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"Die verlorene Identität"

"Die verlorene Identität"
Nun bin ich aber durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, um für Gott zu leben.
Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selbst], sondern Christus lebt in mir.

Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.

Ich verwerfe die Gnade Gottes nicht; denn wenn durch das Gesetz Gerechtigkeit [kommt], so ist Christus vergeblich gestorben. (Gal 2:19-21, Schlachter)
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Wahrnehmung:
Wer den heutigen Wahnsinn verstehen will, braucht kein Historiker zu werden, denn die Fehlleistungen in unserer Gesellschaft kann man schon in der jüngsten Vergangenheit entdecken.

"Die verlorene Identität"

Was ist eigentlich Identität? Wir sprechen von Identifizierung, wenn der Name eines Toten nicht bekannt ist. Anhand von Beweisstücken oder einer gerichtsmedizinischen Untersuchung soll herausgefunden werden, wer dieser Tote war. Identifizierung ist die völlige Übereinstimmung, die Wesensgleichheit. Wie das Spiegelbild, das eine Person widerspiegelt.
In der Schizophrenie ist das Wesen des Menschen, sein Ich, gespalten. Diese Absplitterung ist nicht Er – selbst, sondern ein Teil von ihm, das er zugleich als fremd empfindet. Identität umfaßt den Kern des Menschen, sein Wesen, seine Persönlichkeit. Es stehen nicht zwei Wesen einander gegenüber; obschon dieses Wesen verschiedene Gesichter tragen kann, sind sie doch Ausdruck ein und derselben Person. Identität ist auch nicht eine Maske, die man tragen oder ablegen kann. Identität ist die wirkliche Seinsweise. Das, was der Mensch in Wirklichkeit ist.

Wenn ich meine Identität verloren habe, so weiß ich nicht mehr, wer ich bin. Bin ich der eine – oder der andere. Oder vielleicht beide zugleich? Ich kann meinen Kern, mein eigentliches Selbst, nicht wiederfinden. Ich lasse mich zu Handlungen oder Bemerkungen hinreißen, vor denen ich erschrecke, weil sie mir fremd sind. Ich selbst bin mir ein Fremder geworden.

Solange ich nicht zu mir selbst zurückgefunden habe, leidet dieses Ich und sehnt sich nach der Vereinigung, dem Eins-Sein mit sich selbst.

Das Bild, das der Mensch von sich selbst hat, ist geprägt worden im Laufe der Jahre und entsteht durch Beziehung zu einem andern, einem Gegenüber. Ohne Spiegel könnten wir unsere eigene Gestalt, unser eigenes Gesicht nicht wiederfinden.
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Die Identität wandelt sich im Verlauf eines Lebens. So gibt es eine kindliche Identität und die Identität eines Erwachsenen.
Jedes Kind bekommt ein Bild von sich selbst und eine Meinung über sich selbst dadurch, daß es die Meinung anderer Menschen übernimmt. Wenn ein Kind wieder und wieder von seinen Eltern hört, und es von seiner Umwelt bestätigt bekommt: „Du bist ein liebes Kind, du siehst hübsch aus, du bist begabt, deine Eltern sind großartige Leute!“ so glaubt es daran. Die Welt ist heil. Da ist kein Bruch. Wenn dieses Kind mit anderen Kindern in Berührung kommt, fühlt es sich sicher und verhält sich dementsprechend. Ich will damit nicht sagen, daß wir unsere Kinder zu Halbgöttern erziehen und aus schwarz weiß machen sollen, indem wir alles beschönigen und gutheißen, was das Kind tut. Es geht hier um die Grundeinstellung, die positiv, bejahend sein muß. Das Kind braucht Ermutigung. Es ist ja von vornherein unterlegen und auf das Wohlwollen seiner Umgebung angewiesen.

Wenn ein Kind andererseits ständig kritisiert wird und bei jeder Gelegenheit zu hören bekommt: „Du kannst nichts, du bist dumm, deine Eltern taugen nichts!“ so wird das Kind eines Tages davon überzeugt sein, daß es nichts taugt, und es wird sich seinem Bild entsprechend verhalten.


Der Fehlstart
Aus dem Sport wissen wir, daß der Start entscheidend sein kann für den Verlauf des ganzen Spiels. Auch die Erziehung des Kindes ist wie ein Start, der die weitere Entwicklung vorbereitet. Ein Fehlstart kann für das spätere Leben verhängnisvolle Auswirkungen haben.

Gegenwärtig zeigt unsere gesamte gesellschaftliche Struktur das Bild einer Verwöhnung. Bei allen Vorzügen, den ein Sozialstaat aufweist, zieht er doch egoistische, anspruchsvolle Bürger auf, die es gewohnt sind, sich bedienen zu lassen.

