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" Generation beziehungsunfähig? "

" Generation beziehungsunfähig? "
Generation beziehungsunfähig? Mythos und Wahrheit zugleich 
(Holger Weißmann)

Thesen:
Als beziehungsunfähig bezeichnet die Alltagspsychologie Menschen, die sich zwar einen Partner wünschen, aber nicht in der Lage sind, dauerhaft eine Beziehung aufrechtzuerhalten. Der Begriff zielt vorwiegend auf Personen mit wechselnden Beziehungen ab und schließt Unerfahrene eher aus.

Was steckt hinter dem Stigma, dass in der heutigen Zeit sogar eine ganze Generation scheinbar nicht fähig ist eine Beziehung einzugehen?...

Warum spielt dieses Thema für uns heute eine so große Rolle? Wir wollen der Beziehungsunfähigkeit auf den Grund gehen. In den gängigen populärwissenschaftlichen Ansätzen wird der Begriff aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Autor Michael Nast („Generation Beziehungsunfähig“ ) spricht hier von „einem Massenphänomen der individualisierten Gesellschaft“. In ihrem Buch „Intimität, Sexualität, Beziehungsunfähigkeit“ liefert Autorin Sandra Quafoku Erklärungsversuche für Menschen, die nicht beziehungsfähig sind, über den gesellschaftlichen Wertewandel des Tabu-Themas.

Der Wandel der Geschlechterrollen
Die deutsche Journalistin Nina Pauer hatte das Phänomen noch ganz den Männern zugeschrieben, die sich dank ihrer Bindungsstörung zu einem sogenannten „Byronic Hero“ stilisieren. Beziehungsunfähige Männer sollen das Symptom als Ausrede benutzen, wenn klar wird, dass die Komplexität der eigenen Psyche zu viel Raum einnimmt, um sich nur einer Partnerschaft zu widmen.
Die zunehmende Bedeutung und Präsenz des Themas in der heutigen Gesellschaft führen manche Autorinnen und Autoren daher sogar verstärkt auf den Rollenwandel der Geschlechter zurück. Promiskuität, Bindungsprobleme und Freiheitsdrang sind nicht mehr allein „Männersache“. Beziehungsunfähige Frauen sind längst auf dem Vormarsch. Die Autorin Nicole Maibaum vertritt in ihrem Buch „Am liebsten Geliebte. Glücklich ohne Ehering“ den Ansatz, dass insbesondere Frauen eine hohe Bereitschaft zeigen, eine Beziehung zu beenden, wenn sie diese nicht mehr zufriedenstellend empfinden.

Narzissmus und Selbstoptimierung
Autoren wie Gerhard Brandl gehen eher von einem gesamtgesellschaftlichen Phänomen aus. Er führt das Phänomen beziehungsunfähig auf einen zunehmenden Narzissmus zurück. Die Liebe wird dem Ego-Trip unterworfen, was zur Folge hat, dass dem Partner dabei wenig Beachtung geschenkt wird. Um das Selbstwertgefühl von außen zu stärken, werden Beziehungen dabei oft in Abhängigkeiten gedrängt. Da der Partner jedoch versucht zu fliehen, sobald er narzisstische Muster erkennt, versuchen beziehungsunfähige Menschen dem entgegen zu wirken. Die Folge sind häufig wechselnde On-Off-Beziehungen.
Aber auch Selbstoptimierer haben es nicht leicht, wie Beziehungscoach Eric Hegmann festgestellt hat. Für diese ist Liebe das höchste Glück, das man allerdings nur bekommt, wenn man hart an sich arbeitet.

Angst vor der Liebe und Liebeskummer
Beziehungsunfähige leiden häufig unter Bindungsangst. Die Ursache geht hier oft schon auf schlechte Kindheitserfahrungen zurück. Der Verlust eines Elternteils durch Tod oder Scheidung kann eine solche Störung hervorrufen. Aus der Befürchtung heraus, den Verlust und diese Verletzung nicht noch einmal durchleben zu wollen, entwickeln diese Personen häufig eine Abwehrhaltung. Bei Männern dominiert die Angst sich zu verlieben. Beziehungsunfähige Männer ziehen sich zurück und gehen keine feste Bindung ein, weil sie die negativen Erfahrungen bereits im Vorfeld von sich abwenden wollen. Frauen, die nicht beziehungsfähig sind, leiden dagegen unter Trennungsschmerz. In der Phase des Liebeskummers, versuchen sie um jeden Preis eine Trennung zu verhindern. Das zeigt sich beim Kennenlernen zum Beispiel im Klammern und dem Versuch ständig den Kontakt aufrechtzuhalten.

