Kalenderblatt 25.06 - Auf Fels gebaut – auf Sand gebaut
GEBET
Gütiger Gott,durch das Wirken deiner Gnade
schenkst du uns schon auf Erden
den Anfang des ewigen Lebens.
Vollende, was du in uns begonnen hast,
und führe uns hin zu jenem Licht,
in dem du selber wohnst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
ZUR LESUNG Unter den Nachfolgern Joschijas ging das Reich Juda rasch seinem Ende entgegen. Im Osten war nach dem Fall von Ninive das neubabylonische Reich an die Stelle des assyrischen getreten. Nebukadnezzar II. unternahm im Jahr 602 seinen ersten, 598 den zweiten Feldzug nach Palästina. Damals plünderte er Stadt und Tempel von Jerusalem und führte die ganze Oberschicht in die Gefangenschaft. Auch der Prophet Ezechiel wurde damals weggeführt. Jeremia konnte mit den kümmerlichen Resten in Jerusalem bleiben. Auch ein davidischer König blieb dort. Dieser Rest hätte die Möglichkeit gehabt, als Volk zu überleben, hätte nicht der neue König Zidkija sich in politische Abenteuer gestürzt. Aber alles kam, „wie der Herr durch seine Diener, die Propheten, angedroht hatte“ (24, 2; vgl. 17, 23). An dieser Bemerkung wird sichtbar, wie der biblische Verfasser den ganzen Verlauf dieser Geschichte beurteilt: Seit der Zeit des Mose haben die Propheten immer wieder warnend auf die religiösen und sozialen Missstände im Land hingewiesen. Man hörte nicht auf sie, nun kam das Gericht. – Dtn 4, 25–28; 2 Chr 36, 9–10; Jer 27, 19–20; Ez 17, 12–18; Jer 24; 37, 1–2.
ERSTE LESUNG 2 Kön 24, 8–17
Der babylonische König verschleppte Jojachin und die einflussreichsten Männer des Landes nach Babel
8Jójachin war achtzehn Jahre alt, als er König wurde,
und regierte drei Monate in Jerusalem.
Seine Mutter hieß Nehúschta
und war eine Tochter Élnatans aus Jerusalem.
9Wie sein Vater tat er, was böse war in den Augen des Herrn.
10In jener Zeit
zogen die Truppen Nebukadnézzars, des Königs von Babel,
gegen Jerusalem
und belagerten die Stadt.
11Als dann König Nebukadnézzar von Babel
selbst vor der Stadt erschien,
während seine Krieger sie belagerten,
12 ging Jójachin, der König von Juda,
mit seiner Mutter, seinen Dienern, Fürsten und Kämmerern
zum König von Babel hinaus
und dieser nahm ihn im achten Jahr seiner Regierung fest.
13Nebukadnézzar nahm auch alle Schätze des Hauses des Herrn
und die Schätze des königlichen Palastes weg
und zerbrach alle goldenen Geräte,
die Sálomo, der König von Israel,
im Haus des Herrn hatte anfertigen lassen,
so wie es der Herr gesagt hatte.
14Von ganz Jerusalem
verschleppte er alle Vornehmen und alle wehrfähigen Männer,
insgesamt zehntausend Mann,
auch alle Schmiede und Schlosser.
Von den Bürgern des Landes
blieben nur die geringen Leute zurück.
15Jójachin verschleppte er nach Babel.
Auch die Mutter des Königs,
die königlichen Frauen und Kämmerer
sowie die einflussreichen Männer des Landes
verschleppte er von Jerusalem nach Babel,
16dazu alle Wehrfähigen, siebentausend Mann,
die Schmiede und Schlosser, tausend an der Zahl,
lauter kriegstüchtige Männer.
Sie alle verschleppte der babylonische König nach Babel.
17Dann machte der König von Babel
den Mattánja, den Onkel Jójachins, an dessen Stelle zum König
und änderte seinen Namen in Zidkíja.
ZUM EVANGELIUM Die Bergpredigt, die mit den Seligpreisungen begonnen hat, endet mit einer ernsten Warnung. Es genügt nicht, den Willen Gottes zu studieren, davon zu reden oder reden zu hören. „Klug“ ist in dieser entscheidenden Zeit, die mit dem Auftreten Jesu angebrochen ist, wer die Situation begreift und danach handelt. Wer ahnungslos vor sich hin lebt, vertut die Zeit und hat am Ende umsonst gelebt. Jesus spricht wie ein Prophet, und er ist mehr als ein Prophet. Er bringt nicht nur eine Allerweltsmoral für anständige Menschen. Seine Botschaft ist Anspruch, sie verlangt Entscheidung vor der Tatsache, dass Gott seine Königsherrschaft geltend macht. – Lk 6, 46–49; Jes 29, 13–14; Am 5, 21–24; Jak 1, 22; 2, 14–17; Mt 25, 11–12; Lk 13, 26–27; Spr 10, 25; 12, 3–7; 1 Joh 3, 18; 2, 17; Ez 33, 31; 13, 10–14.
Evangelium Mt 7, 21–29
Auf Fels gebaut – auf Sand gebaut
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
21Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!,
wird in das Himmelreich kommen,
sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.
22Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr,
sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten
und haben wir nicht in deinem Namen Dämonen ausgetrieben
und haben wir nicht in deinem Namen
viele Machttaten gewirkt?
23Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht.
Weg von mir, ihr Gesetzlosen!
24Jeder, der diese meine Worte hört und danach handelt,
ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute.
25Als ein Wolkenbruch kam
und die Wassermassen heranfluteten,
als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten,
da stürzte es nicht ein;
denn es war auf Fels gebaut.
26Und jeder, der diese meine Worte hört
und nicht danach handelt,
ist ein Tor, der sein Haus auf Sand baute.
27Als ein Wolkenbruch kam
und die Wassermassen heranfluteten,
als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten,
da stürzte es ein
und wurde völlig zerstört.
28Und es geschah, als Jesus diese Rede beendet hatte,
war die Menge voll Staunen über seine Lehre;
29denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat,
und nicht wie ihre Schriftgelehrten.
FÜRBITTEN
Zu Jesus Christus, dem menschgewordenen Wort Gottes, wollen wir beten:
■ Für die Kirche auf der ganzen Erde: Dass sie die Zeichen der Zeit erkennt und mit ganzer Kraft die frohe Botschaft verkündet.
■ Für die Regierenden: Dass ihren Worten und Versprechungen konkrete Taten folgen.
■ Für alle, die durch Katastrophen oder Kriege ihre Lebensgrundlage verloren haben: Dass ihnen ein neuer Anfang möglich wird.
■ Für die Gleichgültigen: Rüttle sie auf und mache sie bereit zum Engagement für die Mitmenschen.
■ Für uns selbst: Dass wir mit Entschlossenheit dein Wort in unserem alltäglichen Leben verwirklichen.
Herr, unser Gott, du bist unsere Zuflucht und unser Fels. Erhöre unser Gebet durch Christus, unseren Herrn. – A: Amen.
https://schott.erzabtei-beuron.de/jk12/Donnerstag.htm?datum=2026-06-25&r=1
Heute bewegt uns die kategorische Aussage von Jesus: „Nicht jeder, der zu mir sagt: ‚Herr! Herr!‘, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt“ (Mt 7,21). Diese Aussage verlangt von uns zumindest Verantwortung in unserer Rolle als Christen, aber gleichzeitig fühlen wir auch die Dringlichkeit ein gutes Zeugnis unseres Glaubens zu geben.
Das Haus auf Stein zu bauen ist ein klares Bild das uns einlädt unsere Verbindlichkeit mit dem Glauben zu würdigen, sich nicht nur auf schöne Worte zu beschränken, sondern sie durch die Überlegenheit von Taten zu untermauern, die gezeichnet sind von Nächstenliebe. An einem Tag im Juni, erinnert die Kirche an das Leben von Sankt Pelayo, dem Märtyrer der Keuschheit, an der Schwelle der Jugend. Der heilige Bernhard, wenn er an das Leben von Pelayo erinnert, erzählt uns in seiner Abhandlung über die Gewohnheiten und die Geheimnisse der Bischöfe: „die Keuschheit, auch wenn sie noch so schön ist, hat keinen Wert und ist kein Verdienst ohne Nächstenliebe. Reinheit ohne Liebe ist wie eine Lampe ohne Öl; aber eine Volksweisheit sagt: „Wie wunderschön ist die Weisheit mit Liebe! Mit dieser Liebe von der uns der Apostel erzählt: die eines reinen Herzens, eines reinen Gewissens und ehrlichen Glaubens.“
Ein klares Wort, mit der Kraft der Nächstenliebe, unterstreicht die Autorität von Jesus, die Erstaunen bei seinen Mitbürgern geweckt hat: „die Menge war sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten“ (Mt 7,28-29). Unsere heutige Fürbitte und Besinnlichkeit sollte von einer ernsten Überlegung begleitet werden: wie spreche und benehme ich mich in meinem Leben als Christ? Wie belege ich mein Zeugnis? Wie setze ich das Gebot der Liebe in meinem Leben um, persönlich, bei der Familie, in der Arbeit, etc.? Es zählen weder die Worte noch die Gebete ohne Verbindlichkeit, sondern die Arbeit nach dem Projekt Gottes zu leben. Unser Gebet sollte immer unseren Wunsch Gutes zu tun ausdrücken und auch eine Bitte um Hilfe sein, da wir unsere eigene Schwäche erkennen.
- Herr, möge unser Gebet immer von der Kraft der Nächstenliebe begleitet sein.
Gedanken zum Evangelium des Tages
„Lasst uns nicht Türme ohne Fundament bauen, denn der Herr achtet nicht so sehr auf die Größe der Werke, sondern auf die Liebe, mit der sie getan werden" (Heilige Teresa von Jesus)
„In der Heilsgeschichte gibt es zahlreiche Beispiele von Heiligen, die ihr Leben auf das Wort Gottes gebaut haben. In Christus verwurzelt zu sein bedeutet, konkret auf den Ruf Gottes zu antworten, ihm zu vertrauen und sein Wort in die Tat umzusetzen" (Benedikt XVI.)
„Das neue Gesetz enthält neben seinen Geboten die evangelischen Räte. Die Heiligkeit der Kirche wird in besonderer Weise gefordert durch die vielfachen Räte, deren Beobachtung der Herr im Evangelium seinen Jüngern vorlegt (LG 42)". (Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1986)
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