Kalenderblatt 20.06 - Sorgt euch nicht um morgen!
ZUR LESUNG Der König Joasch war dem Blutbad entgangen, das Atalja in Jerusalem unter den Söhnen des Königs Ahasja angerichtet hatte (gestrige Lesung). Mit sieben Jahren war Joasch König geworden, und solange der Hohepriester Jojada lebte, ging es gut: Dann begann von neuem der Abfall zum Baalskult. Secharja, der Sohn des Jojada, erhebt zwar prophetisch warnend seine Stimme, er wird aber im Vorhof des Tempels, „zwischen Tempel und Altar“, gesteinigt. Jesus nennt diesen Secharja als den Letzten der unschuldig Ermordeten, deren lange Reihe mit Abel beginnt und in die auch Jesus selbst eintreten wird. Erst sein Tod wird dieser Unheilsgeschichte ein Ende machen; er wird nicht (wie Secharja) mit einem Gebet um Rache sterben, sondern mit der Bitte: Vater, vergib ihnen! – Mt 23, 35; 2 Kön 12, 18–22; Dtn 32, 30.
ERSTE LESUNG 2 Chr 24, 17–25
Sie taten sich gegen Secharja zusammen und steinigten ihn im Hof des Hauses des Herrn
17Nach dem Tod des Priesters Jojáda
kamen die führenden Männer Judas zum König
und warfen sich vor ihm nieder.
Dieser hörte damals auf sie,
18sodass sie den Bund des Herrn, des Gottes ihrer Väter, verließen
und die Kultpfähle und Götzenbilder verehrten.
Wegen dieser Schuld
kam ein Zorngericht über Juda und Jerusalem.
19Der Herr schickte Propheten zu ihnen,
um sie zur Umkehr zum Herrn zu bewegen,
aber man hörte nicht auf ihre Warnung.
20Da kam der Geist Gottes über Sechárja,
den Sohn des Priesters Jojáda.
Er trat vor das Volk und hielt ihm vor:
So spricht Gott: Warum übertretet ihr die Gebote des Herrn?
So könnt ihr kein Glück mehr haben.
Weil ihr den Herrn verlassen habt,
wird er euch verlassen.
21Sie aber taten sich gegen ihn zusammen
und steinigten ihn auf Befehl des Königs
im Hof des Hauses des Herrn.
22König Joasch dachte nicht mehr an die Treue,
die ihm Jojáda, sein Vater, erwiesen hatte,
sondern ließ dessen Sohn töten.
Dieser aber rief sterbend aus:
Der Herr möge es sehen und vergelten.
23Um die Jahreswende zog das Heer der Aramäer gegen Joasch.
Sie drangen nach Juda und Jerusalem vor
und machten alle führenden Männer des Volkes nieder.
Ihre gesamte Beute brachte man zum König von Damáskus.
24Mit nur wenig Kriegern war das Heer der Aramäer gekommen;
aber der Herr gab ein sehr großes Heer in ihre Hand,
weil die Israeliten den Herrn, den Gott ihrer Väter,
verlassen hatten.
So vollzogen die Aramäer an Joasch das Strafgericht.
25Als sie abzogen und ihn schwerkrank zurückließen,
verschworen sich seine Diener gegen ihn
wegen der Blutschuld am Sohn des Priesters Jojáda
und erschlugen ihn auf seinem Bett.
Man begrub ihn in der Davidstadt,
aber nicht in den Gräbern der Könige.
ZUM EVANGELIUM Auf das Wort vom gesunden Auge, das den Menschen in die Welt des Lichts hineinstellt (6, 22–23), folgt das Wort von den zwei Herren, Gott und dem Mammon (V. 24), und die Spruchreihe von den Vögeln des Himmels und den Lilien des Feldes (V. 25–34). Mammon ist das Geld, das zum Götzen (zum „Schatz“) geworden ist. Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen: Die Wahrheit dieses Wortes ist heute wie damals mit Händen zu greifen. Gott und der Mammon beanspruchen den ganzen Menschen, allerdings auf sehr verschiedene Weise: Der Mammon macht ihn zum Sklaven, Gott macht ihn frei – auch dazu, dass er vom Geld den richtigen Gebrauch macht. Um die Freiheit des Menschen und die neue Gerechtigkeit geht es auch in den Versen 25–34. Die Vögel des Himmels und die Lilien des Feldes lehren den Jünger Jesu nicht eine gedankenlose Sorglosigkeit, sondern die Wahrheit von Gottes Herrschaft und seiner Gerechtigkeit (V. 33). Es braucht aber das „gesunde Auge“ des aufrichtigen Menschen, um in den geschaffenen Dingen Gottes Nähe zu erkennen, nicht als eine allgemeine Weisheit, sondern als täglich neues Ereignis und Wunder. So besteht nach diesem Evangelium Christsein darin, vor Gott zuzugeben, dass man „arm“ ist, aber auch bereit zu sein, sich unendlich beschenken zu lassen. – Mt 19, 21–26; Lk 16, 13; Ijob 31, 24; Ps 62, 11; Eph 5, 5; Lk 12, 22–31; Ps 145, 15–16; Phil 4, 6; Ps 147, 9; 1 Kön 10, 1–29; 3, 13; Weish 1, 1; Jak 4, 13–14.
Evangelium Mt 6, 24–34
Sorgt euch nicht um morgen!
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
24Niemand kann zwei Herren dienen;
er wird entweder den einen hassen und den andern lieben
oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten.
Ihr könnt nicht Gott dienen
und dem Mammon.
25Deswegen sage ich euch:
Sorgt euch nicht um euer Leben,
was ihr essen oder trinken sollt,
noch um euren Leib,
was ihr anziehen sollt!
Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung
und der Leib mehr als die Kleidung?
26Seht euch die Vögel des Himmels an:
Sie säen nicht,
sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen;
euer himmlischer Vater ernährt sie.
Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?
27Wer von euch kann mit all seiner Sorge
sein Leben auch nur um eine kleine Spanne verlängern?
28Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung?
Lernt von den Lilien des Feldes, wie sie wachsen:
Sie arbeiten nicht und spinnen nicht.
29Doch ich sage euch:
Selbst Sálomo war in all seiner Pracht
nicht gekleidet wie eine von ihnen.
30Wenn aber Gott schon das Gras so kleidet,
das heute auf dem Feld steht
und morgen in den Ofen geworfen wird,
wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!
31Macht euch also keine Sorgen
und fragt nicht: Was sollen wir essen?
Was sollen wir trinken?
Was sollen wir anziehen?
32Denn nach alldem streben die Heiden.
Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht.
33Sucht aber zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit;
dann wird euch alles andere dazugegeben.
34Sorgt euch also nicht um morgen;
denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen.
Jeder Tag hat genug an seiner eigenen Plage.
Jesus Christus hat gesagt:„Sorgt euch nicht um euer Leben!
Ängstigt euch nicht!
Euch soll es um das Reich Gottes gehen;
dann wird euch das andere dazugegeben.“
Darum beten wir:
Gott.
Wir fürchten,
wenn wir uns auf dich einlassen,
wird unser Leben noch schwerer;
wenn wir uns für deine Sache mühn,
kommen wir selber zu kurz.
Mach uns frei von der Angst.
Gib uns Freude an deinem Reich
und lass uns erfahren,
dass dir allein die Zukunft gehört.
Das gewähre uns durch Jesus Christus
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