Ich-bezogen und Verlust des Selbstwertes
In einer Studie von der Universität Buffalo fanden Forscher unter der Leitung von Emily Grijalva heraus, dass Männer in puncto Anspruchs- und Autoritätsdenken eindeutig egoistischere Züge tragen als Frauen, was sich vor allem im Berufsleben bemerkbar macht. Die Ich-Bezogenheit und Eitelkeit sind jedoch auf beide Geschlechter zurückzuführen. Ein Ego-Trip kann also sowohl bei Frauen wie bei Männern zu beziehungsunfähigen Verhaltensweisen führen. Diese Charakterzüge münden häufig in einer Kompromisslosigkeit, damit der eigene Selbstwert keinen Schaden nimmt. Das Ergebnis sind Kontrollzwänge und Verlustängste, die sich perspektivisch destruktiv auf eine Partnerschaft auswirken.

Karrierefokus und Angst vor Selbstaufgabe
Gerade beim Kinderwunsch wird ein Fass an Verbindlichkeiten aufgemacht, das beziehungsunfähigen Menschen oft ein Dorn im Auge ist. Männer mit einem ausgeprägten Karrierefokus tendieren schneller dazu von einer Beziehung in die nächste zu flüchten, damit ihre beruflichen Ziele nicht von einer Kinder- oder Familienplanung gefährdet werden. Aber auch Frauen enden in negativen Verhaltensmustern, wenn sie auf der Suche nach dem Partner sind, der genau ihren Zielen und Vorstellungen von Beruf und Familie entspricht. Das Gefühl von Selbstaufgabe führt bei beiden Geschlechtern dazu, dass sie keine gleichwertige Partnerschaft eingehen können.

Alterswahrnehmung und Gefühl, etwas zu verpassen
Die Angst, etwas zu verpassen, macht sich in jungen Jahren bei beiden Geschlechtern gleichermaßen verstärkt breit. Hier haben Neugier und sexuelle Experimentierfreudigkeit Oberhand über die Partnerwahl. Menschen, die nicht fähig für eine Beziehung sind, suchen sich unverbindliche Zwischenmodelle wie Freundschaft Plus. Sie wollen sich nicht festlegen, weil sie sich selbst noch in der Findungsphase befinden oder auch einfach ihre Freiheit als glücklicher Single genießen. Das Gefühl, jung geblieben zu sein und die unaufhörliche Suche nach Bestätigung halten jedoch häufig auch Menschen im fortgeschrittenen Alter davon ab, sich einer Beziehung zu verpflichten und endgültig zu binden.

Zu verkopft und mangelndes Vertrauen
Aber auch eine zu engstirnige Einstellung trägt dazu bei beziehungsunfähig zu werden. Ein Gedankenchaos kann einengen. Wenn du keine klaren Vorstellungen an einen Partner hast oder nur rationale Kriterien betrachtest, herrscht ein Mangel an emotionaler Beteiligung. Hier sind Männer wie Frauen gleichermaßen betroffen. Oft ist mangelndes Urvertrauen der Grund dafür, keine glückliche Beziehung eingehen zu wollen.


Kann man Beziehungsfähigkeit lernen?
Um Beziehungsfähigkeit zu lernen, musst du deine Ängste überwinden und dein Herz für Begegnungen öffnen. Jede gute Liebesbeziehung beginnt mit einer gesunden Beziehung zu dir selbst.

[www.]

Kommentare

 
MrsBrightside 24.11.2023 14:31
Wer den Luxus hat, auf viel Auswahl zu blicken, hat die Qual der Wahl - liegt es nicht oft einfach daran?
 
(Nutzer gelöscht) 24.11.2023 14:34
Verwöhnte Kinder sind unzufriedene Erwachsene.
 
(Nutzer gelöscht) 24.11.2023 14:52
Die Beziehungsunfähigkeit bzw die bewusste Ablehnung von Verbindlichkeit in Beziehungen nimmt zu. Menschen fürchten sich voreinander und vor den möglichen negativen Folgen einer Beziehung. Aber die Vermeidung von Beziehung, bewusst oder unbewusst hat Folgen. 
Der Mensch entwickelt allerlei Krankheiten. Der Mensch ist ein Beziehungswesen. Er braucht die Verbundenheit und die Nähe des Anderes wie die Luft zum Atmen.
 
