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Tagesheiliger, 4. November: KARL BORROMÄUS

Tagesheiliger, 4. November: KARL BORROMÄUS


Portrait von Giovanni Ambrogio Figino (1548–1608)
Erzbischof
Namensdeutung: der Tüchtige, der Freie (althochdeutsch)
Namenstage: Karl, Charles, Carlo, Karel, Karol, weibl.: Karla, Karola, Charlotte, Karlotta, Lotti
Gedenktag: 4. November
Lebensdaten: geboren am 2. Oktober 1538 bei Arona, gestorben am 3. November 1584 in Mailand

Lebensgeschichte: Carlo Borromeo gehörte als Sohn des Grafen von Arona und einer Medici dem lombardischen Hochadel an. Mit neun Jahren per Tonsur in den Klerikerstand aufgenommen, wurde er bis zu seinem 21. Lebensjahr Kommendatarabt von insgesamt neun Klöstern, wobei er den Großteil seiner Einnahmen an die Armen weitergab. Sein Studium des kirchlichen und weltlichen Rechts in Pavia, das ihm anfänglich Schwierigkeiten bereitete, absolvierte er schließlich so bravourös, dass ihn sein Onkel Papst Pius IV. 1559 nach Rom berief. Karl erwarb sich als Geheimsekretär, Referendar des päpstlichen Hofes (den er zum Tragen dunkler Gewänder bewog) und später als Kardinaldiakon große Verdienste bei der Verwaltung des Kirchenstaats und besonders bei der Organisation und Durchführung des Konzils von Trient.

Als 1562 sein älterer Bruder Federico starb und Karl sich entscheiden musste, ob er der Familie durch Heirat und Nachkommen dienen oder der Kirche verbunden bleiben wollte, wählte er das Priestertum. 1565 wurde er Erzbischof von Mailand und nahm eine Diözese in Besitz, die seit 80 Jahren keinen residierenden Bischof mehr gesehen hatte. Karl erneuerte das innerlich wie äußerlich ruinierte Bistum gegen alle Widerstände – sogar ein Attentat wurde auf ihn verübt. Eben erst noch der Inbegriff des Nepotismus, erwies sich Karl als beispielhafter Bischof, indem er für eine ordentliche Ausbildung des Klerus sorgte, die allerersten Seminare nach den Maßgaben des Konzils errichtete, die Konzilsbeschlüsse selbst durch mehrere Synoden umsetzte und durch eigene Bescheidenheit und Frömmigkeit als Vorbild wirkte.

Der Erzbischof bereiste ununterbrochen das Bistumsgebiet, wobei er reformatorische Anwandlungen besonders in den Grenzgebieten zur Schweiz energisch unterband. Bei einer großen Pestepidemie 1576 ging er barfuß einer Prozession voran, weswegen er nach dem plötzlichen Verschwinden der Seuche sofort als Heiliger galt. Karl selbst lebte in dieser Zeit fast nur von Wasser und Brot. Sein unermüdlicher Einsatz kostete ihn seine Gesundheit und schließlich sein Leben. Mit den Worten „Herr, siehe, ich komme“ starb er mit 46 Jahren an einem Fieberanfall.

Verehrung: Massen von Menschen gaben ihrem Erzbischof das letzte Geleit, als er in der Krypta des Mailänder Doms beigesetzt wurde, wo er bis heute verehrt wird. 1602 für selig erklärt, wurde er 1610 heiliggesprochen. Ab 1624 ließ sein Vetter Federico Borromeo in Arona eine Kolossalstatue aufstellen, den Sancarlone, bis zur Freiheitsstatue von New York 1886 die größte von innen begehbare Statue. 1713 wurde in Wien die Karlskirche eingeweiht. 1845 wurde der Borromäusverein zur katholischen Volksbildung gegründet. Weltweit tragen Priesterseminare den Namen des Mailänder Erzbischofs.

Darstellung: als Kardinal mit Geißel, Kreuz oder Totenkopf

Patron: der Lombardei, des Tessins und des Bistums Lugano, der Priesterseminare und als Helfer gegen die Pest

 

Weitere Heilige des Tages:
Franziska von Amboise, Priorin
Vitalis und Agricola, Märtyrer
https://www2.bistum-augsburg.de/heilige-des-tages/kalender

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Tageslesung
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulusan die Philipper
Phil 2, 12–18

Meine Geliebten, – ihr wart ja immer gehorsam, nicht nur in meiner Gegenwart, sondern noch viel mehr jetzt in meiner Abwesenheit –: Wirkt mit Furcht und Zittern euer Heil!
Denn Gott ist es, der in euch das Wollen und das Vollbringen bewirkt zu seinem Wohlgefallen.
Tut alles ohne Murren und Bedenken, damit ihr rein und ohne Tadel seid, Kinder Gottes ohne Makel mitten in einer verkehrten und verwirrten Generation, unter der ihr als Lichter in der Welt leuchtet!
Haltet fest am Wort des Lebens, mir zum Ruhm für den Tag Christi, damit ich nicht vergeblich gelaufen bin oder mich umsonst abgemüht habe!
Doch wenn auch mein Leben dargebracht wird zusammen mit dem Opfer und Gottesdienst eures Glaubens, freue ich mich und freue mich mit euch allen.
Ebenso freut auch ihr euch und freut euch mit mir!

Evangelium vom Tag
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 14, 25–33

In jener Zeit begleiteten viele Menschen Jesus; da wandte er sich an sie und sagte: Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern,ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.
Wer nicht sein Kreuz trägt und hinter mir hergeht, der kann nicht mein Jünger sein.
Denn wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und berechnet die Kosten, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen?
Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertigstellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen.
Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt?
Kann er es nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden.
Ebenso kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.

Worte der Päpste
Jesus spricht im Evangelium von einem Projekt, an dem man bis zum Ende festhalten muss. Er sagt: „Wer nicht sein Kreuz trägt und hinter mir hergeht, kann nicht mein Jünger sein“ (Lk 14,27); und weiter: „Keiner von euch kann mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet“ (V. 33). Er ruft uns auf, uns ohne Zögern in das Abenteuer zu stürzen, das er uns vorschlägt, mit der Intelligenz und der Kraft, die von seinem Geist kommen und die wir in dem Maße annehmen können, in dem wir uns von uns selbst, von den Dingen und Ideen, an denen wir hängen, befreien, um auf sein Wort zu hören.
So viele junge Menschen standen im Laufe der Jahrhunderte an diesem Scheideweg in ihrem Leben. Denken wir an den heiligen Franz von Assisi […]. Und wie viele andere heilige Männer und Frauen könnten wir noch nennen! Manchmal stellen wir sie als große Persönlichkeiten dar und vergessen dabei, dass für sie alles begann, als sie, noch jung, „Ja“ zu Gott sagten und sich ihm ganz schenkten, ohne etwas für sich zurückzubehalten. Der heilige Augustinus erzählt in dieser Hinsicht, dass ihm in dem „verwickelte[n] Knotengewirr“ seines Lebens eine Stimme tief in seinem Innern sagte: „Dich will ich“ (Confessiones, II, 10.18). Und so gab Gott ihm eine neue Richtung, einen neuen Weg, eine neue Denkweise, wobei nichts von seinem Leben verloren ging. (Papst Leo XIV., Predigt, Heilige Messe mit Heiligsprechungen, 7. September 2025)
https://www.vaticannews.va/de/tagesevangelium-und-tagesliturgie.html
 
Engelslhaar Heute, 09:04
 
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