttergottes, die keinen Sternenmantel angezogen hat - sieh, ganz da hinten - weißt du, die Muttergottes, die weint, weil sie ihren toten Jesus auf den Armen hat. Dort beten wir, weil Spanien gerettet ist.” Der Knabe stellt sich auf die Zehen und sucht hinten im Schiff das Marienbild, vor dem wirklich seine Mutter in Andacht versunken kniet. “Da betet meine Mutter”, sagt er leise, schaut noch einmal auf das Gesicht des Bischofs, dann löst er leise seine Kinderhand aus der des Mannes und eilt an die Seite der jungen Frau. Der Bischof neigt tief sein Haupt vor ihr, da sie einen Augenblick den Blick hebt, auch sie neigt sich vor dem Bischof - ganz fern im Chor der Kirche sehen sie beide die Sterne auf dem Mantel der heiligen Muttergottes leuchten.
 
Klavierspielerin2 07.02.2025 12:03
In den ev.kirchen werden mittlerweile auch wieder 2 Heilige verehrt. Einer davon ist Martin.
 
Miri21 07.02.2025 12:10
Also der Hl. Martin von Tours und wie heißt der andere?
 
Klavierspielerin2 07.02.2025 12:36
Muss suchen, Moment bitte, bin am Kochen.
 
(Nutzer gelöscht) 07.02.2025 12:37
Der Gnadenschatz der Heiligen für uns ist größer als alle Sünden zusammen , wer aus dieser Fülle schöpft ist immer auf der sicheren Seite.

Cherub
 
Miri21 07.02.2025 12:39
Dietrich Bonhoeffer ist denk ich auch ein gutes Vorbild. 

Für mich sind das Neuigkeiten, dass in den ev. Kirchen nun zwei Heilige verehrt werden sollen...

In evangelischen Kirchen hängt oft nur ein Bild vom Reformator. In der evangelischen Alexanderskirche unserer Stadt, die in gotischen Stiel erbaut wurde und früher mal lt meiner Mutter Marienkirche hieß, ist nur noch im schönen alten Fenster Maria zu sehen. Und ein schönes grosses Bild von Jesus hängt dort.

Die, die von Gott als Mutter von Jesus auserwählt wurde wird oft mehr Verachtung als Verehrung gezeigt. Wahrscheinlich weil man bei ihr keinen Markel findet und durch sie und ihren Sohn die Schlange zertreten wurde.
Während an fast allen anderen Heiligen nicht alles glänzt, wenn man genau hinschaut.
 
Klavierspielerin2 07.02.2025 12:41
" Heilige im evangelischen Kirchenjahr"
https://www.christ-sucht-christ.de/christliches-forum/read/70485/
 
Miri21 07.02.2025 12:59
12:37 Meinst du alle Sünden der Welt? Die könnten aber irgendwann das Fass zum Überlaufen bringen. Die Sinnflut und Reinigung der Erde durch das Wasser gab es schon mal.🌈

Hast du eine Waage mit denen die Sünden der Welt gegen die Verdienste der Heiligen aufgewogen werden könnten? Da müsste sich das Heilige auf der einen Waagschale aber ganz schön die Nase zuhalten. 😂

Auch die Gnaden und das Heilige an den Heiligen hat seinen Ursprung bei Gott.

Und warum soll dann der Weg, der ins Verderben führt so breit sein lt Jesu, wenn es so viel Heiliges gibt.

Wir kommen wohl alle in den Himmel oder wie, wir brauchen nur 🌈⛳
 
(Nutzer gelöscht) 07.02.2025 13:06
Das ist die Lehre der Katholischen Kirche , der Gnadenschatz der Heiligen ist unerschöpflich und größer als die Sünden der Welt - allein schon logisch betrachtet , enden die Sünden zeitlich ,aber die Gnaden der Heiligen bleiben ewiglich bestehn , im Himmel fort.
 
Ein Beispiel nur einer Heiligen Maria , ihr Gnadenschatz ist alleine so groß ,daß tausende aller Generationen zum Heil gelangten und gelangen .

Cherub
 
pieter49 07.02.2025 16:55
,,Das Leben der Heiligen''

Vielen Dank liebe @Miri21, für deine Mühe und Aufmerksamkeit!

Ein sehr Guter und Wichtige Vortrag !!!
 
Miri21 07.02.2025 17:11
Mir hat mal jemand gesagt, dass Maria heiliger als alle Heiligen sämtlicher Jahrhunderte zusammen ist. 
Das halte ich für möglich.