(Nutzer gelöscht) 24.11.2023 14:55
Verwöhnte Kinder? Ja, man überhäuft sie mit materiellen Dingen oder räumt ihnen Freiheiten ein, die ein Kind völlig überfordert. Letztendlich fehlt es den Kindern an Nähe und Geborgenheit. 
 
(Nutzer gelöscht) 24.11.2023 14:57
Viele suchen die Geborgenheit dann in der Partnerschaft. Aber der Partner ist weder Vater noch Mutter, sondern Partner. 
 
(Nutzer gelöscht) 24.11.2023 15:45
Ich bin überzeugt davon, dass die Menschen nicht mehr beziehungsfähig sind weil den Kindern bereits im Kindergarten Ellenbogenmentalität gelehrt wird. 

Das Schulsystem kann gut mit angepassten Eltern und deren Kindern arbeiten. 
Also Eltern die gefallen wollen und so Vorteile für ihre Kinder erwirken.
Das hat jedoch nichts mit Beziehung zu tun.

In Beziehung geht es darum den anderen zu sehen. Wie soll ein Kind in der Kita unter 20 anderen gesehen werden. So gesehen werden wie es das Kind in dem Alter braucht?

Ebenso wird ein Kind, dessen Mutter anwesend abwesend für das Kind ist, auch nicht gesehen. 
Beim Stillen oder Kinderwagen schieben chatten. 
Das ist die Zeit wo, ohne zutun, nur da sein, Beziehung aufgebaut wird.

Oder wenn das Kind, weil es ja so einfach ist, vor den Fernseher gesetzt wird oder ihm ein Smartphone in die Hand gegeben wird.

Emphatie lernen wir durch Menschen die anwesend sind, die wir wahrnehmen können, mit denen wir kommunizieren können. 

Wer sich selbst nicht aushält und sich deswegen heile, emphatische Bezugspersonen sucht, um von ihnen das zu bekommen was er sich selbst glaubt nicht geben zu können, kann keine Beziehung führen, weil er der Person, die er ausgesaugt hat nichts zurückgeben kann und er dann wieder nach anderen Bezugspersonen suchen muss weil er sich selbst...

Das ist für diese Menschen ein fürchterlicher Kreislauf. Ich bin davon überzeugt, dass die Psychologie und Psychiatrie diese Menschen noch bestärkt. Denn sie sollen stabilisiert werden um dann erfolgreich entlassen zu werden. 
Statt dass zwingend die Bezugspersonen mit einbezogen werden wird oftmals nur eine Seite gehört. Die Kapazitäten der Kliniken und Therapeuten sind sehr begrenzt. 

Diesen Menschen ist oftmals nur solange geholfen wie sie sich in Kliniken oder anderer Behandlung befinden, weil sie dort Anerkennung und Zufuhr bekommen. Wobei sie keine Beziehung lernen. 

Für mich widerspricht sich Glaube und Psychiatrie sowie Psychotherapie. Alleine deswegen weil ihr Fundament nicht biblisch ist. 

Habe mehrmals beobachtet wie Menschen dort ihren Glauben verloren haben oder er als Schuld für ihre Krankheit galt.

Der Glaube, nicht die Sünde wurde als Problem erkannt. 

Wenn wir in Jesus sind, sind wir eine neue Kreatur. Das Alte IST vergangen. 
Damit auch jede Bindungsstörung. 

Leider leben viele "Christen in Gemeinden" nur Zweckgemeinschaften und keine Beziehungen. Oder, noch schlimmer, sie machen emotional Bedürftige von sich abhängig, statt sie in ein freies Leben zu führen. 

Wenn wir uns selbst und unser Gegenüber sehen, und auch nach dem Verliebtsein noch sehen wollen, können wir Beziehungen eingehen. 
Lieben ist eine Entscheidung die wir bewusst treffen. Liebe ist kein Gefühl. 
Wer liebt kann viele Gefühle haben die wegen des Liebens entstehen. Enttäuschung, Wohlbefinden, Freude, Traurigkeit, ... .
Das alles kann Liebe beinhalten. 

Ein Beziehungsunfähiger Mensch kann mit seinen Gefühlen nicht umgehen. Das kann er lernen. 

Dann kommt noch hinzu, dass man, in Beziehungen mit toxischen Personen, selbst toxisch werden kann und sich z. B. kontrollierend, ablehnend, ... verhält. 
Das toxische Verhalten kann auf die eigene Person projeziert werden. 
Auch die Gefühle können übertragen werden. 

