kalenderblatt 27.06 - Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob zu T
GEBET
Jesus hat gesagt:„Nicht nur vom Brot lebt der Mensch,
sondern von jedem Wort,
das aus Gottes Mund kommt.“
Darum bitten wir:
Gott, unser Vater.
Verwirrt vom Geschwätz unserer Tage,
erschöpft von Arbeit und Sorgen,
suchen wir dich und rufen:
Komm uns entgegen.
Rede uns an.
Gib uns ein Wort,
das uns ändert und heilt,
das uns nährt und befreit.
Darum bitten wir durch Jesus Christus
ZUR LESUNG Im Jahr 587 ist der salomonische Tempel von den Soldaten Nebukadnezzars zerstört worden. Mit dem Opferkult ist es aus, ebenso mit dem Reich Juda und der davidischen Dynastie. Eine ganze Welt ist untergegangen. Israel hatte seine Aufgabe, vor den Völkern Zeuge des heiligen und lebendigen Gottes zu sein, in den Tagen seines Glanzes nicht erfüllt. Wird es sie jetzt erfüllen, da es unter Gottes Gericht steht? In den Klageliedern (die früher dem Propheten Jeremia zugeschrieben wurden) wird die trostlose Lage geschildert, in der die Reste des Volkes dahinleben. Es wird auch nach den Ursachen des Unglücks gefragt und zur Umkehr gerufen. Vielleicht wird Gott sich dann seinem Volk wieder zuwenden und mit ihm einen neuen Bund schließen. – Dtn 28, 52; Jer 6, 26; 30, 12; 5, 31; 29, 8; Ez 13, 10.
ERSTE LESUNG Klgl 2, 2.10–14.18–19
Ihr Herz schreit laut zum Herrn
2Schonungslos hat der Herr vernichtet
alle Fluren Jakobs,
niedergerissen in seinem Grimm
die Bollwerke der Tochter Juda,
zu Boden gestreckt, entweiht
das Königtum und seine Fürsten.
10Am Boden sitzen, verstummt,
die Ältesten der Tochter Zion,
streuen sich Staub aufs Haupt,
legen Trauerkleider an.
Zu Boden senken den Kopf
die Mädchen von Jerusalem.
11Meine Augen ermatten vor Tränen,
mein Inneres glüht,
meine Leber ist zu Boden geschüttet
wegen des Zusammenbruches
der Tochter, meines Volkes,
da Kind und Säugling verschmachten
auf den Plätzen der Stadt.
12Sie sagen zu ihren Müttern:
Wo ist Brot und Wein?,
da sie wie tödlich verwundet verschmachten
auf den Plätzen der Stadt,
da ihr Leben ausgeschüttet ist
auf dem Schoß ihrer Mütter.
13Wie soll ich dir zureden, was dir gleichsetzen,
Tochter Jerusalem?
Womit kann ich dich vergleichen, wie dich trösten,
Jungfrau, Tochter Zion?
Ja, dein Zusammenbruch ist groß wie das Meer,
wer kann dich heilen?
14Deine Propheten schauten dir Lug und Trug.
Deine Schuld haben sie nicht aufgedeckt,
um dein Schicksal zu wenden.
Sie schauten dir als Prophetenworte
nur Trug und Verführung.
18Ihr Herz schreit laut zum Herrn.
Mauer der Tochter Zion,
lass fließen wie einen Bach die Tränen
Tag und Nacht!
Niemals gewähre dir Ruhe,
nie lass deinen Augapfel rasten!
19Steh auf, klage bei Nacht,
zu jeder Nachtwache Anfang!
Schütte aus wie Wasser dein Herz
vor dem Angesicht des Herrn!
Erhebe zu ihm die Hände
für deiner Kinder Leben,
die vor Hunger verschmachten
an den Ecken aller Straßen!
ZUM EVANGELIUM Auf die Bedeutung der Wunder Jesu weist Matthäus im Schlussvers des heutigen Evangeliums hin (V. 17): So wie Jesus redet und handelt, spiegelt er eine geheimnisvolle Rettergestalt wider, von der der Prophet Jesaja gesprochen hatte. „Gottesknecht“ wird die Erlöserfigur genannt und dieser nimmt Leiden weg und heilt Krankheiten. Der Glaube des heidnischen Hauptmanns und die Heilung seines Dieners deuten außerdem die Erfüllung von Verheißungen an, nach denen in der messianischen Heilszeit auch die Heiden das Erbarmen Gottes erfahren werden. Die Kirche aus Juden und Heiden wird bereits sichtbar. „Herr, ich bin es nicht wert, dass du unter mein Dach einkehrst“, sagt der heidnische Hauptmann. Der Glaube, den Jesus hier rühmt, ist nicht ein bloßes Fürwahrhalten. Er ist wesentlich auch ein tiefes Erschrecken bei der Begegnung mit dem lebendigen Gott und ein unbegrenztes Vertrauen auf sein Erbarmen. – Zusammenfassend berichtet Matthäus in Vers 16 von weiteren Wundern (vgl. 4, 23–25): aber das Evangelium sagt nichts über den Glauben all der Leute, die an jenem Abend geheilt wurden. Trotzdem hilft ihnen Jesus, soweit sie sich helfen lassen. Er will den glimmenden Docht nicht auslöschen. – Lk 7, 1–10; Joh 4, 46–53; Lk 5, 8; Mt 9, 2.22.28; Lk 1, 20; 5, 5.20; 7, 50; Ps 107, 3; Jes 25, 6; Lk 13, 28–29; Röm 11, 12; Mt 13, 42.50; 22, 13; 24, 51; 25, 30; Mk 1, 29–34; Lk 4, 38–41; Jes 53, 4; Joh 1, 29.
