Liebe auf Umwegen

von zahnfee87  ·   ·  Rheinland-Pfalz

Eine unerwartete Nachricht verändert alles für Mirjam und Henning. Ihre Reise beginnt mit Briefen und einem ersten Treffen, das voller Überraschungen steckt.

Liebe auf Umwegen
Alles begann Ende 2007 bei Christ-sucht-Christ.

Mirjam alias Zahnfee87 erhielt ihre ALLERERSTE Nachricht von Granmasterhen. Sie war anfangs ganz schön überrascht von den langen, total lieben Mails, die er ihr schrieb und war sofort begeistert von dem lieben Lockenkopf aus dem hohen Norden.

Beide freuten sich immer riesig, wenn oben rechts im Bildschirm ein kleines Briefchen aufleuchtete und es wieder hieß „Sie haben Post!“.

Nach langem Briefverkehr über Christ-sucht-Christ und studivz kam Anfang 2008 das erste Treffen in Speyer. Mirjam wartete nachmittags am Dom auf Henning, der mit ein bisschen Verspätung wegen längerer Parkplatzsuche, auch eintraf. Anfangs war sie ganz schön perplex; sie hatte noch nie jemanden gesehen, der so groß, geschweige denn so blond wie Henning war.
Nachdem beide sich gefunden hatte, machten sie sich auf den Weg ins Havanna und unterhielten sich bei einem leckeren Kaffe sehr lange über dies und das….hm…wobei…eigentlich war Henning die meiste Zeit am Erzählen, weil Mirjam am Anfang immer eine Weile braucht um aufzutauen; sie kann ganz schön schüchtern sein.
Da schon ein paar Stunden seit dem Treffen am Dom vergangen waren, machte sich Mirjams Mutter zu Hause schon riesige Sorgen; ihre Tochter hatte sich vorher ja noch nie alleine mit einem jungen Mann getroffen. Sie dachte: „An wen ist sie da wohl geraten? Wieso ist sie denn so lange weg? Sie wollte doch schon viel früher zu Hause sein!?!?“. Sie bombardierte ihre Kleinste mit tausenden SMS und versuchte es etliche Male, sie telefonisch zu erreichen. Erst hatte Mirjam nichts davon gemerkt, doch als ihr dann auffiel, dass sie so viele Nachrichten auf dem Handy hatte, begann sie, während des Gesprächs mit Henning auf dem Handy herum zu tippen, was wohl ziemlich arrogant oder desinteressiert gewirkt hat.
Bald darauf verabschiedeten sich Henning und Mirjam also wieder voneinander. Henning fuhr, mit großer Enttäuschung vom Treffen, weiter in Richtung Sinsheim zu einer Freundin und Mirjam machte sich auf den Nachhauseweg.

Nach dem ersten Kennenlernen wurden viele weitere Mails zwischen Granmasterhen und Zahnfee87 verschickt. Eigentlich sollte es bald zu einem zweiten Treffen kommen, für das sich Henning extra Zeit genommen hatte, jedoch machte Mirjam einen Rückzieher…sie hatte zu dem Zeitpunkt einen Arzttermin. Henning schickte ihr aus dem Hotel in Bremen ein „Gute-Besserung-Paket“, was Mirjam nur noch mehr einschüchterte. „Der denkt sich doch bestimmt mehr dabei, oder? Man schickt doch nicht einfach so ein Paket?!?“

Es folgte fürs Erste also eine kleine „Sendepause“ zwischen den beiden. Mirjam studierte weiter in Mainz und Henning machte ein Praktikum in London.

Im August 2008 schrieb Henning Mirjam nochmals an, um zu fragen, ob sie ihm ein paar Tipps bezüglich seiner Wohnungssuche geben könnte. Mirjam schrieb sofort zurück und kurz darauf folgte die nächste Frage von Henning: Hätte die kleine, schüchterne Pfälzerin ganz eventuell Zeit und Lust, mit ihm, dem großen Blonden aus dem hohen Norden, in das berühmte Möbelhaus namens „IKEA“ zu fahren und mit ihm zusammen ein paar Accessoires für seine neue Wohnung rauszusuchen?!? Henning hatte sich nach seinem Londonaufenthalt eine neue Bleibe in Wiesbaden gesucht und wollte sie nun, vor dem ersten Besuch seiner Eltern, fertig einrichten.
Mirjam freute sich riesig und sagte sofort zu. Für beide ging es also kurz darauf zu IKEA und anschließend zu einem tollen „Harmony Central-Konzert“ im Unterhaus in Mainz.

