9/11 Gedenken & Rückschau von Henryk Broder
Heute vor 20 Jahren wurden bei 9/11 3000 Amerikaner ermordet. Es war der Startschuss einer unglaublichen Serie von Terroranschlägen, Kriegsverbrechen, Hass und Vorurteilen gegen den Westen, die bis heute anhält.
Das Schlimmste sind jedoch nicht die Anschläge, sondern die Schadenfreude, die Verharmlosung, die Verschwörungstheorien und die Begeisterung über Al Quaeda, Taliban & IS, die sich in WDR, ARD & ZDF, deutschen Feuilletons & Zeitungen damals wie heute austobt:
https://www.achgut.com/artikel/9_11_20_jahre_spaeter
https://www.welt.de/politik/specials/911/article13597726/Ein-Abgrund-aus-Infamie-und-Schadenfreude.html
Zitat:
"Ein Rückblick aus gegebenem Anlass. Vor 20 Jahren war es ein bekannter Moraltheologe, der Terror als „Ersatzsprache der Gewalt“ verharmloste, heute ist von den „neuen Taliban“ die Rede, denen man helfen müsse, in Afghanistan wieder Ordnung herzustellen. "
Bereits fünf Tage nach 9/11, am 16. September 2001, hatte der Komponist Karlheinz Stockhausen die Anschläge als "das größte Kunstwerk, was es je gegeben hat" , bezeichnet.
"Für ihn "wird der 11. September 2001 bleiben als die Geburtsstunde der bemannten fliegenden Architekturkritik". Und: "Das Ingenieurbüro bin Laden & Erben könnte weiterhin viel zur Verschönerung der Welt beitragen."
"Hinter der Fassade aus Mitgefühl und Trauer lauert ein Abgrund aus Infamie und Schadenfreude."
Zitat:
"Aber der Ton hat sich inzwischen auch im medialen Mainstream festgesetzt. Im Kulturmagazin der ARD, „ttt", war vor kurzem die wohlwollende Rezension eines verschwörungstheoretischen Buches zu sehen, dessen einschlägig vorbelastetem Autor bescheinigt wurde, er würde nur "kritische Fragen" stellen."
"Letzten Donnerstag kam Roger Willemsen in der "kulturzeit" auf 3sat zu Wort. Der immer elegant gekleidete und sorgfältig frisierte Publizist sagte dabei unter anderem, "das ganze Ereignis ist erst hinterher gemacht worden", 9/11 bestünde "aus allen Interpretationen, die später kamen"."