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Kurioses rund um Franz von Assisi: Der König der Feste

Kurioses rund um Franz von Assisi: Der König der Feste
Zum 800. Todestag von Franz von Assisi im Jahr 2026 machen wir uns auf Spurensuche in dem italienischen Wallfahrtsort. Bruder Andreas Brunner OFM kommt aus der Schweiz, lebt aber schon lange im Konvent bei Santa Maria degli Angeli in Assisi. Der Franziskaner verrät im Interview mit uns einige kuriose und vielleicht weniger bekannte Anekdoten aus dem Leben des Heiligen. Teil 1 unserer 5-teiligen Miniserie von Stefanie Stahlhofen.

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Franz von Assisi ist heute für sein aksetisches Leben in Armut bekannt, auf italienisch wird er auch „poverello", der Arme, genannt. Doch das war längst nicht immer so. Die Anfänge des Lebens von Franz von Assisi waren ganz anders, als sein Ende. Franziskus kam aus einer reichen Familie - und war gar als „König der Feste" bekannt, erzählt uns der Schweizer Franziskaner Bruder Andreas Brunner OFM: 

„Er ist wirklich ein Fragezeichen an die Welt heute, denn er hatte vor seiner Bekehrung alles, was die Welt verspricht: Er war reich, vergnügte sich wie ein Verrückter, wurde König der Feste genannt, hatte ganz, ganz viele Freunde, auch sehr gute. Auch unter Frauen. Er war eine wichtige Persönlichkeit und auf dem Weg, noch bedeutender zu werden. Und merkt: All das reicht nicht. Es braucht etwas mehr. Wenn es Gott nicht gibt, hört alles auf. Ich kann mir selbst den Sinn des Lebens nicht geben. Der große Sinn kann mir nur von Gott als Geschenk gegeben werden. Und in dieser inneren Unruhe, auch mit den Fragen: Wer bin ich? Wo gehöre ich hin? - In all diesen Fragen beginnt er, Gott zu begegnen, der ihm all dies beantwortet und diese Fülle gibt."

Zum Hören: Bruder Andreas


„Er war reich, vergnügte sich wie ein Verrückter, wurde König der Feste genannt... Er war eine wichtige Persönlichkeit und auf dem Weg, noch bedeutender zu werden. Und merkt: All das reicht nicht“



In der Portiunkula-Kirche: Das Ereignis, das alles ändert
Ein Ereignis gab dann den Ausschlag für den Wandel im Leben des Franz. Es trug sich im unteren Teil von Assisi zu, in der kleinen Portiunkula-Kirche, die heute mitten in der großen Basilika Santa Mari degli Angeli steht. An diesem Ort erklärt uns Bruder Andreas: Hier hörte Franziskus das Evangelium, „in dem Jesus Christus seine Jünger zu zweit mit Nichts in die Welt hinaus schickt: Ohne Geld, ohne Vorratstasche, ohne zweites Gewand, wirklich ohne alles. Dieses Evangelium hat Franziskus schon viele Male gehört. Aber in dem Moment berührt es ihn so tief, dass er begreift, dass er spürt: Das ist das, was ich immer gewünscht habe, dort gehöre ich hin, das ist mein Platz. Und deswegen lässt er alles zurück. Und wird der wirklich große, große Arme.

„Dieses Evangelium hat Franziskus schon viele Male gehört. Aber in dem Moment berührt es ihn so tief, dass er begreift: Das ist mein Platz. Und deswegen lässt er alles zurück. Und wird der wirklich große, große Arme“


In der nächsten Folge berichten wir über kuriose Erfahrungen der ersten Franziskaner in Deutschland. 

(vatican news - sst) 

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Herrklavierspieler 15.10.2026 18:14
Kurioses rund um Franz von Assisi (2): Die Ja-Sager
Folge zwei unserer Serie „Kurioses rund um Franz von Assisi“ führt zu den Anfängen des Franziskanerordens. Bruder Andreas Brunner OFM lebt seit vielen Jahren im Konvent bei Santa Maria degli Angeli in Assisi. Im Gespräch mit uns erzählt der Schweizer Franziskaner, wie die ersten Brüder nach Deutschland kamen - und warum sie dort in Lebensgefahr kamen. Teil 2 unserer 5-teiligen Miniserie von Stefanie Stahlhofen.
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Für Folge zwei unserer Serie „Kurioses rund um Franz von Assisi" schauen wir auf die Anfänge des Franziskanerordens. Nachdem Franziskus sein Leben in Saus und Braus gegen ein Leben in Armut nach dem Evangelium getauscht hat, verkündet er den Glauben zunächst durch öffentliches Predigen. Nach wenigen Wochen gibt es schon Menschen, die ihm folgen wollen und die Franziskus bittet, ihre Botschaft überall hin zu bringen. Und da gibt es eine kuriose Anekdote...

