Natürlich können wir allem und jedem respektvoll gegenüberstehen.
Nur, was bringt es wenn wir am Ende respektvoll alles verlieren.
Deutschland ist nicht unser Land, in dem wir mal Urlaub machen und dann wieder gehen.
Wir, unsere Eltern Kinder und Enkel leben und wohnen hier.
Belassen wir es bei dem, was uns gut tut!
Was wäre, wenn Weihnachten unser Wesen ausdrückt, …
11.12.2025 10:17
Was wäre, wenn Weihnachten unser Wesen ausdrückt, …
11.12.2025 10:17
Was wäre, wenn Weihnachten unser Wesen ausdrückt, …
Was wäre, wenn Weihnachten unser Wesen ausdrückt, …
Was wäre, wenn Weihnachten nicht das einzigartige, besondere Fest im Jahr wäre, an dem alles anders ist. An dem alles besser ist, bzw. sein soll(te), nämlich: freundlicher, solidarischer, liebevoller? Was wäre, wenn dieses Weihnachten Alltag wäre?
Schön(er) wäre es.
Wenn wir als wesentliches Merkmal des Menschseins, der Conditio Humana, unsere Verletzlichkeit begreifen, wie bekannte Autor*innen, z.B. Judith Butler und Giovanni Maio, es vorschlagen, dann wird deutlich, wie die Weihnachtsgeschichte genau dies zum Ausdruck bringt: Ein Paar, sie hochschwanger, ohne Obdach im Winter, ständig abgewiesen, dann die Geburt (über die wir wenig wissen), Baby in einer Krippe.
Was für ein Bild von Verletzlichkeit und auch Verletztheit.
Und daraus wird „das Fest der Liebe“. Wie geht das?
Verletzlichkeit ist eine Auszeichnung von allem Lebendigen. Es ist ein konstitutives Merkmal von Lebendigkeit, eine Grundbedingung von Menschsein und Menschlichkeit, es macht Lebendigkeit aus. Es ist kein Stigma, kein Malus und kein Fluch. Es ist ein Segen und, wenn wir schon theologisch unterwegs sind, eine Gnade.
Allerdings ist das auf den ersten (und vielleicht auch zweiten) Blick nicht so leicht erkennbar. Weil unsere Verletzlichkeit und Verletzbarkeit uns Angst machen. Unverletzbarkeit ist ein (männlicher) Traum und ein Mythos. Denn selbst Superman kennt Kryptonit und Achilles (s)eine Ferse, und Siegfried hat eine (verwundbare) Stelle zwischen den Schulterblättern.
Vier Merkmale machen (mit Giovanni Maio) unsere Verletzlichkeit aus:
1. Leibgebundenheit: Wir sind dünnhäutige Wesen, körperliche (und seelische) Erkrankungen sind immer da und immer möglich, genauso wie von außen zugefügte Verletzungen. Andere Menschen (und wir selbst) können uns verletzen.
2. Angewiesenheit: Wir sind natürlicherweise abhängig von anderen Menschen. Bei und von der Geburt an. Der Zimmermann Josef hat offensichtlich einen guten Job als Hebammenersatz gemacht. Das ist leider nicht immer so. Andere Menschen (und wir selbst) können uns im Stich lassen.
3. Unverfügbarkeit: Wir können nicht alles herstellen und machen, z.B. Gesundheit und Glück nicht. Je mehr wir es wollen, desto mehr geht`s (oft) schief. Unser Wille alleine reicht nicht.
4. Endlichkeit: Leben heißt sterben (müssen). Der Tod gehört zum Leben.
Diese Merkmale machen Lebendigkeit und Menschsein aus. Wenn wir unsere Verletzlichkeit annehmen, sie akzeptieren und als Wert schätzen, werden wir berührbar und fähig zu Resonanz, zu echter Autonomie und damit verbundener Sorge. Zu Menschen.
Das Fest der Liebe ist eine Feier der Verletzlichkeit. Was wäre, wenn wir das wirklich verstehen und leben würden …
„Nicht im Stich lassen- sich nicht und andere nicht.
Das ist die Mindest-Utopie, ohne die es nicht lohnt, Mensch zu sein.