Schwierigkeiten sind eine Herausforderung an die Möglichkeiten in uns, die erst durch Bedrängnis wach gerufen werden. Wer als Kind nicht gelernt hat, zu verzichten, sich einzuschränken, zurückzuhalten, der wird später kaum in der Lage sein, den Kampf gegen sich selbst zu bestehen.

Ein andere Form eines Fehlstarts ist die zu hohe Erwartung.

Es gibt Kinder, die bereits im Kindergarten und in der Grundschule zu hoher Leistung angetrieben werden. Sehr häufig steckt dahinter ein Minderwertigkeitskomplex der Eltern oder zumindest eines Elternteils. Das ganze Streben gilt der Laufbahn ihres Kindes. Sie versuchen dann, den Druck, den sie auf das Kind legen, mit den Worten zu begründen: „Du sollst es später besser haben als ich!“. Selbst innerhalb der Familie zählt nur die erbrachte Leistung. Erst auf Leistung erfolgt Anerkennung und Zuwendung.
Aber zum Menschsein gehört mehr als Leistung. Wenn das Kind von früh an unter diesem Druck steht, etwas leisten zu müssen, wird der Tag kommen, an dem es unter diesem Druck versagt. Es wird von Versagensangst gequält und unfähig sein, den hohen Anforderungen zu entsprechen.


Die neue Autorität
Die heutige Lebensphilosophie propagiert die Befreiung des Menschen. Jede Grenze wird als Einengung der Persönlichkeit angesehen, die Barriere, die es niederzureißen gilt. Auf allen Gebieten erleben wir, wie alte Normen und Gesetze, die seit Generationen Gültigkeit hatten, umgestoßen und durch neue ersetzt werden.

Nun sind uns zweifellos auch aus früheren Jahrhunderten Klagen überliefert über das umstürzlerische Neue, über Ungehorsam und sexuelle Freizügigkeit.
Doch der Verfall der Moral war jedesmal der Anfang eines Untergangs.

Die schleichende Revolution, die wir in unserer Generation beobachten, entspringt nicht der Armut, sondern dem Wohlstand. Um - wie es heißt – psychischen Störungen vorzubeugen, soll der Mensch seine Freiheit demonstrieren. Selbstentfaltung wird dabei gleichgesetzt mit Zügellosigkeit, und Selbstverwirklichung mit narzisstischen Geltungsbedürfnis. Ehe und Familie werden als antiquierte Hinterlassenschaft einer feudalistischen Epoche belächelt.

Das narzisstische Grundprinzip setzt sich immer mehr durch. So wie der Jüngling in der griechischen Sage ist der narzisstische Mensch in sein eigenes Spiegelbild, in sich selbst verliebt, daß er nicht fähig ist, auf die Liebe der Nymphe zu reagieren, nicht fähig, Echo zu sein. Nun, die Menschheit wird auf Grund ihrer Verliebtheit in sich selbst zwar nicht in eine Narzisse verwandelt, aber die Beschäftigung mit sich selbst macht sie unfähig, die Herausforderung an zunehmen, die an sie gestellt ist, und das Beglückende der Selbstaufgabe zu erfahren. Der Mensch stellt Forderungen – wie wir es bereits als Folge der Verwöhnung gesehen haben – und erwartet, daß man ihm dient. Dieses „man“ in Gestalt des Staates, der Kirche, der Gesellschaft, ganz gleich, ob es anonym ist oder einen Namen trägt: der andere wird verpflichtet, die Sorge für mein Leben zu übernehmen. Dadurch, daß der Mensch die Verantwortung für sein Leben von sich auf den andern abwälzt, hat er es verlernt, Kräfte zu entwickeln, mit denen er selbst Probleme meistern und Schmerzen ertragen kann. Alles Unangenehme soll ausgeklammert werden. Es wird nicht mehr integriert, sondern verneint. Es wirkt als Störfaktor und darf deshalb nicht sein.

Die Lust wird zum Lebensziel. Das Recht auf Lust wird höher gewertet als die Verantwortung füreinander. Leben wir im Zeitalter der Lustbefriedigung? Durch das oberflächliche Streben nach Lust wird das Leben in seiner Vielfalt und seinen Möglichkeiten langsam, aber sicher zerstört. Denn Lustgewinn hinterläßt ein Unlustgefühl, und das wiederum verleitet zu neuer Lustsuche. So entsteht schließlich die Sucht, die einen Menschen versklavt. Denn jede kurzfristige Lustbefriedigung löst neue Begierde aus. Und um die Befriedigung zu erreichen, werden immer neue Wünsche geschaffen. Der Wunsch wird gereizt, bevor der Mangel spürbar geworden ist. So werden die Ansprüche immer zahlreicher, ausgefallener.