Die ersten, die sich Franziskus anschließen kommen aus Assisi. Doch schnell gibt es auch Interesse von anderswo. Und Franziskus merkt, es braucht etwas Ordnung - und eine Bestätigung der Gemeinschaft vom damaligen Papst Innozenz. Dies gelingt; im Jahr 1209/10 bestätigt Innozenz die Ordensregel; die Bestätigung der endgültigen Regel des Ordens der Minderbrüder (Ordo Fratrum Minorum, OFM) folgt im Jahr 1223.  

Zum Hören: Bruder Andreas Brunner OFM berichtet


Ja, aber...
„Franziskus ist eine Explosion gewesen. Zu seiner Lebzeit gab es schon mehr als 5000 Brüder. Das Charisma, damit es es leben kann, muss ja auch in einer Institution drin sein. Es soll nicht erdrückt werden, aber es muss organisiert sein. Zum Beispiel gibt es eine tolle Geschichte zu Deutschland: Als die Brüder zum ersten Mal nach Deutschland gegangen sind, sind sie einfach so los gegangen, sie konnten kein Deutsch. Dann haben sie begriffen: Wenn man ,Ja' sagt, dann funktioniert das. 

„Sie konnten kein Deutsch. Dann haben sie begriffen: Wenn man ,Ja` sagt, dann funktioniert das...“

Und dann hat man sie gefragt, ob sie Häretiker seien. Und sie haben mit , Ja' geantwortet - da sind sie fast verbrannt worden. Das nächste Mal hat man sie dann mit Leuten geschickt, die zumindest Deutsch können, und dann ging es wesentlich besser", erzählt der Schweizer Bruder Andreas Brunner, der dem Orden der Minderbrüder angehört und in Assisi lebt. In der nächsten Folge gibt's ein kurioses Ereignis aus dem Leben von Franz von Assisi. 

„Dann hat man sie gefragt, ob sie Häretiker seien. Und sie haben mit , Ja` geantwortet - da sind sie fast verbrannt worden“


vatican news - sst) 

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können...
https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2026-10/assisi-heiliger-franz-interview-franziskaner-kurioses-folge-2.html
 
hansfeuerstein 15.10.2026 22:25
Vorhin habe ich diese Geschichte gelesen, einprägsam und berührend ist.
Sportbegeisterte kennen ihn noch, den Turm in der Verteidigung von Portugal.


PEPE: "I CAME TO PORTUGAL WITH JUST 5€."

🗣️ PEPE: "When I arrived in Portugal, I had the equivalent of five euros. I was 18 years old, coming alone from Brazil, so I was an immigrant.

A fax needed to arrive from Marítimo stating that I had permission to enter Portugal.

With that money, I needed to buy a phone card to call my mom and tell her everything was okay. The other option was to eat.

I said, 'Let me ease my mom's worries.'

I arrived at 6 a.m. and checked my boarding pass. I had no flight until 11 p.m., and I needed to eat something.

I went straight to the airport and asked a worker, 'Do you have anything to eat?'

He said yes, that everything was on the menu.

'But I have no money,' I told him.

He looked at me, went outside, and came back with a tray and a baguette, giving it to me.

That person didn't know who I was. And I still don't know who he was, which is sad.

But that gesture helped me for the rest of my life. And since then, Portugal has been my country."

Pepe arrived in Portugal as a young lad with almost nothing; far from his family and facing an uncertain future.

He would later become one of Portugal's most important defenders, win the 2016 European Championship, and build an extraordinary career at the highest level.

But he never forgot that stranger who gave him food when he couldn't afford a meal.

The man who helped Pepe that day probably didn't know who he was helping or how far that young Brazilian would go.
 
israelgreece2019 16.10.2026 12:09
Franz von Assisi, eine Persönlichkeit, dessen Leben als gläubiger Mensch ganz viele in der heutigen Zeit als Vorbild nehmen sollten. Einer, der den Glauben "lebte!!"
In dem Artikel ist besonders der Punkt "Missionsverständnis" lebendig dargestellt, Aussagen von ihm, die viele, welche behaupten, "ganz tief im Herrn zu sein" und alle Andersdenkenden als persönlichen Feind betrachte, mal ernsthaft überdenken sollten.......hat Paulus nicht auch so "gearbeitet?"

Die historische Begegnung mit dem Sultan (1219)

Während des Fünften Kreuzzugs reiste Franziskus im Jahr 1219 in die belagerte ägyptische Hafenstadt Damiette. Er überquerte die Frontlinien, um Sultan al-Malik al-Kamil zu treffen.
• Vom Gegenüber zum Miteinander: Obwohl Franziskus' ursprüngliches Ziel vermutlich die Missionierung oder das Martyrium war, entstand eine friedliche Begegnung auf Augenhöhe. Der Sultan empfing den mittellosen Mönch mit großem Respekt.
• Gemeinsames Gebet: Anstatt sich theologisch zu bekämpfen, beteten beide Seiten respektvoll um Gottes Führung. Die spirituelle Tiefe des muslimischen Sufismus und die christliche Mystik von Franziskus bildeten dafür eine gemeinsame Basis.
• Ein neues Missionsverständnis: Nach seiner Rückkehr änderte Franziskus die Ordensregeln der Franziskaner fundamental. In der sogenannten „Nichtbullierten Regel“ von 1221 (Kapitel 16) hielt er fest, dass Brüder, die unter die Muslime gehen, nicht streiten oder zanken, sondern sich allen Menschen um Gottes willen unterordnen und so das Christentum durch ihr Leben bezeugen sollen. Er wandelte das kriegerische Prinzip des ire contra („gegen jemanden ziehen“) in ein ire inter („unter den Menschen sein“) um.
 
