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Ehe und Familie: Leo XIV. stellt sich hinter Franziskus‘ pastoralen Ansatz

Ehe und Familie: Leo XIV. stellt sich hinter Franziskus‘ pastoralen Ansatz
Leo XIV. hat sich klar hinter den pastoralen Ansatz seines Vorgängers Franziskus im Bereich Ehe und Familie gestellt. Das machte er an diesem Mittwochnachmittag im Vatikan deutlich.
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Bei der Auftaktveranstaltung eines internationalen Bischofstreffens zum zehnten Jahrestag des Apostolischen Schreibens „Amoris laetitia“ zur Ehe- und Familienseelsorge würdigte Leo den Text seines Vorgängers als „wichtige Etappe“ auf dem Weg der Kirche; er habe „das konkrete Leben von Familien begleitet und Initiativen sowie Prozesse inspiriert“. Franziskus hatte mit dem Schreiben die Schlüsse aus einem mehrjährigen Prozess von Bischofssynoden zum Thema Ehe und Familie gezogen.

„In meiner Botschaft vom 19. März zum zehnten Jahrestag von Amoris Laetitia habe ich daran erinnert, dass ‚es tatsächlich Orte und Umstände gibt, an denen die Kirche nur durch die Laien und insbesondere durch die Familien zum Salz der Erde werden kann‘. Tatsächlich lädt uns ‚Amoris Laetitia‘ dazu ein, diese Berufung und Verantwortung ernstzunehmen. Die Familien selbst nehmen im Alltag an der Sendung der Kirche teil… Als Seelsorger haben wir die Verantwortung übernommen, zu jeder Zeit die Schönheit von Gottes Plan für Ehe und Familie sowie seinen Aufruf zu Liebe und Zärtlichkeit zu verkünden. Dies fordert uns heraus, die Menschen auf ihrem Weg zu begleiten, ihre Berufung unter den konkreten Umständen ihres Lebens zu l
eben.“


„Wachsende Kluft zwischen der Art und Weise, wie Sexualität und Intimität gelebt werden, und der christlichen Sicht der Ehe“


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Das konkrete Leben von Ehepaaren und Familien heute konfrontiere die Kirche mit Herausforderungen, denen sie sich mutig stellen müsse, so Papst Leo.

„In vielen Kontexten hat sich eine wachsende Kluft zwischen der Art und Weise, wie Sexualität und Intimität gelebt werden, und der christlichen Sicht der Ehe aufgetan. Junge Menschen sehnen sich weiterhin nach Liebe, Treue und Zugehörigkeit, doch vielen fällt es schwer zu begreifen, wie eine solche Sicht der Liebe in ihrem eigenen Leben Gestalt annehmen kann, oder zu glauben, dass eine lebenslange Bindung die Voraussetzung dafür ist, das zu erreichen, was sie sich wüns
chen.“


Diese Realitäten führen nach dem Dafürhalten des Papstes zu einer Reihe von Fragen. „Was suchen die Menschen hinter diesen kulturellen Veränderungen wirklich? Was offenbaren uns ihre Freuden und Hoffnungen, ihre Sorgen und Ängste? Wo gelingt es unserer pastoralen Sprache und Praxis, einen Weg zu eröffnen, und wo versagen sie dabei, die Herzen der Menschen zu berühren oder sie in ihrem Streben nach dem Guten zu unterstützen? Was lehrt uns die gelebte Erfahrung der Familien – eine Erfahrung, aus der wir noch nicht vollständig gelernt haben? Was können wir als Begleitung für ein gesundes und heiliges Familienleben anbieten? Was können wir insbesondere von Eltern lernen, die versuchen, ihre Kinder und Jugendlichen in solchen Kontexten zu begleiten?“