Bei gesunden Menschen geht das alles wieder weg wenn man sich von der toxischen Person distanziert hat. Dauert seine Zeit. 

Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch der in Jesus ist, heißt seine Gebote hält, beziehungsfähig ist. 

Und ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch mit Jesus alles überwinden kann. 

Vielleicht etwas zu viel Inhalt. Ich lasse es trotzdem so stehen. 

Ich ermutige jeden der überwinden muss zu glauben, dass er überwinden kann. 
Unserem Gott ist NICHTS unmöglich. 

Die größte Fülle und Erfüllung haben wir im Herrn, nicht in unseren Beziehungen. 
Deswegen sind wir erfüllt ob in Beziehung oder ohne. Das dürfen wir nicht vergessen. 

Gott segne euch alle. 
 
Zeitzeuge 24.11.2023 16:08


Komm her - geh weg - Diagnose Borderline | Talk mit Dr. Martin Grabe

Kommentar:


@peternisar7405
vor 2 Jahren
Ein sehr guter Beitrag/Erklärung des Borderline-Syndroms. Hierbei kommt u.a. zum Vorschein, wie wichtig es ist, seinen Kindern (insb. in den ersten 3 Jahren) eine gesicherte, vertrauensvolle Erziehung/Kindheit zu ermöglichen. Somit wird ein solides Fundament bzgl. Selbstbewusstsein gelegt.
 
paloma 24.11.2023 16:47
@Wahrheit,da bin ich anderer Meinung.Häufig wird in Christl.Kreisen Therapeut.Hilfe abgelehnt. Das ist für manche Personen sehr bedauerlich.
Ich sehe diese Professionen in ähnlicher Weise wie Fachärzte.
Auch deinen PKW würdest du wohl kaum zum Klempner bringen .
Seelsorge ist gut,aber bei psych.Erkrankungen sollte ein Psychologe ran od therapeutischer Experte für das jeweilige Gebiet.
 
paloma 24.11.2023 16:49
Beziehungsunfähigkeit? Oft sind es auch äußere Bedingungen,z.B. dass hohe berufl.Flexibilität verlangt wird.Darunter leiden Freundschaften,Ehen u Familien.
 
paloma 24.11.2023 16:54
Patchwork in den Familien sind oft irritierend in der frühen Bindungsphase. Eine gewisse Beliebigkeit der Beziehungen lässt wenig Zuverlässigkeit u Sicherheit enstehen. Dies Schwächen erschweren die späteren Partnerbeziehungen.
 
Zeitzeuge 24.11.2023 17:08
@paloma: 16:47

Bei Bedarf empfehle ich vor allem, sich an christliche Therapeuten und Kliniken wie „Hohe Mark“ oder „De'ignis“ zu wenden.
 
Digrilimele 24.11.2023 17:32
 01 Wahrheit, danke für deinen ausführlichen Kommentar.👍

Grundsätzlich stimme ich dir in allem zu.

Und doch habe ich ein bisschen Bauchweh dabei, grundsätzlich alle Therapien abzulehnen. Denn wir müssen unterscheiden: 

Es gibt christliche Psychotherapeuten und Einrichtungen, und dort gibt es sicherlich Mitarbeiter, die wiedergeboren und im Dienst unseres Herrn dort tätig sind und dieses anstelle Christi statt,  um zu suchen und zu erretten, das, was verloren ist. 

Das kann eine große Hilfe sein, für den Menschen, der vom Weg abgekommen ist.



 
 
Digrilimele 24.11.2023 17:41
Und die Liste von Ursachen könnten wir beliebig lang fortsetzen oder 
 kurz als Folgen einer „Gottfernen Gesellschaft“ zusammenfassen.

Die Seele schreit nach Liebe und Zuwendung und kann sie, in dieser Welt, nur bedingt und wenn,  nur von kurzer Dauer finden.
Das macht die Seele krank und nach einer gewissen Zeit, den Körper.

Es gibt nur eine Liebe, die ewig anhält. Die immer war, ist und niemals vergeht.
 
MrsBrightside 24.11.2023 17:45
Gott sei Dank gibt es zahlreiche sogenannte "christliche" und "nichtchristliche" (Psycho-) Therapeuten, Psychiater etc., die schon vielen Menschen geholfen haben, derzeit helfen und noch helfen werden - ein weiterer Grund, aus tiefstem Herzen dankbar zu sein.
 
pieter49 24.11.2023 17:57
Selbstverständlich leben wir in ein ICH-bezogene Zeit und wir suchen alle das Größe Glück!

