➡️➡️ Gesetz und Evangelium
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"It is written..." mit der Schlachterübersetzung 2000 und dem Bibellexikon von Fritz Rienecker und Gerhard Maier und einer Konkordanz vom 15.02.2016
Gesetz und Evangelium
A]
1.
Die Auseinandersetzung Jesus mit den Vertretern der alt-testamentlichen Gesetzesfrömmigkeit scheint in der Kirchengeschichte immer wieder vertretene Meinungen zu bestätigen, daß mit der Errichtung des Neuen Bundes der Alte Bund abgelöst und ausgeschaltet sei. Die Furcht Gottes verschwand und damit ging auch die Achtung vor dem Recht und Gottes vergeltender Gerechtigkeit verloren.
2.
Man erkannte, daß die im Gesetz ausgesprochene Forderung Gottes durchaus nicht abgetane Forderung war, zu der man diese degradiert hatte.
Die Verkündigung des totalen Anspruchs des heiligen und unentrinnbaren Gottes auf unser Leben.
(Apostelgeschichte 17, 27 ff, Römer 2, 1) mußte wieder aufgenommen werden.
Das Gesetz konnte nicht einfach vom Evangelium abgelöst werden, beides gehört zusammen.
Jesus selber, der BRINGER des Evangliums, ward „unter das Gesetz getan“ (Galater 4, 4). Er forderte in der Bergpredigt die Erfüllung des alt-testamentlichen Gesetzes (Matthäus 5, 17-20).
In der großen Versuchung (Matthäus Kapitel 4) hielt er sich an das „du sollst“ Gottes. Sein ganzes Leben bis zum Kreuz auf Golgatha war die Verkörperung des Totalitätsanspruches Gottes an diese Welt und uns.
3.
Die Schwierigkeit lag im Verhältnis des Gesetzes zum Evanglium. Bei der Bestimmung dieses Verhätnisses wechselte nicht nur die Betonung sondern es standen sich grundsätzliche Auffassungen gegenüber.
Während die einen das Gesetz auch als einen Heilsweg verstanden, sagten andere, es gäbe nur eine Tür zu Gott: die Gnade (Römer 2, 21 ff).
Dritte meinten, daß ein Zusammenwirken von Gesetz und Evangelium, von Werk und Gnade der Weg zur Rechtfertigung sei.
B]
1.
Obwohl die Bibel das Gesetz einen Zuchtmeister auf Christus hin (Galater 3, 24), Versucher und Richter nennt (2. Mose 15, 25; Römer 7, 7), kann man das Verhältnis des Gesetzes zum Evanglium nicht einfach als entgegengesetztes, negatives bestimmen (Matthäus 5, 17; Römer 3, 31).
Die Schrift bezeugt, daß mit der Offenbarung am Sinai etwas Einmaliges in der Heilsgeschichte eingetreten ist (Galater 3, 17). Mit der Gabe des Gesetzes erhielten Welt und Geschichte einen Mittelpunkt, um den sich alle Gebiete des Lebens drehen.
2.
Die Bibel kennzeichnet jedoch ebenso, dass mit dem Neuen Testament Gegebene (Johannes 13, 34) als eines allen wendenden Einschnitt.
Über die Anderartigkeit des NT lassen uns weder Paulus in seinem Ringen um das Gesetz (Römer 10, 4; Galater 3, 10) noch der Hebräerbrief in seinem Bewußtsein um die Besonderheit Jesus (Hebräer 1, 2 ff; 3, 3 ff; 7, 11 ff., 12, 18 ff) im Unklaren.
Die große Wandlung besteht darin, daß Gott selbst eingegriffen, alle Zwischeninstanzen zwischen sich und dem Menschen ausgeschaltet hat (Römer 5, 20) und ihn unter seine persönliche Leitung stellt (vgl. Hesekiel 34, 11 ff.; Sacharija 10, 3).