Ich gehe auch davon aus, dass Maria von allen Heiligen die heiligste ist. Aber grundsätzlich sind solche Aussagen sehr gewagt.

Der Gnadenschatz Gottes und der Kirche mag zwar unermesslich sein. Aber ein Sünder muss ihn auch nutzen wollen. Gnade, die nicht angenommen und abgelehnt wird, kann nichts bewirken. Im Gegenteil, sie nicht (oder falsch) zu nutzen, kann uns zum Verhängnis werden.

Die Sünden enden zeitlich, sagst du. Wie oft haben sie auf Generationen Auswirkungen?

Gottes Gerechtigkeit und die Auswirkungen von Sünden sollte man nicht unterschätzen. Das ist sehr leichtsinnig.

Die Höllenstrafe ist auch zeitlich nicht begrenzt.
 
hansfeuerstein 07.02.2025 17:27
Es sollten halt wirklich auch echte Heilige sein. Jemanden, der politisch gerade ins Konzept passt zu Heiligen zu erklären, ist eine ganz schlechte Idee. Man sollte die alten Regularien dafür einhalten.
 
(Nutzer gelöscht) 07.02.2025 18:38
Ich denke das hat auch was mit den Worten " Sammelt euch Schätze im Himmel " zu tun - diese Schätze sind unvergänglich und unerschöpflich .
So sehe ich die Gnadenschätze der Heiligen an .

In Wikipedia steht :

In diesem wunderbaren Austausch komme die Heiligkeit des einen den anderen zugute, und zwar mehr, als die Sünde des einen dem anderen schaden könne. „So ermöglicht die Inanspruchnahme der Gemeinschaft der Heiligen dem reuigen Sünder, daß er von den Sündenstrafen früher und wirksamer geläutert wird.“[6][7]

Neben dem Empfang des Bußsakramentes und der Gewinnung von Ablässen, auch für die Verstorbenen, stelle der Gnadenschatz „einen anderen Weg“ dar, den der Gläubige „in der Gnadengemeinschaft der Kirche zusätzlich beschreiten“ könne.[8

Cherub
 
Miri21 07.02.2025 22:46
Wie können wir uns dann unvergängliche Schätze im Himmel sammeln? 

Indem wir freigebig und genügsam werden. Denn nicht der Besitz ist unser Feind, sondern die Unersättlichkeit, die Habgier (1Tim 6,6-10). Unser Gott ist ein freigebiger Gott. Sind wir es auch? 
Prüfstein: „Wenn Du etwas besitzt, das Du nicht weggeben kannst, besitzt Du es nicht – sondern es besitzt Dich!“

Das Gebet und die Gnadenschätze der Kirche und der Heiligen kommen allen zu Gute um die triumphierende Kirche nachzuahmen, der streitenden Kirche auf Erden zu helfen und die leidende Kirche im Fegfeuer zu unterstützen.

Ich habe mal gehört, wenn man die Heiligen z.B. den Heiligen Josef um seine Fürsprache bei Gott bittet und er kann uns dadurch helfen und uns näher zu Gott bringen, erhöht das nochmals seine Glorie im Himmel und der ganze Himmel freut sich über jede Seele, die ihr ewiges Ziel erreicht.

Die meisten Heiligen entstammen dem römisch-katholischen Kirchenumfeld und sind für den einen eine Lebenshilfe, so wie der Heilige Antonius von Padua, der beim Auffinden von verlorengegangenen Gegenständen hilft, für den anderen Beschützer vor lebensbehindernden oder auch lebensbedrohenden Ereignissen wie Krankheit, Feuer oder Wassernot. 

Auch viele Berufsgruppen, Städte und Länder haben ihren eigenen Schutzpatron, der wie das Wort schon sagt, beschützen und Unheil fernhalten soll.

