Tagesheiliger, 9. Oktober: JOHN HENRY NEWMAN
09.10.2026 07:59
Tagesheiliger, 9. Oktober: JOHN HENRY NEWMAN
09.10.2026 07:59
Tagesheiliger, 9. Oktober: JOHN HENRY NEWMAN
Ordenspriester, Kirchenlehrer
Namensdeutung: Gott ist gnädig (hebr.) – der Hausherr (althochdt.)
Namenstage: John, Johannes, Johann, Jan, Jean, Hannes, Hans, Yannik, weibl.: Johanna, Jeanne – Henry, Heinrich, Heinz, Heimo, Heiner, Henri, Henning, Hendrik, Enrico, Enrique, weibl.: Henrike, Henriette
Gedenktag: 9. Oktober
Lebensdaten: geboren in London am 21. Februar 1801, gestorben am 11. August 1890 in Edgbaston, Birmingham
Lebensgeschichte: Der Bankierssohn John Henry Newman wuchs in der calvinistischen Tradition („Low Church“) der Kirche von England auf, hatte bereits als Kind die Bibel gründlich gelesen und fand mit 15 Jahren durch einen evangelikalen Lehrer zu einer festen Glaubensgewissheit sowie zur Liebe zur klassischen Antike. Nach dem Universitätsabschluss in Oxford und einigen Jahren als Tutor wurde er 1825 zum Priester der anglikanischen Kirche ordiniert und bald darauf zum Pfarrer der Oxforder Universitätskirche bestellt.
Newman, der inzwischen seine evangelikalen Überzeugungen aufgegeben hatte, weil undogmatischer religiöser Individualismus die Rolle der Kirche bei der Weitergabe des geoffenbarten Glaubens verkennt und missachtet und häufig zu Subjektivismus und sogar zu Skeptizismus führt, wurde zu einem Hauptvertreter der „Oxford-Bewegung“ mit dem Ziel, der anglikanischen Kirche wieder die frühchristliche Spiritualität und sakramentale Praxis einzupflanzen („High Church“). Newmans veröffentlichte Predigtreihen zu diesem Thema sowie zur anglikanischen Kirche als Mittelweg („Via media“) zwischen Protestantismus und Katholizismus machten ihn landesweit berühmt – und bei der Hierarchie verdächtig.
1842 zog sich Newman aus dem öffentlichen Leben zurück und konvertierte nach drei Jahren ausgiebiger Studien besonders der altkirchlichen Kirchenväter zur katholischen Kirche, was im damaligen England mit gesellschaftlicher Ächtung einherging. Wiederum ein Jahr später reiste er nach Rom, wo er 1847 zum Priester geweiht wurde und sich der Kongregation der Oratorianer anschloss.
Zurück in England, siedelte er Ordensniederlassungen an und wurde, nachdem 1850 die katholische Hierarchie wieder offiziell im Land zugelassen war, durch intellektuelle und stilistische Brillanz zu einem der bekanntesten Gesichter der Kirche in England – sehr zum Missvergnügen einiger Würdenträger, die seine geistige Unabhängigkeit fürchteten und Newman in Rom anschwärzten, und auch zum Verdruss protestantischer Polemiker, die ihn als Verräter, Irrlicht und Fanatiker zu verleumden suchten. Newman arbeitete unermüdlich in Wort und Schrift an der Hebung sowohl des Glaubenswissens als auch des Selbstbewusstseins katholischer Laien – häufig handelte es sich um irische Arbeiter, die im Viktorianischen Zeitalter nicht viel galten.
Entlang seiner weiteren Lebensstationen, etwa als Gründungsrektor der katholischen Universität Dublin, und als Reaktion auf persönliche Angriffe oder theologische Probleme entstanden Werke, die ihm weithin, das heißt unter Katholiken wie Protestanten, Anerkennung einbrachten und seinen Ruf als Klassiker zu Lebzeiten begründeten. 1878 kehrte er als Ehrenfellow nach Oxford zurück, und 1879 erhob ihn Papst Leo XIII. zum Kardinal. Ab 1886 schwächte sich seine Gesundheit ab. 1890 verstarb er über Nacht an einer Lungenentzündung im Oratorium von Edgbaston, das er gegründet hatte.