Der Heilige Geist spricht gerade durch herausfordernde Situationen
„Zerbrechlichkeit“ verdiene besondere Aufmerksamkeit, so Leo: „Die Erfahrung der Zerbrechlichkeit wirft die Frage auf, ob wir fähig sind, einander nahezubleiben, wenn das Leben nicht mehr den Erwartungen entspricht, und ob wir das Wirken der Gnade auch in Situationen erkennen können, die von Grenzen, Wunden und scheinbarem Scheitern geprägt sind… Welcher Art von Kirche begegnen die Menschen also gerade dann, wenn sie am zerbrechlichsten sind? Helfen unsere Gemeinschaften ihnen zu entdecken, dass sie noch immer einen Platz, eine Verantwortung und Gaben zu bieten haben? Kann die Wahrheit, die wir verkünden, durch die Geduld, die Nähe und die Barmherzigkeit unserer seelsorgerischen Präsenz erfahren werden? Wie können wir ihnen die Fülle der Lehre des Evangeliums über die Familie verkünden?“

Neue Wege, um das Evangelium zu verkünden und Sakramente zu spenden
Der Heilige Geist spreche „oft gerade durch jene Situationen, die uns herausfordern“, zur Kirche, fuhr der Papst fort. Die Frage sei, „wie Gottes Barmherzigkeit und die heilsbringende Gnade Christi unsere Familien heute erreichen können – insbesondere in ihrer Schwäche … Unsere Aufgabe besteht daher nicht nur darin, diese Realitäten zu deuten, sondern uns von ihnen hinterfragen zu lassen und unsere pastorale Verantwortung daraus zu schöpfen, damit die Kirche neue Wege findet, das Evangelium zu verkünden, sakramentale Gnaden zu spenden, Familien zu begleiten und die Zärtlichkeit sichtbar zu machen, mit der Christus weiterhin unter seinem Volk wandelt.“

Bitte um Vertraulichkeit
Leo gab dem einwöchigen Treffen im Vatikan die Zielvorgabe, „das Apostolische Schreiben in einen Dialog mit den Erfahrungen unserer Kirchen in den vergangenen zehn Jahren bringen“. „Ich möchte auch darum bitten, dass wir alle die Diskretion und Vertraulichkeit wahren, die diese Zeit des Zuhörens und der geistlichen Unterscheidung erfordert.“


Das Treffen im Vatikan bringt die Vorsitzenden der nationalen Bischofskonferenzen weltweit mit Experten und Akteuren im Bereich Ehe und Familie zusammen. Es wurde von Leo XIV. einberufen und vor allem auf die Glaubensweitergabe innerhalb der Familien fokussieren. Am Schluss steht ein Bericht der Versammlung, der dem Papst zugestellt wird.

Der Präfekt des vatikanischen Dikasteriums für Laien und Familien, Kardinal Kevin Farrell, wies in einer kurzen Ansprache darauf hin, dass die Kirche anders als in der Vergangenheit nicht mehr wie selbstverständlich davon ausgehen könne, dass in christlichen Familien der Glaube gelebt und weitergegeben werde. Nach der Rede von Papst Leo stand eine Meditation der britischen Dominikanerin Helen Alford, die die Päpstliche Akademie für Sozialwissenschaften leitet, auf dem Programm. Sie sprach u.a. über das Paradox, dass die christliche Berufung zur Ehe gerade in der und durch die Zerbrechlichkeit sichtbar werde.

(vatican news)
 

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Herrklavierspieler 08.10.2026 12:28
NACHSYNODALES APOSTOLISCHES SCHREIBEN

AMORIS LAETITIA

DES HEILIGEN VATERS
FRANZISKUS
AN DIE BISCHÖFE
AN DIE PRIESTER UND DIAKONE
AN DIE PERSONEN GEWEIHTEN LEBENS
AN DIE CHRISTLICHEN EHELEUTE
UND AN ALLE CHRISTGLÄUBIGEN LAIEN
ÜBER DIE LIEBE IN DER FAMILIE


INHALT

Die Freude der Liebe [1-7]

Erstes Kapitel
IM LICHT DES WORTES [8]

Du und deine Frau [9-13]
Deine Kinder wie junge Ölbäume [14-18]
Ein blutbefleckter Weg des Leidens [19-22]
Deiner Hände Arbeit [23-26]
Die Zärtlichkeit der Umarmung [27-39]

Zweites Kapitel
DIE WIRKLICHKEIT UND DIE HERAUSFORDERUNGEN DER FAMILIE [31]

