Mut in den Stürmen des Lebens
Diesen Blog eröffne und schreibe ich zur Ermutigung der Leser
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Anlass dazu gab mir eine Christin, etwas Mitte 30, die sich seit Jahren in einer schwierigen Lebenssituation befindet und mir ihre Not mitteilte.
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Glücklichsein, Lebensfreude haben etwas mit der Frage zu tun: Lebe ich gemäß meiner Talente?
Wir geraten immer wieder in problematische Situationen. Die Frage lautet nicht: Warum ist das so? (Diese Frage führt uns in die Theologie/Philosophie ... ist auch interessant, aber nicht heute)
Die Frage lautet: Wie gehen wir damit um?
Zunächst reagieren "wir" emotional. Das ist normal, denn Emotionen sind immer schneller als die Gedanken. Damit meine ich, wir sind nicht Opfer unserer Emotionen sondern wir wählen unsere Emotionen aus, mit denen wir angesichts eines Problems reagieren. Vielleicht wählen "wir" heute eine bestimmte Emotion aus, weil "wir" irgendwann das so gelernt haben oder es hat sich aus irgendeinem Grund früher mal so ergeben. Aber "wir" haben heute diese Emotion unbewusst ausgewählt, weil "wir" nicht darüber nachdenken, was "wir" wählen und es ist uns nicht mehr bewusst, dass "wir" unsere Emotionen ebenso wählen können, wie "wir" uns entscheiden, worüber "wir" nachdenken oder was "wir" tun wollen.
Gefühle der Angst und des Aufgeregtseins verhindern das ruhige Nachdenken und das gelassene Arbeiten an der Lösung.
Das Ideal ist (in meinen Augen) große innere Ruhe und Gelassenheit, egal welches Problem vor mir steht. Denn wenn ich innere Ruhe habe und gelassen bleibe, kann ich am besten über Probleme und ihre Lösungen nachdenken.
Im AT wird berichtet, dass innere Ruhe ein Geschenk ist, welches Gott uns anbietet. Jedoch: Wenn Menschen etwas Böses taten, sollten sie nicht zur Ruhe kommen. Das Gefühl zu haben, sich niemals entspannen zu können, ist wie ein Fluch. Man kann sich nie entscheiden, "jetzt einfach zu chillen."
Wenn ich von keiner Sünde weiß, die heute meine Beziehung zu Gott verschlechtert und wenn ich Jesus nachfolge, wenn ER mir wichtig ist, dann - so meine Überzeugung - gilt der Fluch nicht mir.
Und umgekehrt wird den Menschen Ruhe versprochen, denen Gott wichtig ist und die seine Gebote halten.
Wer an Jesus Christus glaubt, so das NT, dem wird Ruhe geschenkt. (Zusage in Hebräer 4,1)
Damit ist sicher nicht (nur) eine Vertröstung auf die Zeit im Paradies gemeint, sondern auch eine Ruhe für unser Hier und Jetzt. Selbst während der Arbeit oder mitten im Problem können wir völlig ruhig und gelassen bleiben.
Ich habe das schon erlebt, als ich 5 oder 6 Jahre alt war. Damals gab es noch keine Sicherheitsvorrichtungen
für elektrische Lampen. Meine Mutter wollte eine Birne aus einer Tischlampe drehen und berührte dabei die Fassung. Sie konnte kein Wort sprechen und zitterte am ganzen Körper. Ich wurde aufmerksam und ging nicht zu meiner Mutter, um sie zu beruhigen, sondern ich ging zur Wand und zog den Stecker aus der Steckdose.
Daran erkenne ich heute in der Rückschau, dass Gott die Ruhe schenkt, die ich brauche, um ganz besonnen zu handeln. Es entspricht meiner Erfahrung, dass sogar der Sturm/das Problem dazu dienen kann, dass ich besonders ruhig und besonnen bleibe. Je mehr Stürme ich mit Jesus durchlebe, um so mehr stabilisiert sich meine innere Ruhe.
Wenn wir in einem Sturm (des Lebens) stecken, dann fragen wir oft: Wie lange dauert der Sturm noch? Hört er auch mal auf?