Verehrung: Das 1958 eingeleitete Seligsprechungsverfahren kam 2010 anlässlich der Englandreise Papst Benedikts XVI. zu ihrem feierlichen Abschluss. Seine Heiligsprechung fand am 13. Oktober 2019 durch Papst Franziskus statt. Am 1. November 2025 hat ihn Papst Leo XIV. zum Kirchenlehrer erhoben.
Patron: der Päpstlichen Universität Urbaniana
Weitere Heilige des Tages:
Abraham und Sarah, Stammeltern des Volkes Israel
Dionysius von Paris, Glaubensbote, Bischof, Märtyrer
Emanuela Theresia von Bayern, Ordensfrau
Johannes Leonardi, Priester, Ordensgründer
Gunther von Niederaltaich, Laienbruder, Einsiedler
https://www2.bistum-augsburg.de/heilige-des-tages/kalender
Namensdeutung: Gott ist gnädig (hebr.) – der Hausherr (althochdt.)
Namenstage: John, Johannes, Johann, Jan, Jean, Hannes, Hans, Yannik, weibl.: Johanna, Jeanne – Henry, Heinrich, Heinz, Heimo, Heiner, Henri, Henning, Hendrik, Enrico, Enrique, weibl.: Henrike, Henriette
Gedenktag: 9. Oktober
Lebensdaten: geboren in London am 21. Februar 1801, gestorben am 11. August 1890 in Edgbaston, Birmingham
Lebensgeschichte: Der Bankierssohn John Henry Newman wuchs in der calvinistischen Tradition („Low Church“) der Kirche von England auf, hatte bereits als Kind die Bibel gründlich gelesen und fand mit 15 Jahren durch einen evangelikalen Lehrer zu einer festen Glaubensgewissheit sowie zur Liebe zur klassischen Antike. Nach dem Universitätsabschluss in Oxford und einigen Jahren als Tutor wurde er 1825 zum Priester der anglikanischen Kirche ordiniert und bald darauf zum Pfarrer der Oxforder Universitätskirche bestellt.
Newman, der inzwischen seine evangelikalen Überzeugungen aufgegeben hatte, weil undogmatischer religiöser Individualismus die Rolle der Kirche bei der Weitergabe des geoffenbarten Glaubens verkennt und missachtet und häufig zu Subjektivismus und sogar zu Skeptizismus führt, wurde zu einem Hauptvertreter der „Oxford-Bewegung“ mit dem Ziel, der anglikanischen Kirche wieder die frühchristliche Spiritualität und sakramentale Praxis einzupflanzen („High Church“). Newmans veröffentlichte Predigtreihen zu diesem Thema sowie zur anglikanischen Kirche als Mittelweg („Via media“) zwischen Protestantismus und Katholizismus machten ihn landesweit berühmt – und bei der Hierarchie verdächtig.
1842 zog sich Newman aus dem öffentlichen Leben zurück und konvertierte nach drei Jahren ausgiebiger Studien besonders der altkirchlichen Kirchenväter zur katholischen Kirche, was im damaligen England mit gesellschaftlicher Ächtung einherging. Wiederum ein Jahr später reiste er nach Rom, wo er 1847 zum Priester geweiht wurde und sich der Kongregation der Oratorianer anschloss.
Zurück in England, siedelte er Ordensniederlassungen an und wurde, nachdem 1850 die katholische Hierarchie wieder offiziell im Land zugelassen war, durch intellektuelle und stilistische Brillanz zu einem der bekanntesten Gesichter der Kirche in England – sehr zum Missvergnügen einiger Würdenträger, die seine geistige Unabhängigkeit fürchteten und Newman in Rom anschwärzten, und auch zum Verdruss protestantischer Polemiker, die ihn als Verräter, Irrlicht und Fanatiker zu verleumden suchten. Newman arbeitete unermüdlich in Wort und Schrift an der Hebung sowohl des Glaubenswissens als auch des Selbstbewusstseins katholischer Laien – häufig handelte es sich um irische Arbeiter, die im Viktorianischen Zeitalter nicht viel galten.