Warum nicht?

Aber bevor man sich bindet, sollte man alles besprechen !, ob es genügend Liebe und Gemeinsamkeiten gibt, bevor man sich Hoffnungen macht und denkt; na ja das kann ich ihr oder ihm, noch wohl anlernen...

  🤔

Was nützt mir ein Psycholog (?) , wenn ihm der Durchblick fehlt?

(...)
 
Digrilimele 24.11.2023 18:03
🤣
 
 
(Nutzer gelöscht) 24.11.2023 18:18
Warum ist es nicht gut, wenn der Mensch alleine ist? Vermutlich weil er sich alleine nicht weiter entwickeln kann. Erst im Miteinander erkennt man sich selbst. Idealerweise kommt im Miteinander das Beste zum Vorschein,- aber eben auch das Schwache und Verletzte. Dann wäre es gut, bliebe man bei sich selbst und bitte Gott um Heilung. Seelsorger und Therapeuten sind nur Wegbegleiter und ja, auch Beziehungspersonen, die den Blick.in eine andere Richtung lenken können, so dass der verletzte Mensch erkennt, dass der Schmerz keine Bedrohung ist und heilen darf. Die Beziehung zu einem kompetenten "Wegbegleiter" ist eine Beziehung in einem geschützten Rahmen, wo man neue, gute Beziehungserfahrung machen kann.

Und wenn man sich selbst verändert und Heilung geschieht, wirkt sich das auch heilend auf die Partnerschaft aus. 

Leider suchen viele den idealen Partner in der Hoffnung, dass die Beziehung zu dem idealen Partner den eigenen Schmerz und die eigene Frustration heilt. Leider ist der Partner seinerseits erstens nie vollumfänglich perfekt und ist schnell in der ihm zugedachten Rolle überfordert. 
 
Zeitzeuge 24.11.2023 18:30
Was macht uns beziehungsfähig?

Was ist Beziehungsfähigkeit? Wann sind Menschen beziehungsfähig? Hier eine Zusammenstellung einiger wichtiger Kriterien, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Wer beziehungsfähig ist …
... sucht sich Anerkennung nicht beim Gegenüber. Er ist sich bewusst, dass Liebe nicht verdient werden kann, sondern immer ein Geschenk ist. Er weiss, dass sein Wert nicht von dem abhängt, was andere über ihn denken oder sagen.
Wer Gott kennt, entdeckt, dass er uns Wert gibt und nicht die Menschen. Gott hat uns das wunderbare Angebot gemacht, seine Kinder sein zu dürfen. Wenn wir dieses Angebot annehmen, sind wir Söhne und Töchter des Königs der Könige! Das gibt uns Wert und Anerkennung.

... kennt seine Bedürfnisse, weiss, was er möchte und traut sich auch, dies zu kommunizieren. Es ist zentral, sich zu fragen «Was brauche ich?» und dies als Bedürfnis dem andern mitzuteilen statt als Forderung anzubringen. Es ist ein Unterschied, ob ich etwas als Bedürfnis ausdrücke («mir ist wichtig…») oder ob ich fordere («mach mal…») oder gar kritisiere («nie hast du mir…»).
... kann seine Gefühle wahrnehmen, ausdrücken und offen mit seinem Gegenüber teilen. Er lässt in sein Herz schauen.

… sucht das Gespräch bei Unstimmigkeiten. Er gibt eine Beziehung nicht gleich auf, wenn es schwierig wird. Er kann Enttäuschungen aushalten und wenn nötig vergeben. In Konfliktsituationen lohnt es sich, zurück zu fragen. Gerade wenn eine Aussage schräg rüber kommt, haben wir die Wahl zu entscheiden, ob wir uns beleidigt zurückziehen wollen oder ob wir versuchen, die Sache zu klären oder zumindest nachzufragen, wie das gemeint war.

… kennt seine Defizite und ist bereit, daran zu arbeiten. Es ist sein Wunsch, sich stetig weiterzuentwickeln. Er ist offen für Korrektur und lässt sich von Vertrauten in die Karten blicken.

… auf den ist Verlass. Er lebt Verbindlichkeit. Treue und Loyalität sind gefragt!
… bringt seinem Gegenüber Vertrauen entgegen.
… ist bereit, am Leben des Gegenübers Anteil zu nehmen. Er versucht, sich ins Gegenüber hineinzuversetzen und dieses zu verstehen. Er nimmt den andern in seiner Andersartigkeit an.