Ich wusste auch bisher nicht, dass sogar Hunde 🐕 oder Hühner 🐔 ihre Patrone haben, wobei ich keinen Schutzpatron für Katzen 🐱 gefunden habe. Aber vielleicht braucht eine Katze auch keinen, weil sie sieben Leben hat. 😉

Wer sich unter den Schutzpatrone mal umsehen möchte und nach Helfern sucht:

https://www.code-knacker.de/patrone.htm

Oder

https://kath-zdw.ch/maria/fuersprecher.html
 
Miri21 08.02.2025 13:29
Wege zur Heiligkeit

Es gibt so viele Wege zu Gott, wie es Menschen gibt, hat Papst Benedikt XVI. einmal in einem Interview gesagt. Das ist wichtig im Hinblick auf die vielen Heiligen, die wir heute feiern und im Hinblick auf die Frage, wie denn unser ganz persönlicher Weg der Heiligkeit aussehen kann. Wenn wir Heilige als Vorbild nehmen, geht es nicht darum, einen Heiligen zu kopieren. Keiner von uns muss ein heiliger Franziskus oder eine heilige Elisabeth, ein heiliger Martin oder ein heiliger Nikolaus werden. Wenn ich den Satz des Papstes ernst nehme, geht es darum, dass ich meinen ganz eigenen Weg der Heiligkeit gehe. Von der hl. Birgitta von Schweden gibt es ein schönes kurzes Gebet, das dies ausdrückt: „Herr, zeige mir den Weg, den du für mich vorgesehen hast und mache mich bereit, ihn zu gehen.“ Jeder Mensch muss seinen Weg der Heiligkeit finden und gehen.
 
Sherezade 08.02.2025 22:33
Ein paar Worte aus evangelischer Sicht...
Finde es gut, dass Miri die Unterschiede zwischen adoratio und veneratio klar darstellt... zur Zeit der Reformation war dies nicht so... gibt es sicher teilweise auch im Heute... nenne es mal "Volksfrömmigkeit"...
Dennoch  gibt es in den protestantischen Kirchen keine Heiligenvehrung wie bei Euch römisch-katholischen Glaubensgeschwistern...

Wir sind da mit Artikel 21  der CA unterwegs...

"Vom Heiligendienst wird von den Unseren so gelehrt, daß man der Heiligen gedenken soll, damit wir unseren Glauben stärken, wenn wir sehen, wie ihnen Gnade widerfahren und auch wie ihnen durch den Glauben geholfen worden ist; außerdem soll man sich an ihren guten Werken ein Beispiel nehmen, ein jeder in seinem Beruf. Aus der Hl. Schrift kann man aber nicht beweisen, daß man die Heiligen anrufen oder Hilfe bei ihnen suchen soll. "Denn es ist nur ein einziger Versöhner und Mittler gesetzt zwischen Gott und den Menschen, Jesus Christus" (1.Tim 2,5). Er ist der einzige Heiland, der einzige Hohepriester, Gnadenstuhl und Fürsprecher vor Gott (Röm 8,34). Und er allein hat zugesagt, daß er unser Gebet erhören will. Nach der Hl. Schrift ist das auch der höchste Gottesdienst, daß man diesen Jesus Christus in allen Nöten und Anliegen von Herzen sucht und anruft: "Wenn jemand sündigt, haben wir einen Fürsprecher bei Gott, der gerecht ist, Jesus" ( 1. Joh 2,1) usw."


Und nun wird es komplexer..bedeutet natürlich,nicht, dass es keine Heilige im Himmel gibt...steht ja auch in  der Schrift, dass der Himmel nicht leer ist... jedoch sind diese Personen nicht namentlich bekannt... außer bei den biblischen Beispielen...
Ein weiterer Grund warum wir hinter unseren Bekenntnistexten stehen...es ist jedoch kein Raum zu despektierlichen Aussagen über Maria und andere besondere Menschen...so ein Reformator hat auch nie einfach Petrus oder Paulus geschrieben... immer der Heilige Petrus und der Heilige Paulus etc...Luther und Zwingli ware doch eh Fans von Maria...


Die Aussagen vom Miri über die Märtyrer sind richtig... jedoch möchte ich erwähnen, dass es schon in der Alten Kirche Probleme mit Volksfrömmigkeit gab..deshalb gab es zu Beginn des 4.Jhd einen Synodenbeschluss, dass man des Nächtens nicht auf  Märtyergräbern  rumhängen solle....ähnliches Problem gab es mit Engelverehrung und Reliquien... eine Mischung aus christlicher Volksfrömmigkeit und paganen Elementen... dazu schrieb schon Ignatius...
 
Miri21 08.02.2025 23:34
So ein Heiligsprechung Prozess ist langwierig.

Phasen eines Heiligsprechungsprozesses


Erster Schritt
Diener Gottes

– Der Diözesanbischof und der Postulator der Causa bitten darum, den Heiligsprechungsprozess einzuleiten und dem Heiligen Stuhl einen Bericht über das Leben und die Tugenden der betreffenden Person vorzulegen.