Herrklavierspieler 16.10.2026 12:25
Lieben Dank @israelgreece, für deine Ergänzung.
 
hansfeuerstein 16.10.2026 21:30
Während des Kreuzzuges begegnete al-Kamil Franz von Assisi, der sich ins Lager des Sultans führen ließ, um diesem das Evangelium zu predigen und ihn zum Christentum zu bekehren. Der Sultan war von dieser Begegnung tief beeindruckt und schenkte Franziskus ein Signalhorn als Dank, doch dieser konnte ihn nicht dazu bewegen, den christlichen Glauben anzunehmen.
 
Herrklavierspieler 21.10.2026 20:10
Danke auch dir @ hansfeuerstein, für deine Ergänzungen.
 
Herrklavierspieler 21.10.2026 20:11
Kurioses rund um Franz von Assisi (3): Rosen ohne Dornen
Im italienischen Wallfahrtsort Assisi hat der heilige Franziskus viele Spuren hinterlassen. Zu einigen gibt es kuriose Anekdoten, etwa zum Rosengarten bei der Basilika Santa Maria degli Angeli. Was es damit auf sich hat, hat, hat uns der Schweizer Franziskanerbruder Andreas Brunner OFM verraten. Teil 3 unserer 5-teiligen Miniserie von Stefanie Stahlhofen.
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Wer sich in Assisi bei der Basilika Santa Maria degli Angeli auf die Spuren von Franz von Assisi macht, kommt im Klostergang auch zum Rosengarten. Der ist mehr als nur schöne florale Deko. Er steht für ein kurioses Ereignis im Leben Franz von Assisis. Auch das idyllische Wasserplätschern im Hintergrund lässt kaum erahnen, welch großen inneren Kampf der Heilige hier ausstand:

„Das ist der Ort, der daran erinnert, dass Franziskus hier eine große Versuchung hatte. Die Versuchung war, nicht mehr Ordensbruder zu sein. Also das war wirklich eine ganz, ganz große Versuchung. Sicherlich auch sexuell, aber nicht nur. In uns gibt es Dinge, die uns zum Guten hintreiben - es ist gut, denen nachzugeben. Aber es gibt auch in uns Dinge, die uns zum Bösen hin treiben: Schlecht über andere zu sprechen, Neid und so weiter, Dinge, die wir alle aus Erfahrung kennen. Für Franziskus ist diese Versuchung, nicht mehr Bruder zu sein. Und diese Versuchung ist so stark, dass er fast nicht widerstehen kann. Und um der Versuchung nicht zu verfallen, wirft er sich in einen Dornbusch hinein, und der Dornbusch wird gewandelt in Rosen ohne Dornen", berichtet uns Bruder Andreas Brunner OFM.

„Für Franziskus ist die Versuchung, nicht mehr Bruder zu sein. Und diese Versuchung ist so stark, dass er fast nicht widerstehen kann. Um der Versuchung nicht zu verfallen, wirft er sich in einen Dornbusch hinein, und der Dornbusch wird gewandelt in Rosen ohne Dornen“

Rosen ohne Dornen? Gibt's tatsächlich
Der Franziskaner sagt, er habe das zunächst auch etwas hinterfragt: „Als Schweizer sagte ich: ,Ja, ja, die Italiener`. Aber diese Rosen haben einen wissenschaftlichen Namen. Es gibt einen Grund, das ist untersucht. Die Rose heißt Rosa canina Assisiensis, weil sie von hier ist. Und sie ist wirklich ohne Dornen. Also, man kann daran glauben oder nicht. Aber es ist auch ein schönes Bild, oder? Wenn wir versuchen, diesen inneren Versuchungen zu widerstehen, ist das teilweise ein innerer Kampf und inneres Ringen, das wehtut. Wie sich in einen Dornbusch hineinwerfen. Aber nach einer gewissen Zeit - im Normalfall nicht sofort - wird es gewandelt in etwas Schönes, wie Rosen ohne Dornen."
„Man kann daran glauben oder nicht. Aber es ist auch ein schönes Bild“

In der nächsten Folge gibt's eine kuriose Anekdote zu einer für Franziskus bedeutenden Frau - die nicht die heilige Klara ist. 

(vatican news - sst) 

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