Die heutige Situation der Familie [32-49]
Einige Herausforderungen [50-57]

Drittes Kapitel
AUF JESUS SCHAUEN – DIE BERUFUNG DER FAMILIE [58-60]

Jesus stellt den göttlichen Plan wieder her und führt ihn zu seiner Vollendung [61-66]
Die Familie in den Dokumenten der Kirche [67-70]
Das Sakrament der Ehe [71-75]
Saatkörner des Wortes und unvollkommene Situationen [76-79]
Die Weitergabe des Lebens und die Erziehung der Kinder [80-85]
Die Familie und die Kirche [86-88]

Viertes Kapitel
DIE LIEBE IN DER EHE [89]

Unsere tägliche Liebe [90]

    Langmut [91-92]
    Haltung dienstbereiter Güte [93-94]
    Eifersucht und Neid heilen [95-96]
    Ohne zu prahlen und sich aufzublähen [97-98]
    Liebenswürdige Freundlichkeit [99-100]
    Freigebige Loslösung [101-102]
    Ohne gewalttätige Gesinnung [103-104]
    Vergebung [105-108]
    Sich mit den anderen freuen [109-110]
    Sie erträgt und entschuldigt alles [111-113]
    Sie glaubt alles [114-115]
    Sie hofft alles [116-117]
    Sie hält allem stand [118-119]

Wachsen in der vollkommenen ehelichen Liebe (caritas) [120-122]

    Das ganze Leben lang alles gemeinsam [123-125]
    Freude und Schönheit [126-130]
    Aus Liebe heiraten [131-132]
    Liebe, die sich kundtut und wächst [133-135]
    Der Dialog [136-141]

Die leidenschaftliche Liebe [142]

    Die Welt der Emotionen [143-146]
    Gott liebt das frohe Genießen seiner Kinder [147-149]
    Die erotische Dimension der Liebe [150-152]
    Gewalt und Manipulation [153-157]
    Ehe und Jungfräulichkeit [158-162]

Die Verwandlung der Liebe [163-164]

Fünftes Kapitel
DIE LIEBE, DIE FRUCHTBAR WIRD [165]

Ein neues Leben annehmen [166-167]

    Die Liebe in der besonderen Erwartung der Schwangerschaft [168-171]
    Mutter- und Vaterliebe [172-177]

Erweiterte Fruchtbarkeit [178-184]

    Den Leib erkennen [185-186]

Das Leben in der großen Familie [187]

    Söhne und Töchter sein [188-190]
    Die alten Menschen [191-193]
    Geschwister sein [194-195]
    Ein weites Herz [196-198]

Sechstes Kapitel
EINIGE PASTORALE PERSPEKTIVEN [199]

Heute das Evangelium der Familie verkünden [200-204]

Auf dem Weg der Ehevorbereitung zum Eheversprechen führen [205-211]

    Die Vorbereitung der Feier [212-216]

Die Begleitung in den ersten Jahren des Ehelebens [217-222]

    Einige Hilfsmittel [223-230]

Licht in Krisen, Ängste und Schwierigkeiten tragen [231]

    Die Herausforderung der Krise [232-238]
    Alte Wunden [239-240]
    Begleiten nach Brüchen und Scheidungen [241-246]
    Einige komplexe Situationen [247-252]

Wenn der Stachel des Todes eindringt [253-258]

Siebentes Kapitel
DIE ERZIEHUNG DER KINDER STÄRKEN [259]

Wo sind die Kinder? [260-262]
Die ethische Erziehung der Kinder [263-267]
Der Wert der Strafe als Ansporn [268-270]
Geduldiger Realismus [271-273]
Das Familienleben als erzieherisches Umfeld [274-279]
Ja zur Sexualerziehung [280-286]
Den Glauben weitergeben [287-290]

Achtes Kapitel
DIE ZERBRECHLICHKEIT BEGLEITEN, UNTERSCHEIDEN UND EINGLIEDERN [291-292]