… ist bereit zu Kompromissen. Er kann auch mal einen Schritt zurück stehen und verzichten.
Die meisten dieser Punkte könnten zusammengefasst werden mit: «Eine reife Persönlichkeit ist gefragt!» An einzelnen der aufgelisteten Punkte zu arbeiten mag vielleicht eine kleine Verbesserung bringen. Es ist aber eher ein Kratzen an der Oberfläche. Die Veränderung hin zu einer reifen, beziehungsfähigen Persönlichkeit geht viel tiefer. Sie beginnt im inneren Menschen. Sie beginnt damit, wahrzunehmen, was in meinem Herzen ist.

Die Beziehung zu mir selber
Nur wer mit sich selber versöhnt ist, kann auch versöhnte Beziehungen leben. Wer sich selber nicht annehmen kann, dem fällt es auch schwer, gesunde Beziehungen zu pflegen. Wer sich selbst nicht vergeben kann, kann oft auch den anderen nicht vergeben. Wer unzufrieden durch die Welt läuft, wird auch am Gegenüber immer etwas auszusetzen haben. Wer gerne in seinen Wunden badet und bemitleidet wird, der wird immer einen Grund dafür finden.

So ist eine der wichtigsten Grundlagen für gelingende Beziehungen die Arbeit an mir selber. Welche Beziehung habe ich zu mir selber? Bin ich bereit, mich und meine Motive zu hinterfragen? Lasse ich mir in mein Herz blicken? Bin ich bereit für Korrektur? Bin ich bereit, an mir zu arbeiten? Kann ich Hilfe annehmen? Stelle ich mich meinen Lebenswunden oder verdränge ich sie lieber?

https://www.jesus.ch/magazin/beziehung/300665-was_macht_uns_beziehungsfaehig.html
 
paloma 24.11.2023 18:34
😅😂@ Pieter,würde ich schon mal erwarten,dass ein ausgebildeter Mensch über Kompetenz verfügt.Aber du hast Recht,kann auch mal anders kommen u auch zw Therapeut u Klient muss die Chemie stimmen.
 
pieter49 24.11.2023 18:42
Wenn ich mir nicht sicher bin ob ich mein Gegenüber 100%tig verstehe denke ich:

Vorsicht ist die Mutter der Porzellan-Kiste

Gegenseitige Sympathie, Liebe, Einigkeit im Glaube, Verständnis, (...) , was braucht man noch mehr für ein gesunde Beziehung?

...und : Die Nachfolge Christi !!!

Nach dem Hl. Evangelium vom Herrn Jesus Christus!
 
(Nutzer gelöscht) 24.11.2023 18:47
18:30 sehr sehr guter Kommentar, den ich auch deswegen unterschreibe, weil ich einen solchen Heilungsprozess durchlebt habe und jeden ermutigen möchte, sich auf einen solchen Prozess einzulassen und sich professionelle Wegbegleiter zu suchen

Denn wenn du geheilt wirst, wirkt sich das auf die Generationen aus, die nach Dir kommen. 
 
(Nutzer gelöscht) 24.11.2023 18:49
Pieter, manchmal ahnt man am Anfang nicht, welche Last der andere trägt. 
 
paloma 24.11.2023 18:51
@ Zeitzeuge,danke für eine übersichtlich zusammengefasste Checkliste. Da kann doch jeder schon mal beginnen,sich selbst zu scannen ☺️👀
 
pieter49 24.11.2023 18:55
Die Bergpredigt lesen und verinnerlichen.

Matt. Kapitel 5,6+7

u.a. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

Das gilt , -nach meiner Meinung- , auch in der Partnerschaft.
 
(Nutzer gelöscht) 24.11.2023 18:56
 
pieter49 24.11.2023 18:59
Das so-wie-so lieber TSCHOO !!!

Ein Leben ohne Gott ist endlich und Sinnlos !!!
 
Zeitzeuge 24.11.2023 19:04
Ich denke, wir haben das Thema und die Problematik uns jetzt auf vielerlei Weise nähergebracht und danke noch für Eure erbaulichen Kommentare.
 
paloma 24.11.2023 19:13
Schöner Text,
wenn es mal nicht klappen sollte mit Barmherzigkeit,Gerechtigkeit u Sanftmut,
dann ist es ganz sinnvoll,die eigenen Motive wie oben von Zeitzeuge .genannt,zu hinterfragen u eben in Austausch mit dem Gegenüber zu gehen mit Offenheit.
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