Das dritte Treffen fand dann im Oktober 2008 statt, nachdem beide aus ihrem Urlaub zurückgekommen waren. Henning zeigte im Maximilian in Speyer seine Bilder aus New York und Mirjam ihre Fotos aus Wien.

Das Treffen - Klappe die Vierte - sollte eigentlich in Hennings neuer Wohnung stattfinden. Er hatte einen kleinen Videoabend geplant. Mirjam bekam dadurch jedoch etwas Angst; so alleine mit einem Jungen in einer Wohnung zu sein, war ihr nicht ganz geheuer. „Der muss sich da doch mehr dabei denken?!?“ Mirjam machte also wieder einen Rückzieher und es kam zur Sendepause Nummer zwei.

Nach einiger Zeit wurde Mirjam klar, dass sie einen riesigen Fehler gemacht hatte und es fiel ihr wie Schuppen von den Augen, dass ihr doch nie etwas Besseres als Henning hätte passieren können. Er war bzw. ist einfach perfekt. Mitte Dezember war es also um Mirjam geschehen…sie musste das mit Henning unbedingt wieder gerade biegen.
Da sich Mirjam schon dachte, dass Henning durch ihr Verhalten in der letzten Zeit bestimmt ziemlich enttäuscht und verärgert sein musste, hatte sie riesige Angst ihn anzuschreiben. „Was mache ich nur, wenn er nicht mehr mit mir zu tun haben will?“
Zu Mirjams Glück, hatte Henning gerade in dieser Zeit seine IHK-Ergebnisse erhalten, war deshalb an einem Abend super gut gelaunt und lud sie einfach mal so zu seiner Einweihungsfeier ein. Anfangs hatte Mirjam abgelehnt. Nach einer kurzen Bedenkzeit entschied sie sich jedoch wieder um und sagte zu.

Am 25. Dezember 2008 kam es zu einem kleinen Kreuzverhör. Mirjam wollte sofort aus dem Internet gehen, um Hennings unangenehmen Fragen aus dem Weg zu gehen. Ihre Mutter sagte jedoch, sie solle online bleiben, um alles wieder geradezubiegen. Mirjam blieb also doch und war glücklich, als die ganze Fragerei endlich ein Ende hatte.
Am Ende des Chats verabredeten sich Henning und Mirjam zu einem gemeinsamen Jugendkreisbesuch im neuen Jahr.

Vor dem ersten FeG-Besuch der beiden, ging es Anfang Januar gemeinsam mit zwei Studienkolleginnen von Mirjam auf die Eisbahn.

Am Tag darauf gingen beide in den Jugendkreis. Mirjam hatte Henning einen kleinen Kuchen gebacken, der mit vielen kleinen Schokoherzen verziert war. Diesen überreichte sie ihm, mit einer Karte und ein paar kleinen Milka-Täfelchen verpackt, vor dem Jugendkreis. Mirjam hatte sich vorher sehr viele Gedanken darüber gemacht, wie Henning darauf reagieren würde. Sie wollte ihm den Kuchen erst gar nicht schenken, tat es dann aber doch.

Danach folgten einige Ikea- und Kino-Besuche; einmal gingen beide zusammen in den Zirkus FlicFlac.

Am 26. Januar 2009 verabredeten sich beide zu einem kleinen Abendessen in Frankfurt. Am Ende des Abends, überreichte Mirjam Henning ein kleines Geschenk, das er jedoch erst zu Hause öffnen durfte. Zu Hause angekommen öffnete Henning das kleine Päckchen und fand darin ein kleines Büchlein mit einem Zettel. Mirjam hatte vorher wieder sehr lange darüber gegrübelt, ob sie ihm das Büchlein schenken sollte….es schlummerte schon eine Woche zuvor - eingepackt und fertig zum Verschenken - in ihrem Kleiderschrank. Sie traute sich jedoch nicht, ihm das Büchlein zu geben.

Als Henning den Zettel und das Büchlein mit einer eindeutigen Botschaft an ihn gelesen hatte, rief er sofort an. Er fragte, wie es denn nun mit H&M weitergehen sollte...Mirjam durfte sich aussuchen, ob sie es telefonisch oder persönlich bereden wollte. Nach Rücksprache mir Mutti, entschied sie sich für die persönlichere Variante.

