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Paris: 700.000 Teilnehmer bei Papstmesse

Paris: 700.000 Teilnehmer bei Papstmesse
„Wer Durst hat, komme zu mir und trinke“: Diese Worte Jesu aus dem Evangelium von diesem Samstag waren das Leitmotiv der großen Papstmesse auf der Place de la Concorde, unmittelbar an der Seine gelegen. Nur Gott könne den spirituellen Durst der Menschen von heute wirklich löschen, lautete die Botschaft, die der Papst vom Tiber an die Seine mitgebracht hatte.


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Wer sich politische Zwischentöne erwartet hatte, kam nicht auf seine Kosten – nur in der dritten Fürbitte wurde „für die Regierenden“ gebetet, „auf dass sie, von Weisheit erleuchtet, … den Respekt fördern, den jedes menschliche Leben verdient“. Das konnte, wer wollte, auf das neue Gesetz beziehen, das assistierten Suizid in Frankreich erlaubt und vor dem die Kirche vergeblich gewarnt hatte.

Präsident Emmanuel Macron war nicht zur Messe erschienen; er nimmt an keinem der Gottesdienste während dieser Papstreise teil. Das hatte vorab für ein wenig mediale Aufgeregtheit gesorgt, entspricht aber einfach nur einer Gepflogenheit im streng laizistischen Frankreich. In den Texten des Gottesdienstes gab es auch keinerlei Anspielung auf die traurige Geschichte der Place de la Concorde: Hier erhob sich in Zeiten der Französischen Revolution die berüchtigte Guillotine, hier wurde auch König Ludwig XVI. enthauptet. Traditionell orientierte Katholiken im Land bemühen sich, einen Seligsprechungsprozess für ihn in Gang zu bringen.

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Ein Platz mit trauriger Geschichte
Die Karten für die zentrale Messe des Papstes in Paris waren binnen kurzer Zeit vergriffen gewesen; das starke Interesse an dem Ereignis hatte Veranstalter und Öffentlichkeit überrascht. Dementsprechend hatte man mehr Platz für Teilnehmende geschaffen als ursprünglich geplant, und die Menschenschlange zog sich sogar die berühmten Champs-Élysées hinauf - 700.000 Menschen nahmen nach offiziellen Angaben letztlich an der Messe teil. Als Leo XIV. vor Beginn der Messfeier die Prachtallee im Papamobil entlangfuhr und dabei der Menschenmenge zuwinkte, sorgte das für Bilder, wie man sie noch nicht einmal von der traditionellen 14.-Juli-Parade auf den Champs-Élysées kennt. Doch trotz des Andrangs lief der Gottesdienst in festlich-gesammelter Atmosphäre ab.


„Durst nach Sinn, nach Wahrheit und nach Erfüllung“

„Die Sehnsucht nach Gott wohnt im Innersten unseres Herzens“, sagte Leo XIV. in seiner Predigt. Ein „Durst nach Sinn, nach Wahrheit und nach Erfüllung“ sei das, „der dem Herzen eines jeden Menschen innewohnt“, eine „innere Leere“. „Um diese Leere zu füllen, kann es vorkommen, dass wir nach neuen Freuden suchen, dass wir neue Dinge besitzen wollen, dass wir alles tun, um ‚Spaß zu haben‘, nur um dieses innere Unbehagen nicht zu spüren!“ Doch die Liturgie von diesem Samstag lade in dieser Hinsicht zu einer Gewissenserforschung ein: „Was ist unser tiefster Durst? Was suchen wir wirklich im Leben? Wir alle sehnen uns nach Glück, nach Liebe, nach Selbstverwirklichung. Aber an welcher Quelle versuchen wir, unseren Durst zu stillen?“

Nicht nur eine Nummer auf dem Personalausweis
Klar sei doch, dass „materielle Güter und sofortige Befriedigung“ die Lücke nicht stopfen können. „Mit der Taufe haben wir das lebendige Wasser empfangen, von dem das Evangelium spricht, aber sind wir Christus wirklich persönlich begegnet? Der Mensch ist im Grunde ein ‚sich sehnendes‘ Wesen, und nur Gott kann diese innere Leere füllen.“

Jesus sei der gute Hirt, der uns „zur Quelle des Glücks und des Friedens“ führt, fuhr der Papst fort. „Er kennt jeden und jede von uns mit Namen… In seinen Augen ist keiner von uns eine Nummer auf einem Personalausweis oder ein Identifikationscode, sondern ein Mensch, eine einzigartige und unersetzliche Person.“ Leo lud (ein bisschen Pathos darf auch mal sein) alle „Erben einer langen und schönen Geschichte des Glaubens in Frankreich“ dazu ein, aus der Quelle Jesu zu trinken.


