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Kalenderblatt Zehnter Sonntag im Jahreskreis - Barmerzigkeit

Kalenderblatt Zehnter Sonntag im Jahreskreis - Barmerzigkeit
Barmherzigkeit hat in unserer Sprache keinen besonders guten Klang. Wir wollen zuerst Gerechtigkeit. Aber sagen wir statt Barmherzigkeit einmal Zuwendung, Verständnis, Hilfsbereitschaft, Versöhnung: All das lässt sich nicht durch Gesetze erzwingen, es kann nur aus dem Herzen kommen. Ohne diese Barmherzigkeit (oder wie wir es nennen wollen), ohne die Liebe, die dem anderen Gutes will und Gutes tut, ist unser ganzer Gottesdienst nichts wert.


Erste Lesung Hos 6, 3–6
An Liebe habe ich Gefallen, nicht an Schlachtopfern


3Lasst uns den Herrn erkennen,
ja lasst uns nach der Erkenntnis des Herrn jagen!
Er kommt so sicher wie das Morgenrot;
er kommt zu uns wie der Regen,
wie der Frühjahrsregen, der die Erde tränkt.

4Was soll ich mit dir tun, Éfraim?
Was soll ich mit dir tun, Juda?
Eure Liebe ist wie eine Wolke am Morgen
und wie der Tau, der bald vergeht.

5Darum habe ich durch die Propheten zugeschlagen,
habe sie durch die Worte meines Mundes umgebracht.
Dann wird mein Recht hervorbrechen wie das Licht.

6Denn an Liebe habe ich Gefallen, nicht an Schlachtopfern,
an Gotteserkenntnis mehr als an Brandopfern.


Zur 1. Lesung  Im vorangehenden Bußgebet Hos 6, 1–3 hatte das Volk von der Rückkehr zu Gott gesprochen und von Rettung als der erwarteten Frucht des Bußgottesdienstes. Aber was soll ein Bußgottesdienst, wo kein ernster Wille zur Umkehr vorhanden ist? Gott will nicht einen äußerlichen Opferkult, sondern Liebe und Gotteserkenntnis: lebendiges Wissen um den hier und jetzt anwesenden, schenkenden und fordernden Gott.


Zweite LesungRöm 4, 18–25
Er wurde stark im Glauben, indem er Gott die Ehre erwies


Schwestern und Brüder!
18Gegen alle Hoffnung
hat Abraham voll Hoffnung geglaubt,
dass er der Vater vieler Völker werde,
nach dem Wort:
So zahlreich werden deine Nachkommen sein.

19Ohne im Glauben schwach zu werden,
bedachte er, der fast Hundertjährige,
dass sein Leib und auch Saras Mutterschoß schon erstorben waren.

20Er zweifelte aber nicht im Unglauben an der Verheißung Gottes,
sondern wurde stark im Glauben,
indem er Gott die Ehre erwies,

21fest davon überzeugt,
dass Gott die Macht besitzt, auch zu tun, was er verheißen hat.

22Darum wurde es ihm auch als Gerechtigkeit angerechnet.

23Doch nicht allein um seinetwillen
steht geschrieben: Es wurde ihm angerechnet

24 sondern auch um unseretwillen,
denen es angerechnet werden soll,
uns, die wir an den glauben,
der Jesus, unseren Herrn, von den Toten auferweckt hat.

25Wegen unserer Verfehlungen wurde er hingegeben,
wegen unserer Gerechtmachung wurde er auferweckt.

Zur 2. Lesung  Nicht durch Erfüllung des mosaischen Gesetzes oder anderer Gesetze wird der Mensch vor Gott gerecht, sondern durch den Glauben (Röm 3, 22). Der Glaube Abrahams war Hoffnung, Vertrauen, Gehorsam. Er hat Gott als den anerkannt, der sein Wort wahr macht, selbst da, wo es ganz unmöglich scheint. Wer so, ohne Vorbehalt, zu Gott ja sagt und sich in seine Hände gibt, zu dem sagt auch Gott ja; der ist „gerecht“, das heißt: von Gott angenommen.


Evangelium Mt 9, 9–13
Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder

In jener Zeit
9 sah Jesus einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen
und sagte zu ihm: Folge mir nach!
Und Matthäus stand auf
und folgte ihm nach.

10Und als Jesus in seinem Haus bei Tisch war,
siehe, viele Zöllner und Sünder kamen
und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern.

11Als die Pharisäer das sahen,
sagten sie zu seinen Jüngern:
Wie kann euer Meister
zusammen mit Zöllnern und Sündern essen?

12Er hörte es
und sagte: Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes,
sondern die Kranken.

13Geht und lernt,
was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer!
Denn ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen,
sondern Sünder.

Zum Evangelium  Für die gesetzestreuen Pharisäer ist es ein Ärgernis, dass Jesus sich mit Zöllnern und Sündern an einen Tisch setzt, weil er sich dadurch unrein macht. Jesus aber beruft sich auf seine Sendung und auf den Willen Gottes. Er ist als Arzt für die Kranken gekommen; deshalb können hier keine Reinheitsvorschriften gelten, und seine Tischgemeinschaft mit den Sündern ist ein wirklicher Gottesdienst. Erbarmen und helfende Liebe ist der Dienst, den Gott eigentlich will.

Kommentare

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pieter49 07.06.2026 11:57
An Liebe habe ich gefallen, nicht an Schlachtopfern

Denn ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer, an der Erkenntnis Gottes und nicht am Brandopfer.

Hosea 6,6
 
hansfeuerstein 07.06.2026 12:34
Barmherzigkeit ist eine Haltung, zu der manche Menschen von Natur aus nie finden werden, meine Beobachtung. Die Einen haben es, die anderen werden es nie haben..... was soll man sagen.
 
antonius34 07.06.2026 12:57
 
Shira 07.06.2026 13:13
Wer keine Barmherzigkeit übt, wird selbst Barmherzigkeit brauchen und keine finden. Denn mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird euch zugemessen werden (Mt 7,2), und das Gericht ist unbarmherzig gegen den, der kein Erbarmen geübt hat (Jak 2,13).

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