An ihr halte ich fest bis zu meinem letzten Atemzug.“
Hilde Domin
Was wäre, wenn Weihnachten nicht das einzigartige, besondere Fest im Jahr wäre, an dem alles anders ist. An dem alles besser ist, bzw. sein soll(te), nämlich: freundlicher, solidarischer, liebevoller? Was wäre, wenn dieses Weihnachten Alltag wäre?
Schön(er) wäre es.
Wenn wir als wesentliches Merkmal des Menschseins, der Conditio Humana, unsere Verletzlichkeit begreifen, wie bekannte Autor*innen, z.B. Judith Butler und Giovanni Maio, es vorschlagen, dann wird deutlich, wie die Weihnachtsgeschichte genau dies zum Ausdruck bringt: Ein Paar, sie hochschwanger, ohne Obdach im Winter, ständig abgewiesen, dann die Geburt (über die wir wenig wissen), Baby in einer Krippe.
Was für ein Bild von Verletzlichkeit und auch Verletztheit.
Und daraus wird „das Fest der Liebe“. Wie geht das?
Verletzlichkeit ist eine Auszeichnung von allem Lebendigen. Es ist ein konstitutives Merkmal von Lebendigkeit, eine Grundbedingung von Menschsein und Menschlichkeit, es macht Lebendigkeit aus. Es ist kein Stigma, kein Malus und kein Fluch. Es ist ein Segen und, wenn wir schon theologisch unterwegs sind, eine Gnade.
Allerdings ist das auf den ersten (und vielleicht auch zweiten) Blick nicht so leicht erkennbar. Weil unsere Verletzlichkeit und Verletzbarkeit uns Angst machen. Unverletzbarkeit ist ein (männlicher) Traum und ein Mythos. Denn selbst Superman kennt Kryptonit und Achilles (s)eine Ferse, und Siegfried hat eine (verwundbare) Stelle zwischen den Schulterblättern.
Vier Merkmale machen (mit Giovanni Maio) unsere Verletzlichkeit aus:
1. Leibgebundenheit: Wir sind dünnhäutige Wesen, körperliche (und seelische) Erkrankungen sind immer da und immer möglich, genauso wie von außen zugefügte Verletzungen. Andere Menschen (und wir selbst) können uns verletzen.
2. Angewiesenheit: Wir sind natürlicherweise abhängig von anderen Menschen. Bei und von der Geburt an. Der Zimmermann Josef hat offensichtlich einen guten Job als Hebammenersatz gemacht. Das ist leider nicht immer so. Andere Menschen (und wir selbst) können uns im Stich lassen.
3. Unverfügbarkeit: Wir können nicht alles herstellen und machen, z.B. Gesundheit und Glück nicht. Je mehr wir es wollen, desto mehr geht`s (oft) schief. Unser Wille alleine reicht nicht.
4. Endlichkeit: Leben heißt sterben (müssen). Der Tod gehört zum Leben.
Diese Merkmale machen Lebendigkeit und Menschsein aus. Wenn wir unsere Verletzlichkeit annehmen, sie akzeptieren und als Wert schätzen, werden wir berührbar und fähig zu Resonanz, zu echter Autonomie und damit verbundener Sorge. Zu Menschen.
Das Fest der Liebe ist eine Feier der Verletzlichkeit. Was wäre, wenn wir das wirklich verstehen und leben würden …
„Nicht im Stich lassen- sich nicht und andere nicht.
Das ist die Mindest-Utopie, ohne die es nicht lohnt, Mensch zu sein.
An ihr halte ich fest bis zu meinem letzten Atemzug.“
Hilde Domin
Kommentare
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(Nutzer gelöscht) 11.12.2025 10:40
(Nutzer gelöscht) 11.12.2025 11:20
Respekt lässt sich doch nicht auf Knopfdruck künstlich her stellen.
Auch nicht zu Weihnachten.
Wozu auch?
Während der heiligen Zeit sollten aber jegliche Waffen in den Schrank, dass finde ich schon.
Danach kann man sie ja wieder raus holen.😁😉
Auch nicht zu Weihnachten.
Wozu auch?
