ZDF löscht "logo!"-Beitrag über Kirchen aus Archiv
Heute, 19:15
ZDF löscht "logo!"-Beitrag über Kirchen aus Archiv
Heute, 19:15
ZDF löscht "logo!"-Beitrag über Kirchen aus Archiv
Intendant entschuldigte sich
Mainz ‐ Austritte, Angst vor der Hölle, Ablasshandel: In einem 90-Sekunden-Beitrag für Kinder im ZDF kam die Kirche nicht gut weg. Das Video ist nun gelöscht. Damit scheint die Sache aber noch nicht vom Tisch zu sein.
Das ZDF hat sich für eine umstrittene Sendung der Kindernachrichten "logo!" entschuldigt. Der Beitrag über Kirchen sei "aus dem Archiv unserer Erklärstücke entfernt worden", schrieb ZDF-Intendant Norbert Himmler in einer Antwort auf mehrere Beschwerden, wie die christliche Medieninitiative "Pro" berichtete. Auch sie hatte Programmbeschwerde beim Mainzer Sender eingereicht. In der ZDF-Mediathek erscheint anstelle des Beitrags jetzt ein Hinweis.
Zuschauerinnen und Zuschauer hatten bemängelt, dass in der Sendung das Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan überwiegend positiv dargestellt worden sei, während das anschließende Erklärvideo zur Geschichte der Kirche einen stark kritischen Fokus gehabt habe. Austritte, Angst vor der Hölle und Ablasshandel nahmen viel Raum ein. Neben dem Vorwurf einer tendenziösen Gegenüberstellung brachten Kritiker auch vor, dass in dem Beitrag viele Informationen fehlten.
"Tatsächlich war die Kombination beider Inhalte innerhalb einer einzigen 'logo!'-Sendung ein Fehler, da dadurch der Eindruck einer beabsichtigten Gegenüberstellung entstehen konnte", schrieb Himmler in seiner von "Pro" veröffentlichten Antwort. "Dies war seitens der Redaktion jedoch keinesfalls intendiert. Vielmehr wurden ursprünglich beide Beiträge unabhängig voneinander geplant und behandelten unterschiedliche aktuelle Anlässe: Anlass für das Erklärvideo zu den christlichen Kirchen waren neu veröffentlichte Mitgliederzahlen der beiden großen Kirchen in Deutschland, während der Beitrag zum Ramadan-Ende angekündigt wurde, da dessen Feier an jenem Tag begann."
Beschwerde im ZDF-Fernsehrat?
Es sei planerisch nicht beabsichtigt gewesen, beide Beiträge inhaltlich miteinander zu verknüpfen. "Die Redaktion bedauert sehr, dass dies bei Ihnen und auch bei anderen Zuschauerinnen und Zuschauern zu Irritation, Verärgerung oder dem Gefühl mangelnder Ausgewogenheit geführt hat." Man nehme die Hinweise zu inhaltlichen Verkürzungen und zur fachlichen Tiefe der Darstellung sehr ernst. "Im Nachhinein ist sich die Redaktion bewusst, dass es schwerlich möglich ist, die Fragestellung der historischen Entwicklung der christlichen Kirchen in einem anderthalbminütigen Beitrag angemessen und in all ihren theologischen und gesellschaftlichen Dimensionen darzustellen."
Der "Pro"-Geschäftsführer Christoph Irion erwiderte, man nehme die Antwort des Intendanten mit Respekt zur Kenntnis. "Wir begrüßen ausdrücklich, dass das ZDF die Kritik an der 'logo!'-Sendung ernst nimmt, Fehler einräumt und den Beitrag aus dem Archiv entfernt hat."
