Reichelt zum Wahlkampf BaWü
06.03.2026 22:30
Reichelt zum Wahlkampf BaWü
06.03.2026 22:30
Reichelt zum Wahlkampf BaWü
Julian Reichelt
@jreichelt
BREAKING NIUS: Nur Stunden vor der Wahl in Baden-Württemberg sind CDU und Grüne nun gleichauf (28:28 bei Infratest). Die CDU hat es geschafft, mit ihrem "Wahlkampf" innerhalb von nur drei Monaten einen uneinholbaren 14-Punkte Vorsprung (34:20) zu verspielen und jeden fünften potenziellen Wähler zu verjagen. Hier sind die Ursachen:
1. Welches Genie in der CDU ist auf die Idee gekommen, gegen Cem Özdemir einen Wahlkampf um Sympathie (!) zu führen? Cem Özdemir ist so sympathisch, dass Millionen Menschen schon bei seinem Anblick all die grüne Ideologie vergessen, die er natürlich mitbringt und die Baden-Württemberg wirtschaftlich und bildungspolitisch kaputt gemacht hat. Özdemir ist ein Super-Charismatiker. Gegen so einen Mann muss man mit klar abgegrenzten Inhalten Punkten.
2. Die CDU wollte sich inhaltlich nicht klar von den Grünen abgrenzen, weil sie mit den Grünen regieren wollen. Die CDU hat jede scharfe Abgrenzung, zum Beispiel beim Thema Industriepolitik, Energiepolitik, Klimaideologie vermieden aus schierer Angst, den Grünen ein Mobilisierungsthema zu liefern. Das ging so weit, dass die BaWü-CDU sogar einen hoch sinnvollen Klimaantrag beim CDU-Parteitag zerstört hat, alles, um bloß die sensiblen Grünen zu schonen.
3. Die Grünen haben es der CDU nicht gedankt und in den letzten Tagen des Wahlkampfs die ganz große Rehaugenvideo-Scmutz-Bazooka gegen Manuel Hagel rausgeholt und ihn als üblen Sexisten dargestellt. Das ist besonders schmerzhaft, wenn man kein attraktives inhaltliches Profil hat, das sogar gewisse charakterliche Defizite absorbieren kann, sondern rein auf Sympathie gesetzt hat. Wenn man nur Sympathie hat und dann kommt so ein schmieriges Rehaugen-Video, dann bleibt einem nicht mehr viel. Besonders verheerend ist, dass die CDU immer noch so naiv ist, zu glauben, Cem Özdemir habe davon ja gar nichts gewusst, das habe die Partei sicher an ihm vorbei lanciert. Anstatt ihn für den Schmutzwahlkampf im TV-Duell hart anzugehen, spielt Hagel sein Spiel mit, lässt ihn unwidersprochen einen "anständigen Wahlkampf" anmahnen. Damit greift Özdemir gleich zwei Gruppen ab: die, die Schmutzwahlkampf gegen die CDU gut finden. Und die, die Schmutzwahlkampf nicht gut finden und den anständigen Cem anhimmeln.
Bei Gleichstand ist am Wahltag immer alles möglich. Die CDU kann knapp gewinnen oder knapp verlieren. Aber dass die CDU nun überhaupt in dieser Zitterlage ist, hat sie sich mit einem katastrophal schlechten Wahlkampf selbst eingebrockt.
@jreichelt
BREAKING NIUS: Nur Stunden vor der Wahl in Baden-Württemberg sind CDU und Grüne nun gleichauf (28:28 bei Infratest). Die CDU hat es geschafft, mit ihrem "Wahlkampf" innerhalb von nur drei Monaten einen uneinholbaren 14-Punkte Vorsprung (34:20) zu verspielen und jeden fünften potenziellen Wähler zu verjagen. Hier sind die Ursachen:
1. Welches Genie in der CDU ist auf die Idee gekommen, gegen Cem Özdemir einen Wahlkampf um Sympathie (!) zu führen? Cem Özdemir ist so sympathisch, dass Millionen Menschen schon bei seinem Anblick all die grüne Ideologie vergessen, die er natürlich mitbringt und die Baden-Württemberg wirtschaftlich und bildungspolitisch kaputt gemacht hat. Özdemir ist ein Super-Charismatiker. Gegen so einen Mann muss man mit klar abgegrenzten Inhalten Punkten.
2. Die CDU wollte sich inhaltlich nicht klar von den Grünen abgrenzen, weil sie mit den Grünen regieren wollen. Die CDU hat jede scharfe Abgrenzung, zum Beispiel beim Thema Industriepolitik, Energiepolitik, Klimaideologie vermieden aus schierer Angst, den Grünen ein Mobilisierungsthema zu liefern. Das ging so weit, dass die BaWü-CDU sogar einen hoch sinnvollen Klimaantrag beim CDU-Parteitag zerstört hat, alles, um bloß die sensiblen Grünen zu schonen.
3. Die Grünen haben es der CDU nicht gedankt und in den letzten Tagen des Wahlkampfs die ganz große Rehaugenvideo-Scmutz-Bazooka gegen Manuel Hagel rausgeholt und ihn als üblen Sexisten dargestellt. Das ist besonders schmerzhaft, wenn man kein attraktives inhaltliches Profil hat, das sogar gewisse charakterliche Defizite absorbieren kann, sondern rein auf Sympathie gesetzt hat. Wenn man nur Sympathie hat und dann kommt so ein schmieriges Rehaugen-Video, dann bleibt einem nicht mehr viel. Besonders verheerend ist, dass die CDU immer noch so naiv ist, zu glauben, Cem Özdemir habe davon ja gar nichts gewusst, das habe die Partei sicher an ihm vorbei lanciert. Anstatt ihn für den Schmutzwahlkampf im TV-Duell hart anzugehen, spielt Hagel sein Spiel mit, lässt ihn unwidersprochen einen "anständigen Wahlkampf" anmahnen. Damit greift Özdemir gleich zwei Gruppen ab: die, die Schmutzwahlkampf gegen die CDU gut finden. Und die, die Schmutzwahlkampf nicht gut finden und den anständigen Cem anhimmeln.
Bei Gleichstand ist am Wahltag immer alles möglich. Die CDU kann knapp gewinnen oder knapp verlieren. Aber dass die CDU nun überhaupt in dieser Zitterlage ist, hat sie sich mit einem katastrophal schlechten Wahlkampf selbst eingebrockt.
Kommentare
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hansfeuerstein 07.03.2026 13:53
Es ist kaum zu fassen, welche Leute sich anschicken ein Bundesland zu regieren. Der Aufschwung Baden-Württembergs hatte mit konkreten Personen zu tun, genau wie es mit dem Abstieg der Fall ist. Ld. scheinen viele Menschen mit dem ererbten Wohlstand ihre Urteilsfähigkeit verloren zu haben, was gut und richtig wäre.
Julia1960 07.03.2026 17:01
Der historische „UnsereDemokratie“-Sonntag! Zum ersten Mal kann man bei einer Wahl nur eine grüne Regierung wählen
https://nius.de/kommentar/news/baden-wuerttemberg-historische-landtagswahl-unsere-demokratie-gruene-regierung
https://nius.de/kommentar/news/baden-wuerttemberg-historische-landtagswahl-unsere-demokratie-gruene-regierung

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