Während der heiligen Zeit sollten aber jegliche Waffen in den Schrank, dass finde ich schon.
Danach kann man sie ja wieder raus holen.😁😉
(Nutzer gelöscht) 11.12.2025 11:22
Man sollte sich aber zu Weihnachten mit Menschen versöhnen und den Frieden suchen, wo nicht alles verloren ist.
(Nutzer gelöscht) 11.12.2025 11:24
Als Christen in Christus sollte unser Wesen eigentlich Jesus Christus selbst ausdrücken .
(Nutzer gelöscht) 11.12.2025 11:26
"Nicht im Stich lassen- sich nicht und andere nicht.
Das ist die Mindest-Utopie, ohne die es nicht lohnt, Mensch zu sein.
An ihr halte ich fest bis zu meinem letzten Atemzug.“
Das finde ich schön.
Was mich aber in dieser Passage stört: Warum muss man sich mit ein beziehen?
Wann hört dieses Ich- Zentrierte auf?
Man sollte Andere nicht im Stich lassen.
Ja, dass ist Wrihnachten.🙏
Das ist die Mindest-Utopie, ohne die es nicht lohnt, Mensch zu sein.
An ihr halte ich fest bis zu meinem letzten Atemzug.“
Das finde ich schön.
Was mich aber in dieser Passage stört: Warum muss man sich mit ein beziehen?
Wann hört dieses Ich- Zentrierte auf?
Man sollte Andere nicht im Stich lassen.
Ja, dass ist Wrihnachten.🙏
(Nutzer gelöscht) 11.12.2025 11:43
Maria und Josef fanden einen Stall, sie Taten in der Not alles, dass es dem Jesuskind an nichts fehlt.
Ich glaube nicht das sie sich groß um sich selbst kümmern konnten.
Das ist Weihnachten: Sich um Andere zu kümmern, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.
Wenn jeder eine kleine, gute Tat vollzieht, hat das Wort "Frieden auf Erden" eine große Bedeutung.
Ich glaube nicht das sie sich groß um sich selbst kümmern konnten.
Das ist Weihnachten: Sich um Andere zu kümmern, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.
Wenn jeder eine kleine, gute Tat vollzieht, hat das Wort "Frieden auf Erden" eine große Bedeutung.
paloma 11.12.2025 12:27
Und bei unseren kleinen guten Taten sollten wir die Kraft Gottes einbeziehen,der weniges vervielfältigt,siehe Gleichnis der wenigen Brote u Fische.
Jesus erstes Wunder war übrigens das bei der Hochzeit zu Langsam ( Wasser in Wein).
Das war nicht mal lebensnotwendig,aber in IHM liegt die Fülle u auch die Freude
Weiß auch nicht,was mit mir los ist😊 gestern noch war ich richtig erschöpft...aber heute hat er mich bewegt u berührt u seine gr Kraft hat mich aufgerichtet,Zeugnis von seiner gr Kraft zu geben .
Jesus erstes Wunder war übrigens das bei der Hochzeit zu Langsam ( Wasser in Wein).
Das war nicht mal lebensnotwendig,aber in IHM liegt die Fülle u auch die Freude
Weiß auch nicht,was mit mir los ist😊 gestern noch war ich richtig erschöpft...aber heute hat er mich bewegt u berührt u seine gr Kraft hat mich aufgerichtet,Zeugnis von seiner gr Kraft zu geben .
paloma 11.12.2025 12:31
Alleshinterfragen,das ist ein gutes Thema u alles liegt so nah beieinander:
Stärke u Schwäche
Freude u Leid
Tod u Leben...
Nichts soll übersehen od unterdrückt sein.
Menschsein bedeutet Empfindsamkeit,ohne sie sind wir taub.
Stärke u Schwäche
Freude u Leid
Tod u Leben...
Nichts soll übersehen od unterdrückt sein.
Menschsein bedeutet Empfindsamkeit,ohne sie sind wir taub.
Alleshinterfragen 11.12.2025 14:52
Herzlichen Dank für die tollen Kommentare, ich bin ganz überwältigt von Euren Gedanken.