Es ist einfach nicht wahr, daß eine Sofortbefriedigung eines Wunsches Glück bedeutet. Woher kommt es denn, daß bei allem Wohlstand so wenig Menschen glücklich sind? Es liegt doch nicht daran, daß sie sich diesen oder jenen Wunsch nicht leisten können. Sie haben die Wunschbefriedigung zu ihrem Lebensziel gemacht. So ist der Mensch zu einem Manager des Glücks geworden, ständig auf der Jagd nach dem Noch-nicht-Dagewesenen, dem Nervenkitzel, dem Rausch. In seinem Vergnügungsrausch taumelt er von einem Extrem ins andere.  Doch „die Jagd nach dem Glück“ - sagt Frankl - „verjagt es auch schon“. Wenn nun die herkömmlichen Methoden ihm nicht zu seinem Glück verhelfen, versucht er es bei der Magie, der Astrologie oder den fernöstlichen Wunderreligionen. So vergeht ein Tag nach dem andern, und ein Jahr nach dem andern. Und wenn der Mensch erwacht, ist er alt geworden und stellt resigniert fest, daß ihm die Kräfte, die ihm in seinem Alter zur Verfügung stehen sollten, nicht mehr gehören, weil er sie sein Leben lang ausgebeutet und somit mißbraucht hat. Prof. Weinreb sagt zu Recht: „Das wirkliche Übel ist nicht die Vergiftung der Luft, noch die der Nahrung, sondern die fortschreitende Vergiftung des Menschen“ Dieser durch ideologische Einflüsse entstellte Mensch, der sein ganzes Streben an ein Fehlziel verschwendet, leidet unbewußt an dieser inneren Kluft zwischen dem Soll und dem Ist. Die ihm innewohnende Bestimmung ist nur noch ein unterschwelliges Ahnen, das krampfhaft unterdrückt wird. Das aber führt zu einem Unlustgefühl zu Unzufriedenheit und Rebellion. Denn da er die ursächlichen Zusammenhänge nicht sieht, meint er, einen Schuldigen suchen zu müssen. Er macht äußere Faktoren verantwortlich für seine innere Unausgeglichenheit. Er kennt weder Ursprung noch Ziel seines Lebens. So schafft er sich Scheinziele, denen er hinterherläuft. Dabei vergleicht er sich mit anderen, um seinen Wert an ihnen zu messen. So stellt er dieser vermeintlichen erreichten Erfolgsstufe seine eigene innere Zerrissenheit gegenüber und befindet sich im Defizit. Dieses Defizit nun meint er ausgleichen zu müssen, und zwar kompromißlos und erbarmungslos.

Die Ausgleichsversuche äußern sich auf sehr unterschiedliche Weise. Der eine flieht in die Passivität, er zieht sich zurück, um sich zu schützen. Er fühlt sich nur sicher, wenn er in den eigenen vier Wänden allein ist; ein anderer flieht in die Aktivität, um sich und andere zu täuschen; oder er versucht, sich anzupassen, um ja nicht aufzufallen. Ein anderer versucht, das vorhandene Defizit zuüberspielen, er prahlt und gibt sich überlegen, oder er wird aggressiv, um einem Verletztwerden vorzubeugen.

Wir beobachten zwei Hauptströmungen: den Rückzug und den Angriff. Beide, so gegensätzlich sie sind, entstammen doch ein und derselben Wurzel und haben ein und dasselbe Ziel. Sie entstammen der Verletzbarkeit des Menschen und dienen dem Schutz des eigenen Selbst. Der Rückzug und auch der Angriff können alle möglichen Formen annehmen und an Intensität sehr unterschiedlich sein. In seiner extremsten Form haben wir es mit dem Selbstmord bzw. dem Mord zu tun. In beiden Fällen geht es um das Prinzip: alles oder nichts.
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(Michiaki u. Hildegard Horie, 1982)

Kommentare

 
Zeitzeuge 23.01.2022 09:41


https://www.youtube.com/watch?v=iyd3NSoGFpU

Treue Christusnachfolge im Widerstand gegen Zeitgeistströmungen - Rudolf Ebertshäuser
 
Zeitzeuge 23.01.2022 11:27


https://www.bitchute.com/video/kgHANkN24bO1/

"Déjà vu der Kognitiven Dissonanz"
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