Henning und Mirjam trafen sich also am Abend des 27. Januar 2009 zu einem kleinen MammaMia-Videoabend. Gegen 23.00 Uhr ging der Fernseher aus und beide unterhielten sich darüber, wie es wohl mit ihnen weitergehen sollte. Nachdem alles Wichtige geklärt war, entschieden sich beide dafür, dass sie nun ein Paar seien. Seit dem 28. Januar 2009 sollten Henning und Mirjam also für immer unzertrennlich sein…und das sind sie bis heute.
Das mit dem Küssen fiel Mirjam anfangs sehr schwer…ein Spruch, der uns immer in Erinnerung bleiben wird, lautet: „Aber immer schön langsam, ja?“.

Nach drei wunderschönen Monaten zu zweit kam unsere gemeinsame Reise nach London. Henning hatte schon immer gesagt, dass Mirjam den Zeitpunkt und den Ort der Verlobung entscheiden sollte, weil er sonst immer derjenige war, der die Initiative ergriffen hatte.
Er hatte sogar schon öfter Hinweise darauf gegeben, dass er einen Antrag ganz bestimmt nicht ablehnen würde. Eine seiner besonders lieben, eindeutig darauf hinweisende Fragen, stellte er Mirjam ganz am Anfang der Beziehung: „Ich mache meine Hochzeitsreise auf die Malediven. Kommst du mit?“. Mirjam hatte also eigentlich überhaupt nichts zu befürchten.
Am Abend des 01.04.2009 besuchten sie das Mamma Mia-Musical, von dem beide begeistert waren. Mirjam bekam jedoch nicht ganz so viel mit, weil sie sich immer Gedanken darüber machte, wo man sich in London am besten verloben könnte.
Nach dem Musical gingen beide zusammen bei HäagenDazs Eis essen. Anschließend ließen sich Henning und Mirjam von einem Rikscha-Fahrer zur Tower Bridge fahren. Das war wohl die anstrengendste Fahrt, die der Rikscha-Fahrer je in seinem Leben gemacht hat; wir hatten die Strecke etwas unterschätz; die Fahrt dauerte mindestens eine Stunde und ging fast nur bergauf.
An der Tower Bridge angekommen, wollte Mirjam Henning eigentlich einen Antrag machen. Sie traute sich jedoch nicht, weil zwei Leute zu viel auf der Brücke standen…Mirjam fühlte sich dadurch zu beobachtet; jetzt hieß es also: zurück ins Hotel. Beide ließen sich von einem Taxi zurückfahren. Mirjam überlegte auch dort erst, Henning zu fragen, bekam es dann aber wieder nicht über die Lippen. Im Hotel angekommen, gingen beide todmüde in ihr Zimmer. Mirjam nahm all ihren Mut zusammen, dachte „jetzt oder nie“, kramte, während Henning die Augen geschlossen halten sollte, ein kleines Schächtelchen aus ihrem Koffer uns stellte ihrem Liebsten die Frage aller Fragen. Henning antwortete mit „Ja“ und nahm sich einen kleinen, handgehäkelten Goldring aus der Schachtel. Henning hatte sich immer gewünscht, die richtigen Verlobungsringe gemeinsam rauszusuchen. Die „Häkelringe“ dienten also nur als Symbol. Man kann ja nicht ohne Ringe einen Antrag machen, oder?
An ihrem letzten Tag in London machten sich Henning und Mirjam auf die Suche nach Verlobungsringen. Die Suche blieb jedoch leider erfolglos, sodass sie die Ringe also doch in Wiesbaden kaufen mussten.

Nach weiteren acht wunderschönen Monaten voller Überraschungen folgte dann am 12.12.2009 die standesamtliche Trauung in Speyer. Dieser Tag wird beiden immer in Erinnerung bleiben; er war einfach traumhaft schön, zauberhaft, noch viel besser als im Märchen.
Danach durfte Henning sein Geburtstagsgeschenk einlösen: eine Reise nach Wien, die sie kurzfristig in „Mini-Flitterwochen“ umgewandelt hatten. Diese wunderschöne Zeit wird für die beiden Turteltäubchen auch für immer und ewig unvergesslich bleiben.

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