Das Leben ist gleichzeitig verletzlich und herrlich
„Ihr strebt danach, wieder eine lichtvolle Zukunftsperspektive zu entdecken, und nach einer Erneuerung der Nation aus ihren vom Glauben durchdrungenen Wurzeln. Behaltet den Glauben an Jesus Christus nicht nur für euch selbst, sondern lasst ihn überfließen, um den Durst der Menschen zu stillen, denen ihr begegnet, und um ihnen Erfüllung zu schenken. Es ist eure Aufgabe, Hoffnung dorthin zu bringen, wo Entmutigung und geistliche Trockenheit herrschen.“

„Sich der wahren Liebe öffnen“


Das Leben sei gar nicht nur „zerbrechlich, verletzlich und auf den Übergang des Todes ausgerichtet“, sondern gleichzeitig auch „herrlich, voller Wunder und fähig, … sich der wahren Liebe zu öffnen“. Davon zeugten auch die vielen Heiligen, die „dieses wunderschöne Land“ hervorgebracht habe; überraschenderweise nannte der Papst als eines der Beispiele dieser Heiligkeit Jeanne Jugan, aber nicht die ungleich bekanntere „kleine“ Therese von Lisieux, auf die er jedoch während der Meditation am Vorabend mit 80.000 Jugendlichen Bezug genommen hatte.

Ein Dachreiter als Geschenk
„Von dieser schönen Stadt Paris aus bete ich inständig dafür, dass sich das lebendige Wasser des Heiligen Geistes über ganz Frankreich ausbreitet. … (Mögen) überall in Frankreich die Knospen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zur Blüte gelangen".

Erzbischof Laurent Ulrich von Paris überreichte dem Papst eine kleine Reproduktion des Dachreiters von Notre-Dame, der während des Brands der Kathedrale im April 2019 vor den Augen der entsetzten Fernsehzuschauer in aller Welt eingestürzt war. Leo hatte am Donnerstag das in nur fünf Jahren wiederaufgebaute und restaurierte gotische Gotteshaus besucht. Ulrich – der von Leos Vorgänger Franziskus nicht mit dem Kardinalshut bedacht wurde und der deshalb am letzten Konklave nicht teilgenommen hat – bedankte sich beim Papst: „Durch Ihre Anwesenheit und Ihr Wort fühlen sich die Gläubigen in ihrer Sendung bestärkt, das Evangelium zu verkünden, und die Männer und Frauen guten Willens, die den katholischen Glauben nicht teilen, können sich gehört, verstanden, geliebt und auf den Wegen ihres Lebens gestärkt fühlen.“

(vatican news)

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Kommentare

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antonius34 26.09.2026 16:47
Was für eine Vorbereitung Und Logistik, aber sehr gelungen und bildschöne.
 
Herrklavierspieler 26.09.2026 17:04
 
Autumn 26.09.2026 19:08
Wenn diese 700 000 die Gelegenheit und christliche Weltbühne nützen würden,

um ihre Stimme in Solidarität mit den geschundenen Palästinensern zu erheben
und auch für die bedrängten, hilferufenden letzten Christen im Heiligen Land,

was wäre das für ein starkes Zeichen und Erfolg für diese Papstmesse!
 
NicetomeetFEM 26.09.2026 19:26
Meinst im Heiligen Ghaza.

Grabeskirche steht doch noch, oder ?
 
neroli 26.09.2026 19:44
Schon bedauerlich, daß für einen friedlichen Besuch so viel Sicherheitsaufwand nötig ist.
 
Herrklavierspieler 26.09.2026 20:23
@autumn, die Position des Heiligen Stuhl ist seit langem klar kommuniziert, die Kriegsparteien schaffen es (noch ) nicht, einen gerechten Frieden zu schaffen.
 
hansfeuerstein 26.09.2026 20:52
Erfreuliche Bilder jedenfalls.
 
Autumn 26.09.2026 22:49
Schöne Bilder nützen gar nichts.
Sie sind, was sie sind: Schöne Bilder
 
hansfeuerstein 26.09.2026 22:50
Da is viel viel mehr dahinter.
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