12.06.26 Hochfest Heiligstes Herz Jesu
Die Propheten des Alten Bundes haben als das größte Geheimnis Gottes seine Liebe erkannt, und zwar die Liebe zu seinem Volk, das dieser Liebe immer wieder davonlief. In Jesus ist die Liebe Gottes sichtbar und greifbar geworden, und am Kreuz wurde sie zur „Torheit“ (1 Kor 1, 23). Sie ist das Zeichen des Widerspruchs, sie ist aber auch die einzige Hoffnung für die Menschen in ihrer Not.
Zur 1. Lesung Warum hat Gott das Volk Israel in dieser Weise ausgewählt? Auf diese Frage gibt es nur eine Antwort: Weil er selbst es wollte. Die Antwort ist kaum verständlich; die Schrift nennt sie „Liebe“. Das Leben des Gottesvolkes und das Leben des einzelnen Menschen entscheidet sich daran, dass er in Treue und Gehorsam auf die erfahrene Liebe antwortet. Das Herz eines einzigen Menschen, des Gottmenschen Jesus Christus, war fähig, die vollkommene Antwort zu geben.
Erste Lesung Dtn 7, 6–11
Der HERR hat euch ins Herz geschlossen und ausgewählt
Mose sprach zum Volk:
6Du bist ein Volk,
das dem Herrn, deinem Gott, heilig ist.
Dich hat der Herr, dein Gott, ausgewählt,
damit du unter allen Völkern, die auf der Erde leben,
das Volk wirst, das ihm persönlich gehört.
7Nicht weil ihr zahlreicher als die anderen Völker wäret,
hat euch der Herr ins Herz geschlossen und ausgewählt;
ihr seid das kleinste unter allen Völkern.
8Weil der Herr euch liebt
und weil er auf den Schwur achtet,
den er euren Vätern geleistet hat,
deshalb hat der Herr euch mit starker Hand herausgeführt
und dich aus dem Sklavenhaus freigekauft,
aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten.
9Daran sollst du erkennen:
Der Herr, dein Gott, ist der Gott;
er ist der treue Gott;
noch nach tausend Generationen bewahrt er den Bund
und erweist denen seine Huld, die ihn lieben
und seine Gebote bewahren.
10Denen aber, die ihn hassen,
vergilt er ins Angesicht
und tilgt einen jeden aus;
er zögert nicht, wenn er ihn hasst,
sondern vergilt ihm ins Angesicht.
11Deshalb sollst du das Gebot bewahren
und die Gesetze und die Rechtsentscheide,
auf die ich dich heute verpflichte,
und du sollst sie halten.
Zur 2. Lesung Durch den menschgewordenen Sohn hat Gott zu uns allen das Ja seiner Liebe gesagt. Ob wir die Liebe Gottes annehmen, wird daran sichtbar, dass wir den Mitmenschen als Bruder und Schwester, als Nächsten, in unser Leben hereinnehmen. Wenn wir ihn als den anderen, als Fremden draußen stehen lassen, dann weisen wir die Liebe Gottes zurück. An Jesus glauben heißt an die Liebe glauben. Und nur wer liebt, kann glauben.
Zweite Lesung 1 Joh 4, 7–16
Darin besteht die Liebe: Nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat
7Geliebte, wir wollen einander lieben;
denn die Liebe ist aus Gott
und jeder, der liebt, stammt von Gott
und erkennt Gott.
8Wer nicht liebt,
hat Gott nicht erkannt;
denn Gott ist Liebe.
9Darin offenbarte sich die Liebe Gottes unter uns,
dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat,
damit wir durch ihn leben.
10Darin besteht die Liebe:
Nicht dass wir Gott geliebt haben,
sondern dass er uns geliebt
und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat.
11Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat,
müssen auch wir einander lieben.
12Niemand hat Gott je geschaut;
wenn wir einander lieben,
bleibt Gott in uns
und seine Liebe ist in uns vollendet.
13Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben
und er in uns bleibt:
Er hat uns von seinem Geist gegeben.
14Wir haben geschaut und bezeugen,
dass der Vater den Sohn gesandt hat
als Retter der Welt.
15Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist,
in dem bleibt Gott
und er bleibt in Gott.
16Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt
und gläubig angenommen.
Gott ist Liebe,
und wer in der Liebe bleibt,
bleibt in Gott
und Gott bleibt in ihm.
Zum Evangelium Die „Weisen und Klugen“, die angesehenen Leute in Israel, zufrieden mit sich und ihrer Position, haben Jesus nicht verstanden. Jesus kennt die Absicht Gottes; er wendet sich den Armen zu, den hungrigen und müden Menschen gilt seine Einladung und seine Verheißung.
Evangelium Mt 11, 25–30
Lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig
25In jener Zeit sprach Jesus:
Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde,
weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen
und es den Unmündigen offenbart hast.
26Ja, Vater,
so hat es dir gefallen.
27Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden;
niemand kennt den Sohn,
nur der Vater,
und niemand kennt den Vater,
nur der Sohn
und der, dem es der Sohn offenbaren will.28Kommt alle zu mir,
die ihr mühselig und beladen seid!
Ich will euch erquicken.
29Nehmt mein Joch auf euch
und lernt von mir;
denn ich bin gütig und von Herzen demütig;
und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele.
30Denn mein Joch ist sanft
und meine Last ist leicht.
Ich will euch erquicken.