In dem Blog über die Selbstliebe ging es ja letztens auch darum, ob diese nicht die Voraussetzung dafür ist, andere lieben zu können.
Mir wird auch oft gesagt: was tust Du für Dich selbst? Für Deine Work live Balance? Was stärkt Deine Resilienz?
Ich habe dann immer das Gefühl, als ob andere viel mehr "ME-Time" brauchen als ich.
Gestern hatte ich Frühschicht, da dann eine Kollegin krank wurde, habe ich noch Nachtbereitschaft gemacht und heute hat sich der Chef krank gemeldet, so dass ich 2 Stunden früher zum Nachtdienst gehe und morgen noch die Adventsfeier mit gestalte.
Das Wochenende ist allerdings bisher frei.
In dem Blog über die Selbstliebe ging es ja letztens auch darum, ob diese nicht die Voraussetzung dafür ist, andere lieben zu können.
Mir wird auch oft gesagt: was tust Du für Dich selbst? Für Deine Work live Balance? Was stärkt Deine Resilienz?
Ich habe dann immer das Gefühl, als ob andere viel mehr "ME-Time" brauchen als ich.
Gestern hatte ich Frühschicht, da dann eine Kollegin krank wurde, habe ich noch Nachtbereitschaft gemacht und heute hat sich der Chef krank gemeldet, so dass ich 2 Stunden früher zum Nachtdienst gehe und morgen noch die Adventsfeier mit gestalte.
Das Wochenende ist allerdings bisher frei.
Alleshinterfragen 11.12.2025 14:53
Verletzlichkeit ist eine Auszeichnung von allem Lebendigen. Es ist ein konstitutives Merkmal von Lebendigkeit, eine Grundbedingung von Menschsein und Menschlichkeit, es macht Lebendigkeit aus.
Das ist doch ein toller Satz. Ich darf verletzlich sein und bin doch stark.
Das ist doch ein toller Satz. Ich darf verletzlich sein und bin doch stark.
(Nutzer gelöscht) 11.12.2025 17:12
"Herzlichen Dank für die tollen Kommentare, ich bin ganz überwältigt von Euren Gedanken."
Du bist immer so friedfertig!
Musste schmunzeln als ich das gelesen habe, im positiven Sinne!
Danke an dieser Stelle auch Dir!
Du bist immer so friedfertig!
Musste schmunzeln als ich das gelesen habe, im positiven Sinne!
Danke an dieser Stelle auch Dir!
(Nutzer gelöscht) 11.12.2025 17:14
"In dem Blog über die Selbstliebe ging es ja letztens auch darum, ob diese nicht die Voraussetzung dafür ist, andere lieben zu können."
Wenn es Voraussetzung ist, warum animiert man dann dazu?
Ich persönlich kann mit diesen Psychotripps der Moderne nichts an fangen.
Aber ich bin ja auch eine Ur- Katholikin.
Wenn es Voraussetzung ist, warum animiert man dann dazu?
Ich persönlich kann mit diesen Psychotripps der Moderne nichts an fangen.
Aber ich bin ja auch eine Ur- Katholikin.
Alleshinterfragen 13.12.2025 20:38
Wenn urkatholisch bedeutet, sich selbst zurückzustellen, dann bin ich auch in diesem Sinne erzogen wurde. Also ich habe früh begonnen, altruistisch zu sein und anderen zu helfen.
Später empfand ich meine Mutter als Märtyrerin, was ich dann doch nicht so werden wollte.
Wenn ich negative Eigenschaften von mir ablehne, kann es sein, dass ich sie bei anderen auch bekämpfe. Deshalb ist es gut, sich selbst anzunehmen und sich mit Selbstliebe zu begegnen, was aber nicht Egoismus und Selbstbeweihräucherung bedeutet.
Später empfand ich meine Mutter als Märtyrerin, was ich dann doch nicht so werden wollte.
Wenn ich negative Eigenschaften von mir ablehne, kann es sein, dass ich sie bei anderen auch bekämpfe. Deshalb ist es gut, sich selbst anzunehmen und sich mit Selbstliebe zu begegnen, was aber nicht Egoismus und Selbstbeweihräucherung bedeutet.

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