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Schaubrote Liturgische Opfergaben

Schaubrote Liturgische Opfergaben
Als Schaubrote im religionsgeschichtlichen Sinn werden Backwaren bezeichnet, die einer Gottheit dargebracht werden


Das Wort Schaubrote stammt aus der Lutherbibel; es ist Luthers interpretierende Übersetzung des biblischen Begriffs לחם הפנים lechem haPanim; interpretierend deshalb, weil die Wortprägung die Idee einer Götterspeisung ausschließen möchte. Über Tyndale gelangt Luthers Formulierung in die englischen Bibeln (shewbread, showbread).


Im Alten Orient (Mesopotamien und Ägypten) galt die Speisung der Gottheiten als wichtige Pflicht des Menschen, besonders des Königs. Das übliche Muster ist nicht wie im griechisch-römischen Raum das Verbrennen von Gaben, sondern deren Darbringung, die im Folgenden beschrieben werden soll. Dabei ist die Gegenwart der Gottheit in ihrem Kultbild vorausgesetzt.

„Die Mahlzeiten wurden vor den Götter(bilder)n präsentiert. Die Gottheiten wurden dazu aufgefordert, die Opfer anzunehmen, sich zum Essen niederzulassen, sich auszuruhen und sich zu beruhigen.“[1] Die Speisen wurden auf einen Tisch vor dem Kultbild aufgelegt, Getränke davor ausgegossen. Alternativ konnten Speisen in ritueller Weise geschwenkt werden (das „Weben“), sodass die Gottheit sie sich durch Betrachten aneignen konnte.[2] Es war eine besondere Gunst, die Speisereste vom Tisch der Gottheit essen zu dürfen.


Judentum

Das hebräische Wort lechem haPanim (לחם הפנים) bedeutet wörtlich: Brot des Angesichts, d. h. Brot, das sich vor Gott befindet (daher auch übersetzt als: Präsenzbrot). Die Schaubrote galten für Israel als Bundeszeichen, wie etwa auch die Beschneidung und das Halten des Schabbats.


Hebräische Bibel

Das Ritual der Schaubrote wird in der Tora für das Zeltheiligtum (Mischkan) so angeordnet: 12 ungesäuerte Brotkuchen aus Weizenmehl, nach der Zahl der 12 Stämme Israels, sollen für jeden Sabbat neu bereitet und im Heiligtum auf dem Schaubrottisch gemeinsam mit Weihrauch als Opfergabe aufgelegt werden. Die alten Brote waren Teil der Versorgung der Priester mit Lebensmitteln.

Der Text wird so interpretiert, dass es sich um Ringbrote aus Grieß handelte, die in zwei Reihen nebeneinander aufgelegt wurden.[3]


Septuaginta
Die Septuaginta stellt das Ritual der Schaubrote (Levitikus 24,5-6) etwas anders dar als der masoretische Text:

„Und ihr sollt Feinmehl nehmen und es zu zwölf Broten verarbeiten; zwei Zehntel soll das einzelne Brot (schwer) sein. Und ihr sollt sie in zwei Stapel, je einen Stapel zu sechs Broten, auf den reinen Tisch vor den Herrn legen. Und ihr sollt reinen Weihrauch und Salz auf den Stapel geben, und sie werden zu Broten, zu einer Erinnerung, die vor dem Herrn liegt.“

Man hat aus 1. Chronik 9,32 schließen wollen, dass die Herstellung der Schaubrote einer bestimmten Priesterfamilie oblag; hierzu gibt die wiederum abweichende Lesart der Septuaginta die Details: „Und Banias, der Kaathiter von ihren Brüdern, war (zuständig) für die Opferbrote, um sie Sabbat für Sabbat vorzubereiten.“

Josephus
Als Angehöriger des Jerusalemer Priesteradels verfügte Josephus über das einschlägige Fachwissen und ist deshalb ein wertvoller Zeuge für den Umgang mit den Schaubroten:

