🌞 Der wilde April ❄
Der wilde April
Weh, der Narr, der wilde April! Aufs neue
Regen, Schnee und wirbelndes Eis und Windstoß
Bringt er. Veilchenäugig dazwischen leuchtet
Himmlische Bläue.
Einen Tag lang tut er wie Sommer. Kinder
Singen, und am Waldrand die Steine glänzen
Goldhell. Aber schmächtigen Glauben höhnend
Krächzt er schnell: Winter!
Unbeständig spielt der Gesell und seine
Laune. Warte! Sei wie ein Kind nicht! Bald sind
Mai und Juni. Wochenlang glühn dann die Wälder
Wiesen und Steine.
Georg Britting
Es ist doch im April fürwahr,
der Frühling weder halb noch gar!
Komm Rosenbringer, süßer Mai,
komm du herbei!
So weiß ich, daß es Frühling sei.
Eduard Mörike