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Kamerun: Hoffnung auf Friedensdialog durch Papstreise

Kamerun: Hoffnung auf Friedensdialog durch Papstreise
Ab Mittwoch, 15. April, ist Papst Leo in Kamerun. Vor allem in der Nordwestregion, wo seit Jahren ein bewaffneter Konflikt tobt, hoffen Menschen vor Hintergrund des Papstbesuches auf einen Friedensdialog. Das berichten Projektpartner des katholischen Hilfswerkes missio Österreich.


„Während wir uns darauf vorbereiten, Papst Leo XIV. in Yaoundé, Douala und besonders in Bamenda zu empfangen, liegt eine tiefe Hoffnung in der Luft“, sagt Missio-Projektpartnerin Schwester Hedwig Vinyo. Schwester Hedwig kümmert sich in Kameruns Region Nordwest um Binnenvertrieben, die wegen des jahrelang anhaltenden, gewaltsamen Konflikts alles verloren haben.

Seit Wochen bereiten sich die Kirche und Staat auf den Besuch des Pontifex vor. Besonders die internationale Aufmerksamkeit, die Kamerun in den nächsten Tagen erleben wird, ist bedeutend für das Land, sagt Schwester Hedwig: „Er erinnert die Welt daran, dass Afrika mit seiner lebendigen und wachsenden katholischen Gemeinschaft im Herzen der Weltkirche steht. In einer Zeit erheblicher sozialer und politischer Spannungen zeigt seine Anwesenheit als „Botschafter des Friedens“, dass wir nicht vergessen sind.“

Anhaltende Krisen
Seit Jahren spitzt sich der Konflikt zwischen der französischsprachigen Mehrheit und der englischsprachigen Minderheit im westafrikanischen Land zu. Über 6.000 Todesopfer forderten die Gewaltausbrüche in den vergangenen zehn Jahren bereits. Hundertausende Menschen wurden vertrieben, Schulen, Ausbildungsstätten und Teile der Infrastruktur sind zerstört. Die Kirche vor Ort ruft vehement zum Frieden auf. Der Papstbesuch könnte ein Anstoß für die Friedensaufarbeitung sein. Gemeinsam mit ihrer Schwesterngemeinschaft, den „Tertiarschwestern des Heiligen Franziskus“ hilft Schwester Hedwig den Binnenvertriebenen, die wegen der Gewaltausbrüche in Kamerun alles verloren haben. Durch landwirtschaftliche Förderung der Vertriebenen begleitet sie Schwester Hedwig zurück in die Selbstständigkeit. Die Arbeit von Schwester Hedwig kann mit einer Schutzengel-Patenschaft unterstützt werden.

Hoffnung auf Versöhnung und Frieden
Wie Missio-Projektpartnerin Schwester Hedwig hoffen viele gläubige Katholikinnen und Katholiken, aber auch der Kirche Fernstehende auf eine nachhaltige Verbesserung, Aufarbeitung und den Beginn eines Friedensprozesses. „Meine tiefste Hoffnung ist, dass seine Botschaft der Versöhnung unsere Herzen berührt, besonders hier in der Nordwestregion. Ich habe fast ein Jahrzehnt des Konflikts erlebt. Ich bete, dass das Friedenstreffen in Bamenda ein Anstoß für echten Dialog und Gerechtigkeit wird und uns hilft, auf eine Zukunft hinzugehen, in der „Frieden und Gerechtigkeit“ nicht nur Worte bleiben, sondern für alle Menschen gelebte Wirklichkeit werden.“, sagt Schwester Hedwig. In Bamenda ist am 16. April ein Friedenstreffen in der Kathedrale geplant. Im Anschluss soll Papst Leo XIV. am Nachmittag eine öffentliche Heilige Messe am Flughafen feiern.

Papstreise in Kamerun
Papst Leo bricht am Mittwochmorgen von Algerien aus nach Kamerun auf. Dort besucht er neben der Hauptstadt Yaoundé auch die westliche Stadt Bamenda und die Wirtschaftsmetropole Douala. Das Programm umfasst Besuche in Waisenhäusern und Krankenhäusern sowie ein Treffen mit der akademischen Welt an der Katholischen Universität von Zentralafrika. Außerdem feiert Leo XIV. dort mehrere große Messen. Das Motto in Kamerun lautet: „Dass alle eins seien“ (Que tous soient un).

Die Päpstlichen Missionswerke (Missio) wirken seit 1922 in 150 Ländern der Welt. Als eine der größten Spendenorganisationen in Österreich engagiert sich Missio Österreich mit Papst Leo XIV. an der Spitze für die Stärkung der wachsenden Weltkirche, vor allem in den armen Ländern. 