„Aus je zwei Assaron Mehl wird ein Brot gebacken am Vorabende des Sabbat; am Morgen des Sabbat aber werden die Brote auf den heiligen Tisch gelegt, je sechs und sechs einander gegenüber. Dann werden zwei goldene Schalen voll Weihrauch dazu gegeben, und so bleiben sie liegen bis zum nächsten Sabbat, wo sie gegen andere ausgewechselt und den Priestern zur Speise überlassen werden. Der Weihrauch aber wird in heiligem Feuer verbrannt und durch neuen ersetzt.“ (Antiquitates 3.10.7)

Mischna
Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels bestand die Hoffnung, ihn in absehbarer Zeit wieder aufbauen zu können (unter Kaiser Julian gab es Vorbereitungen dazu); schon deshalb musste das Berufswissen der Priester über die richtige Form der Rituale möglichst minutiös festgehalten werden:

Der Backvorgang. „Die Schaubrote wurden jedes einzeln geknetet, aber zu je zweien gebacken. Sie wurden in eine Form getan, und wenn sie vom Backofen abgenommen wurden, gab man sie in eine Form, damit sie keinen Schaden nehmen.“ (Mischna Menachot XI.1)
Die Form der Schaubrote. Sie hatten eine rechteckige Form mit Hörnern an den Ecken, ähnlich den Hörnern des Altars. „Die Schaubrote waren zehn Handbreit lang, fünf breit und ihre Hörner sieben Fingerbreit hoch.“ (Mischna Menachot XI.4)
Die Anordnung auf dem Tisch. Es ist kontrovers, ob der Weihrauch auf die Brote gestellt wird oder neben sie. Jedes Brot „wurde der Länge nach über die Breite des Tischs gelegt, zwei Handbreit wurden auf jeder Seite umgeschlagen, und zwei Handbreit Platz blieb in der Mitte, so daß der Wind zwischen ihnen wehen konnte.“ (Mischna Menachot XI.5)
......

Biblische Belege

Exodus 25,23-30 (Bestimmung für den Tisch der Schaubrote)
Levitikus 24,5-6 (Bestimmung zur Zubereitung und Verwendung)


Antike Texte

Wolfgang Kraus / Martin Karrer (Hg.): Septuaginta Deutsch. Das griechische Alte Testament in deutscher Übersetzung, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-438-05122-6.
Flavius Josephus: Jüdische Altertümer (Antiquitates), übers. Heinrich Clementz, 14. Aufl., Wiesbaden 2002, ISBN 3-921695-19-8.
Mischna: übers. Dietrich Correns, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-016-1.


https://de.wikipedia.org/wiki/Schaubrote

________

Jüdische Wurzeln der Eucharistie

US-Bibelwissenschaftler Pitre: schon allein die jüdischen Wurzeln der Abendmahlsfeier Jesu zeigen, dass die Eucharistie nicht symbolisch gemeint ist, sondern Pessachlamm, Himmelsmanna und Schaubrote weisen auf die Realpräsenz
 hin.
https://www.kath.net/news/30698


" Jesus und die jüdischen Wurzeln der Eucharistie – Das Geheimnis des Letzten Abendmahles entschlüsseln"
https://www.klosterladen-heiligenkreuz.at/produkt/jesus-und-die-juedischen-wurzeln-der-eucharistie-das-geheimnis-des-letzten-abendmahles-entschluesseln/

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Klavierspielerin2 24.03.2026 21:24
New Orleans (kath.net/CNA/pl)
Brant Pitre, Professor für Bibelwissenschaften am Seminar „Notre Dame“ in Louisiana/USA, entfaltet in seinem neuesten Buch den Gedanken, dass die neutestamentliche Vorstellung der Realpräsenz schon „zeichen- und schattenhaft“ im Alten Testament vorgegeben ist.