Die Gradualität in der Seelsorge [293-295]
Die Unterscheidung der sogenannten „irregulären“ Situationen [296-300]
Die mildernden Umstände in der pastoralen Unterscheidung [301-303]
Die Normen und die Unterscheidung [304-306]
Die Logik der pastoralen Barmherzigkeit [307-312]

Neuntes Kapitel
SPIRITUALITÄT IN EHE UND FAMILIE [313]

Spiritualität der übernatürlichen Gemeinschaft [314-316]
Vereint im Gebet im Licht des Ostergeheimnisses [317-318]
Spiritualität der ausschließlichen, aber nicht besitzergreifenden Liebe [319-320]
Spiritualität der Fürsorge, des Trostes und des Ansporns [321-325]

Gebet zur Heiligen Familie

 

1. Die Freude der Liebe, die in den Familien gelebt wird, ist auch die Freude der Kirche. So haben die Synodenväter darauf hingewiesen, dass trotz der vielen Anzeichen einer Krise der Ehe » vor allem unter den Jugendlichen der Wunsch nach einer Familie lebendig [bleibt]. Dies bestärkt die Kirche «.[1] Als Antwort auf diese Sehnsucht ist » die christliche Verkündigung über die Familie […] wirklich eine frohe Botschaft «.[2]

2. Der synodale Weg hat ermöglicht, die Situation der Familien in der heutigen Welt offen darzulegen, unseren Blick zu weiten und uns die Bedeutung der Ehe und der Familie neu bewusst zu machen. Zugleich machte uns die Vielschichtigkeit der angesprochenen Themen die Notwendigkeit deutlich, einige doktrinelle, moralische, spirituelle und pastorale Fragen unbefangen weiter zu vertiefen. Die Reflexion der Hirten und Theologen wird uns, wenn sie kirchentreu, ehrlich, realistisch und kreativ ist, zu größerer Klarheit verhelfen. Die Debatten, wie sie in den Medien oder in Veröffentlichungen und auch unter kirchlichen Amtsträgern geführt werden, reichen von einem ungezügelten Verlangen, ohne ausreichende Reflexion oder Begründung alles zu verändern, bis zu der Einstellung, alles durch die Anwendung genereller Regelungen oder durch die Herleitung übertriebener Schlussfolgerungen aus einigen theologischen Überlegungen lösen zu wollen.

3. Indem ich daran erinnere, dass die Zeit mehr wert ist als der Raum, möchte ich erneut darauf hinweisen, dass nicht alle doktrinellen, moralischen oder pastoralen Diskussionen durch ein lehramtliches Eingreifen entschieden werden müssen. Selbstverständlich ist in der Kirche eine Einheit der Lehre und der Praxis notwendig; das ist aber kein Hindernis dafür, dass verschiedene Interpretationen einiger Aspekte der Lehre oder einiger Schlussfolgerungen, die aus ihr gezogen werden, weiterbestehen. Dies wird so lange geschehen, bis der Geist uns in die ganze Wahrheit führt (vgl. Joh 16,13), das heißt bis er uns vollkommen in das Geheimnis Christi einführt und wir alles mit seinem Blick sehen können. Außerdem können in jedem Land oder jeder Region besser inkulturierte Lösungen gesucht werden, welche die örtlichen Traditionen und Herausforderungen berücksichtigen. Denn »die Kulturen [sind] untereinander sehr verschieden, und jeder allgemeine Grundsatz […] muss inkulturiert werden, wenn er beachtet und angewendet werden soll «.[3]
...weiter: https://www.vatican.va/content/francesco/de/apost_exhortations/documents/papa-francesco_esortazione-ap_20160319_amoris-laetitia.html
 
hansfeuerstein 08.10.2026 13:46
Im Grunde bleibt von den Ausdiffernzieren nicht viel übrig, fürchte ich. Was hängen bleibt ist, "anything goes".
 
Herrklavierspieler 08.10.2026 14:32
Ich habe heute erst, in das Schreiben' amoris Laetitia 'hineingelesen.

 Hoffentlich lesen es andere Paare frühzeitig durch. Da sind jede Menge wichtige Hinweise.
Aber ja, man muss sie sich auch zu Herzen nehmen.
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