(missio/vatican news - pr)

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Klavierspielerin2 15.04.2026 09:54
KAMERUN

16.20 Uhr: Ankunft am internationalen Flughafen Yaoundé-Nsimalen und offizielle Begrüßung
17.20 Uhr: Höflichkeitsbesuch beim Staatspräsidenten im Präsidentenpalast
18.05 Uhr: Begegnung mit Vertretern aus Politik und Zivilgesellschaft und mit dem Diplomatischen Korps im Kongresspalast (Liveübertragung mit deutschem Kommentar)
18.45 Uhr: Besuch im Waisenhaus „Ngul Zamba“ (Liveübertragung mit deutschem Kommentar)
19.25 Uhr: Begegnung mit den Bischöfen von Kamerun am Sitz der Bischofskonferenz (Liveübertragung mit deutschem Kommentar)

Donnerstag, 16. April
Yaoundé – Bamenda – Yaoundé
11.05 Uhr: Abflug vom internationalen Flughafen Yaoundé-Nsimalen nach Bamenda
12.00 Uhr: Ankunft am Flughafen von Bamenda
12.30 Uhr: Friedenstreffen mit der katholischen Gemeinschaft von Bamenda in der Kathedrale des heiligen Josef (Liveübertragung mit deutschem Kommentar)
16.15 Uhr: Heilige Messe auf dem Gelände des Flughafens von Bamenda (Liveübertragung mit deutschem Kommentar)
18.25 Uhr: Abflug vom Flughafen von Bamenda nach Yaoundé
19.20 Uhr: Ankunft am Internationalen Flughafen von Yaoundé-Nsimalen

Freitag, 17. April
Yaoundé – Douala – Yaoundé
10.00 Uhr: Abflug vom internationalen Flughafen Yaoundé-Nsimalen nach Douala
10.55 Uhr: Ankunft am internationalen Flughafen von Douala
12.00 Uhr: Heilige Messe im „Japoma Stadion“ (Liveübertragung mit deutschem Kommentar)
14.20 Uhr: Privater Besuch im katholischen Krankenhaus »Saint Paul«
15.10 Uhr: Abflug vom internationalen Flughafen Douala nach Yaoundé
16.15 Uhr: Ankunft am internationalen Flughafen Yaoundé-Nsimalen
18.30 Uhr: Begegnung mit Vertretern der akademischen Welt an der Katholischen Universität Zentralafrikas (Liveübertragung mit deutschem Kommentar)

Samstag, 18. April
Yaoundé – Luanda
10.30 Uhr: Heilige Messe auf dem Gelände des Flughafens Yaoundé-Ville (Liveübertragung mit deutschem Kommentar)
13.00 Uhr: Abschiedszeremonie auf dem Flughafen Yaoundé-Ville
13.30 Uhr: Abflug vom internationalen Flughafen Yaoundé-Nsimalen nach Luanda
 
Klavierspielerin2 16.04.2026 14:04
Friedenstreffen in Kamerun mit Leo XIV.: Die Papstansprache im Wortlaut
Hier finden Sie die dritte Ansprache, die Papst Leo XIV. diesen Donnerstag (16.4.2026) in Kamerun gehalten hat, im vollen Wortlaut und amtlicher Übersetzung auf Deutsch. Die Wortmeldungen der Päpste in den verschiedenen Übersetzungen und im Original finden Sie auf vatican.va.
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Liebe Schwestern und Brüder,

es ist mir eine Freude, hier bei euch in dieser leidgeprüften Region zu sein. Und wie eure Zeugnisse soeben gezeigt haben, lässt all das Leid, das euer Volk heimgesucht hat, heute umso deutlicher erkennen: Gott hat uns niemals verlassen! In ihm, in seinem Frieden, können wir immer wieder neu beginnen!

Der Erzbischof hat an die Prophezeiung erinnert, in der es heißt: »Wie willkommen sind auf den Bergen die Schritte des Freudenboten, der Frieden ankündigt« (Jes 52,7). So hat er mich bei meiner Ankunft begrüßt, doch nun möchte ich antworten: Wie willkommen sind auch eure Schritte, die ihr durch den Staub dieses blutbefleckten, aber ertragreichen Bodens geht, dieses geschundenen, aber üppig bewachsenen und fruchtbaren Bodens. Eure Füße haben euch bis hierher getragen und euch trotz aller Prüfungen und Hindernisse auf dem Weg des Guten bewahrt. Ich danke euch, denn ich bin tatsächlich hier, um den Frieden zu verkünden, doch stelle ich fest, dass ihr es seid, die ihr ihn mir und der ganzen Welt verkündet. Geradehttps://www.vaticannews.va/de/papst/news/2026-04/papst-leo-xiv-friedenstreffen-bamenda-glaube.html
 
Klavierspielerin2 16.04.2026 17:57
Papst Leo in Kamerun: Bote des Friedens und der Versöhnung
Mit Kamerun besucht Papst Leo ein Land, das von Gewalt und Konflikten gekennzeichnet ist. Beim Friedenstreffen mit Vertretern verschiedener Religionen in Bamenda hat der Pontifex erneut diejenigen verurteilt, die „den Namen Gottes für ihre eigenen Ziele verbiegen“, um zu zerstören. Zugleich würdigte er den Glauben und die Solidarität der dortigen Bevölkerung und erinnerte daran, dass Frieden durch Gemeinschaft entsteht.
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Silvia Kritzenberger - Vatikanstadt

In Bamenda, der größten Stadt der englischsprachigen Regionen des Landes, haben die Kämpfe zwischen der Regierung und separatistischen Bewegungen seit 2017 Tausende Todesopfer gefordert. An diesem schicksalsträchtigen Ort fand das Friedenstreffen statt, bei dem der Papst eindringlich Versöhnung und Dialog anmahnte. Stellvertretend für das Leid, das die Bevölkerung dieses Landes noch immer erdulden muss, trugen ein traditioneller Herrscher des Mankon-Volkes, ein Imam, ein Vertreter der presbyterianischen Kirche, eine Ordensfrau und ein Binnenvertriebener ihre Erfahrungsberichte vor.