In einem Interview über sein Buch „Jesus and the Jewish Roots of the Eucharist: Unlocking the Secrets of the Last Supper” (etwa: Jesus und die jüdischen Wurzeln der Eucharistie: Schlüssel zu den Geheimnissen des Letzten Abendmahls), Doubleday 2011, erzählt der Wissenschaftler, dass er bei diesem Thema auf „Dynamit“ gestoßen sei. „Ich entdeckte, dass jüdische Messiaserwartungen“ schon die Eucharistie vorausahnen ließen.“ Dabei hätten ihn vor allem drei Aspekte überrascht:

Erstens der damalige Glaube des jüdischen Volkes, dass der Messias ein neues Pessach einsetzen werde. Unter Verweis auf die Brotrede in Joh 6 erläutert Pitre, dass sich Christus als das neue Pessachlamm offenbart habe, indem er seinen Jüngern auftrug, sein Fleisch zu essen und sein Blut zu trinken. Das heißt, wir „erhalten die Erlösung nicht ausschließlich durch den Glauben an ihn als den Messias. Sondern durch Gehorsam gegen sein Gebot, dass wir das Fleisch des Lammes essen sollen.“ Pitre nennt es für Katholiken „wichtig“, zu verstehen, dass der Vorübergang schon den Grund für unser Verständnis der Eucharistie als wirkliches Fleisch des Gotteslammes legt.“


Als zweiter Aspekt war dem Bibelwissenschaftler die jüdische Erwartung aufgefallen, dass man ihn u.a. daran erkennen würde, „dass er neues Manna vom Himmel bringe“. Mose gab den Israeliten in der Wüste Manna (Ex 16). Wenn Jesus im Johannesevangelium die Eucharistie „das neue Manna“ nennt, dann „sagt uns dies, dass die Eucharistie nicht einfach normales Brot ist, sondern übernatürlich“. Er erläutert: „Wenn doch schon das alte Himmelsmanna ein übernatürliches Himmelsbrot war, dann kann doch die Eucharistie nicht einfach ein Symbol sein“. „Dieses Manna hilft uns zu verstehen, dass in jeder einzelnen Messfeier – egal, ob schlicht oder großartig – Christus seinen Leib vom himmlischen Altar auf jeden Altar in der Welt gibt“.

Als drittes stieß Pitre auf den Gedanken, dass der Messias einen neuen Tempel aufbauen werde. Doch zu den wichtigsten Tempelopfern zählte für die Israeliten „das unblutige Opfer der Schaubrote“. „Das Schaubrot war dieses geheimnisvolle Brot, dieser geheimnisvolle Wein im Allerheiligsten, welche die Rabbiner das ‚Brot des Angesichts Gottes‘ nannten.“ Im Tempel zur Zeit Jesu „brachte man das Brot aus dem Tempel heraus, wenn die Pilger zu den Festen kamen, und man hob es empor, damit es alle Pilger sehen konnten. Und dann sagt man: ‚Siehe, Gottes Liebe für dich“, was sich dann ähnlich ja auch in der Heiligen Messe findet. „Das ist für mich kristallklar: das Schaubrot nimmt die wirkliche Gegenwart Jesu in der Eucharistie vorweg“.

Der Bibelwissenschaftler verweist noch auf ein weiteres Echo der jüdischen Liturgie in der heutigen Messfeier, nämlich den normalen Segen über Brot und Wein bei Seder und Pessach: „Gepriesen seist du, oh Herr Gott, König des Universums, welcher die Frucht des Weinstocks schafft. Gepriesen seist du, oh Herr Gott, welcher das Brot aus der Erde hervorbringt.“ „Klingt dies nicht vertraut?“, fragt er und weist auf die Gabenbereitung in der Messfeier hin.

“Wenn man diese Dinge als Katholik ansieht, dann löst dies ein Echo in einem aus – es ist dem Herzen sehr nahe.” Er betonte: das jüdische Volk „verstand das Brot als ein Zeichen des ewigen Bundes zwischen Gott und seinem Volk.“ Und so „ist das heute mit der Eucharistie: sie ist ein Zeichen, dass Gott mit uns ist, dass er uns nicht verlassen hat.“ Wenn man die jüdischen Wurzeln der Eucharistie betrachtet, dann merkt man: „Gott hatte seit Anbeginn der Zeiten diese große Gabe für uns vorgesehen, welche er uns in der Eucharistie schenkt“.
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