Das was in Israel angelegt war, ist nun wesenhaft, unmittelbar da durch Jesus Christus, den Sohn des fordernden Gottes. In Ihm zeigt Gott den Menschen sein liebendes Herz. Er hat sich vom Richterthron für uns auf die Sünderbank gesetzt und unsere Schuld vor dem Gesetz am Kreuz getragen.
Er hat das von außen auf uns zukommende Gesetz in uns hineinversenkt (Jeremia 31, 33) und lebt in den Erlösten (aus gott geborenen Christen) als der „Christus in uns“ (Kolosser 1, 27). Damit ist auch die Stellung des Christen zum Gesetz grundsätzlich verändert. Das Gesetz ist Mensch und Liebe geworden, es ist „in Christus Jesus erfüllt“.
Seine Gemeinde (Braut) darf nun im Gesetz Christi (1. Korinther 9, 21), in Niedrigkeit, Demut und Dienst leben, und Jesus erfüllt und verwirklicht sein Gesetz durch den Glauben in ihr (Römer 8, 4).
Statt zu befehlen und zu drohen, wird die Gemeinde jedoch zeugen und bitten (Johannes 12, 26: 13, 15 f., 1. Korinther 4, 12 f. . 2. Kor. 5, 20, Offenbarung 14, 4).
Die Diener dieses Bundes kommen einer gerichtsreifen Welt mit dem Angebot der Versöhnung entgegen und predigen nicht mehr menschliche Moral.
Anstelle des Gesetzes legen sie den Belasteten das sanfte Joch Christi auf (Matthäus 11, 30). Sanftmütig und demütig verkünden sie die Freiheit (Johannes 8, 36), zu der „ihr Herr“ sie berufen hat und das neue Gesetz des Geistes (Römer 3, 27; 8, 2) und seine Freiheit (Galater 6, 2,;
Jakobus 1, 25; 2, 12)
3)
Nur in Verbindung mit diesem Gesetz des Neuen Bundes sind die Aussagen von der Besonderheit des Gesetzes des alten Bundes und seiner Gültigkeit zu sehen und zu verkündigen.
Vom Gesetz sollten Christen nur sprechen, wenn sie zugleich die Tür zeigen, die aus dem Gefängnis der Sünde in die Gemeinschaft mit dem Gott der Gnade führt.
Fazit:
Das Gesetz ist die Norm allen Rechts, aller Ordnungen der Völker, die die zerfallene Welt zusammenhält. Jedes bürgerliche Gesetz hat an den Zehn Geboten einen letzten Maßstab.
Das Gesetz ist
Vorbereitung des Evangeliums
Richter der Sünder ( 1. Timotheus 1, 8-10) und
Zuchtmeister auf Christus hin (Galater 3, 24)
Das Gesetz bleibt auch für die Jünger Jesus immer wieder Hilfe, Wegweisung und Warnung vor falscher Freiheit (Römer 6, 1; 1. Kor. 3, 21- 23; 1. Petrus 2, 15-17).
Als Heilsweg kann das Gesetz jedoch nicht gelten und die Gemeinde (Leib) muß in aller Leidenschaftlichkeit darüber wachen, daß es nicht als solcher in der Gemeinde verkündet wird.
><>Denn das Gesetz des Alten Bundes tötet, erst das des Geistes macht lebendig<><
(2. Korinther 3, 7 f).
Psalm 119: ...Lehre mich rechte Einsicht und Erkenntnis... Erst irrte ich, nun aber befolge ich dein Wort. Lehre mich deine Anweisungen... Die Hochmütigen haben Lügen gegen mich erdichtet; ich aber befolge von ganzem Herzen deine Befehle. Ihr Herz ist stumpf wie von Fett; doch ich habe meine Wonne an deinem Gesetz.
Ich empfehle, Psalm 119 ganz und in Ruhe zu lesen. Ein Lobpreis auf Gottes Gesetz, ewig gültig und zum Wohle der Menschen gegeben.
Zum Verständnis der Briefe des Paulus gibt es ausführliche Videos über das 'Pauline Paradox' von 119Ministries. Sehr gut verständlich an Bibelstellen erklärt.