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Die Kartäuser und ihr Gründer

Die Kartäuser und ihr Gründer
Die Kartäuser sind wohl der strengste Orden der katholischen Kirche. Ihr Gründer ist Bruno von Köln, der sich in die Einsamkeit des Klosters zurückzieht, um dort ein Büßerleben zu führen. Er stirbt am 6. Oktober 1101.

Hoch oben in der Abgeschiedenheit der französischen Alpen, nördlich von Grenoble, steht La Grande Chatreuse. Die Große Kartause ist das Mutterkloster des Kartäuserordens. Seit mehr als 900 Jahren leben dort Einsiedlermönche nach strengen Regeln.

Die Tage bestehen aus Arbeit und Gebet - immer im Wechsel. Selbst die Nächte werden von Gebeten unterbrochen. Die Kartäuser essen kein Fleisch, versorgen sich durch Obst- und Gemüseanbau selbst. Und sie schweigen, verständigen sich mit Handzeichen. Nur einmal in der Woche dürfen sie sich auf einem Sparziergang aussprechen.

Über Bruno, den Gründer ist nicht viel bekannt.

Irgendwann um das Jahr 1030 kommt er in Köln zur Welt. Brunos Ziel ist es, Kleriker zu werden. Dafür besucht er eine der berühmtesten Lehranstalten dieser Zeit: die Kathedralschule von Reims. Dort bleibt er bis 1080 - erst als Schüler, dann als Magister und Professor.

Doch er möchte höher hinaus und Bischof von Reims werden. Daraus wird nichts, da sich ein Konkurrent das Amt erkauft. Diese irdischen Machenschaften sind Bruno ein Gräuel. Es reift ein Entschluss, sich mit einigen Gefährten aus der Welt zurückzuziehen.

Gott durch Rückzug und Askese näher zu kommen, die Sorgen und den Trubel des weltlichen Lebens dafür hinter sich zu lassen - das ist die Idee von Bruno von Köln, der den Kartäuserorden 1084 gründet. 
 
Auch folgendes Erlebnis soll diesen Wunsch ausgelöst haben, das vor vielen Tausenden Zeugen geschehen sein soll. In Paris starb ein Professor der Sorbonne, Raimond Diocré. Seine Leiche wurde in der Kirche Notre Dame aufgebahrt. Viele Gläubige, Professoren und Studenten begleiteten ihn. Der Tote wurde in das Mittelschiff gelegt und wie es damals Brauch war, unter einem einfachen Schleier.

Als der Priester bei der Beerdigungsfeier den Satz sagte:
«Responde mihi: Quantas habes iniquitates et peccata ...» (Antworte mir: Wie viele Sünden und Vergehen hast du?), hörte man unter dem Schleier eine Grabesstimme: «Nach dem gerechten Gottesgericht wurde ich für schuldig erklärt!»

Man nahm sofort das Todestuch weg, aber die Leiche war unbeweglich und kalt. Nach der allgemeinen Erschütterung fuhr der Priester fort und wiederholte den Satz. Die Leiche erhob sich bei diesen Worten und schrie noch lauter:
«Nach dem gerechten Gottesgerichte wurde ich verurteilt!»

Die Anwesenden waren ganz erschrocken. Einige Ärzte näherten sich dem Toten, der wieder unbeweglich war, und sie stellten fest, dass er wirklich tot war. An diesem Tag hatte man keinen Mut mehr die Beerdigung zu beendigen und man wartete bis zum nächsten Tage.

Die religiösen Behörden wussten nicht, was zu tun sei. Einige sagten: «Er ist verdammt, er ist nicht würdig, die Gebete der Kirche zu bekommen», andere: «Es ist nicht sicher, dass Diocré verdammt ist! Er sagte, er wurde für schuldig erklärt und verurteilt.» 

Der Bischof war auch dieser Meinung, und am anderen Tag wiederholte man die traurige Andacht. Aber als man den Satz sagte: «Responde mihi … » stand die Leiche auf und schrie:
«Nach dem gerechten Gottesgericht bin ich für immer in der Hölle verdammt!» Nach dieser schrecklichen Bestätigung hörte die Beerdigung auf. Man begrub den Toten nicht in den geweihten Friedhof.