Dennoch halte man es für wichtig, dass die Programmbeschwerde im ZDF-Fernsehrat behandelt werde. "Es geht aus unserer Sicht nicht allein um einen einzelnen misslungenen Beitrag, sondern um grundsätzliche Fragen journalistischer Sorgfalt bei religiösen Themen – zumal in einem Nachrichtenangebot für Kinder", so Irion. (KNA)
Mainz ‐ Austritte, Angst vor der Hölle, Ablasshandel: In einem 90-Sekunden-Beitrag für Kinder im ZDF kam die Kirche nicht gut weg. Das Video ist nun gelöscht. Damit scheint die Sache aber noch nicht vom Tisch zu sein.
Das ZDF hat sich für eine umstrittene Sendung der Kindernachrichten "logo!" entschuldigt. Der Beitrag über Kirchen sei "aus dem Archiv unserer Erklärstücke entfernt worden", schrieb ZDF-Intendant Norbert Himmler in einer Antwort auf mehrere Beschwerden, wie die christliche Medieninitiative "Pro" berichtete. Auch sie hatte Programmbeschwerde beim Mainzer Sender eingereicht. In der ZDF-Mediathek erscheint anstelle des Beitrags jetzt ein Hinweis.
Zuschauerinnen und Zuschauer hatten bemängelt, dass in der Sendung das Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan überwiegend positiv dargestellt worden sei, während das anschließende Erklärvideo zur Geschichte der Kirche einen stark kritischen Fokus gehabt habe. Austritte, Angst vor der Hölle und Ablasshandel nahmen viel Raum ein. Neben dem Vorwurf einer tendenziösen Gegenüberstellung brachten Kritiker auch vor, dass in dem Beitrag viele Informationen fehlten.
"Tatsächlich war die Kombination beider Inhalte innerhalb einer einzigen 'logo!'-Sendung ein Fehler, da dadurch der Eindruck einer beabsichtigten Gegenüberstellung entstehen konnte", schrieb Himmler in seiner von "Pro" veröffentlichten Antwort. "Dies war seitens der Redaktion jedoch keinesfalls intendiert. Vielmehr wurden ursprünglich beide Beiträge unabhängig voneinander geplant und behandelten unterschiedliche aktuelle Anlässe: Anlass für das Erklärvideo zu den christlichen Kirchen waren neu veröffentlichte Mitgliederzahlen der beiden großen Kirchen in Deutschland, während der Beitrag zum Ramadan-Ende angekündigt wurde, da dessen Feier an jenem Tag begann."
Beschwerde im ZDF-Fernsehrat?
Es sei planerisch nicht beabsichtigt gewesen, beide Beiträge inhaltlich miteinander zu verknüpfen. "Die Redaktion bedauert sehr, dass dies bei Ihnen und auch bei anderen Zuschauerinnen und Zuschauern zu Irritation, Verärgerung oder dem Gefühl mangelnder Ausgewogenheit geführt hat." Man nehme die Hinweise zu inhaltlichen Verkürzungen und zur fachlichen Tiefe der Darstellung sehr ernst. "Im Nachhinein ist sich die Redaktion bewusst, dass es schwerlich möglich ist, die Fragestellung der historischen Entwicklung der christlichen Kirchen in einem anderthalbminütigen Beitrag angemessen und in all ihren theologischen und gesellschaftlichen Dimensionen darzustellen."
Der "Pro"-Geschäftsführer Christoph Irion erwiderte, man nehme die Antwort des Intendanten mit Respekt zur Kenntnis. "Wir begrüßen ausdrücklich, dass das ZDF die Kritik an der 'logo!'-Sendung ernst nimmt, Fehler einräumt und den Beitrag aus dem Archiv entfernt hat."
Dennoch halte man es für wichtig, dass die Programmbeschwerde im ZDF-Fernsehrat behandelt werde. "Es geht aus unserer Sicht nicht allein um einen einzelnen misslungenen Beitrag, sondern um grundsätzliche Fragen journalistischer Sorgfalt bei religiösen Themen – zumal in einem Nachrichtenangebot für Kinder", so Irion. (KNA)

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