Entlang seiner weiteren Lebensstationen, etwa als Gründungsrektor der katholischen Universität Dublin, und als Reaktion auf persönliche Angriffe oder theologische Probleme entstanden Werke, die ihm weithin, das heißt unter Katholiken wie Protestanten, Anerkennung einbrachten und seinen Ruf als Klassiker zu Lebzeiten begründeten. 1878 kehrte er als Ehrenfellow nach Oxford zurück, und 1879 erhob ihn Papst Leo XIII. zum Kardinal. Ab 1886 schwächte sich seine Gesundheit ab. 1890 verstarb er über Nacht an einer Lungenentzündung im Oratorium von Edgbaston, das er gegründet hatte.
Verehrung: Das 1958 eingeleitete Seligsprechungsverfahren kam 2010 anlässlich der Englandreise Papst Benedikts XVI. zu ihrem feierlichen Abschluss. Seine Heiligsprechung fand am 13. Oktober 2019 durch Papst Franziskus statt. Am 1. November 2025 hat ihn Papst Leo XIV. zum Kirchenlehrer erhoben.
Patron: der Päpstlichen Universität Urbaniana
Weitere Heilige des Tages:
Abraham und Sarah, Stammeltern des Volkes Israel
Dionysius von Paris, Glaubensbote, Bischof, Märtyrer
Emanuela Theresia von Bayern, Ordensfrau
Johannes Leonardi, Priester, Ordensgründer
Gunther von Niederaltaich, Laienbruder, Einsiedler
https://www2.bistum-augsburg.de/heilige-des-tages/kalender
Kommentare
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Engelslhaar 09.10.2026 08:00
Herrklavierspieler 09.10.2026 08:01
Tageslesung
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulusan die Galater
Gal 3, 6–14
Schwestern und Brüder! Von Abraham wird gesagt: Er glaubte Gott und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet.
Erkennt also: Die aus dem Glauben leben, sind Söhne Abrahams.
Und da die Schrift vorhersah, dass Gott die Völker aufgrund des Glaubens gerecht macht, hat sie dem Abraham im Voraus verkündet: In dir sollen alle Völker gesegnet werden.
Also werden sie, die glauben, gesegnet mit dem glaubenden Abraham.
Diejenigen aber, die aus den Werken des Gesetzes leben, stehen unter einem Fluch. Denn geschrieben steht: Verflucht ist jeder, der sich nicht an alles hält, was das Buch des Gesetzes zu tun vorschreibt.
Dass aber durch das Gesetz niemand vor Gott gerecht gemacht wird, ist offenkundig; denn: Der aus Glauben Gerechte wird leben.
Für das Gesetz aber gilt nicht: aus Glauben, sondern es gilt: Wer die Gebote erfüllt, wird durch sie leben.
Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist; denn es steht geschrieben: Verflucht ist jeder, der am Holz hängt.
Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den Völkern durch ihn der Segen Abrahams zuteilwird und wir so durch den Glauben den verheißenen Geist empfangen.
Evangelium vom Tag
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 11, 14–26
In jener Zeit trieb Jesus einen Dämon aus, der stumm war. Als der Dämon ausgefahren war, da konnte der Mann reden. Alle Leute staunten.
Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beélzebul, dem Herrscher der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.
Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel.
Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich selbst gespalten ist, wird veröden und ein Haus ums andere stürzt ein.
Wenn also der Satan in sich selbst gespalten ist, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die Dämonen mit Hilfe von Beelzebul austreibe.
Wenn ich aber die Dämonen durch Beélzebul austreibe, durch wen treiben dann eure Söhne sie aus? Deswegen werden sie eure Richter sein.
Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist das Reich Gottes schon zu euch gekommen.
Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher; wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere seine ganze Rüstung, auf die er sich verlassen hat, und verteilt seine Beute.
Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.
Wenn ein unreiner Geist aus dem Menschen ausfährt, durchwandert er wasserlose Gegenden, um eine Ruhestätte zu suchen, findet aber keine. Dann sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehren, das ich verlassen habe.
Und er kommt und findet es sauber und geschmückt.
Dann geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst. Sie ziehen dort ein und lassen sich nieder. Und die letzten Dinge jenes Menschen werden schlimmer sein als die ersten.
Worte der Päpste
Das eigentliche Problem, das wir oft vergessen, besteht jedoch darin, dass die Bekehrung uns nicht nur das Böse vor Augen führt, damit wir uns für das Gute entscheiden, sondern das sie gleichzeitig das Böse antreibt, sich weiterzuentwickeln, immer heimtückischer zu werden und sich auf neue Art und Weise zu tarnen, damit es uns schwerfällt, es zu erkennen. Es ist ein wirklicher Kampf. Der Versucher kehrt immer wieder zurück, und er kommt verkleidet.
[…] In diesem Sinne ist eine der nützlichsten Tugenden, die es zu üben gilt, die der Wachsamkeit. Jesus beschreibt die Notwendigkeit dieser Aufmerksamkeit uns selbst und der Kirche gegenüber […] durch ein wirkungsvolles Beispiel. Er sagt: „Wenn ein unreiner Geist aus dem Menschen ausfährt, durchwandert er wasserlose Gegenden, um eine Ruhestätte zu suchen, findet aber keine. Dann sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehren, das ich verlassen habe. Und er kommt und findet es sauber und geschmückt. Dann geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst. Sie ziehen dort ein und lassen sich nieder. Und die letzten Dinge jenes Menschen werden schlimmer sein als die ersten“ (Lk 11,24-26). Unsere erste Bekehrung bringt eine gewisse Ordnung mit sich: Das Böse, das wir erkannt und versucht haben, aus unserem Leben auszurotten, geht tatsächlich von uns weg; aber es ist naiv zu glauben, dass es für lange Zeit fernbleibt. In Wirklichkeit kehrt es nach einer Weile in einem neuen Gewand wieder. Wirkte es früher grob und gewalttätig, so verhält es sich jetzt eleganter und höflicher. Dann müssen wir es erneut erkennen und entlarven. Erlaubt mir diesen Ausdruck: das sind die „gut erzogenen Dämonen“: Sie kommen höflich herein, ohne dass ich es bemerke. Nur die tägliche Praxis der Gewissenserforschung kann uns dies bewusstmachen. Daran sieht man die Bedeutung der Gewissenserforschung, um unser Haus zu bewachen. (Papst Franziskus, Ansprache beim Weihnachtsempfang für die Römische Kurie, 22. Dezember 2022)
https://www.vaticannews.va/de/tagesevangelium-und-tagesliturgie.html
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulusan die Galater
Gal 3, 6–14
Schwestern und Brüder! Von Abraham wird gesagt: Er glaubte Gott und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet.
Erkennt also: Die aus dem Glauben leben, sind Söhne Abrahams.
Und da die Schrift vorhersah, dass Gott die Völker aufgrund des Glaubens gerecht macht, hat sie dem Abraham im Voraus verkündet: In dir sollen alle Völker gesegnet werden.
Also werden sie, die glauben, gesegnet mit dem glaubenden Abraham.
Diejenigen aber, die aus den Werken des Gesetzes leben, stehen unter einem Fluch. Denn geschrieben steht: Verflucht ist jeder, der sich nicht an alles hält, was das Buch des Gesetzes zu tun vorschreibt.
Dass aber durch das Gesetz niemand vor Gott gerecht gemacht wird, ist offenkundig; denn: Der aus Glauben Gerechte wird leben.
