Israelische Polizei schließt Dormition Abbey Mount Zion

Israelische Polizei schließt Dormition Abbey Mount Zion
" Die Nervosität ist spürbar"
Jerusalems Dormitio-Abtei schließt wegen des Nahost-Kriegs. Abt Nikodemus Schnabel zeigt einerseits Verständnis, warnt aber auch vor Hass und Fanatismus. Krieg sei kein Fußballmatch, sondern zerstöre Biografien.

Die israelische Polizei hat die Dormitio-Abtei in Jerusalem für die Öffentlichkeit geschlossen. Wie Abt Nikodemus Schnabel in einer Videobotschaft für DOMRADIO.DE mitteilte, sei das Kloster seit Dienstagnachmittag "kein Ort mehr, den man frei betreten kann, um durchzuschnaufen". Die Maßnahme sei eine direkte Folge der angespannten Sicherheitslage im Krieg.


"Es ist Krieg, und die Nervosität ist spürbar", so der Benediktinermönch. Besonders schmerze ihn, wie Menschen außerhalb der Region den Konflikt "voller Begeisterung wie ein Fußballmatch" verfolgen würden. "Man sieht Fanclubs, die Flaggen posten und ihren Islam- oder Judenhass freibahnen lassen." Diese Entwicklung erschüttere ihn, "weil ich erlebe, wie wirklich alle Menschen leiden – sei es im Iran, in Israel, in Palästina oder Kuwait. Wir gehören alle zu einer Menschheitsfamilie."

Die Abtei, die in den vergangenen Jahren als "Oase" für Einheimische, Pilger und gestrandete Touristen diente, bleibt für die Mönche, Hausgäste und die Studierenden des Theologischen Jahres geöffnet. Abt Nikodemus rief dazu auf, "für alle Menschen zu beten, die in Angst sind", und warnte: "Lassen wir nicht Hass unsere Herzen vergiften."

Dormitio-Abtei
Dormitio-Abtei in Jerusalem / © Renardo Schlegelmilch (DR)
Dormitio-Abtei in Jerusalem / © Renardo Schlegelmilch ( DR )
Die deutschsprachige Benediktinerabtei der Dormitio gehört als Blickfang zur Silhouette Jerusalems. Der Bau des Klosters auf dem Zionsberg am Rande der Altstadt begann im März 1906. Es befindet sich dort, wo nach kirchlicher Überlieferung das Letzte Abendmahl Jesu und die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel stattfanden. Abt ist seit 2023 Pater Nikodemus Schnabel.
https://www.domradio.de/artikel/israelische-polizei-schliesst-dormitio-abtei-fuer-die-oeffentlichkeit


Die deutschsprachige Benediktinerabtei der Dormitio gehört als Blickfang zur Silhouette Jerusalems. Der Bau des Klosters auf dem Zionsberg am Rande der Altstadt begann im März 1906. Es befindet sich dort, wo nach kirchlicher Überlieferung das Letzte Abendmahl Jesu und die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel stattfanden. Abt ist seit 2023 Pater Nikodemus Schnabel.

Seine Entstehung verdankt das Kloster einem Besuch von Kaiser Wilhelm II. in Jerusalem. Im Oktober 1898 nahm er an der Einweihung der evangelischen Erlöserkirche teil. Auf konfessionelle Ausgewogenheit bedacht, kaufte er auch ein Grundstück, das er dem Deutschen Verein vom Heiligen Land überließ. Acht Jahre später trafen die ersten drei Mönche aus der süddeutschen Abtei Beuron ein und begannen mit dem Bau eines Klosters, das an "Mariä Heimgang" (lateinisch: "Dormitio Mariae" ) erinnern sollte. 1910 wurde die Kirche geweiht, das Kloster 1926 zur Abtei erhoben.

Von 1948 bis 1951 waren die Mönche ausquartiert, weil das Kloster nahe an der Grenze zwischen Israel und der - damals jordanischen - Altstadt lag. Seit Ende der 60er Jahre gewann die Abtei an Bedeutung, vor allem unter der Leitung des Trierers Laurentius Klein (1928-2002), Abt von 1969 bis 1979. Klein begründete 1973 ein ökumenisches Theologisches Studienjahr für Studierende aus dem deutschsprachigen Raum. (KNA)

Dormition Abbey Mount Zion P.O.B. 22
Jerusalem 9100001

Israel

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