Evangelium Mt 8, 5–17
Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob zu Tisch sitzen
In jener Zeit,
5 als Jesus nach Kafárnaum kam,
trat ein Hauptmann an ihn heran
und bat ihn:
6 Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause
und hat große Schmerzen.
7Jesus sagte zu ihm:
Ich will kommen und ihn heilen.
8Und der Hauptmann antwortete:
Herr, ich bin es nicht wert, dass du unter mein Dach einkehrst;
aber sprich nur ein Wort,
dann wird mein Diener gesund!
9Denn auch ich muss Befehlen gehorchen
und ich habe selbst Soldaten unter mir;
sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er,
und zu einem andern: Komm!, so kommt er,
und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es.
10Jesus war erstaunt, als er das hörte,
und sagte zu denen, die ihm nachfolgten:
Amen, ich sage euch:
Einen solchen Glauben
habe ich in Israel noch bei niemandem gefunden.
11Ich sage euch:
Viele werden von Osten und Westen kommen
und mit Abraham, Ísaak und Jakob
im Himmelreich zu Tisch sitzen;
12aber die Söhne des Reiches
werden hinausgeworfen in die äußerste Finsternis;
dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.
13Und zum Hauptmann sagte Jesus: Geh!
Es soll dir geschehen, wie du geglaubt hast.
Und in derselben Stunde wurde sein Diener gesund.
14Jesus ging in das Haus des Petrus
und sah
dessen Schwiegermutter mit Fieber daniederliegen.
15Da berührte er ihre Hand
und das Fieber wich von ihr,
sie stand auf und diente ihm.
16Am Abend brachte man viele Besessene zu ihm.
Er trieb mit seinem Wort die Geister aus und heilte alle Kranken,
17damit sich erfüllen sollte,
was durch den Propheten Jesája gesagt worden ist:
Er hat unsere Leiden auf sich genommen
und unsere Krankheiten getragen.
FÜRBITTEN
Gott begleitet uns auf dem Lebensweg. Ihn dürfen wir voller Zuversicht bitten:
■ Überwinde in unserer Welt die Macht des Bösen durch die Kraft deiner Gerechtigkeit und Liebe.
■ Bewahre die Einflussreichen in Politik, Wirtschaft und Medien vor dem Missbrauch ihrer Macht.
■ Heile die Christen der verschiedenen Konfessionen von den Wunden der Spaltungen und des gegenseitigen Missverstehens.
■ Begleite unser Arbeiten und unsere Freizeit mit deinem Segen, damit wir in all unserem Tun und auch in der Ruhe deine Gegenwart erfahren.
Lebendiger Gott, du hast Jesus aus dem Tod errettet; erneuere deine Schöpfung und führe uns alle zur vollkommenen Freude, durch ihn, Christus, unseren Herrn.
Amen.
https://schott.erzabtei-beuron.de/jk12/Samstag.htm?datum=2026-06-27&r=1
„Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund“
Rev. D. Antoni CAROL i Hostench (Sant Cugat del Vallès, Barcelona, Spanien)
Heute, Im Evangelium, betrachten wir die Liebe, den Glauben, das Vertrauen und die Bescheidenheit eines Hauptmanns, der seinen Diener sehr schätzt. Er kümmert sich so sehr um ihn, dass er fähig ist, sich vor Jesus zu beugen und ihn zu bitten: “Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat grosse Schmerzen” (Matth 8, 6). Diese Bitte für andere, insbesondere für einen Diener, bekommt eine sofortige Antwort von Jesus: “Ich will kommen und ihn heilen” (Matth 8, 7). Und dies alles führt zu einer Reihe von Akten des Glaubens und Vertrauens. Der Hauptmann fühlt sich nicht würdig, und neben diesem Gefühl äussert er seinen Glauben vor Jesus und allen, die dort anwesend waren. Und Jesus reagiert: “Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemandem gefunden” (Matth 8, 10).
Wir können uns fragen, was Jesus bewegt, das Wunder zu vollbringen. Wie oft bitten wir und es sieht so aus, als würde Gott uns nicht erhören! Und das passiert, obwohl wir genau wissen, dass Gott uns immer zuhört! Was geschieht? Wir gehen davon aus, dass wir richtig beten, aber: Tun wir das wie der Hauptmann? Sein Gebet ist nicht egoistisch, sondern voller Liebe, Bescheidenheit und Vertrauen. Nach St. Petrus Chrysologus:”Die Kraft der Liebe misst nicht die Möglichkeiten. (…). Die Liebe ist nicht urteilsfähig, denkt nicht nach, kennt keine Gründe. Die Liebe trägt keine Resignation vor der Unmöglichkeit mit, sie lässt sich von keinerlei Schwierigkeit einschüchtern”. Ist mein Gebet damit zu vergleichen?
“Und der Hauptmann antwortete: Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund“ (Matth 8,8). Das ist die Antwort des Hauptmanns. Sind deine Gefühle so ähnlich? Ist dein Glaube so fest? “Nur der Glaube kann dieses Geheimnis erfassen, dieser Glaube, der Fundament und Grundlage von dem ist, was die Erfahrung und das natürliche Wissen übertrifft” (St. Maximun) Wenn es so ist, dann kannst du auch hören:
” Geh! Es soll geschehen, wie du geglaubt hast.“ Und in derselben Stunde wurde der Diener gesund.“ (Matth 8, 13).
Heilige Maria, Jungfrau und Mutter! Meisterin des Glaubens, der Hoffnung und der achtsamen Liebe, zeig uns, wie wir am besten beten sollen, damit wir vom Herrn alles bekommen, was wir brauchen.
https://evangeli.net/evangelium/tag/2026-06-27