Für das Gesetz aber gilt nicht: aus Glauben, sondern es gilt: Wer die Gebote erfüllt, wird durch sie leben.
Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist; denn es steht geschrieben: Verflucht ist jeder, der am Holz hängt.
Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den Völkern durch ihn der Segen Abrahams zuteilwird und wir so durch den Glauben den verheißenen Geist empfangen.
Evangelium vom Tag
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 11, 14–26
In jener Zeit trieb Jesus einen Dämon aus, der stumm war. Als der Dämon ausgefahren war, da konnte der Mann reden. Alle Leute staunten.
Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beélzebul, dem Herrscher der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.
Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel.
Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich selbst gespalten ist, wird veröden und ein Haus ums andere stürzt ein.
Wenn also der Satan in sich selbst gespalten ist, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die Dämonen mit Hilfe von Beelzebul austreibe.
Wenn ich aber die Dämonen durch Beélzebul austreibe, durch wen treiben dann eure Söhne sie aus? Deswegen werden sie eure Richter sein.
Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist das Reich Gottes schon zu euch gekommen.
Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher; wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere seine ganze Rüstung, auf die er sich verlassen hat, und verteilt seine Beute.
Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.
Wenn ein unreiner Geist aus dem Menschen ausfährt, durchwandert er wasserlose Gegenden, um eine Ruhestätte zu suchen, findet aber keine. Dann sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehren, das ich verlassen habe.
Und er kommt und findet es sauber und geschmückt.
Dann geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst. Sie ziehen dort ein und lassen sich nieder. Und die letzten Dinge jenes Menschen werden schlimmer sein als die ersten.
Worte der Päpste
Das eigentliche Problem, das wir oft vergessen, besteht jedoch darin, dass die Bekehrung uns nicht nur das Böse vor Augen führt, damit wir uns für das Gute entscheiden, sondern das sie gleichzeitig das Böse antreibt, sich weiterzuentwickeln, immer heimtückischer zu werden und sich auf neue Art und Weise zu tarnen, damit es uns schwerfällt, es zu erkennen. Es ist ein wirklicher Kampf. Der Versucher kehrt immer wieder zurück, und er kommt verkleidet.
[…] In diesem Sinne ist eine der nützlichsten Tugenden, die es zu üben gilt, die der Wachsamkeit. Jesus beschreibt die Notwendigkeit dieser Aufmerksamkeit uns selbst und der Kirche gegenüber […] durch ein wirkungsvolles Beispiel. Er sagt: „Wenn ein unreiner Geist aus dem Menschen ausfährt, durchwandert er wasserlose Gegenden, um eine Ruhestätte zu suchen, findet aber keine. Dann sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehren, das ich verlassen habe. Und er kommt und findet es sauber und geschmückt. Dann geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst. Sie ziehen dort ein und lassen sich nieder. Und die letzten Dinge jenes Menschen werden schlimmer sein als die ersten“ (Lk 11,24-26). Unsere erste Bekehrung bringt eine gewisse Ordnung mit sich: Das Böse, das wir erkannt und versucht haben, aus unserem Leben auszurotten, geht tatsächlich von uns weg; aber es ist naiv zu glauben, dass es für lange Zeit fernbleibt. In Wirklichkeit kehrt es nach einer Weile in einem neuen Gewand wieder. Wirkte es früher grob und gewalttätig, so verhält es sich jetzt eleganter und höflicher. Dann müssen wir es erneut erkennen und entlarven. Erlaubt mir diesen Ausdruck: das sind die „gut erzogenen Dämonen“: Sie kommen höflich herein, ohne dass ich es bemerke. Nur die tägliche Praxis der Gewissenserforschung kann uns dies bewusstmachen. Daran sieht man die Bedeutung der Gewissenserforschung, um unser Haus zu bewachen. (Papst Franziskus, Ansprache beim Weihnachtsempfang für die Römische Kurie, 22. Dezember 2022)
https://www.vaticannews.va/de/tagesevangelium-und-tagesliturgie.html

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