„Liebe Brüder und Schwestern, es ist mir eine Freude, hier bei euch in dieser leidgeprüften Region zu sein. Und wie eure Zeugnisse soeben gezeigt haben, lässt all das Leid, das euer Volk heimgesucht hat, heute umso deutlicher erkennen: Gott hat uns niemals verlassen! In ihm, in seinem Frieden, können wir immer wieder neu beginnen!“ begann der Papst seine Ansprache in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kathedrale des heiligen Josef. Auch auf dem Platz vor dem Gotteshaus hatten sich die Menschen zahlreich versammelt.

Der Papst lobte den Einsatz der Menschen von Bamenda, „die trotz aller Widrigkeiten, die sie durchlebt haben, den anderen den Weg der Versöhnung und des Friedens“ zeigten. Er würdigte den Umstand, dass die Krise die christlichen und muslimischen Gemeinschaften einander nähergebracht habe und durch die Gründung einer Friedensbewegung durch geistliche Führer beider Religionen ein Netzwerk der Hoffnung entstanden sei, das „zwischen den gegnerischen Parteien zu vermitteln sucht.“

„Selig sind die Friedensstifter! Wehe jedoch denen, die die Religionen und selbst den Namen Gottes für ihre militärischen, wirtschaftlichen und politischen Zwecke verbiegen und damit das Heilige in Schmutz und Finsternis ziehen!““


" Ich würde mir das für so viele Orte auf der Erde wünschen!“, so der eindringliche Appell des Papstes. „Selig sind die Friedensstifter! Wehe jedoch denen, die die Religionen und selbst den Namen Gottes für ihre militärischen, wirtschaftlichen und politischen Zwecke verbiegen und damit das Heilige in Schmutz und Finsternis ziehen!“

Heilung und Wiederaufbau der Gesellschaft
Lobende Worte fand der Papst auch für die Frauen, Laien und Ordensschwestern, die sich in dieser schwierigen Zeit um die vom Krieg traumatisierten Menschen kümmern: ein unermüdlicher Einsatz, der oft unsichtbar, aber von unschätzbarem Wert sei für die Heilung und den Wiederaufbau der Gesellschaft.

Der Papst nahm auch Stellung zu den großen wirtschaftlichen und politischen Strukturen, die auf den Trümmern der Gewalt aufbauen. Er kritisierte die Verschwendung von Ressourcen für Krieg und Zerstörung, während gleichzeitig Mittel für Heilung und Wiederaufbau fehlten.

Das Friedenstreffen in Kamerun
Das Friedenstreffen in Kamerun (@Vatican Media)
Eine verkehrte Welt, ein Zerrbild der Schöpfung Gottes
„Wer euer Land seiner Ressourcen beraubt, investiert in der Regel einen Großteil der Gewinne in Waffen, in eine Spirale der Destabilisierung und endlosen Sterbens,“ so Papst Leo. „Es ist eine verkehrte Welt, ein Zerrbild der Schöpfung Gottes. Jeder aufrichtige Mensch muss dies anprangern und ablehnen und jene Kehrtwende – Bekehrung – vollziehen, die in die entgegengesetzte Richtung führt, auf den tragfähigen und zielführenden Weg der menschlichen Geschwisterlichkeit. Die Welt wird von wenigen Herrschenden zerstört und von Myriaden solidarischer Brüder und Schwestern aufrechterhalten!“

Friedenstreffen mit Papst Leo (@Vatican Media)
Den Nächsten als Bruder und Schwester annehmen
Mit Bezug auf das Apostolische Schreiben Evangelii gaudium von Papst Franziskus erinnerte sein Nachfolger Papst Leo daran, dass es unsere Mission sei, „Frieden zu bringen, zu heilen und zu befreien“. Der Friede müsse nur angenommen werden, indem wir unseren Nächsten als Bruder und Schwester annehmen - wer immer oder wo auch immer dieser Nächste sein möge.

Abschließend stellte der Pontifex fest:

„Das ist die stille Revolution, deren Zeugen ihr seid! So wollen wir, wie der Imam gesagt hat, Gott danken, dass diese Krise nicht zu einem Religionskrieg ausgeartet ist und dass wir weiter danach streben, einander zu lieben! Machen wir unermüdlich und mutig weiter – und vor allem gemeinsam, immer gemeinsam! Lasst uns gemeinsam in Liebe voranschreiten und stets nach Frieden streben.”

(vaticannews – skr)


 

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