– Der Heilige Stuhl prüft durch die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse den Bericht und erlässt ein Dekret, das erklärt, dass der Sache nichts im Wege steht – Dekret Nihil obstat. Dieses Dekret ist die offizielle Antwort des Heiligen Stuhls an die Diözesanbehörden, die darum gebeten haben, den kanonischen Prozess einzuleiten.

– Nachdem das Dekret Nihil obstat erhalten ist, promulgiert der Diözesanbischof das Einführungsdekret für die Sache des nun so genannten Diener Gottes.


Zweiter Schritt
Ehrwürdig

Er besteht aus den folgenden Stufen:

– Prozess über das Leben und die Tugenden des Dieners Gottes

Ein vom Bischof eingesetztes Gericht nimmt die Zeugnisse von Menschen entgegen, die den Diener Gottes gekannt haben.

– Ablauf des Schreibens

Der Relator der Causa, der von der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse ernannt wird, bereitet das Dokument mit dem Namen Positio vor.

– Diskussion über die Positio

– Dekret des Heiligen Vaters.

Wenn die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse die Positio genehmigt, erlässt der Heilige Vater das Dekret über heroische Tugenden. Der ehemalige Diener Gottes gilt dann als verehrungswürdig.


Dritter Schritt
Selig

Der erste Schritt besteht darin, den Ehrwürdigen der Gemeinschaft als Lebensvorbild und Fürsprecher vor Gott zu zeigen. Folgendes muss vor der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse nachgewiesen werden:

– der Ruf des Ehrwürdigen für seine Heiligkeit,

– das Wirken eines Wunders.

In der zweiten Phase untersucht die Kongregation für die Heiligsprechungsprozesse das vorgelegte Wunder.

In der dritten Stufe und mit den vorangegangenen Vorarbeiten genehmigt der Heilige Vater das Dekret der Seligsprechung.

In der vierten Etappe bestimmt der Heilige Vater das Datum der liturgischen Feier.

Der fünfte Schritt ist die Seligsprechungsfeier.


Vierter Schritt
Der Heiligsprechung
 
– Die erste Stufe besteht aus der Zulassung eines zweiten Wunders.

– In der zweiten Etappe untersucht die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse das zweite vorgestellte Wunder. Dieses muss zu einem Zeitpunkt nach der Seligsprechung stattgefunden haben.

– In der dritten Stufe genehmigt der Heilige Vater das Dekret der Heiligsprechung.

– In der vierten Etappe findet das ordentliche öffentliche Konsistorium statt, das vom Heiligen Vater einberufen wird. Er bestimmt dann das Datum der Heili
gsprechung.

– Die letzte Etappe ist die Heiligsprechungsfeier.
 
Miri21 08.02.2025 23:49
Die Massstäbe, die der Vatikan an möglicherweise wundersame Ereignisse anlegt, sind recht hoch und werden immer restriktiver. Heute kommen fast nur unerklärliche Heilungen in Frage.

Seit 1917 müssen sogar zuerst zwei Mediziner ein mutmassliches Wunder positiv beurteilen, erst danach geht die Akte auch an die Theologen. Papst Pius XII. richtete 1948 eine medizinische Kommission für die Wunder-Anerkennung ein. Diese muss bestätigen, dass ein mutmassliches Wunder wissenschaftlich nicht zu erklären sei. Für die Anerkennung eines Heilungswunders sind sieben Kriterien erforderlich. Diese gehen im Wesentlichen auf Papst Benedikt XIV. (1675-1758) zurück:

- Es muss sich um eine schwere Krankheit handeln, die unmöglich oder wenigstens schwierig zu heilen ist.
- Die geheilte Krankheit darf nicht schon im Abklingen sein, so dass sie kurz nach der Heilung sowieso verschwunden wäre.
- Es darf keine Arznei verabreicht worden sein. Wenn Medikamente angewandt wurden, muss deren Wirkungslosigkeit bestätigt worden sein.
- Die Heilung muss sich plötzlich und augenblicklich vollziehen.
- Die Heilung muss vollkommen sein.
- Es darf vorher unter Einfluss eines bestimmten Mittels oder zu gewohnter Stunde keine unvermutete Krise eingetreten sein; in diesem Falle könnte man nicht sagen, dass die Heilung wunderbar, sondern nur, dass sie ganz oder teilweise natürlich erklärbar ist.
- Nach der Heilung darf kein Rückfall der geheilten Krankheit eingetreten sein.
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