Wie sollen wir uns in einem Sturm verhalten? Jesus war immer erstaunlich entspannt. (Matth.8, Sturm auf dem See Genezareth.) Der See Genezareth liegt ca. 200m unter der Erde, wie in einer Schüssel. Und wenn ein Sturm tobte, hatte man den Eindruck, dass der Wind von allen Seiten kommt.
Damals gab es die kosmologische Vorstellung, dass die Welt wie ein Sandwich aufgebaut ist: Oben der Himmel über der Erde, dann die Erde auf der wir leben. Und das Wasser unter der Erde war die Trennwand zur Unterwelt, zur Hölle. Diese Sicht verstärkte die Ängste, wenn man auf dem See war und ein Sturm tobte. Dazu kam die Tatsache, dass die meisten Fischer nicht schwimmen konnten. Als die Jünger mit Jesus auf dem See waren, kam so ein Sturm. Und was machte Jesus? Er machte ein Nickerchen. Ist das nicht irgendwie erstaunlich, in welchen Situationen Jesus gelassen bleiben und einfach chillen konnte? Darin sehe auch eine gewisse Zusage an uns, dass wir - wenn wir Jesus ähnlich werden - ebenfalls seine Charakter-eigenschaften "erben".
Eine Frucht des Glaubens ist innere Ruhe.
Die Jünger im Boot während des Sturms weckten Jesus ganz aufgeregt. Und Jesus sagte "oh, ihr Kleingläubigen". Und dann befiehlt er dem Wind und den Wellen. Daraus lernten die Jünger: Ein Boot, in dem sich Jesus befindet, kann nicht sinken.
Wenn uns dies bewußt ist, können wir gelassen bleiben. Wir werden aus dem Sturm herauskommen, stärker und gelassener, freundlicher, mitfühlender - als wir je gewesen sind.
Die Absicht des Seelenfeindes ist es, uns zu dummen Entscheidungen zu verleiten und unüberlegt zu handeln, dass wir z.B. etwas sagen, was wir hinterher bereuen.
Ich denke nicht, dass es Gott ist, der uns immer Stürme schickt. Aber ich glaube, dass ER uns durch jeden Sturm hindurchbegleitet. Das deckt sich auch mit meiner Erfahrung. Mir hilft dabei, dass ich mich mit Gottes Wort auseinandersetze und im Gebet Zuflucht bei Gott suche.
Manchmal erscheint es mir so, als ob mich Gott direkt in ein Problem hineinträgt. Das war bei mir der Fall, als ich Angst vor einer Entscheidung hatte. Und dann geschah es. Ich hatte keine Wahl mehr. Andere Menschen trafen eine Entscheidung gegen mich und ich geriet in genau die Situation, die ich befürchtet und vor der ich mich gedrückt hatte.
Ich hörte einen Erlebnisbericht: Ein Vater trug seinen 5 jährigen Sohn, der Angst vor den Wellen hatte, in das Meer. Und der Sohn machte die Erfahrung, dass er nicht ertrank. Viele Jahre später war der Sohn selbst Vater geworden und hatte eine kleine Tochter. Diese wollte auch im Meer baden, jedoch hatte sie einen großen Respekt vor den Wellen und bat den Vater, sie ins Meer zu begleiten. Als der Vater mit seiner Tochter Hand in Hand in den Wellen stand, dachte er an seine Kindheit zurück - nur eben kamen ihm die Wellen jetzt sehr klein vor. Der Grund: Er war gewachsen.
Vertraue Gott. Er ist groß und stärker als die Wellen. Dir wird nichts passieren.
Geistliche Reife und Authorität bedeuten darauf zu vertrauen, dass Gott in und durch uns mächtig ist.
Ich denke nicht, dass es Gott immer darum geht, unsere Situation zu verbessern. Aber ich denke, dass es IHM immer darum geht, uns zu verbessern. Und dafür ist die Erfahrung, die wir durch Stürme machen, ein gutes Mittel.
Zuhören können ist ein Lernprozess. Jeder Tag ist ein besonderer Tag.
dankbar zu sein, das gibt auch Mut.
Verbessern ist immer eine Option😊 Coolness zu lernen, da sind wir halt verschieden...