Das Ereignis war klar und viele Leute bekehrten sich. Bruno, Schüler und Bewunderer von Diocré, der schon ein guter Christ war, verließ er die Welt, um Sühne zu leisten. Andere folgten seinem Beispiele. 

Erzbischof Hugo von Grenoble, Brunos ehemaliger Schüler, schenkt ihnen ein felsiges Stück Land. Dort entstand die Große Kathause und Bruno verfasst die eisernen Regeln für das Zusammenleben. 

Viele Menschen lebten in dem von Bruno gegründeten Kloster. Darunter berühmte Leute und Professoren, die mit dem Gebet, mit der Arbeit, mit der strengen Buße und mit dem Schweigen sich heiligen wollten.

Selbst innerhalb des Klosters sind die Mönche meistens voneinander abgeschieden: Jeder hat ein eigenes Häuschen - heute mit Schlaf- und Gebetsplatz, Nasszelle, Werkstatt und eigenem Garten. Die Mahlzeiten nehmen sie ebenfalls alleine ein. Es sind Regeln, die noch immer gelten.

Als Papst Urban II. - ebenfalls ein ehemaliger Schüler - Bruno nach Rom ruft, um ihn für seine Reformpläne an seine Seite zu holen, ist Bruno zunächst angetan. Doch als der Papst ihm das Amt des Erzbischofs von Reggio in Kalabrien anbietet, lehnt er entschieden ab. Mit Kirchenpolitik und hohen Ämtern möchte er nichts mehr zu tun haben. Stattdessen gründet er in Kalabrien die zweite Kartause La Torre. Dort lebt Bruno bis zu seinem Tod am 6. Oktober 1101.

Weltweit gibt es heute noch 21 Kartausen mit rund 400 Mönchen und Nonnen, die sich weiterhin dem Schweigen und dem Wahlspruch der Kartäuser verpflichtet fühlen: Das Kreuz steht fest, während die Welt sich dreht.

Kommentare

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Engelslhaar 09.02.2025 13:37
Schöner Beitrag, den ich hier sehe! Ein schöner Kontrast zu dem heute mal wieder ausgebrochenen Kirchen-Bashing in einigen Blogs hier ( wahrscheinlich die Agbs nicht gelesen)
 
(Nutzer gelöscht) 09.02.2025 16:39
Ich hatte ein 3 Tage Seminar „Auf den Spuren des heiligen Brunos „in St. Ottilien besucht ,es war höchst interessant.
Der heilige Bruno wurde 1030 in Köln geboren und gründete den Kartäuser-Orden ,der für sein Leben in Einsamkeit,Stille und intensiver Spiritualität bekannt ist .
Die Kartäuser leben als Schweigeorden ,in dem das Gebet und die Meditation im Vordergrund stehen .
Der heilige Bruno gründete zahlreiche Klöster darunter das berühmte Kartäuserkloster in Chartreuse in Frankreich  ,wo er mit seinen Gefährten das klösterliche Leben in völliger Abgeschiedenheit pflegte .
Der heilige Bruno starb 1101und wurde später heilig gesprochen.
Der Kartäuserorden ist auch bekannt für die Herstellung des berühmten Chartreuse-Likörs der heute noch von den Mönchen gebraut wird ,und für seinen scharfen einzigartigen Geschmack berühmt ist .
Angeblich wissen immer nur 3 Mönche über die Zusammensetzung der Rezeptur Bescheid und ist bis zum heutigen Tag nicht zu bestimmen.
Bekannt ist allerdings das über 130 verschiedene Kräuter und Pflanzen für die Herstellung verwendet werden.
Viele sagen das spiegelt sich auch im Geschmack wieder ,der aromatisch nach würzigen Kräutern Pflanzen schmeckt.
Es heißt trotz der 55 %Alkoholgehalt fühlt sich der Chartreuse grün schön mild beim Verzehr an
Zum Abschluss des Seminars dürften wir dann Schnapplikör probieren. 
Für meinen Geschmack war der Likör nicht mild ,ich hatte nach Luft geschnappt.
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