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" das Fernbleiben des Messias.."

" das Fernbleiben des Messias.."
' Jüdische Allgemeine'

" Bar Kochba war’s nicht

Zwei wesentliche Themen beinhaltet unser Wochenabschnitt. Im ersten Teil lernen wir etwas über die Lebensführung der Kohanim, der Priester des Heiligtums. Insbesondere zur Zeit des Zweiten Tempels übernahmen sie verschiedene gesellschaftliche und kultische Aufgaben. Häufig waren sie Lehrer, Ärzte und sogar Richter in einer Person.

Auch daher achteten sie auf die seelische und körperliche Reinheit ihrer Person. Dies scheint der Prophetenvers zu unterstreichen: »Das Gesetz der Wahrheit war in seinem Munde, und ward kein Böses in seinen Lippen gefunden … Denn des Priesters Lippen sollen die Lehre bewahren, dass man aus seinem Munde das Gesetz suche; denn er ist ein Bote des Herrn« (Maleachi 2, 6–7).


Die zweite Hälfte der Parascha befasst sich mit den Festen unseres Volkes: Die drei Wallfahrtsfeste Pessach, Schawuot und Sukkot haben landwirtschaftliche und historische Hintergründe. Rosch Haschana und Jom Kippur dagegen sind nicht mit dem Heiligen Land verbunden. Diese Festtage sind der Reue und Umkehr des Einzelnen wie auch des ganzen Volkes gewidmet.

Die sieben Wochen zwischen unserem Befreiungsfest Pessach und dem Gesetzgebungsfest Schawuot werden Omerzeit genannt. Dieser Begriff weist auf ein Gebot der Tora hin, das dem jüdischen Landwirt im Heiligen Land – mangels Kalender – befahl, die Tage und Wochen zu zählen, damit er während der wichtigsten Wochen des Jahres, wenn das Getreide eingefahren wird, nicht vergisst, die dem Heiligtum und seinen Kohanim gebührenden Zehntel-Abgaben zu leisten.

Tempeldienst Heute besitzen wir kein Heiligtum mehr, und Kohanim im aktiven Tempeldienst gehören der Vergangenheit an. Dennoch gilt das Gebot der Tora, was die Zählung der Tage und Wochen zwischen Pessach und Schawuot betrifft, als unaufhebbar.

Die vergangenen Jahrhunderte unserer Volksgeschichte füllten gerade diese sieben Wochen des Öfteren mit denkwürdigen, traurigen Ereignissen. So fand im zweiten Jahrhundert nach der bürgerlichen Zeitrechnung der letzte große Aufstand gegen die römische Unterdrückung unseres Volkes in Israel statt. Der Name des Anführers in diesem Kampf ist uns überliefert: Schimon Bar Kochba, der »Sternensohn«

Der Name birgt einen Hinweis auf einen Vers der Tora, in dem der Herr Israel einen »Stern aus Jakow« verkündete (4. Buch Mose 24,17). Viele sahen in Bar Kochba den verheißenen Messias. Die entscheidende Phase seines Kampfes gegen die damalige Weltmacht Rom, so vermutet man, fiel ebenfalls zwischen Pessach und Schawuot.

Pfeil und Bogen Der 33. Tag innerhalb der sieben Wochen wird von der volkstümlichen Überlieferung mit einem Sieg über die römischen Legionen verbunden. Daher ziehen Jugendliche an diesem Tag mit Pfeil und Bogen hinaus, veranstalten Sportwettkämpfe oder machen Ausflüge in die Natur. Für viele von uns gilt Bar Kochba als Symbolfigur für den Freiheitskampf gegen die Römer.

Er führte einen Kampf gegen die antijüdischen Bestimmungen des Kaisers Hadrian. Dieser hatte unter anderem das Studium der Tora, das Halten des Schabbats und die Beschneidung der Knaben verboten. Es blieb aber nur bei diesem einzigen Sieg, denn letzten Endes unterlag die kleine Schar der jüdischen Kämpfer der römischen Weltmacht.

Unter den modernen Forschern sind auch einige, die Bar Kochba als ein Beispiel für falschen Messianismus bezeichnen. Sie betonen, dass sein Auftreten dem jüdischen Volk eine Katastrophe und dem jüdischen Land die Zerstörung gebracht hat. Diese Wertung mancher moderner Historiker richtet sich eindeutig gegen den großen Gelehrten des nachbiblischen Judentums, Rabbi Akiba, der gemäß dem Rambam (1138–1204) »der..."
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