Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet..von Spurgeon

Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet..von Spurgeon
Ohne Zweifel ist ein Teil der Verwunderung, die sich in dem Worte ,,Siehe" kundgibt, durch die ungläubige Klage des vorausgehenden Ausspruchs veranlaßt. Zion sprach: ,,Der Herr hat mich verlassen, der Herr hat meiner vergessen." Wie scheint das göttliche Gemüt ob solchem bösem Unglauben sich so sehr zu entsetzen! Was kann's auch Befremdenderes geben als die grundlosen Zweifel und Befürchtungen der Lieblinge Gottes? Das liebevolle Strafwort des Herrn sollte uns tief beschämen; Er ruft aus: ,,Wie kann ich dich doch vergessen haben, dieweil ich dich habe in meine Hände gezeichnet? Wie darfst du noch zweifeln, daß ich unaufhörlich deiner eingedenk sei, wenn der Denkbrief in mein Fleisch eingegraben ist?" O Unglaube, was bist du doch für ein unbegreifliches, erstaunliches Ding! Ich weiß nicht, worüber ich mich mehr verwundern soll, ob über die Treue Gottes oder über den Unglauben seines Volkes. Er hält seine Verheißung zum tausendsten mal, und doch zweifeln wir bei der nächsten Anfechtung wieder an Ihm. Er versagt seine Hilfe nie; Er ist nie ein versiegter Born; Er ist nie eine untergehende Sonne; Er ist nie eine verglimmende Lichterscheinung, nie ein verschwindender Nebel; und doch lassen wir uns beständig von jeder Sorge in Angst versetzen, lassen uns zu zweifelndem Verdacht hinreißen, lassen uns von Befürchtungen verwirren, als ob unser Gott ein bloßes Luftbild der Wüste wäre. ,,Siehe", das ist ein Wort, das unsre Bewunderung erwecken soll. Ja, wahrlich, hier ist Ursache, zum höchsten Erstaunen. Himmel und Erde dürfen wohl voller Verwunderung sein, daß Empörern eine so große Gnade zuteil wird und sie so nahe zum Herzen der unendlichen Liebe gezogen und in ihre Hände gezeichnet werden. ,,Ich habe dich gezeichnet." Es heißt nicht: ,,Deinen Namen." Der Name steht wohl da, aber das ist nicht alles: ,,Ich habe dich gezeichnet." Siehe und betrachte diese Fülle! Ich habe deine Person, dein Bild, dein Anliegen, deine Verhältnisse, deine Sünden, deine Versuchungen, deine Schwachheiten, deine Bedürfnisse, deine Werke eingegraben; ich habe dich gezeichnet, alles, was dich angeht, alles, was dich berührt; ich habe dich ganz hierher gesetzt. Willst du nun je wieder sagen, daß dich dein Gott verlassen habe, wenn Er dich in seine eignen Hände gezeichnet hat?

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