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Islam-Kenner Atatürk und seine Zurückdrängung des Islam

Islam-Kenner Atatürk und seine Zurückdrängung des Islam
Grok,welche Massnahmen hatte Atatürk gegen den Islam ergriffen ?

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Mustafa Kemal Atatürk verfolgte nach der Gründung der Republik Türkei (1923) eine konsequente Säkularisierungspolitik (Laiklik), die den politischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Einfluss des Islam massiv zurückdrängte. Er sah im traditionellen Islam (insbesondere in seiner politisch-organisierten Form) eines der Haupthindernisse für Modernisierung, Wissenschaft und nationale Einheit.Seine Maßnahmen waren nicht primär gegen den privaten Glauben gerichtet, sondern gegen die institutionelle Macht des Islam, gegen religiöse Autoritäten und gegen sichtbare Symbole der islamischen Ordnung. Viele Maßnahmen wurden mit Zwang und Strafen durchgesetzt.Hier die wichtigsten Maßnahmen chronologisch und thematisch geordnet:Politische und institutionelle Entmachtung des IslamAbschaffung des Kalifats (3. März 1924) → Das Kalifat wurde als Institution vollständig aufgelöst. Dies beendete die religiöse Führerschaft der Türkei über die muslimische Welt und war weltweit das erste Mal seit Jahrhunderten, dass kein Kalif mehr existierte.
Abschaffung des Amtes des Şeyhülislam (höchster sunnitischer Rechtsgelehrter) und der religiösen Hierarchie (1924)
Islam als Staatsreligion abgeschafft (1928 aus der Verfassung gestrichen; Laizismus 1937 explizit in die Verfassung aufgenommen)

Rechtssystem und FamilieAbschaffung der Scharia-Gerichte (1924) → Religiöse Gerichte wurden geschlossen.
Einführung europäischer Gesetzbücher (1926): Schweizer Zivilrecht (Abschaffung der Polygamie, Zivilehe, Gleichberechtigung der Frau im Erbrecht), italienisches Strafrecht, deutsches Handelsrecht → Komplette Ersetzung der islamischen Rechtsordnung

Bildung und religiöse InfrastrukturSchließung der Medresen (traditionelle islamische Schulen) und Vereinheitlichung des Bildungswesens (Tevhid-i Tedrisat Kanunu, 1924) → Alle Schulen wurden säkular und staatlich kontrolliert.
Verbot und Schließung der Tekken, Zaviyen und Tarikate (Derwisch-Orden, Sufi-Bruderschaften) (30. November 1925) → Religiöse Versammlungsorte wurden verboten und konfisziert.

Symbolische und kulturelle MaßnahmenHutgesetz (Şapka Kanunu, 25. November 1925) → Der Fez (traditionelles islamisch-osmanisches Kopfbedeckungssymbol) wurde verboten; stattdessen westliche Hüte vorgeschrieben. Atatürk selbst trug demonstrativ Zylinder und Hut.
Verbot religiöser Kleidung für Amtsträger und Förderung westlicher Kleidung (verschleierte Frauen wurden diskriminiert)
Einführung des lateinischen Alphabets (1. November 1928) → Arabische Schrift abgeschafft → Bruch mit dem Koran und der islamischen Schriftkultur
Einführung des gregorianischen Kalenders (1925) statt islamischem Kalender
Gebetsruf (Ezan) nur noch auf Türkisch (1932–1950) → Arabisch verboten
Hac (Pilgerfahrt nach Mekka) zeitweise stark eingeschränkt (besonders 1934–1947)

Zusammenfassung in Tabellenform (wichtigste Maßnahmen)Jahr
Maßnahme
Ziel / Wirkung
1924
Abschaffung des Kalifats
Ende der religiösen Weltherrschaftsanspruchs
1924
Schließung der Scharia-Gerichte
Ende islamischer Rechtsprechung
1924
Schließung der Medresen
Ende religiöser Bildung
1925
Verbot der Tekke & Tarikate
Zerschlagung der Sufi-Orden und Bruderschaften
1925
Hutgesetz (Verbot des Fez)
Symbolischer Bruch mit osmanisch-islamischer Kleidung
1926
Übernahme europäischer Gesetze
Abschaffung der Scharia im Zivil- & Strafrecht
1928
Lateinisches Alphabet
Kultureller Bruch mit arabisch-islamischer Tradition
1928
Streichung „Islam ist Staatsreligion“
Formale Trennung von Staat und Religion

Atatürk selbst formulierte es so, dass Religion Privatsache sein solle und der Staat nicht mehr von religiösen Institutionen gelenkt werden dürfe. Viele gläubige Muslime (besonders auf dem Land) empfanden diese Politik jedoch als direkten Angriff auf den Islam – teilweise bis hin zur Bezeichnung als „krieg gegen den Islam“.Heute wird diese Phase sehr unterschiedlich bewertet: Für die einen als notwendige Modernisierung, für die anderen als brutale Entislamisierung und kulturelle Entwurzelung.

Kommentare

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hansfeuerstein 07.03.2026 13:28
Die Bekämpfung dieser Ideologie von innen heraus, war das Beste. Die Armee wachte darüber, dass es nie einen Rückfall in diese Ideologie geben sollte. Das war der Grund für mehrere, notwendige Militärputsch-Übernahmen. Sie hatten die Aufgabe das Land auf der Linie Atatürks zu halten. Mit Erdogan wurde dies alles verloren. Die Militärs hatten zu spät reagiert, und so ist das Land zurückgefallen in jene poliitische ideologie, die Atatürk vehemt bekämpft hatte. Wir erlebten und erleben fast weltweit eine Islamisierung die immer mehr an Tempo aufnimmt, weil die sog. Religionsfreiheit und "Menschenrechte" dieses System auch noch auf allen Ebenen unterstützt. Eine dramatische Entwicklung
 
antonius34 07.03.2026 20:13
 
pieter49 07.03.2026 20:27
,,Eine dramatische Entwicklung.'' ...schrieb @Hansfeuerstein, um 13:28 Uhr

Und: das hat schon vor ca. 20 Jahren angefangen !!

Diktatur Pur !!

Traurig !!
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